Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

Michaela, Saturday, 30.06.2012, 18:35 (vor 5161 Tagen)

Hallo,

hat jemand von Euch schon mal Probleme im öffentlichen Nahverkehr gehabt?
Ich habe vor einiger Zeit auf dem Fahrrad einen Anfall gehabt. Da ich seitdem noch keinen Termin beim Neuro hatte, weiß er noch nichts davon.
Eine Freundin meinte, in meiner Lage dürfte ich eigentlich garnicht alleine mit Bus, Bahn u.d.g. fahren. Wißt Ihr von Euren Ärzten etwas darüber? Andererseits trau ich mich auch nicht alleine zu fahren. Das mit dem Fahrrad gibt mir allerdings zu denken:-|
Habe nun im Juli einen Termin und frage ihn dann. Aber erst mal wüßte ich gerne von Euch wie ihr damit umgeht! Ja oder Nein

LG
Michaela

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

Michaela, Saturday, 30.06.2012, 18:42 (vor 5161 Tagen) @ Michaela

Mir geht auch es darum, habt Ihr keine Angst, das etwas passieren könnte unterwegs. Fremde wissen nicht was in dem Moment eigentlich passiert.
Einige schreiben bei der Frage von Musica gefahren werden , dass sie alleine fahren

Michaela

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

Mondenkind, Saturday, 30.06.2012, 19:00 (vor 5161 Tagen) @ Michaela

Hallo Michaela,

ich bin immer alleine gefahren - sowohl auf die Arbeit (ok, manchmal waren Kollegen dabei), als auch früher von meinem Studienort "nach Hause" und das waren über drei Stunden (und 1 x umsteigen). Oder auch wenn ich Freunde besucht habe, war ich oft alleine mit dem Zug unterwegs und in all den Jahren habe ich zweimal einen Anfall im Bus bzw. Zug gehabt.

Den ersten konnte ich (das erste und letzte Mal) irgendwie abwehren. Ich war gerade am einschlafen und merkte, dass ein Anfall sich ankündigte (Aura), ich sagte laut "NEIN" und es hörte tatsächlich auf. Jedes weitere Mal danach, klappte das (leider) nicht... (die anderen Mitfahrer schauten mich zwar etwas blöd an, aber das war mir egal - lieber denken, ich hätte gerade etwas komisches geträumt, als das sie mich im Anfall sehen).

Den zweiten hatte ich auf der Rückfahrt von der Arbeit im Zug. Der Schaffner rief den Rettungswagen. Bis der dann da war, war der Anfall vorbei, und ich hätte eigentlich nach Hause gekonnt, aber die Sanis wollten mich unbedingt mitnehmen. Da ich ihnen aber sagen konnte, dass ich mich zurzeit in regelmäßiger Behandlung in Bethel befinde, wollten sie mich - zum Glück - nicht da behalten. Ich rief dann also meinen Mann an und der holte mich in der Klinik ab.

Ich wüsste auch nicht, dass du verpflichtest bist, immer jemanden dabei zu haben, selbst wenn du im Schwerbehindertenausweis ein B hast, heißt das ja nur so viel, dass du die Berechtigung hast, eine weitere Person mitzunehmen und nicht die Pflicht.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 02.07.2012, 08:09 (vor 5159 Tagen) @ Michaela

Warum sollte man gerade in den oeffentlichen Verkehrsmitteln gross Angst haben? Zur Not waeren da doch eine Menge Menschen, von denen irgendeiner dann hoffentlich auf die Idee kaeme, den Notarzt zu rufen, auch wenn er keine Ahnung davon hat, was gerade mit mir passiert.

