OP in Großhadern & neues EEG

mezeg, München, Wednesday, 26.09.2012, 13:51 (vor 5073 Tagen)

Hallo - besonders Musica,

werde versuchen meine Erfahrungen in Großhadern darzustellen.

Den Termin wurde telefonisch persönlich vom Neurologen genommen, nachdem er mich innerhalb einer Viertelstunde sanft aber eindringlich zur OP überzeugt hatte.
Ich war in der Sprechstunde der Neurochirurgie, wurde ziemlich pünktlich aufgerufen.
Der Neuro-Chirurg schaute sich die MRT an, prüfte verschiedene Reflexe, schien beunruhigt zu sein und bat mich, im Wartezimmer wieder zu bleiben. Da wußte ich, daß die Lage ungünstig ist.

Als ich wieder gerufen wurde, war der Chefarzt da. Es wurde nochmals alles mögliche gefragt, z.B. ob ich - abgesehen von den nächtlichen Problemen :-( :-( :-( - etwas bemerkt hatte. Wurde gesagt, daß die OP unausweichlich war. Es war Anfang August. Habe ich gesagt, daß ich in der zweiten Hälfte September nach Frankreich geplant hatte zu fahren und der Chef-Chirurg wurde dazu gerufen, um einen passenden Termin zu finden. Wurde für zehn Tage später festgesetzt, der Chefchirurg sagte auch, daß die Größe des Meningeoms eine OP bald nicht mehr möglich machen würde.

Trotz aller Ernsthaftigkeit fiel mein Fahrradhelm auf und das Gespräch kam auf meine diesbezügliche Gewohnheiten, KM-Jahresleistung usw.. Als ich sagte, daß meine längste Tagesstrecke 142 km war, fragte der Chefchirurg sofort nach meiner Durschnittsgeschwindigkeit. Er war sehr erstaunt zu hören, daß ich sie nicht kenne und kennen will, mir geht es um die Landschaft. Wohl Rennradler-Typ.;-) ;-)

Dann wurde mir Keppra verschrieben und die üblichen Anweisungen vor OP, ASS stoppen usw.

Wurde an dem darauffolgenden Mittwoch eingewiesen, allerlei Untersuchungen, EEG, Augen (?), Gespräch mit der Anästhesistin, dann eben mit dem ersten Neuro-Chirurg, der mich m.E sehr ausführlich informierte. Kam dabei der Hinweis, daß die Ablatio nicht sicher vollkommen erfolgen kann :-( :-( :-( , weil das Meningeom auf einem Blutgefäß lag, das nicht geklemmt werden konnte. Und daß das Sprachzentrum betroffen werden könnte... Glurp!

Ein Student - Rasse und Klasse - war dabei, ehrfürchtig seinem "Meister" zuhörend. Und der erklärte ihm - nebenbei - daß es zwei Radler-Grundtypen gibt: Der Rennradler springt schnell nach der Arbeit auf sein Rad und zischt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 28 KMH - oder mehr - , Jahresleitungs an die 3.000 KM und der Alltagsradler, der zur Arbeit, zum Einkauf, zum Spazieren, im Urlaub usw. fährt, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16-20 KMH aber 6.000 bis 8.000 Jahresleistung damit macht. Meine Kragenweite und wohl auch seine: Er erwähnte nebenbei, daß er eine Nabendynamo hat.

Also für solche zwischenmenschliche Themen fanden sie auch Zeit!

Und Du wirst für den Rest mir etwas Zeit gönnen müssen. Ich möchte jetzt meine tägliche unersetzliche Medizin nehmen: eine Runde im Wald.

mezeg

OP in Großhadern

mezeg, München, Wednesday, 26.09.2012, 20:26 (vor 5072 Tagen) @ mezeg

also wieder da und mit Lasagne frisch gestärkt.

Als ich am Morgen der OP im Bett schlummerte, kam der Chirurg: Es war nicht mehr sicher, daß ich heute dran komme, weil ein Notfall gekommen ist. Habe geheult, wenn nicht am Donnerstag operiert, wohl nicht am Freitag, also Entlassung und irgendwann alles wieder von vorne? Ich konnte mich nicht beruhigen, wohl wegen des Beruhigungsmittel.

