Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

unbekannt, Friday, 10.08.2012, 11:28 (vor 5120 Tagen)

.. weil der Placeboeffekt größer ist und man unbewußt denkt " So daß muß jetzt aber endlich helfen " ?
Zumindest bei meiner ersten Mediphase war es so bei der Umstellung von Carbamazepin auf Ergenyl.War dann anfallsfrei .
Und nun hab ich " Leveti... " statt Lamotrigin und hab eigentlich innerlich ein gutes Gefühl obwohl ich entgegen ärztlichen Rates noch unter der empfohlenen Dosis bin. 1500 statt 2000 mg
Was meint ihr ?

Grüße

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

Tablettenschlucker, Freiburg, Friday, 10.08.2012, 12:18 (vor 5120 Tagen) @ unbekannt

Hallo Descartes,

ääähhh, mal ne kleine Frage damit man nicht durcheinander kommt.
was meinst du mit 2. Medikament? Du nimmst ein Medi, setzt das
ab und nimmst jetzt das zweite. Oder du hast ein Medikament und
nimmst jetzt ein zweites dazu.

Beim ersten Fall kann ich leider nichts dazu sagen, da ich seit
Beginn Orfiril (Natriumvalproat / 0-0-1000) nehme. Als zweites,
zusätzliches Medikament hatte ich mal Keppra ausprobiert. War ein
totaler reinfall, war immer müde und unkonzentriert. Jetzt nehme
ich Lamotrigin (125-0-125) bis jetzt ist eigentlich alles gut.
Bekomme ab und zu ein Schwindelgefühl (evtl. auch Sehstörungen,
hab das noch nicht so ganz raus). Habs meiner Neurologin schon
erzählt, ich will aber mal warten ob sich das legt, da ich das
Lamo erst seit kurzem nehme.

Gruß Lukas

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

unbekannt, Friday, 10.08.2012, 16:02 (vor 5120 Tagen) @ Tablettenschlucker
bearbeitet von unbekannt, Friday, 10.08.2012, 16:05

Hallo

ja also anstelle des 1. Medikaments meinte ich.
Und die Wirkung nur auf die Anfallsfreiheit bezogen.

Hab die letzten 8 Jahre so viele Schrammen im Gesicht und verdamm** Muskelkater gehabt daß mir der Rest momentan wurscht ist. Also nicht ganz wurscht. Bei 1750 mg hat ich das Gefühl mein Kopf gerät in die Schrottpresse.Da kann mir Herr Doktor noch so oft ins Ohr tönen " ich würde ihnen raten .... "

Vielleicht hätte ich den Titel auch " Braucht es meistens einen 2. Anlauf zur Anfallsfreiheit " nennen sollen denn wenn das erste Medikament nicht hilft ist es ja klar daß eins von den folgenden wahrscheinlicher Wirkung zeigt. ;-)

Gruß

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 10.08.2012, 17:24 (vor 5120 Tagen) @ unbekannt

Also mein zweiter Anlauf (Umstellung auf Lamotrigin) ging gründlich nach hinten los. Danach kam dann Keppra, war zwar wieder besser, aber immer noch schlechter als mit dem Ursprünglichen. Dann wurde ich, nicht zuletzt auf eigenen Wunsch, rückumgestellt auf Oxcarbazepin und bin damit jetzt ziemlich genau seit einem Jahr (*Jubel*) anfallsfrei.

Den Placeboeffekt würde ich aber nicht unterschätzen wollen. Ich befürchte aber, dass bei jemanden, bei dem das erste Medi schwere Nebenwirkungen ausgelöst hat, das zweite Medikament genauso durch den Noceboeffekt "geschwächt" werden kann.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

Tablettenschlucker, Freiburg, Friday, 10.08.2012, 18:45 (vor 5120 Tagen) @ huge88

Hey,

Also ich nehme seit 11 Jahren das Orfiril, ohne eine Besserung zu spüren.
Alle Neurologen bei denen ich bisher war (und das sind leider eine ganze
Menge) haben alle nur mit der Dosis rumgespielt. Meine jetztige hat das
zwar auch, aber kam dann doch nach bitten und betteln auf die Idee mal
was zusätzliches auszuprobieren. Als erstes hatte ich (wie schon an
anderen Stellen erwähnt) Keppra probiert, Folge imenze Nebenwirkungen.
Jetzt habe ich seit ein paar Monaten Lamotrigin, bin aber immer noch nicht
Anfallsfrei :-( :-( :-( :-(

Gruß Lukas

ps. meiner Meinung nach sind viele Neurologen auch einfach selbst ratlos
und machen vieles über "Pobieren geht über Studieren" oder nehmen Sie mal
das wir schauen dann ob´s funktioniert.

