Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

mezeg, München, Monday, 01.10.2012, 19:18 (vor 5068 Tagen)

Hallo,

bevor ich selber davon getroffen wurde, hatte ich wenig Kenntnisse über Epilepsie - wenn auch keine Vorurteile - hatte nur zufällig einem Anfall beigewohnt aber im Rahmen einer Weihnachtsfeier von Sanitätern (!!!). Ich mußte selber nichts unternehmen, um dem Betroffenen zu helfen.

Und ich stelle immer öfter fest, wenn ich mit Bekannten oder Zufallsbegegnungen mehr oder weniger zufällig darüber rede, daß die wenigsten zumindest eine Ahnung haben, was sie machen sollten / könnten - egal wie gutmütig und motiviert sie sein können.

Heute jemanden gesehen, der beruflich mit vielen Kunden im persönlichen Kontakt kommt. Er wurde einmal alleine Zeuge von so einem Anfall, der Kunde fiel zu Boden und krampfte, er war selber erschroken, dachte aber immerhin daran, gefährliche Gegenstände aus dem Weg zu räumen. Viele wären hilflos.

Eine bessere Information der Allgemeinheit wäre für uns und für die Zeugen, die gerne helfen würden aber nicht wissen wie, sehr positiv. (meine ich zumindest)

Von der AOK bekomme ich regelmässig deren Heft. Habe sie heute angemailt und gefragt, warum ich bis jetzt keine Information über Epilepsie gelesen hatte, und was ich von einer solcher Veröffentlichung erhoffe.

Habe eine Mail bekommen, daß meine Mail weiter geleitet wird.

vielen Dank für Ihre E-Mail, ich werden natürlich sofort Ihre E-Mail an die zuständige Abteilung weiterleiten.


Mal schauen...

mezeg

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

Tablettenschlucker, Freiburg, Monday, 01.10.2012, 21:59 (vor 5067 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

ich denke das liegt doch an der Seltenheit unserer Krankheit. Weltweit nur 1% und in Deutschland etwa 500.000 von 82 Mio. (zahlen hab ich mal wo gelesen, wenn das jemand niochmal genau wissen will oder eine Quelle will bitte melden)

Liebe Grüße
Lukas

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

Mondenkind, Monday, 01.10.2012, 22:06 (vor 5067 Tagen) @ Tablettenschlucker

ich denke das liegt doch an der Seltenheit unserer Krankheit. Weltweit nur 1% und in Deutschland etwa 500.000 von 82 Mio. (zahlen hab ich mal wo gelesen, wenn das jemand niochmal genau wissen will oder eine Quelle will bitte melden)

Es stimmt, es sind sogar "nur" 0,6 %, aber etwa genauso viele Menschen haben Diabetes ... und diese Krankheit ist bekannt wie ein "bunter Hund"...

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

Meli89, Forchheim, Monday, 01.10.2012, 22:22 (vor 5067 Tagen) @ Mondenkind

Nunja .. die meisten Menschen beschäftigen sich erst mit gewissen Themen, wenn es sie a) selbst betrifft und/oder b) wenn ein Bekannter eine gewisse Krankheit hat.

Bevor ich Epilepsie bekam - was wusste ich darüber? - "Naja die Krampfen doch immer so arg" <- mehr wusste ich nicht.

Oder kannst du mir sagen, warum man unterscheiden sollte ob jemand Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hat? - die Symptome - die 'Heilungschancen' - die Behandlungsmethoden?
Sagt mir nur etwas durch Bekannte.

Akute oder Chronische Pankreatitis?
Gut kenne ich von mir selbst.
Aber den es nicht betrifft oder keine betroffenen kennt - interessiert oftmals 'Fremdes' nicht.

Schönen Abend allerseits :)

--
'Jeder von uns Menschen weis, dass die Maske hinter der wir uns verstecken, völliger quatsch ist. Früher oder später zerbricht sie, - und dann weis man, was für eine Art Mensch man wirklich ist'

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

beatmeup, Tuesday, 02.10.2012, 01:56 (vor 5067 Tagen) @ Meli89

da hab ich mal was intressantes über würmer und autoimmunerkrankungen gelesen "würmer als sparringspartner" oder so ähnlich, jedoch fehlt mir grad der link.

