Operiert - und danach ?!

Samuel_70, Wednesday, 17.10.2012, 21:10 (vor 5051 Tagen)

Hallo,

Der/die Eine oder Andere hat schon berichtet das er/sie operiert wurden ist.
Mich machen die Ergebnisse neugierig.
Nehmt Ihr noch trotzdem irgendwelche Medi`s ?
Wenn nein, hab Ihr in darauffolgender Zeit (Ver)Änderungen an Euch bemerkt ?
Haben Dritte eine (Ver)änderung an Euch bemerkt ?
z.B.
Am essen oder schlafen ?
An Psyche, Temperament, Gelassenheit.
Gedächtniss, Reaktion ?

und, und, und ?

LG
S_70

Operiert - und danach ?!

mezeg, München, Thursday, 18.10.2012, 10:53 (vor 5051 Tagen) @ Samuel_70

Hallo Samuel,

ich bin an der Schläfe operiert worden, allerdings nicht weil ich eine "grundsätzliche" Epilepsie hatte, sondern ein walnuß-großes Meningeom, das auf das Gehirn drückte und dadurch nächtliche epileptische Anfälle verursachte.

Ab der endgültigen Diagnose bis zur OP und dann 6 Monate danach mußte ich Keppra 500 - 0 - 500 nehmen, dann vorsichtige Ausschleichung und doch wegen insgesamt 3 GM-Anfällen Lamotrigin (125 - 0 - 100 bald vielleicht 150 - 0 -100) nehmen, dies wohl "ad vitam aeternam".

An der OP gab es bei mir keine Alternative. Die Anfälle danach - eigentlich von der Narbe und vom weiterbestehenden Oedem verursacht - sind anders. Tagsüber und auch noch leichter zu meistern: kein Einnäßen (!) mehr, nur zu Hause, also in gesicherter Umgebung, und wenn ich es mir leisten kann (alleine, keine Verantwortung für Kinder u.ä.). Ich ging bewußtlos (oder erinnerungslos) sicher zu Bett und wachte erholt auf.

Mit Lamotrigin aber nur noch Auras, lästig aber nicht dramatisch. Die Auslöser sind mir bekannt und ich arbeite momentan daran, sie zu minimieren. Vielleicht wird Lamotrigin auch leicht erhöht. Eine Umstellung zu Keppra wird auch angesprochen, ich möchte es bis auf weiteres nicht.

Änderung seit der OP: überhöhte Streßanfälligkeit (emotional, nicht Situations bedingt), erhöhter Flüssigkeirtsbedarf, relativ seltene Sprachprobleme (kurze Unfähigkeit mich audrücken, Text oder Fremdgespräch ebenfalls kurz nur als breiförmiges Buchstabensalat und Geräuschbrei vernommen). Vieles nun besser mit dem eigenen Kopf behandlbar.

Nochmals ausdrücklich: Ich wurde nicht operiert, um Epilepsie zu kurieren, sondern um einen Fremdkörper zu entfernen, der epileptischen Anfälle als Konsequenz verursachte.

Wenn Du mehr brauchst, schaue im Forum, ich hatte bereits darüber berichtet.

mezeg

Operiert - und danach ?!

jess87, NRW, Thursday, 18.10.2012, 14:06 (vor 5051 Tagen) @ Samuel_70

hey mir gehts ganz gut nach der OP. sie ist noch nicht sehr lange vorbei. aber trotzdem gehts mit besser, als es war. hatte jeden tag 24h meine auren und die habe ich gar nicht mehr. die anfälle selber habe ich eh nicht all zu viel gehabt, aber bisher auch nicht ;-)
außerdem empfinde ich, dass ich einfach lockerer geworden bin. :-P LG

Operiert - und danach ?!

sandytimmy, Thursday, 18.10.2012, 18:10 (vor 5051 Tagen) @ Samuel_70

was ich nicht versteh:
es gibt leute die nach der op weiter tabletten nehmen, obwohl sie keinen einzigen anfall seitdem hatten.
woher weiß man dass man die tabletten dann noch brauch. ich nimm die doch damit ich keine anfälle bekomme. dann brauch ich sie doch nicht mehr wenn ich durch die op anfallsfrei sein sollte

Operiert - und danach ?!

Mondenkind, Thursday, 18.10.2012, 18:32 (vor 5051 Tagen) @ sandytimmy

Hallo sandytimmy,

was ich nicht versteh:
es gibt leute die nach der op weiter tabletten nehmen, obwohl sie keinen einzigen anfall seitdem hatten.