Das zaehlt zu den Punkten, ueber die ich mir offen gesprochen aber nie grosse Gedanken mache. Damit macht man sich in meinen Augen hoechstens selbst kirre.
Wuerde ich mir naemlich ueber so etwas einfaches und alltaegliches Gedanken machen, duerfte ich auch nicht alleine aus dem Haus, alleine Einkaufen gehen, nicht studieren, denn je nach Wahlvorlesung kennt man dort vielleicht niemanden, der von der Epi weiss - hingegen gibt es dort aber sicherlich viele, die das Wort "Anfall" wohl als erstes mit "Doktor House" verbinden. Ich duerfte an den Tagen, an denen ich arbeite, weil ich da keine Vorlesung habe, auch nicht Mittags alleine raus in die Mensa, weil ich dort dann vielleicht niemanden treffe, den ich kenne. Und ueberhaupt waere es dann schon ein Wagnis, alleine ohne Begleitung die Zeitung holen zu gehen, muesste ich dazu doch aus der Haustuere hinaus in die Oeffentlichkeit auf die Strasse gehen.

Entschuldige, wenn das jetzt arg sarkastisch klang, aber ich glaube, damit bring ich meinen Standpunkt, sich nicht staendig mit jedem kleinsten Detail des Alltages im Bezug auf die Epi zu beschaeftigen, am besten rueber.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

Mondenkind, Monday, 02.07.2012, 09:13 (vor 5159 Tagen) @ huge88

Hallo Huge,

manchmal fehlt mir hier ein "Daumen-hoch-Button" :-D .

Schön geschrieben und so wahr!

Vielleicht sollten wir einfach den Satz "Was wäre wenn..." aus unseren Wortschatz streichen.

Lieben Gruß
Mondenkind

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Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

Musica, Monday, 02.07.2012, 10:19 (vor 5159 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondenkind dann würde ich sofort autofahren! Ich bin ja nur eigentlich, 1x jährlich von einem Anfall betroffen. Und auch nur dann, wenn ich gestresst bin, nicht geschlafen habe, die Ursache auf eine psychische Überlastung folgt und ich meine Tabletten nicht genommen habe. Aber was wäre, wenn? liebe Grüße, Musica

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 02.07.2012, 19:33 (vor 5159 Tagen) @ Musica

Na das ist dann aber wieder eine ganz andere Baustelle, als die öffentlichen Verkehrsmittel und die Frage, ob man Angst hat, gerade dort einen Anfall zu bekommen und wie die Unbekannten dort damit umgehen könnten.

Das würde ich zu den Dingen rechnen, über die ich mir unbedingt Gedanken machen würde, denn beim Autofahren gefährdet man andere ja doch massiv, wenn man nicht entsprechend anfallsfrei ist. Da geht's ja in besonders schwerer Weise um die Verantwortung, die man anderen gegenüber zu tragen hat.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
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Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

*_aimy_* ⌂, Nürnberg, Tuesday, 03.07.2012, 19:50 (vor 5158 Tagen) @ huge88

Hi,
da kann ich euch auch ne "krasse" Geschichte zum Thema Autofahren und Epilepsie erzählen: Als ich in der Klinik war, kam jemand, der Depression und Epi hatte. Irgendwann gab's Krach mit den Pflegern und den Ärzten und er hat gemeint, dass er die Klinik wechseln würde, weil es ihm hier zu blöd sein würde, was er daraufhin tat. Er musste einen Zettel unterschreiben, dass er auf eigene Verantwortung gehen würde und man muss dazu sagen, dass er mehrere Anfälle hatte und er war auch nocbh so doof und ist von Nürnberg nach Günzburg gefahren und da ist man schon einige Stunden unterwegs!

Ich hoffe, dass viele klug genug sind, diesen Fehler nicht zu machen und sich lieber hinsetzen und mit den Pflegern reden, denn so kann man wirklich Streit aus der Welt schaffen und es bringt auch nix, davonzulaufen!

--
Tu, wovor du dich am meisten fürchtest. Wende die Energie der Angst ins Positive, und du wirst daran wachsen.
Evita Wolff
Im Schatten des Pferdemondes
---> bin auch über Skype erreichbar, einfach in der Mitgliedersuche nach "shetty158" suchen!