Wurde doch in der Mittagszeit noch weinend geholt. Im OP-Vorraum ausgezogen, mit einer schweren warmen Decke (wie vor Massagen) zugedeckt, dann die Gasmaske. Mußte nach zwei-/dreimal einatmen die Maske zurückschieben, weil ich einen starken Hustenreiz bekam. Dann wurde die Maske wieder aufgesetzt und ich war weg.

Bin in der Nacht in der Aufwachstation wach geworden. Habe plötzlich realisiert, daß ich mit der Schwester deutsch gesprochen hatte :-) :-) und die anderen drei Sprachen hinereinander getestet. Also Sprachzentrum o.k.

In der Früh wurde ich vollständig gewaschen, keine Hektik. Zum Frühstück bekam ich eine Semmel, aß nur die Hälfte, ließ aber die andere für später.

Als ich wieder eingedöst war, kam mein Chirurg lächelnd, gab mir die Hand: "Die OP ist gut gelaufen, wir konnten alles rausnehmen". Mehr Details habe ich da wirklich nicht gebraucht und döste wieder friedlich ein.

Bin zwei Nächte und den Tag dazwischen in der Aufwachstation geblieben. Da muß ich einen Minus-Punkt vergeben. Die Schwester sprachen die ganze Nacht in normaler (hoher...) Lautstärke, es war sehr schwierig etwas zu schlafen.

Am Samstag Vormittag (also knapp zwei Tage nach der OP) wurde ich in die normale Station zurückgerollt, Netzhaube entfernt, Verband gewechselt, Sonde raus (oder war es später??), geduscht. Sollte/durfte am Tag darauf, selber duschen, Sitz in der Dusche vorhanden.

Lästig war die neue Bettnachbarin, alte Zicke (ja!), die sich bei der Schwester beschwerte, weil ich in der Nacht in Dunkelheit eine Kekspackung vorsichtig aufmachte, um das Sodbrennen (wg. Cortison) zu löschen. Es wurde ihr geantwortet, daß es sich um ein Krankenhaus und nicht um ein 5-Sterne-Hotel handelte... ;-) Es hatte mich aber nervlich ziemlich angetastet.

Der Physiotherapeut kam ab Montag, aufstehen, ein paar Schritte machen, vorsichtig Stufen von der Treppe nebenan genommen. Am nächsten Tag das gleiche aber weiter. Am Mittwoche fragte er mich, ob ich es unbedingt brauche, die Bettnachbarin (die Zicke...) hätte es nötiger. Habe die Schwester gefragt, ob ich alleine nach unten gehen darf, klar doch, und ich leistete mir - so ein Genuß! - etwas Zeit im sonnigen Hof und dann ein Cappuccino im Café genoßen. Und selber die Tasse zurückgetragen, um zu sehen, ob die Hand zittert...

Am Montag wurde von dem einen netten Student Blut abgenommen, dabei hat er erzählt, daß die OP 5 Stunden gedauert hatte und sehr interessant war. Ich wurde auch zur Kontroll-CT gerollt.

Dienstag kam ein anderer Student, um den Verband zu erneuern. War mir bereits aufgefallen: arrogant oder nur zurückhaltend? Hatte bis dann mit ihm aber nichts zu tun und ich wollte es wissen. Habe ihm beim Verbinden auf ein Gespräch über Medizin gelockt, er hat nur kurz geantwortet aber es war mir klar: schüchtern! Bevor er mich wieder verband, habe ich die Narbe im Taschenspiegel sehen wollen... Frankenstein-mässig!

Visite kam abgesehen vom Wochenenden jeden Tag. Montag, ein Oberarzt, den ich noch nicht gesehen hatte aber im Oktober zur Kontrolle "bekam", sehr nett. Dienstag, der Chefchirurg (der Rennradler). Ich fragte ihn, wann ich nach Hause gehen kann, er grinste und sagte "Donnerstag oder Freitag".

Mittwoch Chefarzt-Visite mit einem ganzen Troß von Ärzten, Schwestern, Studenten. Mein Chirurg stellte mich vor als "Die Patientin ist Französin, sie spricht fünf Sprachen" "Vier!" habe ich korrigiert. Darauf fragte der Chefarzt, ob ich Linkshänderin sei, eine nicht geklärte Frage...

Die Kohorte ging an meinem Bett vorbei, am Ende der "schüchterne" Student, ich traf seinen Blick und er strahlte mich an, ich antwortete mit gleicher Münze. Ich war verblüfft, daß er so leicht zu "öffnen" war.

Danach Augenkontrolle.

Ab Montag kam eine andere Patientin ins Zimmer, auch Meningeom aber Lähmungserscheinungen, keine Epilepsie. Wir haben unsere Erfarungen ausgetauscht und verstanden uns gut. (Die Zicke war gerade in der OP.) Als mein Chirurg kam, um ihr die OP & Co zu erklären, hat er mich nicht gebeten, draußen zu warten. Wir saßen alle drei am Tisch, fast Kaffeekränchen und ich wurde auch in das Gespräch integriert. Kein Gefühl, unerwünscht/störend zu sein.

Störend war, daß diese Patientin nur eine Nacht in der Aufwachstation bleiben wollte und in der darauffolgenden Nacht im Zimmer besonders intensiv versorgt werden mußte. Sprich starkes Raumlicht. Hatte nicht daran gedacht, eine Augenmaske mitzunehmen, packe sie unbedingt ein!

OP in Großhadern - Fortsetzung...

mezeg, München, Wednesday, 26.09.2012, 20:28 (vor 5072 Tagen) @ mezeg

Tja, entlassen wurde ich am Donnerstag vormittag, also knapp 7 Tage nach der OP. Fuhr alleine mit der U-Bahn nach Hause. Der Verband hätte am Freitag entfernt werden sollen, es gab gerade Ärztestreik und ich konnte nicht so lange in der Praxis sitzen bleiben. Habe in der Nacht den Verband selber vorsichtig entfernt, weil er juckte.

Der Kopf wurde nicht vollständig rasiert, wie mein Kardiologe vermutet hatte, nur ein Streifen. Ließ sich von der Friseuse etwa zwei Wochen danach ziemlich kaschieren, bis die Haare wieder richtig gewachsen waren. Mein genetischer Haarwirbel wurde aber wohl erwischt, es ist noch schwieriger zu kämmen...:-D :-D :-D

Bitte auch mitdenken, daß bei mir eine walnußgroße Tumor entfernen werden mußte, die außerdem einen heftigen Druck auf das Gehirn ausübte. Die Öffnung mußte entsprechend recht großräumig gemacht werden. Ich nehme an, daß es bei gezielten OPs nicht so groß sein muß.

Erste Kontrolle mit frischer MRT drei Monate nach der OP, dann ein Jahr nach dieser Kontrolle, demnächst wieder fällig. Das zweite Mal war es mein Chirurg, wir haben uns zuerst unter Freunden über das Radfahren unterhalten...

Ich glaube, jetzt habe ich alles erzählt...

Übrigens: laut Chirurg bin ich nun 60,- EUR mehr wert... die Titanklammer. Dafür habe ich auch einen Ausweis bekommen, sollte ich im Flughafen die Sirene provozieren... :-D :-D :-D

neues EEG

mezeg, München, Wednesday, 26.09.2012, 21:11 (vor 5072 Tagen) @ mezeg

Hallo,

war also gestern, wenn auch nicht ganz freiwillig, bei einem Epileptologe (nicht Großhadern...) Mein Neurologe will mich beschwerdefrei (in meinem Fall nur noch Auras) bekommen, die Aufdosierung Lamotrigin hat wegen Schlafproblemen nur zur Hälfte funktioniert. Ob ein Medi-Wechsel angebracht sei?

Es wurde zuerst einen wohl ausführlichen EEG durchgeführt, ich mußte u.a. auch 2 Mn lang tief ein- und ausatmen (ist das die Hyperventilation??)

Dann kam ich zum Neurologe, der sich zuerst alles von mir anhören wollte, anstatt die von mir mitgenommenen Berichte sofort durchzuwühlen.

Da ich unter Keppra keine Auras hatte, wäre es seine Lösung. Das was ich als Nebenwirkung damals verstand (überhöhte Streßanfälligkeit), hat sich später als Ursache erwiesen.

Habe viel darüber gegrübelt. Meine ärgsten Probleme werden durch emotionalen Stress verursacht, die Auslöser kenne ich. Erhöhten Flüssigkeitsbedarf, und das Gefühl an die Wand gedrängt zu werden, räumlich wenn zu eng, zu warm, zu laut, zu wenig Sauerstoff oder eben emotional bei direkter Feindseligkeit oder wenn ein Gespräch sich immmer im Kreis dreht, weil man mich unbedingt in eine Meinung pressen will (mit meinem Granitschädel nicht einfach... :-D Hat letztes Jahr eine Schwester so lange gemacht bis es sich zu einer immer schnelleren und immer engeren Spirale entwickelte und den 2. GM schließlich verursachte.

