weine mal wieder

Musica, Wednesday, 24.10.2012, 21:39 (vor 5044 Tagen)

Heute hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef. Er hat die ganze Zeit nur von meiner Unfähigkeit gesprochen. Es ist richtig, dass der Job nicht mehr das Richtige für mich ist. Ich weiß auch, dass ich Fehler aufgrund meiner Vergesslichkeit mache und auch gelegentlich desorientiert bin. Aber schließlich mache ich diese Arbeit und Vieles auch gut.Ich ärgere mich weil ich mich dauernd gerechtfertigt habe. Seit 3 Jahren warte ich auf eine Versetzung.Einmal hatte ich ja schon eine neue Stelle in der Firma. Aber die Abteilung hat die Zusage zurückgenommen. Kündigen kann man mir zum Glück nicht mehr.Diese anhaltenden Kränkungen machen mich fertig. Auch die Tatsache, dass ich nicht mehr die Leistung bringe wie noch vor ein paar Jahren. Vorhin habe ich mich in mein stillgelegtes Auto gesetzt und einfach in Ruhe geweint. Ich will meine Familie nicht belasten. Sie können mir ja auch nicht helfen. Ich bin auch die Haupternährerin. Das belastet mich noch zusätzlich. Heute werde ich mal wieder eine Schlaftablette brauchen. LG,Musica

weine mal wieder

bananamama, Wednesday, 24.10.2012, 22:09 (vor 5044 Tagen) @ Musica

Hallo Musica , das tut mir sehr leid für Dich .
Hast Du eigentenlich Kontakt zum Integrations Amt ?
LG Moni

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Musica, Wednesday, 24.10.2012, 22:19 (vor 5044 Tagen) @ bananamama

Danke Dir bananamama, was ist das Integrationsamt? LG Musica

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bananamama, Wednesday, 24.10.2012, 22:32 (vor 5044 Tagen) @ Musica

Hab Dir `ne E Mail geschickt

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lola4, Wednesday, 24.10.2012, 23:10 (vor 5044 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

ich kenne das mit der Vergesslichkeit, ich habe einen Minijob als Buchhalterin und meine Kollegin wundert sich schon, dass ich mich an manche Sachen nicht erinnern kann. Mein Chef weiß noch nichts über meine Erkrankung, mein Hilfsmittel ist mir alles aufzuschreiben. Darf ich mal fragen, was Du beruflich machst?

LG Lola

weine mal wieder

mikewi, München, Thursday, 25.10.2012, 17:45 (vor 5044 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

In meiner neuen Arbeit habe ich meinen Chef nach einigen Monaten von meiner Krankheit erzählt und was der Grund war, weshalb ich schon 2 Mal eine Woche krank geschrieben war. Er hatte sehr positiv darauf reagiert und schaut auch darauf, dass nicht zu viel Druck auf mir abgeladen wird.
Ich an deiner Stelle würde mal versuchen mit ihm ein ruhiges Gespräch zu führen.

Gruß
Mike
Ps.: Erzähle auch deine Kollegen mal etwas zu unserem "Leiden". Vielleicht denken sie dann ja anders darüber.

weine mal wieder

Musica, Thursday, 25.10.2012, 18:14 (vor 5044 Tagen) @ bananamama

Hallo bananamama, wie kannst Du mir ein Mail schreiben? Ich habe keine Ahnung wie das vor sich geht. LG,Musica

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Musica, Thursday, 25.10.2012, 18:24 (vor 5044 Tagen) @ mikewi

Hallo Mikewi, mit dem Mann kann man zwar ruhig reden, er ist aber so hinterfotzig (bayrisch, so in etwa hintenherum ,gemein überlisten ) und bringt mich damit stets so weit, dass ich anfange mich zu verteidigen ohne dass es mir bewußt ist. Über das Gespräch muss er ein Protokoll schreiben. Ganz scheinheilig hat er es mir heute gegeben und es dabei runtergespielt. Als ich ging hat er gefragt, ob ich schon gegengezeichnet habe. Habe ihm gesagt, dass ich es nochmal in Ruhe lese. Er winkte ab, so als wenn es unwichtig ist. Einen Teufel werde ich tun. Das schaffe ich morgen. Lieben Gruß,Musica

