Ausrede: Epilepsie
podi, Saturday, 03.11.2012, 11:16 (vor 5035 Tagen)
Ich hab (wie viele hier) ein extrem schlechtes Gedächtnis und bin auch sonst oft rech unkonzentriert und fahrig. Selbstverständlich wirkt sich das auf mein Umfeld mehr oder weniger aus. Im Beruf, mit Freunden und daheim, gibt es immer wieder irgendwelche Probleme. Und da fällt es mir immer wieder auf, das ich relativ oft in der Epilepsie die Ursache sehe und mich damit rechtfertige. Aber wo ist die Grenze? Woran bin ich ganz allein Schuld und wo spielt die Epilepsie wirklich eine Rolle?
Ausrede: Epilepsie
Musica, Saturday, 03.11.2012, 11:36 (vor 5035 Tagen) @ podi
Hallo podi, Du bist an nichts selber schuld!Das Thema ist hier ja gerade aktuell. Ich kenne meine Fehler, nehme mir vor, das nächste Mal passt Du auf, peng, da habe ich wieder den selben Fehler, Patzer oder wie man das nennen kann, gemacht oder ein Ereignis vergessen. Ich glaube, wir werden keine Lösung finden. Ich habe mich ein einziges Mal mit meiner Krankheit quasi entschuldigt und voll ein´s drauf bekommen.Ich glaube auch, daß es im Berufsleben am Schlimmsten ist. Liebe Grüße,Musica
Ausrede: Epilepsie
podi, Saturday, 03.11.2012, 12:20 (vor 5035 Tagen) @ Musica
Das Thema ist eigentlich sehr selbstkritisch gemeint. Man ist zB. verheiratet, hat Kinder und vergisst den Geburtstag. Dart ich da noch sagen, die Epilepsie ist schuld? Ich vergess das Bügeleisen, den Herd abzudrehen, da ist die Epilepsie auch schuld? Oder geh ohne zu zahlen aus dem Lokal, alles nur deswegen? Ist doch ganz leicht, das zu sagen.
Ausrede: Epilepsie
Musica, Saturday, 03.11.2012, 17:08 (vor 5035 Tagen) @ podi
Hallo Podi, jetzt verstehe ich Dich besser. Solche Erlebnisse habe ich zur Genüge. Heute konnte ich mich an einen zurückliegenden Familienausflug im August nicht mehr erinnern. Geburtstage vergesse ich grundsätzlich, schreibe sie aber jetzt akribisch genau in meinen Terminkalender.Ist nicht gesagt, dass ich es trotzdem vergesse... Es ist schon alles peinlich und schwer und kaum zu ändern und vor allem nicht zu verharmlosen. Nur verzweifeln dürfen wir nicht. Alles Liebe,Musica
Ausrede: Epilepsie
kucka, Saturday, 03.11.2012, 12:13 (vor 5035 Tagen) @ podi
hallo podi
du hast es nicht nötig dich immer zu rechtfertigen.Glaub an dich,trags mit Humor wenn du was vergessen hast.Die anderen verheimlichen das oft,denen gehts auch so.Wenn ich mal was vergesse,denk ich :Ja ja so n Schitt,nehms gelassen.Jeder vergisst mal was,wenn es im Gespräch ist,sag ich dann mal:Ja ja,man wird älter,hab im Moment soviel um die Ohren.Versteht jeder,ohne gross zu gucken. .Hatte letztens auf der Arbeit mit einer Kollegin auch so n Zungenbrecher,die konnte es selbst nicht aussprechen. JA ja! Podi es kann .muss aber im grössten Fall nicht an der EPI liegen. Mach dir keinen Kopf.
grüsse kucka
Ausrede: Epilepsie
podi, Saturday, 03.11.2012, 12:33 (vor 5035 Tagen) @ kucka
meine Freundin zB. nimmts nicht sehr leicht, wenn ich in 16 Jahren ihr Geb.Datum nicht weis. Oder, ich kann von meiner ganzen Familie kein einziges(!) sagen.
Ausrede: Epilepsie
podi, Saturday, 03.11.2012, 12:43 (vor 5035 Tagen) @ podi
ich kann auch von niemandem das Alter sagen...
Ausrede: Epilepsie
Green, Saturday, 03.11.2012, 16:48 (vor 5035 Tagen) @ podi
Hallo POdi
ja und dafür kannst Du was was andere nicht können.
Gruss Green
Ausrede: Epilepsie
kucka, Saturday, 03.11.2012, 19:57 (vor 5034 Tagen) @ podi
hallo Podi
ich markiere die Geburtstage im grossen Kalender an der Wand,wo ich eh das Kästchen weiterrücken muss. Herd und Bügeleisen,mach dir einen Kleinzettel an die Türklinke:ALLES AUS? Hat bei mir bei Licht geklappt,da ich immer erst spät Abends nach Hause komme.Es ist leicht gesagt,aber mach dich nicht fertig.Sprech mit deiner Freundin darüber,wenn sie dich liebt versteht sie deine Sorgen.