Und ich will mich nicht zudröhnen, um solche Angriffe gleichgültig über mich gehen zu lassen. Besonders verletzend, wenn es von nahen Angehörigen kommt. Dann wäre ich anderen friedlichen Kontakten ebenfalls gleichgültig gegenüber, sowie angenehmen Erlebnissen.

Ich möchte lieber versuchen, die Auslöser möglichst runterzusetzen, Trinken ist noch das einfachste...;-) Bei diesem Gefühl von räumlicher oder emotionaler Enge muss ich einfach die Flucht ergreifen, was das Problem sofort niederdrückt aber es wird von den Angehörigen nicht akzeptiert und sogar als Provokation verstanden. Also diese Kontakte abschalten? Oder ihnen gegenüber hart bleiben? Gestern z.B. kam Vorwürfe, ich hätte immer (auch früher) Gespräche abrupt beendet (zugegeben, bin eine wundgescheuerte Katze aber ich greife nicht an, nur Abwehr) und es werden mir Handlungsweisen unterstellt, worauf ich nie gekommen wäre. Ich kann schnell in die Luft gehe, ja, aber hinterrucks, das ist nicht mein Ding.

Muß sagen, daß ich eigentlich das Medi lieber nicht wechsle. Und ich könnte jetzt die gewünschte Erhöhung Lamotrigin um 25 mgr. akzeptieren, ich schlafe wieder normal und würde die zu erwartenden aber zeitlich-begrenzten Schlafprobleme in Kauf nehmen, Zopiclon habe ich noch vorrätig, um ab und zu durchzuschlafen.

Der Epileptologe war gar nicht verwundert, daß ich von Schlafproblemen sprach, es ist bei Lamotrigin recht geläufig. Daß ich bei der Runter-Dosierung von 125 - 0 - 125 zufällig abends reduzierte (also 125 - 0 - 100) war aber richtig, die Dosis kann asymetrisch genommen werden, höher in der Früh als abends. Ich könnte also so erhöhen 150 - 0 - 100 und so an den Schlafproblemen wohl vorbeischlittern. Das wäre eine Lösung.

Er hat auch gesagt, ich könnte mich aussuchen, ob ich beim Neurologe oder bei ihm bleibe. Wollte auch wissen, warum sein Kollege mich zu ihm geschickt hatte. Glaubt er, daß der Kontakt nicht gut ist? Habe aber keinen Grund zu wechseln, beim "neuen" wäre ich sicher auch gut aufgehoben aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß er mich nicht (noch nicht?) einstufen kann.

Er hat mir den EEG erklärt. Man sieht, daß ich operiert wurde, weil die Schädeldecke ein Loch hat (!!!) und an der Stelle reagiert das Gehirn langsamer :-( :-( :-( :-( :-( :-( Na, ja, es könnte meine Sprachprobleme erklären. Sonst ist alles normal, nirgends Anzeichen für Epilepsie.

Ich warte bis Ende Oktober, um ein Rezept zu holen und mit dem Neurologen zu sprechen. Bis dann hat er wohl den Bericht vom Epileptologen bekommen. Meine Idealvorstellung ist an den Auslösern zu arbeiten, um sie zu reduzieren, parallel doch Lamotrigin um 25 mgr erhöhen - aber eben in der Früh! - und mindestens 3 Monate zu warten, ob sich die Auras beruhigen. Wenn nicht, wohl doch Keppra versuchen.

Dreht sich vieles momentan bei mir im Kopf rum...

mezeg

neues EEG

Musica, Thursday, 27.09.2012, 18:09 (vor 5072 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg, vielen Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen. Die Letzten habe ich nicht so ganz nachvollziehen können.Man hat gemerkt, dass Dir vieles durch den Kopf ging. Einige Fragen habe ich trotzdem noch. Du sprichst immer von Auren. Wie sind die? Und warum sind sie nach der OP überhaupt noch da? Anfälle hast Du nicht mehr?Wie waren die vor der OP? Wegen dem Medi oder aufgrund der OP? Du kannst Dich ja ganz kurz fassen! LG,Musica

neues EEG

mezeg, München, Thursday, 27.09.2012, 22:50 (vor 5071 Tagen) @ Musica

Du sprichst immer von Auren. Wie sind die? Und warum sind sie nach der OP überhaupt noch da? Anfälle hast Du nicht mehr?Wie waren die vor der OP? Wegen dem Medi oder aufgrund der OP? Du kannst Dich ja ganz kurz fassen! LG,Musica

mich kurz fassen... :-D :-D ich werde es versuchen.

