Immer werde ich bestraft und benachteiligt

dannie89 ⌂, Bayern, Sunday, 23.09.2012, 19:33 (vor 5076 Tagen)

Hey
ich muss jetzt einfach mal meinen Frust mir von der Seele reden.Wir wohenen in einem kleinen Dorf in Bayern und die nächste größere Stadt ist 30 km weit weg, deswegen kommen wir da nicht täglich hin. Da ich morgen da aber einen Termin habe wo meine Eltern dabei sind hat meine Mutter zu mir gesagt das wenn ich Anfallsfrei bleibe, wir am Montag Einkaufen gehen. Prompt kam gestern ein heftiger Anfall, nun hat sie heute gesagt, da meine Schwestern ja auch mit geht,das mein Vater mich mit nach Hause nimmt und sie alleine Shoppen gehen. Ich finde es so gemein, als ob ich das beeinflussen kann, klar ich hab zwar überwiegend Psychogenene Anfälle aber so was ist gemein. Das gleiche ist das ich jetzt wieder 16 Wochen Anfallsfrei sein muss bevor ich mich mit Freunden treffen kann z.B in einer Bar.
Ich bekomme nur zuhören das oich an allem Schuld bin.
Ist das Gerecht für einen Anfall bestraft zu werden???
lg

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Carpe Diem-Nutze den Tag,

Immer werde ich bestraft und benachteiligt

Mondenkind, Sunday, 23.09.2012, 20:22 (vor 5075 Tagen) @ dannie89

Hallo Dannie,

du bist doch erwachsen...

Meine Eltern (vor allem meine Mutter) hätten mich auch gerne in Watte eingepackt, doch ich war schon 18 - das einzige, an das ich mich gehalten habe, war keinen bis wenig Alkohol zu trinken und auf meinen Schlaf zu achten.

Aber ansonsten. Ich bin mit Freundinnen nach Prag gefahren, trotzdem dass ich 2 Tage vorher einen Anfall hatte, ich bin mit Freunden nach Schottland zum Wandern gefahren... und ich bin 1999 ca. 150 km von zu Hause ausgezogen. Um nur mal 3 Beispiele zu nennen. Wenn es nach meiner Mutter gegangen wäre, hätte ich all dies nicht machen können - denn da war ja immer das liebe "was wäre wenn..."

Meine Freunde wussten alle von der Epi - und keiner hatte einen Problem damit, dass ich mit dabei war.

Lieben Gruß
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Immer werde ich bestraft und benachteiligt

sandytimmy, Sunday, 23.09.2012, 21:17 (vor 5075 Tagen) @ dannie89

vor allem ist es doch völliger schwachsinn. selbst wenn du ein halbes jahr anfallsfrei sein solltest, kannst du in dem moment einen bekommen.
ich z.b. war einige jahre anfallsfrei, selbst ohne tabletten,war in der zeit schwanger habe vorher gearbeitet und dann- zwei jahre nach der entbindung bekomm ich wieder welche und gelte als austherapiert.
man muss einfach mit dem risiko leben und nicht das risiko mit dir. das muss deine mutter verstehen. man darf sich nicht den alltag von den anfällen bestimmen lassen
wie alt bist du denn. ich bin 34

Immer werde ich bestraft und benachteiligt

Tablettenschlucker, Freiburg, Monday, 24.09.2012, 10:24 (vor 5075 Tagen) @ dannie89

Hey Dannie,

ich weiß das hört sich jetzt bescheuert an und man hört es immer wieder. Natürlich finde ich es auch unmöglich immer so behandelt und in Watte gepackt zu werden. Aber vergiss nie es auch aus der Sicht deiner Mutter zu betrachten. Denn sie macht sich auch Sorgen und will dich natürlich beschützen.
Ihr müsst einfach nur miteinander reden und einander zuhören. Wenn deine Mutter dir "zu viel" hilft oder dich "einsperrt" ist keinem geholfen. Es ist sehr gut wenn man von einem Hilfe bekommt, aber man muss demjenigen auch zuhören was für Hilfe er auch braucht. Eine aufgezwungene Hilfe ist Stress und somit Kontraproduktiv zur Epilepsie.

Liebe Grüße
Lukas

Immer werde ich bestraft und benachteiligt

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 24.09.2012, 11:18 (vor 5075 Tagen) @ dannie89

Was hat das mit den 16 Wochen auf sich???? *verwirrt bin*

Gerade so wie ich das inzwischen mit den psychogenen Anfällen verstanden habe, sind gemütliche, gut gelaunte Treffen mit Freunden doch mit die beste Medizin.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Immer werde ich bestraft und benachteiligt

dannie89 ⌂, Bayern, Monday, 24.09.2012, 19:39 (vor 5075 Tagen) @ huge88

Hey hugge88,
16 Wochen ohne einen Anfall. Ich habe sonst fast wöchendlich Anfälle. Es ist ein Teufelskreis, ich habe mit meinen Eltern heute gesprochen. Sie möchten nur ungern mit mir in die Öffendlichkeit, weil sie Angst haben ich könnte jeder zeit einen Anfall bekommen. Es ist auch so wie du sagst aber sie glauben mir nicht, weil leider auch schon einige Anfälle gewesen sind.
lg
Daniela

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dannie89 ⌂, Bayern, Monday, 24.09.2012, 19:39 (vor 5075 Tagen) @ sandytimmy

Hey,
ich bin 22 knapp 23 Jahre
lg

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 25.09.2012, 10:38 (vor 5074 Tagen) @ dannie89

Dann würde ich sagen, musst Du Ihnen einmal ein klein wenig ihre Grenzen aufzeigen und gegen all Ihre Proteste losziehen - irgendein guter Freund/gute Freundin, die Dich für einen Abend abholt, wird sich doch sicherlich finden lassen.
Du bist ja schließlich alt genug und hast selbst genug Erfahrung, um einschätzen zu können, was Du machen kannst und was nicht.

Ich weiß, auf Konfliktkurs zu gehen, dürfte Dir wegen der psychogenen Anfälle vielleicht erst einmal nicht gerade leicht fallen, aber vielleicht kannst Du dadurch auch Deine Allgemeinsituation verbessern. Die Art, wie Deine Eltern mit Dir umgehen, scheint Dich, wenn ich mir so Deine Nachrichten durchlese, doch sehr stark zu belasten.
Oder vielleicht wäre auch folgendes keine schlechte Idee: Schleif Sie zu einer Familientherapie. Das könnte Euch allen helfen.

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Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil