Rückschlag!

mezeg, München, Sunday, 02.09.2012, 17:29 (vor 5097 Tagen)

Hallo,

wenn uch keine GM-Anfälle mehr bekomme ich ziemlich regelmässig eine Aura jede Woche: mal "verschwommene Erinnerung", mal Sprachschwierigkeit, mal Unruhe manchmal nah an der Panik. Der Neurologe schickt mich deswegen Ende September zu einem Spezialisten. Die letzte passierte aber am 13. August und ich zählte die Tage "ohne". Wenn mir ein Wort fehlte, hatte ich meist eine Ahnung davon und es kam von alleine Stück nach Stück und nicht mit der Angst.

Heute war es der 21. und es hat mich doch wieder erwischt. Eine verschwommene Erinnerung, die mich ziemlich schlapp gelassen hat. Dabei kein Streßfaktor. Ich war als Geschenk meiner Tochter bei einem Knödelkochkurs, nette Gruppe, fröhliche Stimmung, fachmännisch-freundliche Chef-Köchin. Wir standen für das Kochen der Speckknödel in einem kleineren Raum, wo sich Heizplatten und Wasserkesseln in Betrieb waren und das Fenster war zu, also eng, zu warm, zu wenig Sauerstoff. Und in der Aufregung hatte ich auch zuwenig getrunken.

Das Stehen wurde mir gefährlich anstrengend, habe mich auf das Fensterbrett hingesetzt. Als sie alle in den großen Raum zurückgingen, um diese erste "Produktion" zu kosten, blieb ich noch sitzen, die Köchin hat es gemerkt und sofort das Fenster aufgemacht, weil sie wohl an einem Kreislaufproblem. Habe gewiße Schwierigkeit gehabt, um zu sprechen aber Wörter habe ich zumindest gefunden und gesprochen. Einen korrekten Satz konnte ich dafür zuerst nicht herbringen. Ich hatte sozusagen Ziegelsteine in guter Qualität und richtiger Größe, war aber ein paar Minuten unfähig, sie zusammen zu bauen. Aber mit Luft und viel Trinken ging es schnell besser. In dem großen Raum aßen sie alle ziemlich still - oder es ist mir so vorgekommen -, die Frau neben mir war sehr nett und hat mich freundlich-ruhig angesprochen, ich konnte mich schnell entspannen und das Essen auch genießen :-P . Wäre sonst ein Jammer gewesen!

Ich fühle mich aberrweiterhin ziemlich müde und ausgelaugt, dazu kommt natürlich auch die Enttäuschung, daß es doch nicht vorbei ist.

Aber immerhin war der Abstand von fast 3 Wochen diesmal ziemlich lang und vielleicht wird es noch länger??? Ich versuche auch mich davon überzeugen, wie harmlos meine kleine Beschwerden eigentlich sind.

mezeg

Rückschlag!

Musica, Sunday, 02.09.2012, 19:11 (vor 5097 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg, das tut mir sehr leid. Ich habe nicht ganz verstanden was es war, Epi-Anfall oder Absence oder beides zugleich?Ich dachte ja auch, Du hast keine Anfälle mehr seit der OP. So ein Rückfall ist deprimierend. Schau wieder nach vorne. 3 Wochen war doch schon was. Gute Besserung und lg, Musica

Rückschlag!

mezeg, München, Sunday, 02.09.2012, 22:55 (vor 5096 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

GM-Anfall hatte ich letztes Jahr, im Ganzen 3: 1 x März, 1 x August, 1 x Oktober. Seit ich nun 200 bzw. 225 mgr Lamotrigin nehme ist es nicht mehr aufgetreten.

Von Absences kann man wohl auch nicht reden: Ich behalte immer das volle Bewußtsein, weiß, wo ich bin, was ich machen will, etc. Aber es kommt plötzlich Unruhe, "verschwommene Erinnerung", die mich geistig sehr in Anspruch nimmt, auch wenn ich weiterhin denken kann. Irgendwie ob sich das Denken geteilt hätte, der eine Teil verwirrt, der andere weiterhin logisch denkend. Ich behalte auch eine sehr deutliche Erinnerung an diesem Vorfall, was beim GM nicht der Fall war: Verschwommene Erinnerung unter Strom und ich wachte eine ganze Weile später im Bett. Dazwischen... ??

Als Auslöser /Begünstigung wohl gerne enger Raum, zuviel Wärme, zuwenig Sauerstoff, zu wenig getrunken.

Scheint mit dem Sprachzentrum irgendwie gekoppelt zu sein, mir wurde damals gesagt, es könnte getroffen werde, weil es so nah an dem OP-Feld lag. In so einem Fall höre ich Wörter nur als Ton, lese sie nur als unformiges Etwas. Ich kann mich auch dabei schwer ausdrücken, stottere oder finde die richtige Sprache nicht. Heute fand ich schon die deutschen Wörter, konnte sie zuerst aber nicht als vollständigen Satz zusammenstellen. Sehr ungünstig, wenn man von mir erwartet, daß ich zuhöre, verstehe und antworte. Dauert zwar nicht lange aber ich bin danach meist müde bis erschöpft.

Ob das als Grand-Mal gilt, oder als Petit-Mal, das weiß ich eben nicht. Nur, daß es vorher nie so etwas gab. Ein Wort oder ein Erlebnis mal nicht mehr finden, normal, und es kam meist selbstständig irgendwann. Aber bei solchen "Ereignissen" ist es anders. Vielleicht so etwas wie ein "déjà-vu" aber nicht räumlich sondern sprachlich.

Oder sind es Auren, die eigentlich einen GM-Anfall ankündigen wollen und doch von Lamotrigin an diesem Punkt abgeblockt werden? Wenn es zumindest nicht zum GM entarten, dann kann ich sie eben hinnehmen.

Na ja, habe doch Ende Monat einen Termin bei diesem Epileptologe. Vielleicht läßt sich alles aufklären, ohne daß man die Medis erhöhen / wechseln muß.

LG

mezeg

Rückschlag!

Musica, Sunday, 02.09.2012, 23:24 (vor 5096 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg, Du hast ja wirklich eine besondere Epi-Geschichte. Nachdem ich mich z.Z. so sehr mit einer OP beschäftige, frage ich mich, warum Du diese Probleme immer noch hast. Oder ging es "nur" darum, dieses Gewächs zu entfernen? Am Dienstag habe ich den Termin in Großhadern. Kann schon sein, dass unsere PLZ ganz in der Nähe sind.Gute Nacht und lg,Musica

Rückschlag!

mezeg, München, Monday, 03.09.2012, 20:14 (vor 5096 Tagen) @ Musica
bearbeitet von mezeg, Monday, 03.09.2012, 21:17

Hallo Musica,

habe eben nicht eine "genuine" Epilepsie, sondern wie sie alle schreiben eine "symptomatische Epilepsie". Das Gewächs hat es vor der OP nachts provoziert, also schwierig zu diagnostizieren und wenn man mit einem gewißen Alter das Bett nachts naß macht, spricht man lange nicht darüber...

Dabei muß sich so eine Tumor nicht zwangsläufig mit Epilepsie ankündigen. Meine Zimmernachbarin litt auch an so einem Mistvieh aber bei ihr war es eine Lähmung des linken Arms, von Epilepsie keine Rede. Meine Tumor lag eben an der Schläfe.

Außerdem ungünstig eingenistet. Auf einem Gefäß, daß man nicht schließen konnte, mit dem Risiko, daß alles nicht entfernen werden kann... und somit irgendwann nachwächst. Sie konnte aber sauber abgeschält werden. Aber sie lag auch in der Nähe von Sprachzentrum.

Es ging auf jedem Fall vorwiegend - und fast bei jedem Risiko - diese Tumor zu entfernen, gutartig aber "Raum fordernd und mit Wachstumstendenz". Hätte man noch lange gewartet, wäre eine OP wegen Größe nicht mehr möglich gewesen und nur mit Bestrahlung hätte man etwas machen können. Sozusagen eine Notfall-OP.

Mit der OP waren die nächtlichen Anfälle Vergangenheit, aber das Ödem um das operierte Gebiet provoziert welche tagsüber, da "überhöhte Streßanfälligkeit". Also nicht unbedingt ein typisches Epilepsie-Muster, nur eine Reaktion im Gehirn, die der Epilepsie ähnelt. Und mit den gleichen Medikamenten wohl in Schach zu halten ist.

Bei Dir wird man untersuchen und abwägen, ob und wie die OP helfen kann. Es steht aber bestimmt nicht so unter Zeitdruck, Behandlung, Vorteile und Risiken können sorgfältig überdacht werden. Versuche gelassen alle Untersuchungen mitzumachen und Dich den Ärzten anzuvertrauen. Dein Mann steht Dir auch bei, eine unheimlich wohlwollende Hilfe!

LG

mezeg

Rückschlag!

Musica, Monday, 03.09.2012, 22:54 (vor 5095 Tagen) @ mezeg

Nochmals danke! Erst will ich aber doch alleine da durch und habe meinen Mann befreit. Gut zu wissen, dass ich nicht gleich entscheiden muss. Liebe Grüße wohin auch immer in meiner Nähe...Musica

Rückschlag!

mezeg, München, Tuesday, 04.09.2012, 08:50 (vor 5095 Tagen) @ Musica

Liebe Grüße wohin auch immer in meiner Nähe...

ich wohne etwa 10 km ost-südost von Großhadern...

mezeg