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

mascha, Wednesday, 03.10.2012, 18:57 (vor 5066 Tagen) @ beatmeup

ha, darüber habe ich in meiner Ausbildung gehört. Das haben sie als Test versucht, bei Autoimmunkrankheiten. Die haben dem körper einfach etwas gegeben, wogegen er wirklich kämpfen muss. Mit Erfolg. Kann mir einer sagen, warum in die Richtung nicht weiter geforscht wird und die kleinen Ekeldinger als Heiler eingesetzt werden??? zu billig?????
mascha

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 03.10.2012, 19:37 (vor 5066 Tagen) @ mascha

In Richtung gezielter Provokation/Umlenkung von Immunreaktionen wird sehr wohl geforscht. Das geht sogar bis hin zur Provokation von Autoimmunreaktionen zur Krebsbehandlung. Z.B. gibt's da ein neues Verfahren zur Hautkrebsbekämpfung, das eingesetzt werden kann, wenn die Krebszellen ein bestimmtes Protein auf ihrer Oberfläche enthalten und die anderen konventionellen Therapien scheitern.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

beatmeup, Sunday, 21.10.2012, 03:01 (vor 5048 Tagen) @ mascha

eigentlich hast du schon alles beantwortet

der mensch ist rein. da ist kein platz für andere organismen. sie sind schlecht und machen krank. :D

ps. abgesehen davon, dass mehr organismen in uns leben, als wir zellen haben.

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

Tablettenschlucker, Freiburg, Monday, 01.10.2012, 22:22 (vor 5067 Tagen) @ Mondenkind

Das stimmt auch, man kann allerdings viel einfacher Diabetiker Produkte im Laden kaufen als Anti-Epileptike :-D

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

beatmeup, Tuesday, 02.10.2012, 02:45 (vor 5067 Tagen) @ Tablettenschlucker

nö. es wird nur nicht damit geworben. :D

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

beatmeup, Tuesday, 02.10.2012, 02:27 (vor 5067 Tagen) @ Mondenkind

typ1 oder typ2 ? für typ1 mögen die zahlen gelten, aber für typ2 sind die zahlen zu positiv "in Deutschland leiden rund 7 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes..."
+ die 0.6% typ1 ist man bei ca. 9 % der bevölkerung.

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

podi, Tuesday, 02.10.2012, 09:02 (vor 5067 Tagen) @ mezeg

Ich finde Epilepsie ist eigentlich sehr bekannt. Es wissen halt viele nicht wie sie damit
umgehen sollen, wenn jemand vor ihnen einen Anfall hat. Da ists aber wie bei jedem
Unfall, die einen kommen zur Hilfe, die anderen schauen nur blöd zu.
Ich kann mich erinnern, als ich mal in einem Geschäft eine Absence hatte. War ein
kleiner Laden mit einer Angestellten. Da hatte ich eine Absence, wo ich einfach stehenbleib
und mit den Händen zu greifen anfang. (schau aus wie Frankenstein wenn er so herumläuft :-)
sagen meine besten Freunde :-)
Jedenfalls bekomm ich plötzlich so im Dämmerzustand mit wie die Verkäuferin panisch
herumschreit und schreit ich soll verschwinden! Könnt ihr ja was antun wollen :-)
Wie ich draussen dann wieder klar war, wollt ich zurückgehen und sagen, das das nur ein Anfall war.
Habs aber bleiben lassen... ;-) :-)

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

Katlyn, Tuesday, 02.10.2012, 09:25 (vor 5067 Tagen) @ podi

Hallo,
ich muss euch da allen wirklich zustimmen.Auch was Diabetiker anbelangt,da redet man offen drüber.
Ich spreche nicht über meine Epi,warum,solange ich gut eingestellt bin.Ist blöd,doch es überwiegen eben bei den meisten irgendwelche Vorurteile.Dabei müssen wir uns nun wirklich nicht verstecken:Viele Berühmt hatten das..wenn auch lange her:Julius Cäsar,und Xavier Naidoo(nicht lange her;-) ) auch,sagte er einmal auf der Bühne,nachdem man ihn nach seiner Brille fragte,und er antwortete,das er die trägt,weil er Epilepsie hat,und die Lichter nicht verträgt.Ich habe es im Fernsehn gesehn.(googelt einfach mal,wer dies alles hatte)
Ich meine,warum soll das nun nicht stimmen?Viele der meisten Menschen mit Epilepsie,können sehr gut mit Zahlen umgehn.(Klar schreiben viele von Vergesslichkeit etc..)etwas negatives hat nun mal jede Krankheit)Doch ich habe mir schon desöfteren die Mühe gemacht,und etwas über UNS zu recherchieren.
So,lasst euch nicht unterkriegen,denn andere haben Krankheiten,die man"sieht":Parkinson,z.Beispiel,das fällt sofort auf.Auch da ,habe ich leider schon mitbekommen,das es doch noch Menschen gibt,die blöde Kommentare sagen...:-(
Es ist eben traurig,das man einfach nicht perfekt sein kann..