Vor der OP waren die GM-Anfälle nur nachts und daher lange nicht identifizier- und zählbar. Bin "einfach" aus einem tiefen, dunklen Schlaf (so habe ich es erfunden) im nassen Bett aufgewacht, etwas worüber man in meinem Alter nicht spricht :-( :-( . Am nächsten Tag war ich vollkommen erschöpft.

Nach der OP zuerst gar nichts, solange ich Keppra nahm. Dann Aura - nicht identifiziert - komplette Sprachunfähigkeit mehrere Minuten lang und das mit einer Landsmännin. Kam etwa 2 Wochen später der erste GM tagsüber, eine Stromwelle von rechts nach links, verschwommene Erinnerung, nächste Stromwelle, erwachte im Bett. Gekrampft hatte ich wenn bewußtlos. Ab dem Moment bekam ich Lamotrigin.

Das 2. Mal als Aura ein schwer definierbares Malaise, vielleicht wie wenn der Kreislauf schlagartig abrauscht. Habe nicht verstanden, was es bedeutet, mich auf die Kante der Badewanne hingesetzt und wachte wieder im Bett. Das 3. Mal auch Stromwelle, die Tochter war auch da. Lamotrigin wurde auf 100 - 0 - 100 erhöht.

Die Auras sind wohl bei mir abgeblockte Anfälle: Übelkeit, die vom Magen heraufkommt, verschwommene Erinnerungen - manchmal unter Strom, nicht immer -, aufsteigende unerklärliche Angst - so schnell bekomme ich normal nicht Angst -, komisches Gefühl. Alles was ich früher nicht empfand.

Letzte Woche wieder dieses Malaise wie vor dem 2. GM, kam aber viel langsamer und schwächer hoch, habe mich beunruhigt lieber hingesetzt und dann aufs Bett gelegt, war danach sehr müde. Bis zum Anfall ist es aber nicht gekommen. Und oft "schwimmt mir etwas in der Suppe", manchmal kann ich es unterdrücken, wenn ich mich ablenken kann.

Damit könnte ich gut leben, habe aber Angst, daß es zum GM entarten könnte. Und der Neurologe will mich partout "beschwerdefrei" kriegen.

Diese nun nach der OP andere Epilepsie beruht auf die Narbe im OP-Gebiet, das Gewebe hat sich in der Umgebung verschlechtert und das Ödem, das mir auch auf das Gehirn drückte, hat sich (noch?) nicht resorbiert. Mache Dich aber deswegen bitte nicht verrückt: Es mußte doch bei mir ein sehr großes Meningeom - koste was es wolle - entfernt werden und das Mistviech hatte schon Schäden verursacht.

mezeg

P.S. am 4. Oktober kann ich feiern: ein ganzes Jahr ohne GM... :-P :-P

neues EEG

Musica, Friday, 28.09.2012, 10:36 (vor 5071 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg, danke für die ausführliche Antwort!;-) Deine Großhadern-Karriere hört sich immer interessant und spannend an. Trotzdem habe ich echt Schiß.:-D Am meisten davor ein Pflegefall zu werden und evtl. Folgen für meine Familie. Und ich frage mich auch, ob es sich überhaupt noch "rentiert"??? Bin ja auch nicht mehr so jung. Wünsche Dir ein schönes Wochenende bei herrlichem Wetter auf den Radwegen der Isar-Auen???LG,Musica

neues EEG

mezeg, München, Friday, 28.09.2012, 18:05 (vor 5071 Tagen) @ Musica

Ob eine OP sich bei DEINEM Alter rentiert??? Und Du bist 56? Junges Gemüse!!! Ich bin Jahrgang 1947, wurde vor zwei Jahren operiert. Taschenrechner raus: ja, ich war 63 und nun 65, also Dein Alter aber "unsortiert" ;-) . Werde dieses Jahr nicht das KM-Ergebnis auf dem Rad vom letzten Jahr erreichen: 9.180 km... habe erst heute die 5.500 km überschritten :-( :-( :-D :-D :-D