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

Musica, Monday, 02.07.2012, 10:22 (vor 5159 Tagen) @ Michaela

Hallo Michaela, in den Öffentlichen Verkehrsmitteln brauchst Du wirklich keine Angst haben. Fahrrad ist schon so eine Sache. Aber i.d.R. schadest Du ja wenigstens niemand. Ich habe mir bei enem Sturz das Schlüsselbein gebrochen, ohne Anfall! LG,Musica

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

mezeg, München, Saturday, 30.06.2012, 20:52 (vor 5161 Tagen) @ Michaela

Hallo Michaela,

auf dem Rad fahre ich (bis jetzt!) ohne Probleme, nur hier und da eine "verschwommene Erinnerung" mit leichter Unruhe oder Übelkeit. Öffentliche Verkehrsmittel nehme ich selten.
Bei der Aufdosierung Lamo von 200 mgr auf 250 mgr bekam ich aber Probleme bei der ersten Stufe (125 - 0 - 100). War nach einem schönen Film in Begleitung meiner Tochter ganz normal in die U-Bahn eingestiegen. Und dann plötzlich von einem stehenden Wagen mit geschlossenen Türen rausgesprungen, stand eine Weile vor dem Stationsnamen und konnte mich nicht überzeugen, dass der Name - und somit die Station richtig war. Befand danach auf der Rolltreppe und wußte nicht, wo ich hinging und ob der Weg der richtige war. Eine Absence, was ich noch nie erlebt hatte.

Ich habe zwar alles richtig gemacht, richtige Station, Rolltreppe, Heimstrecke, Ampelbewertung. Aber habe ich vor einer Fahrt in der U-Bahn ab dem Moment beängstigt und möglichst vermieden. Lief alles wieder normal. Aber letzten Sonntag hatte ich abends vergessen Lamotrigin zu nehmen. Mußte Montag Vormittag die U-Bahn nehmen und spürte wie Angst und Unruhe sich meldeten. Ich konnte es zum Glück unterdrücken. Allerdings werde ich in der nächsten Zeit eine Fahrt in der U-Bahn fürchten.

P.S. Ich hoffe, dass Du auf dem Rad nur mit Helm fährst? Bin vor Jahren gestürzt, nur wegen Eisregen, die Epilepsie hatte sich noch nicht gemeldet. Erwischt hat es nur den Helm, der Kopf blieb schadenlos

Beste Wünsche doch bald wieder auf das Rad zu steigen!

mezeg

Öffentliche Verkehrsmittel - ja oder nein

kernerin ⌂, Stuttgart, Thursday, 26.07.2012, 13:16 (vor 5135 Tagen) @ Michaela

Hallo Michaela,

ich fahre schon immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sonst wüßte ich nicht wo und wie ich wo hinkomme. Da meine Mutter auch Epileptiker ist, fuhr nur mein Vater Auto, der 2005 gestorben ist. Als ich mit 15 Jahren mal einen Anfall auf dem Fahrrad hatte, wurde das in den Keller gestellt. Ab da fuhr ich nicht mehr Rad. Bis ich 2 Jahre lang ganz Anfallsfrei war. Da ich ja irgendwie zur Arbeit kommen muß, fuhr ich immer mit Bus/Bahn oder U-Bahn. Es kam auch vor, das ich in der S-Bahn einen Anfall hatte. Das merkte ich, als ich in Bad Cannstatt auf dem Wilhelmsplatz wieder zu bewußtsein kam. Ich bin damals 4 Haltestellen zu weit gefahren. Muß dann während des Anfalls den Bahnhof verlassen haben. Bin dann über eine 2 Sprurige Verbindungsstr. gelaufen. Da ich an der U-Bahnhaltestelle Wilhelmsplatz erst wieder zu bewußtsein kam. Damals muß ich einen Schutzengel gehabt haben. Aber ich fahr trotzdem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Geldbeutel habe ich immer meinen Notfallausweis bei mir, wo drinn steht was einer tun muß. Ebenso befindet sich bei mir ein Schreiben von meinem behandelten Arzt, das Sie mich nicht in KKH bringen sollen. Ebenso für ein KKH, das die mir die Medikamente nicht verändern sollen bzw. mir nicht verweigern dürfen, da ich an einer Infusion sei was schon mal vorkam.