Mit ganz lieben Grüssen
Katlyn

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 02.10.2012, 09:35 (vor 5067 Tagen) @ podi

Ich glaub auch, dass das den Kern recht gut trifft. Viele haben zumindest eine ungefähre Vorstellung von Anfällen, leider vermutlich auch zu oft aus irgendwelchen schrägen Arztserien, wo das in vollkommen bescheuerter und dramatischer Art dargestellt und mit allerlei seltsamen Dingen in Verbindung gebracht wird.
Das Problem ist halt, dass man z.B. bei einem GM nicht einfach still und ruhig ohnmächtig am Boden liegt, sondern ja eine körperliche Aktivität aufweist, die beim ersten Mal für viele sicherlich auch erschreckend ist.
Es wäre sicherlich hilfreich, wenn da in den klassischen Ersthelferkursen, die für den Führerschein notwendig sind, zumindest kurz drauf eingegangen werden würde - zumindest war das nicht so, als ich meinen Kurs gemacht hatte.

Ein anderes Problem ist auch, dass ich persönlich den Kreis der Personen, die von Epilepsiebetroffenen selbst "aufgeklärt" werden, nicht so groß ist. Es gibt sicherlich eine ganze Reihe gut eingestellter, langjährig anfallsfreier, die darüber kein Wort verlieren. Andere geraten ein Stück weit in soziale Isolierung, z.B. wegen Problemen, langfristig eine feste Stelle zu bekommen. Ich persönlich würde einmal den Teil von uns, der die Epilepsie offen nach außen hin transportiert und darüber informiert, auf unter 50% schätzen.

Und dann wäre da noch der Unterschied, dass sich z.B. Diabetiker i.d.R. ja gut selbst helfen können, wenn sie regelmäßig ihren Blutzucker messen und sich mit ihrer Krankheit auskennen. Dann spritzen sie sich halt kurz Insulin oder nehmen einen Traubenzucker ein und dann ist meist ja auch schon wieder alles gut. Bei uns ist das mit der Selbsthilfe, wenn jemand nicht gerade ne passende Aura hat, um sich ein Notfallmedi einwerfen und damit auch noch einen größeren Anfall verhindern zu können, eher schwierig.

--
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Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

mezeg, München, Tuesday, 02.10.2012, 09:38 (vor 5067 Tagen) @ podi

der 14-jährige, der bei mir ab und zu übernachtet und den ich schließlich über mein Problem informierte (nachdem ich keine GM-Anfall mehr bekam, nur Auras und Sprachprobleme), stellte sofort Fragen: Wie soll man sich verhalten, wenn man unvorbereitet einem Anfall beiwohnt? Wie soll ER sich verhalten, wenn ICH einen Anfall bekomme? Wie lange dauert es an? Wann soll er mich wecken?

Er kam eben an dem Abend, wo ich meinen 3. und letzten GM bekam. Meine Tochter, die zufällig da war, informierte ihn aber nicht, als er kam, sagte nur, ich sei gestürzt und ins Krankenhaus gefahren worden, sie bleibe so lang um ihn zu versorgen, bis ich zurückkommen würde. Und führte ihn zur Pizzeria. Ich kam zurück, als er bereits eingeschlafen war, sie war geblieben.

Eine Freundin erzählte mir, daß sie mal einen Anfall gesehen hatte. Der Mann zuckte bewußtlos auf einem Bahngleis. Sie schob ihm ihre Jacke unter den Kopf, damit er sich nicht verletzt, wußte nicht, ob sie versuchen sollte, den Zungenbiß zu vermeiden. Rief die Bahnhofsanitäter und bekam nur Desinteresse.

Ich sah auch in Frankreich im Auto meiner Schwester eine Gruppe wohl Arbeitslosen um einen aus ihnen, der sich für mich anfalls-verdächtig am Boden zuckte. Schwester und Schwager wollten nicht halten, "Seine Kumpeln werden sich doch um ihn kümmern!". Ich mußte eindringlich insistieren, damit sie endlich und nun weiter weg von dieser Szene per Handy eine Rettungsstation anrief, hatte selber kein Handy.