Bei mir z.B. haben sie nicht den kompletten Hippocampus entfernen können (zu gefährlich fürs Sehzentrum), daher muss ich noch weiterhin Tabletten einnehmen.

woher weiß man dass man die tabletten dann noch brauch. ich nimm die doch damit ich keine anfälle bekomme. dann brauch ich sie doch nicht mehr wenn ich durch die op anfallsfrei sein sollte

Das kann dir leider keiner genau sagen - nur das reduzieren / ausschleichen der Medikamentation kann auch Risiken mit sich bringen...

Ich habe nach der OP zwar Keppra ausgeschlichen, doch Carbamazepin nehme ich weiterhin ein - eben weil bei mir noch ein gewisses Risiko da ist...

Und auch mein Neurologe ist der Meinung, dies so weiterzumachen.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Operiert - und danach ?!

sandytimmy, Friday, 19.10.2012, 21:36 (vor 5049 Tagen) @ Mondenkind

was sin das denn für dramatische risiken wenn man weiter ausschleichet? im schlimmsten fall wieder einen anfall. gibt doch schlimmeres wenn man vor der op eh welche hatte. dann weiß man aber dass man sie wirklich brauch und nicht nur so nimmt weils irgendwelche normale vorgehensweise vorschreibt.

Operiert - und danach ?!

Mondenkind, Friday, 19.10.2012, 22:00 (vor 5049 Tagen) @ sandytimmy

Hallo sandytimmy,

was sin das denn für dramatische risiken wenn man weiter ausschleichet? im schlimmsten fall wieder einen anfall. gibt doch schlimmeres wenn man vor der op eh welche hatte. dann weiß man aber dass man sie wirklich brauch und nicht nur so nimmt weils irgendwelche normale vorgehensweise vorschreibt.

das kann man so oder so sehen...

Wenn ich jetzt wieder einen Anfall bekommen sollte, würde mich das schon zurückschleudern. Ich darf wieder Auto fahren und mache das auch gerne. Ich bin auf keinen mehr angewiesen (weder auf meinen Mann, noch auf die Bahn oder auf sonst irgendjemanden), ich setze mich ins Auto und besuche meine Freundin in der Rhön oder im Saarland. Oder fahre einfach zu meiner Oma - gerade jetzt mit Kind finde ich das mit dem Auto angenehmer - vor allem dauert es nur die Hälfte der Zeit.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
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Operiert - und danach ?!

sandytimmy, Friday, 19.10.2012, 22:08 (vor 5049 Tagen) @ Mondenkind

achso- also ist es wirklich nur das risiko eines anfalls. ich dachte schon dass da postoperativ noch andere risiken sind. vor der op ist so ein anfall doch auch keine welt-katastrophe.
jetzt versteh ichs

Operiert - und danach ?!

Mondenkind, Friday, 19.10.2012, 22:14 (vor 5049 Tagen) @ sandytimmy

Nö, "nur" dar Risiko eines Anfalls. Aber wie gesagt, ein Risiko das ich nicht eingehen will.

Es gibt ja auch viele, die schon jahrelang anfallsfrei - ohne OP - sind (auch hier im Forum), bei denen ist es ja dasselbe - setzen sie Medikamente ab und riskieren Anfälle oder nehmen sie ihre Medikamente - ggf. umsonst - weiterhin ein.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
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(George Bernard Shaw)

Operiert - und danach ?!

jess87, NRW, Thursday, 18.10.2012, 20:24 (vor 5050 Tagen) @ sandytimmy

was ich nicht versteh:
es gibt leute die nach der op weiter tabletten nehmen, obwohl sie keinen einzigen anfall seitdem hatten.

ich habe vielleicht aber die chance nach etwa 2 jahren ohne tabletten zu leben, es kommt immer drauf an, wie sich meine untersuchungen ergeben und überhaupt wie alles reagiert thema anfälle. eine OP gibt einem ja keine garantie dass man anfallsfrei bleibt und halt eben von tabletten hinunter geht. außerden muss man tabletten eigentlich immer ein bisschen vorsichtig "entfernen" aus dem täglichen leben.
außerdem war ich sogar vor meiner OP mal eine gaaanz "lange" zeit anfallsfrei, obwohl ich keine medis mehr nehmen brauchte.... das war ca 4 Jahre so

LG