Pflegefall?? Kann man immer werden, lasse Dich von einem rechtsbiegenden Raser erwischen und Du bist dran! Die Vorstellung einen Pflegefall zu werden hat schon der erste Platz in meinem Horror-Kabinett... meine Mutter hat Alzheimer! Aber sollen wir "nur" mit dieser Vorstellung leben und deswegen soviel an Lebensqualität verlieren?? Deren Rolle laut meinem Neuro-Chirurg (aus Großhadern, was sonst! ;-) ) darf nicht unterschätzt werden!

Die Entscheidung zur OP war für mich sowieso klar, ich wäre sonst eben zu Pflegefall geworden.

Und ich versuche natürlich vermeidbare Risiken zu entkommen. Ins Wasser darf ich nicht, weil ich einen Anfall plötzlich bekommen könnte und sofort ertrinken? Ins Hallenbad dann nicht, weil ich entdeckt und reanimiert werden könnte, zu früh, um endgültig den Löwenzahn an den Wurzeln zu knabbern, zu spät um eben kein Pflegefall zu werden. Aber im Atlantik schwimme ich schon mit hohem Genuß: es gibt nicht nur Raum und Licht und Luft und Duft, würde ich doch einen Anfall bekommen, dann könnte man mich nicht mehr zum Pflegeheim schleppen, ich schwimme zu weit! Hi, Langustinen! :-D :-D

Habe bereits an dem Wochenenden geknabbert. Heute zur Ludwigshöhe, da eine Weile mit Panorama auf die Alpen im Nirvana geträumt, dann runter nach Deining, schräg links über den Schnuckenhof nach Dettenhausen, links nach Aufhofen, hoch (ouf!) nach Eulenschwang, dann Holzhausen, Jettenhausen (malerisches Dorf), Oberbiberg und dann heim. Habe gerade auf dem Balkon die Decke für den zukünftigen Großneffen fertig gestrickt, jetzt darf er raus!

Mal schauen, wie morgen das Wetter ist.

mezeg

P.S. mach Dich einfach nicht so verrückt, die Jungs in Großhadern kennen das Geschäft und werden Dich nur operieren, wenn es sich für Dich lohnt. Ich wurde nach einer Woche bereits entlassen, Frankenstein-Narbe aber nicht einmal eine Reha!

kleines Gedicht... zur Lebensqualität

mezeg, München, Sunday, 30.09.2012, 09:37 (vor 5069 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

mir fällt bei solchen Gelegenheiten, z.B. heute morgen noch im Bett, ein Gesicht von Ronsard immer ein:

"Vivez, si m'en croyez,
N'attendez à demain,
Cueuillez dès aujourd'hui,
Les roses de la vie..."

"Lebt, wenn Ihr mir glaubt,
Wartet nicht bis morgen,
Pflückt bereits heute,
Die Rosen des Lebens."

Gibt es kein "Entzückungs"-Smiley??? Banausen!!

mezeg

P.S. Warum dieses Gedicht geschrieben wurde, erkläre ich darunter. Der Duft der Poésie könnte sich davon etwas verflüchtigen...:-D :-D :-D :-D

kleines Gedicht... zur Lebensqualität (bis)

mezeg, München, Sunday, 30.09.2012, 09:47 (vor 5069 Tagen) @ mezeg

Das Gedicht heißt "Sonnet pour Hélène"

Ronsard war damals ziemlich dattrig, sah das schöne Mädchen Hélène und meinte, na, Ihr weißt ja schon.

Um sie zu überzeugen, schrieb er das Gedicht.

Der Anfang:

"Quand vous serez bien vieille,
Le soir à la chandelle,
Assise auprès du feu,
Dévidant et filant,
Direz, chantant mes vers,
Et vous émerveillant,
Ronsard me célébrait,
Du temps que j'étais belle..."

"Wenn Ihr sehr alt sein werdet,
Abends unter Kerzenlicht,
Vor dem Feuer sitzend,
Abspulend und spinnend,
Werdet sagen, meine Versen singend,
Ronsard zelebrierte mich,
Damals, als ich schön war..."