Habe letztes Jahr wieder einen Italienisch-Kurs gebucht und kam in einer bereits seit lange integrierte Gruppe. Vor ein Paar Monate raffte ich mich zusammen und erwähnte - ich weiß nicht mehr bei welcher Gelegenheit - meine epileptischen Probleme (Wortfindungsstörung!). Zu meinem Erstaunen und meiner Erleichterung wurde das Thema sofort angenommen, eine hatte so einen Anfall gesehen, eine andere erwähnte, daß Hunde auch epileptische Anfälle bekommen können. Alles sachlich-freundlich diskutiert. Ich muß nicht mehr fürchten, in dieser Gruppe wegen Sprachstörung aufzufallen.
Eine setzt sich sogar gezielt neben mir, weil mein Wortschatz - als Französin leichter - nicht zu verachten ist und sie von mir das deutsche Wort postwendend bekommt. ;-)

Also für mich kein beklemmendes Gefühl, versagen zu können, weil diese Gruppe informiert ist und es ganz normal akzeptiert.

mezeg

Warum ist Epilepsie allgemein so wenig gekannt???

Glückskäfer, Schaumburg in Niedersachsen, Tuesday, 27.11.2012, 15:27 (vor 5011 Tagen) @ mezeg

"Also für mich kein beklemmendes Gefühl, versagen zu können, weil diese Gruppe informiert ist und es ganz normal akzeptiert.

mezeg"

ich finde diese gruppe ein wunderbares beispiel :-) für den umgang mit einem betroffenen. die epilepsie ist ja keine ansteckende krankheit.

es freut mich solche positiven beispiele zu lesen. negativbeispiele hat jeder betroffene zur genüge erlebt :-| .

um den begriff VERSAGEN nochmal aufzugreifen ... etwas nicht leisten zu können definiere ich nicht als versagen. man ist einfach körperlich nicht in der lage etwas bestimmtes leisten zu können bzw. dürfen :-P . deswegen ist man nicht minder intelligent als ein gesunder mensch ohne diese einschränkung. aber das wißt ihr ja selbst :-)

lg tanja

Antwort der AOK auf meine Anfrage

mezeg, München, Tuesday, 02.10.2012, 13:55 (vor 5067 Tagen) @ mezeg

Habe gestern eine Mail an die AOK geschickt, um zu fragen, warum in deren Zeitung "Bleib gesund" kein Artikel über Epilepsie zu lesen war. Machte mir keine Illusionen über den Erfolg meiner Anfrage aber es war mir ein Bedürfnis, sie zu versuchen.

Noch am Nachmittag bekam ich eine Antwort, keine Computer-automatische sondern persönlich an mich adressiert mit Namen und direkter Mail-Adresse der Sachbearbeiterin.

vielen Dank für Ihre E-Mail, ich werden natürlich sofort Ihre E-Mail an die zuständige Abteilung weiterleiten.

Na ja, wird von einer Stelle zur anderen ewig weiterleitet, siehe Karl Valentin...

Und heute morgen ruft mich eben die Sachbearbeiterin direkt an!

Sie hat die Anfrage an die Redaktion weitergeleitet, sie waren sofort interessiert. Ein entsprechender Beitrag war mal in Diskussion, wurde aber wegen eines anderen Ereignisses zurückgesetzt. Der Artikel wird zwar noch nicht in die nächste Auslage erscheinen aber in sehr baldigen Zeit. Der Verlag wurde informiert.

Bin kein Privatpatient, noch weniger eine politische Persönlichkeit. Daß diese Anfrage so schnell in Bearbeitung ging und daß man mich darüber sogar sofort informiert, läßt mich hoffen, daß es doch zu einem Ergebnis kommen wird.

Klar, es handelt sich momentan nur um AOK-Versicherten und dies in Bayern aber die anderen könnten vielleicht nachziehen. Der erste Schritt war zumindest nicht umsonst, die erste Synapse war nicht blockiert... ;-)

Das entsprechende deutsche Sprichwort "Kleinvieh macht auch Mist" gefällt mir nicht ganz so... :-(


Wir machen es poetischer:

"Petit à petit, l'oiseau fait son nid"

Stück nach Stück baut der Vogel sein Nest zusammen

oder

"Les petits ruisseaux font les grandes rivières"

Kleine Bächer bilden die großen Ströme

Vögel und Bächer auch hier vorhanden?? :-P :-P

mezeg

P.S. Hatte vor kurzer Zeit in einer dieser kostenlosen Stadtviertel-Zeitung einen Artikel darüber gelesen. Titel: "ich bin Epileptiker, na und?"
Kurz aber gut verständlich. Zuerst wird erwähnt, daß man früher in Afrika ein ganzes Dorf niederbrannte, wenn ein Epileptiker aufgespürt wurde, "um die bösen Geister zu vertreiben." :-( :-(

