Burnout
Hallo Podi,
Deine Frust beim Beruf kann ich sehr wohl nachfühlen. Meine Firma mußte auch schließen, zuerst kam die quälende Zeit der Unwissenheit und Nichts-Tun. Und dann nach 18 Jahren Verlust von einer Arbeit, die ich leidenschaftlich mochte und von vielen Kollegen mit denen ich persönlichen Kontakt hatte. Mit einzelnen besteht weiterhin einen privaten Kontakt.
Wie wäre es aber, wenn Du Dir Unterlagen zu einer sinnvollen Nachbildung ins Büro nehmen würdest? Natürlich im Rahmen Deiner Arbeit, Buchhaltung, Fremdsprachen, Computer, Technik oder wer weiß was, Deinen Beruf kenne ich nicht. Du hättest dadurch eine nachvollziehbare und positive Begründung, etwas anderes zu tun, als Deine reguläre Arbeit, die Du momentan nicht so intensiv ausführen kannst. Muß natürlich ein Plus-Punkt für Deinen Arbeitgeber bringen. Und Du hast auch einen Vorteil davon, wenn Du Dir doch - hoffen wir nicht - einen anderen Job später suchen mußt.
Für die Freizeit sind Vereine natürlich goldwert. Sei es als Teilnehmer oder noch besser als Ehrenamtlicher. Habe z.B. jahrelang Radtouren geleitet, mir wurde es vom Vorstand nun wegen Epilepsie verboten aber meine langjährigen Teilnehmer treffe ich unterwegs oder im ganz normalen Lebenslauf und wir können freundlich-fröhlich ratschen. Mit mehreren behalte ich einen persönlichen Kontakt, "muß" demnächst welche einladen, um ein neues Kochrezept beurteilen zu lassen.
Auch bei Sozialeinrichtungen gibt es viele Möglichkeiten: Helfen beim Organisieren und Durchführen einer Feier, Vorträge halten, Technikgruppe, mit Kindern etwas anstellen, für die Umwelt usw. usw. Natürlich ist der erste Schritt zu so einer Betätigung der schwerste, aber dann hast Du viel davon. Letzten Dienstag habe ich einen Vortrag gehalten, nette kleine Gruppe Frauen, die sich nun freuen, wenn sie erfahren, das ich was am Lager habe. Zwar nichts "professionnell" gegen teueres Geld aber ein Thema, das mich selbst interessiert.
Und gestern wurde mir vom Sozialzentrum ein weiterer Vortrag "bestellt". Nun habe ich alle Hände voll zu tun, um einen Text für das Programm zusammenzufassen, mein "Archiv" nach Material durchzuwühlen und zu ordnen, Neben-Vorschläge (Bewirtung, Dekor z.B.) für die Veranstaltung selbst vorzuschlagen, meinen Leitfaden zuerst im Kopf zu erarbeiten, Scannen, Verfassen usw. Bei der Veranstaltung könnte ich Gelegenheit haben, neue Kontakte (brauche ich dringend!) zu knüpfen.
In der Zeit komme ich nicht dazu allzu lange zu grübeln und für mich das Wichtigste: Ich fühle mich nützlich und erwünscht. Das ist wirksamer als Anti-Depressiva.
Versuche eine Liste zu machen, von Aktivitäten, die Dich erfüllen könnten und entsprechende Vereine & Co. zu suchen. Ist zwar allmodisch aber eine gute Tat erfüllt zu haben, bringt unheimlich viel.
Alles Gute!
mezeg
Und das Thema Haustier! Hund habe ich nicht aber zwei Katzen, die immer hinter der Tür warten, wenn ich zurückkommen. Ein Willkommen-Miaou ist garantiert.
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podi,
19.10.2012, 09:34