Eltern -.-

Flow, Sandhausen bei Heidelberg, Thursday, 16.08.2012, 16:41 (vor 5114 Tagen)

Hallo,

also ich weiß nich wie viele hier sind die noch daheim wohnen und so zwischen 16 und 21 sind oder was weiß ich ^^

Folgendermaßen sieht das saheim bei mir immoment aus seit dem Anfall am samstag.

Ich hab mich auf die suche nach einem Forum gemacht um mich ein bisschen auszutauschen.

Vater und Mutter drehn voll am Rad mit Selbsthilfegruppe, Psychotherapie, mach mal nen Termin bei deim Neurologen blablabla dann noch das übliche daheim.

Ich hab Urlaub 2 Wochen lang jetzt... steh heut morgen um 11 auf mach und tu damit sich keiner beschweren kan sprich Wäsche waschen abhängen aufhängen, saugen, schreibtischaufräumen ( meine Eltern sind der Meinung das mein Zimmer ihr Problem sei wenn es nicht aufgeräumt ist) und mittags noch das Zimmer durchgewischt. Und nicht zu vergessen die Kuchenzeile mal abgewisch die sah aber auch böse aus :D.

Hab n bisschen mit euch geschrieben mich über diese MosesSeminare bisschen schlau gemacht angefangen meinen Gleichstellungsantrag auszufüllen ... bin da allerdings stecken geblieben da ich das schreiben nicht mehr finde wo mein behinderungsgrad drinne steht :P.

So Mutter war nett hat sich bedankt fands toll alles super.

Ich mir so gedacht jetzt chillste mal n weilchen Zigaretten noch für mich und meine Mom geholt dann ab an den Lappi und ne Runde zocken.

Vater kam rein und da fing dann schon der Stress an warum ich noch keinen Termin beim Neuro habe und noch nich bei der Psychologin angerufen hab bla bla bla usw. und so fort es geht mir tierisch auf die nerven aber er meint wenn er mich nich immer dran erinnert mach ichs eh nich ... ich hätt einfach nur gern meine Ruhe aber das akzeptiert er nicht es muss jetzt alles sein ...

also falls jmd was zu sagen hat als raus mit auch wenns Kritik an mir is :)

LG Flo

Eltern -.-

Tablettenschlucker, Freiburg, Thursday, 16.08.2012, 18:16 (vor 5114 Tagen) @ Flow

Hey,

Also den Psychologen kannst mal weglassen, ich glaube nicht das die Anfälle daher kommen und so wie du hier auftrittst denke ich auch nicht das es psychische Auswirkungen auf dich hat. Das mit einem Neurologen solltest du mal machen, schaden kann DAS nicht. Mit einer Selbsthilfegruppe würde ich mich für den vorschlag bedanken, aber die Entscheidung muss man selbst treffen, weil es nicht jedermans Sache ist sich (nicht mehr anonym wie hier) zu öffnen und drüber reden.
Das sie auf dich einreden ist normal, denn sie wollen ja auch nur das beste für dich. Mit Sicherheit stört es sie auch, das du das nicht ernst genug nimmst und immer Partys feierst und Alkohol trinkst.
Hatte meinen ersten Anfall mit 16 und musste mir ähnliches anhören und je nach situation (zwar selten) heute immer noch. Mit 27 :-P :-D :-P

Gruß
Lukas

Eltern -.-

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 16.08.2012, 19:18 (vor 5114 Tagen) @ Flow

Bist doch schon hier in einer Selbsthilfegruppe ;-)

Gut, kann verstehen, wenn man das seinen Eltern nicht so sagt, man will ja nicht unbedingt, dass die mitlesen.

Hörst Dich aber für mich spontan gesagt ganz gesund an - und über Eltern darf man sich wenn's um sowas geht schon mal ärgern :-)

Mir fallen ja spontan eine Reihe trotziger Sprüche gegenüber Eltern ein, aber die helfen Dir wohl kaum weiter, also lass ich's besser.