Der Idiot hatte nicht verstanden, daß keine Frau hören will, daß sie eines Tages älter und nicht mehr so schön unweigerlich sein will!!! Alter Bock!!!

Er hat sie nicht bekommen... :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D

mezeg

kleines Gedicht... zur Lebensqualität (bis)

Musica, Sunday, 30.09.2012, 11:12 (vor 5069 Tagen) @ mezeg

Der Deininger Weiher ist schön zum Baden. Aber zum Absaufen für Epi´s immer noch tief genug.
Du hast eine Horror-Narbe? Sieht man die im Gesicht? Soll man die Haare kurz schneiden?
Ich muss vor der Epi OP wahrscheinlich erst am Schlüsselbein operiert werden. Da ist eine Schraube locker....(Metallplättchen noch drin).Es schmerzt jetzt und ich habe fürchterliche Verspannungen. Das habe ich einem Rad-Unfall zu verdanken,- ich hatte die Wahl, dass sich mein kleiner, geliebter Hund vorne im Körbchen verletzt oder ich! Schwierige Zeiten für solche Entscheidungen. Es scheint sich endlich was mit dem neuen Job zu bewegen. Erst wenn ich den sicher habe, kommt die 2. OP dran. Aber es könnte auch mal schnell gehen. Jedenfalls bin ich bereit. Ich glaube, dass man, je älter man wird, die Tabletten auch nicht mehr so gut verträgt. Der Magen z.B. Ich schlucke dieses Gift immerhin seit 25 Jahren. Übrigens bin ich jetzt 57.:-D Wünsche Dir einen schönen Sonntag und vergnügliches Radl´n,Musica

kleines Gedicht... zur Lebensqualität (bis)

mezeg, München, Sunday, 30.09.2012, 14:59 (vor 5069 Tagen) @ Musica

Da ist eine Schraube locker....(Metallplättchen noch drin).Es schmerzt jetzt und ich habe fürchterliche Verspannungen. Es scheint sich endlich was mit dem neuen Job zu bewegen. Erst wenn ich den sicher habe, kommt die 2. OP dran. Aber es könnte auch mal schnell gehen. Jedenfalls bin ich bereit. Ich glaube, dass man, je älter man wird, die Tabletten auch nicht mehr so gut verträgt. Der Magen z.B. Ich schlucke dieses Gift immerhin seit 25 Jahren. Übrigens bin ich jetzt 57.:-D Wünsche Dir einen schönen Sonntag und vergnügliches Radl´n,Musica

Scheißkiste, hat mich wieder aus dem Forum geschmissen, muß wieder von vorne anfangen!!! :-( :-( :-( :-(

Der Deininger Weiher ist schön zum Baden. Aber zum Absaufen für Epi´s immer noch tief genug.

Der Deininger Weiher ist nicht überall so tief, schwimm mal in den Kanal Richtung Süden rein und ziehe einen Fuß nach unten... in eine undefinierbare, weiche Masse, Du weißt nicht, wie tief dieser Schlamm (Torf?) ist, wo der Boden liegt... Dann denkt man plötzlich an die Schauergeschichten über Treibsand :-( :-(
Und der ist nicht breit genug. Sollte ich absaufen, muß ich fürchten, rausgefischt und reanimiert zu werden und gerade das will ich nicht! Keine halbe Sache, lieber endgültig.

Du hast eine Horror-Narbe? Sieht man die im Gesicht? Soll man die Haare kurz schneiden?

Horror-Narbe? Ich habe doch von Frankenstein gesprochen, habe ich den schwarzen Humor nicht richtig ausgedrückt??? :-D :-D :-D
Die Narbe ging von einem Ohr fast zum anderen aber nur ein schmaler Streifen, etwa 3 cm breit, circa 3 cm vom Stirn entfernt. Die Haare waren an der Stelle rasiert, logisch, wenn operiert wird. 6 Wochen später mußte der Neurologe suchen, um sie zu finden, an dem Haarschnitt konnte er sich nicht mehr orientieren. :-P Man wird bei Dir sowieso kein walnuß-großes Mistvieh abschaben, also kleineren Schnitt.

Da ich einen Kurzhaarschnitt trage, war es natürlich einfacher, die Narbe bereits 2 Wochen später mit einer anderen Frisur zu kaschieren. Bis dann (August) habe ich eine Kappe getragen, im Winter hätte ich eine Mütze genommen. Oder sogar den Leuten ins Gesicht gesagt, "wenn es Euch nicht paßt, schaut woanders hin!"