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bananamama, Thursday, 25.10.2012, 18:25 (vor 5044 Tagen) @ Musica

Schau mal , Du hast einen Briefumschlag vor Deinem Namen ,
anklicken schreiben und ab gehts ;-)

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mikewi, München, Thursday, 25.10.2012, 18:39 (vor 5044 Tagen) @ Musica

dann wird es wohl etwas schwieriger.
Zum einen will ich dir sagen, lass dich nicht unter kriegen. Zum anderen wirst du irgendwann die Reißleine ziehen müssen, wenn du nicht aufschlagen willst. Und leider laufen solche "hindafotzign Wadlbeißa"* ;-) auch heutzutage noch zur genüge rum.
Kannst du dich evtl. mal von 3. Stelle beraten lassen? Z. Bsp. innerhalb der Firma selbst? Habt ihr sowas wie einen Betriebsrat?

Gruß
Mikewi

* Wadlbeißa = kleiner zwickender Hund :-D

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Musica, Thursday, 25.10.2012, 18:50 (vor 5044 Tagen) @ mikewi

Meine Kollegen wissen davon und sie sind wirklich ganz lieb und verständnisvoll. Eine Kollegin hat eine Schwester, die viele Grand Mals hat. Sie empfindet meine Krankheit so in etwa ganz normal. Einer sagt nichts dazu, ein anderer hat mich einmal ganz sanft in der Kantine zu meinem Platz zurück gebracht und den Leuten gesagt, mir sei schlecht gewesen. Für eine andere Kollegin ist eine Krankheit etwas Selbstverständliches. Der Chef ist zu ihnen auch fies, aber sie bieten ihm keine Schwachstelle. Sie arbeite auch super. Erwerbsunfähigkeit kann ich der Fa. nicht bieten, weil es dazu einfach bei mir nicht reicht::-P Lieben Gruß

weine mal wieder

Musica, Thursday, 25.10.2012, 18:59 (vor 5044 Tagen) @ mikewi

....jetzt hast Du mich echt zum Lachen gebracht! Danke! Wir scheinen die gleiche Sprache zu sprechen....;-)
Die Schwerbehindertenvertrauensleute und den Betriebsrat habe ich schon vor 4 Jahren (so lange geht das schon) eingeschaltet. Wichtigtuer, die gscheid daherreden...LG,Musica

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bananamama, Thursday, 25.10.2012, 19:33 (vor 5043 Tagen) @ Musica

Hallo Musica , was ich gestern sagen wollte ist nicht Integrations Amt sondern
das nennt sich Integrations Fachdienst . Dieser Dienst macht sich für Behinderte
Arbeitnehmer stark - egal Du Hilfsmittel brauchst , Versetzung an einen anderen
Platz in der Firma o ä . Die Adressen gibts glaub ich beim Versorgungs Amt oder
Arbeitsamt . Auf jeden Fall geben die Hilfestellung bei den Belangen am Arbeitsplatz .
und unterschreib nix ! LG Moni

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mezeg, München, Friday, 26.10.2012, 08:05 (vor 5043 Tagen) @ mikewi

Hallo Musica und Mikewi,

eueren kleinen Austausch über bayerische Sprache hat mich köstlich amüsiert. Wenn doch Ausländerin, ist sie mir vertraut. Mit "imma no bessa ois a Preiß!" (Rechtscheibung nicht garantiert :-D) wurde ich hier damals von einer älteren Bayerin willkommen geheißen...