Also was den Psychodoc angeht, würde ich mich persönlich, wenn ich nicht dorthin will, "wehren". Vielleicht wäre ja was in der Art wie "Ich mach ja schon einen Termin beim Neurologen aus, aber zum Psychologen will und gehe ich trotzdem nicht." hilfreich - vielleicht etwas eleganter formuliert, aber zumindest inhaltlich.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Eltern -.-

girli95, Friday, 17.08.2012, 09:37 (vor 5113 Tagen) @ huge88

Hey (:
also ich war wegen meiner EPI beim Psychologen weil ich die Anfälle immer bekomme wenn ich auch emotional unter Stress stehe,....
Aber ich muss sagen .. es hat mir nichts, aber auch gar nichts gebracht..
Deshalb würde ich mir auch nichts einreden lassen es sei denn du findest jemanden (Psychologen) zu dem du von vorne rein einen sehr guten Bezug hast (war bei mir nicht der Fall :P )
Und ich glaube auch dass dieses Forum sehr gut ist um Dinge zu verarbeiten oder um Infos zu bekommen und ich denke man kann vllt. sogar offener reden /schreiben als man es in einer Selbsthilfegruppe oder so machen könnte...
Aber deine Eltern kann ich trotzdem verstehen weil das ja für die Angehörigen auch nicht so einfach ist... meine Mutter neigte zum Beispiel am Anfang sehr dazu mich andauernd zu kontrollieren weil sie so Angst hatte dass ich nen Anfall bekomme und so...
Sag ihnen doch vllt. mal dass dus toll findest dass sie sich Versuchen um dich zu kümmern aber dass dir das Forum echt hilft und dass du schon selber weisst was dir im Moment gut tut und was nicht... wenn du das nicht schon gemacht hast

Viele Grüße
girli
P.s. der rest den du geschrieben hast kommt mir sehr bekannt vor ;)

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Mondenkind, Friday, 17.08.2012, 10:24 (vor 5113 Tagen) @ girli95

Hi,

Aber deine Eltern kann ich trotzdem verstehen weil das ja für die Angehörigen auch nicht so einfach ist... meine Mutter neigte zum Beispiel am Anfang sehr dazu mich andauernd zu kontrollieren weil sie so Angst hatte dass ich nen Anfall bekomme und so...

Oh ja, das kenne ich auch...

Ich bekam meine Epi im Okt. 1996, da war ich gerade 18. Im Juni 1997 bekam ich den 2. Anfall. Im Juli 1997 wollte ich mit Freundinnen eine Tour durch Schottland machen. Da ging die Diskussion los, was wenn da was passiert??

Meine Freundinnen wussten von meiner Epi und wollten mich trotzdem mitnehmen, also gab es da für mich keine Diskussion.

Ebenso kamen Diskussionen auf, als ich im Herbst 1999 zum Studium umziehen wollte. Meine Epi war zwar zu dem Zeitpunkt gut eingestellt, aber was ist wenn es wieder losgeht?? Ich wollte aber unbedingt von zu Hause ausziehen. Zu den Arztterminen fuhr ich dann immer nach Hause (ließ sie mir in den Semesterferien bzw. Montags oder Freitags geben).

Als die Epi dann doch wieder losging suchte ich mir einen neuen Neurologen, mit dem dritten war ich dann endlich voll und ganz zufrieden und war richtig traurig, als ich nach dem Studium wieder umzog.

Die Freunde, die ich während des Studiums gefunden habe, hielten zu mir. Zu den meisten habe ich bis heute Kontakt. Erst vorletzte Woche war eine von ihnen mit ihren beiden Kindern bei mir ein paar Tage auf Besuch.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Eltern -.-

Chrissi49, Friday, 17.08.2012, 14:05 (vor 5113 Tagen) @ Flow

Ich weiß man schimft die ganze Zeit auf die Eltern,aber versetz dich mal in die lage deiner Elern.Ich habe früher genau so gedacht wie du,und konnte mit meiner Mutter behorpt nicht reden mein Vater hat sich strickt aus allem raus gehalten.ich wollte mich früher sogar Umbringen,habs nie getan immer nur im Tagebuch geschrieben.Meine Eltern haben nie gemerkt wie schlecht es mir ging.Aber für die Krankheit haben sie alles getan,sie sind mit mir zum klinikum gefahren so oft es sein mußte.Sie haben mich gepflegt Bis mein Mann kam.Und jetzt noch wenn ich sie nötig habe sind sie da alles für die Krankheit.Sie Erziehen einen so wie sie es meinen richtig zu sein.Und will man ihnen Deswegen vorwürfe machen Sie möchten doch nur das du einen Arzt auf suchst.Ich bin jetzt älter und sehe erst jetzt das meine Eltern für sich das richtige getan haben den sie wußten es nicht besser.Und die Krankheit Ist für Eltern auch nicht so einfach.Du bist jung dir kann man Helfen also lass dir bitte helfen Dannkann mann noch genießen Versuchs doch erst mal eh man auf gibt.Chrissi;-) ;-) ;-) ;-)

