Wie lebt ihr mit der ständigen Angst vor Anfällen?

Nicky, Monday, 09.07.2012, 18:33 (vor 5152 Tagen)

Hallo, ich bin neu hier, hatte am,11.11.11 einen schweren Schlaganfall und leide seit März diesen Jahres unter Epilepsie. Seit meiner Entlassung aus derReha- Klinik hatte ich schon mehrere kleinere Anfälle, einen davon vorletzten Samstag in der Innenstadt, der mich aus dem Rollstuhl warf. Seitdem horche ich ständig in mich hiein, ob ich ds aWarnzeichen spüre: heftiges Kribbeln im gelähmten Arm, wie starker Kriechstrom und das dauernde Kopfkino nervt auch:"Was wäre, wenn jetzt...? könnte ich mich hier mit meiner gelähmten Körperhälfte schnell genug auf den boden legen ?

Knnt ihr das auch so? und wie lebt ihr damit? mich macht diese ständige Angst offen gesagt etwas fertig.. ich nehme übrigens Ergenyl, 1500mg/Tag, und bnbdavon viel müde, versuche, 2 Liter/Tag zu trinken.
Danke und LG,
Nicky

Wie lebt ihr mit der ständigen Angst vor Anfällen?

Musica, Monday, 09.07.2012, 20:30 (vor 5152 Tagen) @ Nicky

Hallo Nicky, ich habe mir die ständige Angst einfach abgewöhnt. Immer daran denken ist nicht gut und verunsichert noch mehr. Alles Gute, Lg,Musica

Wie lebt ihr mit der ständigen Angst vor Anfällen?

sandytimmy, Monday, 09.07.2012, 21:23 (vor 5152 Tagen) @ Nicky

ich habe einfach nicht ständig angst davor. denke da nur dran wenn ich mal durch irgendwelche umstände daran erinnert werde.
das bringt auch nichts sich damit verrückt zu machen.
mir fällt das sehr leicht da ich vom zweiten lebensjahr an damit lebe, dann fällt das leichter.man kennt es ja nicht anders. bin ja inzwischen 34

Wie lebt ihr mit der ständigen Angst vor Anfällen?

mezeg, München, Monday, 09.07.2012, 21:43 (vor 5151 Tagen) @ Nicky

Hallo Nicky,

bin nicht so schwer getroffen, und erst seit zwei Jahren damit konfrontiert, aber die Angst kenne ich auch. Ich versuche, mich "rational" davon zu entfernen, an etwas anderes zu denken und auch Gefahrpotential - meist emotionaler Stress - möglichst runterzufahren.

Nach Deinen sehr belastenden Erfahrungen mit dem Schlaganfall ist es klar, dass Du noch mit diesem weiterem Problem zusätzlich getroffen bist. Du brauchst auch Zeit, um Epilepsie zu akzeptieren und in Deinem jetzigen Leben zu integrieren. Ich habe mich nach der Diagnose auch heftig dagegen gewehrt und mich schließlich damit arrangiert. Dass das Medikament Dich sehr müde macht, ist oft der Fall, es läßt aber nach der Gewöhnung nach. Hier brauchst Du schon Geduld. Trinke nur, mein Flüssigkeitsbedarf ist durch die Medikamente deutlich erhöht. Einmal habe ich ein deutliches Vorzeichen bekommen, weil ich das Trinken vernachlässigt hatte.

Die Vorzeichen sind bei uns alle verschieden, versuche nicht alles als Vorzeichen zu deuten, vielleicht sind es auch nur Reaktionen auf Dein Hauptproblem. Wie ist es mit Deiner Umgebung? Kannst Du frei darüber reden? Ich fühle mich leichter, seit ich es tue, natürlich mit den Richtigen!

Wühle auch ruhig hier, frage und antworte. Mir hat dieses Forum sehr geholfen. Wir können ohne Angst oder sogar Scham über unsere Probleme kommunizieren.

Alles Gute
mezeg

Wie lebt ihr mit der ständigen Angst vor Anfällen?

Kaheroja, Thursday, 12.07.2012, 08:00 (vor 5149 Tagen) @ Nicky

Hallo Nicky,

Gestern Abend war es mal wieder soweit ! Die Angst zu Krampfen kam wieder hoch, habe zuerst versucht dies zu ignorieren, dann Entspannungsübungen gemacht und das klappt meistens nur Gestern nicht !Normal greif ich dann zu einer Tavor, hatte Gestern aber eine andere Idee :
Meine Frau saß mit einem Glas Rotwein auf dem Sofa, ich schnappte mir das Glas, trank zwei große Hiebe und da ich sonst keinen Alkohol trinke stieg mir dieser gleich zu Kopf. Und was soll ich sagen, die Angst war weg !!:-D
Das ist zwar keine Lösung und werd ich auch nicht wieder machen, nur Gestern fand ich es total cool und gut geschlafen hab ich auch !:-P

VG

Wie lebt ihr mit der ständigen Angst vor Anfällen?

mezeg, München, Thursday, 12.07.2012, 17:00 (vor 5149 Tagen) @ Kaheroja

etwas witziges oder unnützliches zu machen kann sehr entspannend sein. Kann sein, dass ich plötzlich in meinen Stickunterlagen wühle, um eine neue Stickerei plötzlich anzufangen, anstatt an der regulären weiterzu sticken. Oder aus verknoteten dünnen Kordeln, unten mit Muscheln belastet einen "Vorhang" für den Regal im Korridor realisieren. Oder einen Astérix wieder lesen. Wie mein Vater in solchen Fällen sagte: "Für den Camping unerläßlich" als Hinweis auf den ersten gekauften Dampfkochtopf, eben "für den Camping unerläßlich", der aber aus Platzmangel im Kofferraum doch zu Hause blieb.

Einfach etwas harmloses aber unnötiges zu machen bringt Heiterkeit mit sich und die Angst verblaßt.

mezeg