In meiner Heimat fiel ich dann auf, weil ich Unmut eher mit "Zefix!" als mit "Merde!" signalisierte...

mezeg

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mezeg, München, Friday, 26.10.2012, 08:38 (vor 5043 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

Du läßt Dich leider viel zu sehr in die Defensive treiben (ja, ich weiß, leicht zu sagen!) und dann hat er leichtes Spiel. Aber er macht auch nicht seine Arbeit richtig: Warum kümmert er sich nicht um eine vernünftige logische Versetzung, die Dir zusteht? Irgendwie ist der Chef auch für das Wohl seiner Angestellten verantwortlich. Und wenn Du Deine Aufgaben ist seiner Abteilung nicht mehr zur seinen perfekten Zufriedenheit erledigen kann, hat er doch einen Vorteil davon, wenn er für Dich eine passende Stelle sorgsam sucht. Dann ist er sein Problem los und Du kannst woanders viel mehr leisten. Wäre für die Firma auch ein Gewinn!

Laß Dich bloß nicht von seiner fiesen Art zur Kündigung treiben.

Aber wie wäre es, wenn Du die passenden Waffen und Argumente anderswo erlernen würdest? Es gibt viele Kurse (nicht nur rein psychologisch), die Dein Selbstbewußtsein und Redewendigkeit stärken können. Ich habe z.B vor längerer Zeit bei der VHS einen Rhetorik-Kurs gemacht. Nicht nur Redewendigkeit sondern auch die wichtige Körpersprache. War mir kostbar, als ich unplanmässig und ungewarnt bei einem (klein, freundlich aber eben ältere ehemalige Kriegsgegner) Deutsch-Französischen Treffen im Rathaus (nicht München!!! ;-) ) dollmetschen mußte. Auch bei meiner letzten Stellen, einem Notnagel nach der Pleite meiner langjährigen Stamm-Firma, mußte ich mich gegen den Chef und seiner eigentlich führenden Assistentin wehren. Die Kündigung habe ich nicht versucht abzuwehren, weil deren Verkaufspolitik mich moralisch belastete. Aber eine vernünftige - wenn auch nicht höhere - Abfindung habe ich durchgeboxt.

Du muß Dich von der Opfer-Rolle befreien. Auch im Alltag zögern die Bösewichte schon, wenn sie feststellen, daß die Beute doch nicht einfach zu kriegen ist.

LG
mezeg

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mikewi, München, Saturday, 27.10.2012, 14:48 (vor 5042 Tagen) @ Musica

Sieht so aus, dass wir die Selbe Sprache sprechen. :)

weine mal wieder

Phoenix, Magdeburg, Tuesday, 30.10.2012, 10:01 (vor 5039 Tagen) @ Musica

das geht mir derzeit genauso. meine arbeitgeberin sieht auch nur das schlechte an mir. anstatt mal ein kleines "gut gemacht" oder so. als wenn es helfen würde, immer nur zu kritisieren. das setzt die eigene verfassung dann doch nur noch weiter runter. und wenn man dann auch noch mit anderen mitarbeitern verglichen wird, wie toll sie doch alle ihre arbeit machen, und wie unfähig man selbst ist, dann bekommt man doch automatisch die einstellung, dass man, egal was man tut, eh alles falsch ist.

neulich habe ich über den integrationsfachdienst erfahren, dass mir hinter meinem rücken unterstellt wird, dass ich meine epilepsie ausnutze, um meine wochenenden zu verlängern, weil die letzten 6 krankschreibungen wegen anfällen zufällig immer auf einem montag oder freitag waren. ich war sowas von wütend und verzweifelt, als ich das erfahren habe. aber ich darf meinen arbeitgeber ja nicht drauf ansprechen, da er es mir noch nicht direkt vorgeworfen hat. er hatte nur so nebenbei das integrationsfachdienst drauf hingewiesen, als es mal da war. so gehe ich quasi immer mit gespielter freundlichkeit gegenüber meiner cheffin zur arbeit. es ist schrecklich. und wer hat schon so viel zeit und forscht nach, an was für tagen die krankschreibungen der mitarbeiter waren??? zumal es nicht grad eine kleine einrichtung ist.

ich würde auch am liebsten weinen, kann es aber irgendwie nicht mehr. hab das letzte mal geweint als ich 12 war und das ist nun schon 12 jahre her. obwohl ich es oft sehr gut gebrauchen könnte.

LG
Tommy