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Tablettenschlucker, Freiburg, Friday, 17.08.2012, 15:13 (vor 5113 Tagen) @ Chrissi49

Chrissi, es stimmt schon was du sagst. Natürlich kann man die Eltern aus seiner Sicht nicht verstehen und fühlt sich bevormundet. Du schreibst er soll sich helfen lassen, stimmt. Es kommt aber darauf an, was man hier unter Helfen versteht. Es müssen beide Seiten ein Gleichgewichgewicht finden und sich GEGENSEITIG helfen. Denn es bringt nichts wenn die Eltern alles für einen machen, wenn man nicht zuhört was der Person überhaupt fehlt und diese möchte/ braucht. Denn das kann man nicht genießen, egal wie gut es gemeint ist.

Gruß
Lukas

Eltern -.-

Chrissi49, Friday, 17.08.2012, 17:45 (vor 5113 Tagen) @ Tablettenschlucker

Da hast du auch recht ich bin jetzt älter und reifer und Arbeite an mir und meine Ängste sowie die Aufarbeitung der Kindheit.Sonst wüßte ich heute noch nicht,was meine Eltern getan haben.Denn ich habe auch den mut mit meinen Eltern jetzt zu reden.Und manches habe ich früher falsch gesehen hätte ich mit ihnen geredet wäre es vieleicht anders gewesen.Und das möchte ich auch anderen raten sich mit den Eltern zusammen zu setzen und drüber zu reden.Die Krankheit müssen alle verstehen!!Chrissi:-) ;-) ;-)

Eltern -.-

Lerche, Friday, 17.08.2012, 18:52 (vor 5113 Tagen) @ Chrissi49

Du hast Recht, Chrissi. Das hätt‘ ich wohl noch vor 10 – 15 Jahren nicht geschrieben, braucht wohl alles seine Zeit.
„Eltern“ ist zwar kein eingetragener Beruf :-), aber sicher einer der schwersten „Jobs“, die’s gibt. Und während sonst für fast alles Studium, Ausbildung oder wenigstens ein Berechtigungsschein nötig ist, werden Kinder in der Regel von „Ungelernten“ aufgezogen. Die Einen packen es besser als die anderen, aber Mühe geben sich doch alle, denk ich. Also: Nachsicht, wenn sie mal daneben zu liegen scheinen…

VG Uwe

@Flo: Mein jetziger Neurologe ist gleichzeitig Psychologe und bei dem, den ich davor hatte, stand auch „FA für Neurologie & Psychiatrie“ an der Tür. Oder „Psychologie“(?)… ist das was anderes? Ich meine nur, vielleicht kannste bei euch auch so einen auftreiben, dann wären alle zufrieden...;-)

Eltern -.-

Musica, Friday, 17.08.2012, 21:54 (vor 5112 Tagen) @ Flow

Hallo Flow, für mich sieht es so aus, als wären Deine Eltern ziemlich hilflos. Sie haben Angst um Dich, sind unter Druck und geben den Druck an Dich weiter. Ihre Ängste steigen weil D u nichts für D i c h tust! Mit aufräumen, putzen usw. kannst Du sie jetzt nicht zufrieden stellen. Ich nehme an, sie wissen nicht so genau, was ein Psychologe tut. Aber sie klammern sich an alles, was irgendwo eine Lösung, sprich Hilfe für Dich in Aussicht stellt. Du solltest schnell einen Termin bei einem Neurologen ausmachen. Das ist der erste, aber wichtigste Schritt. Also, mach´Dich auf die Socken und viel Glück, Musica

Eltern -.-

sandytimmy, Friday, 17.08.2012, 22:32 (vor 5112 Tagen) @ Flow

vielleicht wollen dich deine eltern zu möglichst vielen spezialisten vieler fachbereiche schleppen weil sie die naive hoffnung nicht aufgeben möchten dass irgendeiner von denen eine wunderpille oder therapie hat die sofort heilen.
was ja so gut wie unmöglich ist.
setze dir das ziel mit medis anfallsfrei zu sein, nicht mehr und nicht weniger.
diese extragänge außer die zum neurologen kann man sich sparen

ist natürlich reine spekulation meinerseits.

ich konnte mir auch als kind sprüche anhören da meine mutter aus ex-jugoslawien kommt und dort epileptiker "zufällig" im krankenhaus sterben an kleinen erkältungen oder so.
wir waren dort zu komunistischen zeiten halt nicht lebenswert:-|