Dann wird kurz erklärt, daß es sich um keine Geisteskrankeit handelt, sondern um eine elektrische Entladung im Gehirn. (Die Details weiß ich nicht mehr)
Dies von einer Pharma-Referentin.
Dann eine betroffene, die erklärt, wie die Diagnose sie umwarf, daß sie entdeckt hatte, der erste und wichtigste Schritt war die Akzeptanz (siehe Titel), um sich einen entsprechenden erfüllenden Beruf auszusuchen und eine gute Partnerschaft aufzubauen.


(Das Ganze aus dem Gedächtnis raus)

Als Bild ein Junge von hinten fotografiert, vor dunklen Wolken und eindrucksvollen Blitzen.

Ich fand den Artikel aussagekräftig ohne das Thema allzu viel zu vertiefen, es ging um eine schnelle verständliche Erklärung für jeden Mann. Erinnere mich aber nicht mehr, ob einfachsten Maßnahmen bei Anfällen erwähnt waren.

Antwort der AOK auf meine Anfrage

Michaela, Tuesday, 02.10.2012, 14:46 (vor 5067 Tagen) @ mezeg

hallo mezeg,

berichte bitte wenn das Thema in der AOK Zeitung erscheint. Ich versuche mir das Heft zu besorgen, um den Artikel zu lesen.

im vorraus vielen Dank
LG
Michaela

Antwort der AOK auf meine Anfrage

mezeg, München, Tuesday, 02.10.2012, 22:38 (vor 5066 Tagen) @ Michaela

hallo mezeg,

berichte bitte wenn das Thema in der AOK Zeitung erscheint. Ich versuche mir das Heft zu besorgen, um den Artikel zu lesen.

im vorraus vielen Dank
LG
Michaela

Hallo Michaela,

ich setze eine Meldung ins Forum, wenn der Artikel erscheint. Vor 6 Monaten glaube ich nicht, die Zeitschrift kommt (wenn ich mich nicht täusche) nur per Quartal und in der nächster Auslage wird er bestimmt noch nicht sein.

Den Artikel werde ich sowieso scannen. Wenn Du das Heft nicht bekommst und weiterhin interessiert bist, kannst Du mich dann anmailen, und ich schicke Dir den gescannten Text.

LG

mezeg

Antwort der AOK auf meine Anfrage

Michaela, Wednesday, 03.10.2012, 10:29 (vor 5066 Tagen) @ mezeg

Danke mezeg,

ich danke Dir für die Antwort,

meine Schwiegermutter ist auch bei der AOK. Ich bekomme das Heft nicht immer zu sehen. Da wäre eine Info über den Beitrag schon gut.

LG
Michaela

Antwort der AOK auf meine Anfrage

Musica, Tuesday, 02.10.2012, 21:54 (vor 5066 Tagen) @ mezeg

Gratuliere, das hätte ich von einer gesetzlichen Krankenkasse nicht erwartet! Ich selbst habe mich auch schon immer gewundert, warum von nirgendwo in Medien etwas kam. Auch nicht in medizinischen Fernsehbeiträgen und z.B. der Apothekenrundschau. Aber ich stelle fest, dass es immer noch viele Vorurteile gibt und die Krankheit ein Stigma ist. Epilepsie ist den Menschen unheimlich. Im ausgehenden Mittelalter wurden Epileptiker in Europa gefoltert. Man unterstellte ihnen mit dem Teufel oder Hexen in Verbindung zu stehen oder selbst zu sein. Man machte sie verantwortlich für Unglück etc. Und es ist noch nicht zu lange her, dass Epileptiker in Deutschland als sog. "Unwertes Leben" ziemlich Schlimmes erleben mussten.LG,Musica

Antwort der AOK auf meine Anfrage

mezeg, München, Tuesday, 02.10.2012, 22:43 (vor 5066 Tagen) @ Musica

Ehrlich gesagt, an einer Annahme seitens der Krankenkasse hatte ich nicht so recht geglaubt, es war mir einfach ein persönliches Bedürfnis etwas zu versuchen.

Daß so schnell und so ausdrücklich darauf reagiert wurde, kann ich noch nicht richtig fassen, das Projekt schlummerte wohl bereits.

Mal schauen, wann und was sie publizieren.

mezeg