Wenn Du lange Haare trägst, kannst Du bestimmt noch effizienter tricksen. Deine Friseuse wird bestimmt genug Fantasie entwickeln.

Ich muss vor der Epi OP wahrscheinlich erst am Schlüsselbein operiert werden.

Die Entscheidung über die Reihe der OPs würde ich den Ärzten überlassen, sie können die Priorität viel besser beurteilen.

Im Übrigen erinnerst Du mich dabei an einem kleinen Mädchen. Ich arbeitete damals am Computer eines medizinischen Labors und ging in dieser Eigenschaft oft zum Patientenempfang, um die Anforderungen zu holen und reinzuklimpern.
Da stand eben dieses Mädchen, Blick nach unten, verschlossen. Die Mutter hilflos, die Kollegin sagte "dann muß es wieder Montag versucht werden, für die OP ist es unerläßlich!" Das Mädchen wollte sich partout nicht anpicksen lassen.

Es gehörte nicht zu meinen Aufgaben, aber als Mutter habe ich reflexmässig das Mädchen angesprochen, ihr ruhig gesagt, daß die Blutentnahme so oder so gemacht werden mußte, daß sie das ganze Wochenende dran denken würde. Wenn es es aber gleich machen lassen würde, hätte es hinter sich, es tut nur ein Bißchen weh, dann ist es vorbei und brave Kinder kommen dann zu mir in die EDV, um sich in meinem Bonbon-Glas zu bedienen...

Die Mutter ließ mich reaktionslos reden, die Kollegin auch, die Ärztin auch. Das Mädchen blieb stumm, der Blick weiterhin zum Boden. Ich ließ es sein und ging zu meinem Computer zurück.
Knapp 10 Minuten später kam die Kollegin in die EDV, das weiterhin stumme Mädchen an ihrer Seite... und die Kleine zeigte nur stolz und wortlos das kleine Pflaster und hatte schon die Hand in meinem Bonbonglas. Habe sie natürlich gratuliert.

Wenn man doch unbedingt etwas machen muß, dann lieber tief atmen und durch! Warten und Zögern nützt nicht!

Schneller ist auch oft schmerzarmer. Bei einer ganz anderen OP hatte sich die Wunde entzündet, Kapsel mit Streptocoken inbegriffen. Kam der Chefarzt und ohne jegliche Vorwarnung zog er blitzartig an die Narbe, um sie zur notwendigen Spülung richtig aufzureissen. Es ging so schnell, daß ich nicht einmal richtig Zeit hatte, den Schmerz zu spüren. Und er legte mir die Hand auf die Schulter, daß er es eben deswegen gemacht hatte, ein langsames Öffnen der Narbe wäre viel quälender gewesen.

Das habe ich einem Rad-Unfall zu verdanken,- ich hatte die Wahl, dass sich mein kleiner, geliebter Hund vorne im Körbchen verletzt oder ich! Schwierige Zeiten für solche Entscheidungen.

Tja, wenn mir sowas mit einem meiner Minous passiert wäre, hätte ich mich lieber hingeschmissen. Radfahren mögen sie aber nicht!;-)

mezeg

kleines Gedicht... zur Lebensqualität (bis)

Musica, Sunday, 30.09.2012, 17:21 (vor 5069 Tagen) @ mezeg

Na toll! Ich werde zuerst das Schlüsselbein machen müssen. Es tut weh, mittlerweile den ganzen Rücken runter. Strafe muß sein, ich wollte ja nicht nochmal aufgeschitten werden.( wegen der Narbe!!!! Nicht wie das kleine Mädchen aus Angst!!!!)Es hätte schon vor 3 Jahren entfernt werden müssen, vorausgesetzt, es hätte Probleme gemacht. Tut es natürlich erst jetzt. Gestern habe ich 4 kleine, gemeine Spritzen mit Genuß in Empfan g genommen, damit es nicht mehr so schmerzt. Ich bin überhaupt nicht der Typ für eine Kappe. Alle würden sich k.o lachen :-) und ich gleich dazu. Aber es gibt wohl Wichtigeres. Wünsche Dir einen schönen Abend, ich werde jetzt radeln und nicht weit kommen. Mein Hometrainer steht im Keller! Musica