Eltern -.-

RedRose, Deu- München, Sunday, 19.08.2012, 20:30 (vor 5111 Tagen) @ Flow

Hi Flow,
also ich hab seit 11 Jahren epi bin 23 und eins kann ich dir schon mal sagen deine Eltern hören nie auf damit einen zu nerven ich hab meiner Mama erst letztens die Meinung zu dem Thema um die Ohren gehauen nachdem wir uns sagenhafte 3 stunden auf einem Parkplatz irgendwo im nirgendwo gestritten haben. Sie machen sich halt sorgen woll gemerkt ich wohne seit meinem 16 Lebenjahr nicht mehr zu hause :)

Eltern -.-

Glucke, Monday, 20.08.2012, 13:14 (vor 5110 Tagen) @ RedRose

Hallo ihr Lieben alle,
Moechte als typische Mutter auch ein paar Zeilen
schreiben. Unser 20 jaehriger Sohn fuehlt sich auch oft von mir genervt,da er jetzt seit seiner abgeschlossenen Ausbildung arbeitslos ist laesst er sich hängen und so auf garnichts Bock.Da ich eben oft auf ihn einrede ist meistens der Streit schon vorprogrammiert ,aber man will ja auch nur helfen.Kann es einfach nicht ihn lassen.Haettet ihr vielleicht einen Rat für mich?

LG Glucke

Eltern -.-

Musica, Monday, 20.08.2012, 13:55 (vor 5110 Tagen) @ Glucke

...nein, liebe Glucke. Man weiß genau, dass man es aussitzen sollte, aber wenn sich nichts vorwärts bewegt bekommt man es mit der Angst um die Zukunft der Kinder. Gar nichts sagen/machen hält man nicht aus, etwas sagen nervt die Kinder bzw. die jungen Erwachsenen, böse angesprochen werden, also eine drübergebraten hält man dann auch noch geduldig aus.:-D Habe ich heute früh auch schon gehabt. Es scheint der Lauf der Dinge zu sein. Wünsch Dir starke Nerven und Geduld, wird schon gut gehen, liebe Grüße,Musica

Eltern -.-

Tablettenschlucker, Freiburg, Saturday, 25.08.2012, 03:34 (vor 5105 Tagen) @ Glucke

Hey liebe Glucke,

da du in diesem Forum über deinen Sohn schreibst, gehe ich mal davon aus das dein Sohn genauso an Epilepsie leidet wie alle hier. An was für einer Art der Krankheit leidet er denn? Was hat er für einen Beruf erlernt? Darf er ihn wegen seiner Epilepsie nicht mehr ausüben? Und zu guter letzt, wie wirkt sich seine Epilepsie auf sein restliches/ privates Leben aus?

Ich bekam meine Epilepsie mit 16 hatte gerade meinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Meinen Beruf habe ich dann erlernt und nach einigen Entscheidungen und Umorienturungen bin ich auch wieder drin.
Lange Rede, kurzer Sinn. Es bilden sich bei Epileptikern (ich denke hauptsächlich Jugendliche) immer wieder drei Phasen ab.

  • In der ersten Phase geht man natürlich total auf konfrontation mit der Krankheit. Man will auch nur ein "normales" leben führen. Man geht mit seiner Clique saufen und feiert Nächtelang durch.
  • Wie ich die zweite Phase nennen soll weiß ich nicht. Man akzeptiert seine Krankheit, nimmt sie hin. Es ist halt so und Man kanns eh nicht ändern wären treffende Aussagen.
  • Und als letzte würde ich die Phase der Auseinnandersetzung nennen. Man will wissen was das eigentlich genau ist. Gibt es Faktoren die WAS auslösen und was für Medis sind gut bzw. wie reagiere ich auf diese? Und auch, was haben andere für Erfahrungen gemacht?

Im nachhinein habe ich das auch bei mir beobachtet und viele Betroffene schreiben ähnliche Erfahrungen in ihren Büchern. Seine Situation mit der Arbeitslosigkeit ist natürlich erschwerend. Aber schonmal eine Ausbildung in der Tasche zu haben ist mal ein Anfang. Frag ihn mal ob er nicht gleich eine Weiterbildung machen will. Wenn er seinen Beruf AUFGRUND der Epi nicht mehr aus übern darf, ruf mal beim Arbeitsamt oder bei der Deutschen Rentenversicherung an. Eine von beiden muss für eine Umschulung/ Weiterbildung aufkommen.
Ein Patentrezept für alle Lösungen gibts nicht. Meine Eltern hatten wohl ähnliche/ gleiche Probleme mit mir :-D
Nicht aufgeben, nicht die Zukunft aber auch vor allem sich selbst nicht.

Liebe Grüße
Lukas