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 11.08.2012, 10:48 (vor 5119 Tagen) @ Tablettenschlucker

Das Ausprobieren liegt in meinen Augen leider weniger an den Neurologen, als der Tatsache, dass man bei den vielen verschiedenen Epilepsien auf gewissen biologischen Ebenen noch nicht genug weiß, um die Medikamente gezielter auswählen zu können, als über die augenscheinliche Form der Epilepsie und Studienergebnissen, welche manche Medikamente als geeigneter für diese oder jene Form erscheinen lassen.

--
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Tablettenschlucker, Freiburg, Saturday, 11.08.2012, 12:39 (vor 5119 Tagen) @ huge88

Hey huge88,

das die Sache durch die vielen versch. Arten und Kombinationen
so ist, ist mir ebenso bekannt. Allerdings hat mir das noch kein
Neurologe von sich aus gesagt und einem Arzt der mir auch nur
eine Kleinigkeit verschweigt, kann ich nicht Vertrauen. Dazu
hab ich leider schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht.

Gruß Lukas

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 12.08.2012, 11:51 (vor 5118 Tagen) @ Tablettenschlucker

Ist ja nach unserer langjähriger Erfahrung vollkommen verständlich, dass man da seinen Blickwinkel auf die Aussagen der Ärzte etwas verändert.

Ich denke mir aber, es kann durchaus hilfreich sein, wenn ein Arzt bei jemanden, bei dem Epilepsie frisch diagnostiziert wurde und der Medikamente bekommt, nichts dazu sagt, was für ein Ratespiel die Suche nach dem passenden Medi werden kann.
Immerhin ist dann möglicherweise anfänglich die Zuversicht auf einen Behandlungserfolg auf Patientenseite größer, was zumindest psychologisch hilfreich sein kann, um sich erst einmal in der sowieso neuen und nicht immer einfachen Situation zurecht zu finden.
Außerdem wäre beim Ansprechen des Rumprobierens auch die Thematisierung der bei manchen extrem stark auftretenden Nebenwirkungen unausweichlich, was die Wahrscheinlichkeit, dass der Noceboeffekt auftritt, erhöhen kann (zumindest gehe ich nach meinen Erfahrungen mit Ärzten davon aus, dass nicht viele im Stande sind, Nebenwirkungen zu erwähnen, ohne einen zu beunruhigen).

--
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Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

mezeg, München, Friday, 10.08.2012, 14:12 (vor 5120 Tagen) @ unbekannt

die Macht von Placebos ist bekannt. Habe es vor kurzem erlebt. Weil ich durch Nebenwirkung von erhöhter Lamotrigin überhöhten Flüssigkeitsbedarf und akute Schlafschwierigkeiten hatte, bat ich den Neurologen, um einen passenden Schlafmittel nicht täglich aber um ab und zu eine Nacht endlich durchzuschlafen. Mir wurde Zopiclon verschrieben, mit der ausdrücklichen Anweisung: "max. 2 x die Woche". Den zweiten nahm ich erst nach 6 Tagen, dann wurde der Abstand immer länger, nach dem Motto "vorgestern und gestern sehr schlecht geschlafen, heute probiere ich es trotzdem ohne, wenn es wirklich nicht klappt, nehme ich es morgen". Schließlich hatte ich sie im Medizinschrank parat, also die Einnahme doch hinaussschieben.

Mit dem Ergebnis, daß ich seit Mitte Mai nur 6 Tabletten davon nahm, die letzte wohl während der Europa-Meisterschaft, weil die Nachbarn Feier als grölendes Saufgelage betrachten. Und wenn das Schlafverhalten lange noch nicht optimal ist, warte ich noch um wieder eine zu nehmen: Ich habe sie doch griffbereit, also keine Eile!

Ist doch ein Placebo-Effekt, oder??

mezeg

Wirkt das 2. Medikament immer besser als das Erste ?

unbekannt, Sunday, 12.08.2012, 02:02 (vor 5118 Tagen) @ mezeg

Also eigentlich ist Placebo der Effekt daß man irgendwas nimmt oder bekommt wie Massage und alleine durch die Erwartung daß es einem hilft bessert sich der Zustand. Kann man ja auch neuerdings im Kernspin nachweisen daß sich da im Gehirn was tut.

Aber ich kenn deine Methode von meiner Schokolade. Ich nehm mir immer fest vor jeden Tag nur ein Stück zu essen und schieb es immer Stunde um Stunde raus damit ich nicht doch mehr konsumier. :-)

Gruß