Hast du das Gefühl es liegt an den Tabletten,sag das dem Arzt,sag du willst das ändern,-ok?
grüsse kucka
Ausrede: Epilepsie
mezeg, München, Saturday, 03.11.2012, 17:57 (vor 5035 Tagen) @ podi
Hallo Podi,
vielleicht bin ich viel schlechter als Du... Es gibt Situationen, wo ich die Epilepsie sogar bewußt als Argument einsetze, nicht weil ich sie grundsätzlich als Ursache betrachte, aber um mich vor einer Situation zu wehren, die mir so oder so, jetzt oder davor, sehr unangenehm bis schmerzhaft war. Nachgeben zu müssen, obwohl ich müde, zurecht verärgert, verletzt usw. bin. Passiert mich dann schon zu sagen: "Jetzt habe ich mit Epilepsie zu kämpfen und bin nicht mehr so stabil, laßt mich einfach in Ruhe!" Nicht als grundlose Ausrede aber weil ich einfach geschafft bin und mir durch die "Epilepsie-Ausrede" eine Schonung verschaffe, die ich sowieso auch "früher" gebraucht hätte.
Ich bemühe mich auch, nicht alle kleinen "anderen" Phänomenen zu tief zu analysieren und der Epilepsie zuzuordnen, mich dadurch fertig zu machen "Komme ich aus dem Tunnel doch nie raus??" Die Epilepsie spielt noch in meinem Leben eine zu große Rolle, die ihr nicht zusteht. So betroffen bin ich doch nicht, viele - sehr viele - Leute akzeptieren mich genauso wie früher, kleine Probleme kann man anderen Ursachen zuschieben, einfach der Epilepsie die Zähne ziehen, zumindest soviel wie möglich. Ich richte mich in der für mich neue Situation ein und will Herr, NEIN, Frau im Haus sein!
Die Welt darf sich doch nicht um die Epilepsie drehen!
mezeg
Ausrede: Epilepsie
mascha, Sunday, 04.11.2012, 11:27 (vor 5034 Tagen) @ podi
Hallo podi,
ich verstehe dich gut. Ich selber bin quasi schon als " Schussel " ( wie meine Familie immer sagte ) zur Welt gekommen. Später habe ich dann erfahren, dass ich zu einer speziellen Sorte Mensch gehöre: zu den hochsensiblen Menschen! Da gibt es ein schönes Buch darüber : es heisst zart Besaitet, von Georg Parlow.
Ich nehme einfach viel mehr wahr als andere und bin deshlb schnell überfordert, müde und gestresst. Mein Kopf ist immer voll mit Gedanken, Empfindungen und hat daher nicht so viel Platz für anderes. Kann es nicht sein, dass das auf dich auch zutrifft?
Viele Grüße von mascha
Ausrede: Epilepsie
mathilda, Sunday, 04.11.2012, 12:16 (vor 5034 Tagen) @ podi
Hallo podi!
Erstmal finde ich die Epi nicht als Ausrede, man ist doch wirklich schnell müde usw.
Meine Vergesslichkeit nehmen wir mit Humor. Was soll man sonst machen, es ist ein gute Umgang damit und man selber fühlt sich besser.
Trotzdem finde ich es extrem bei dir. Nachdem ich mal den Herd nicht ausgeschaltet habe, weiß ich, dass ich da nochmal gucken muss.
Unser Bügeleisen geht nach einer halben Stunde von allein aus.
Abends mach ich nochmal meine Runde und gucke, ob ich alles ausgeschaltet habe.
Ok,
Aber Geburtstag bei engen Leuten vergessen kann ich mir nicht vorstellen. Klar, alles im Kalender eintragen, der sichtbar in der Küche hängt, trotzdem weiß ich Geburtstag vom Mann, Kind, Geschwister.
Ich an deiner Stelle würde mit dem Neurologen sprechen. Vielleicht bist du überdosiert oder verträgst die Medis nicht mehr so gut?
LG
Ausrede: Epilepsie
Shabd, Thursday, 08.11.2012, 20:04 (vor 5029 Tagen) @ podi
Guten Tag,
dieses Probleme in der Familie, in unserem Umfeld kenne ich leider zu gut...
Wo liegt die Grenze zwischen Sebstgerechtigkeit und frühere Verletzungen die uns durch einen unberechtigen Familien Stolz immer wieder einen Schlupfloch finden läßt.
Wir müssen ganz wahr mit uns selber sein. Seit 50 Jahre habe ich Anfälle, mal stark, mal weniger. Nur durch einen ''Ehrlich sein'' bis in die Tiefe können wir diese Mechanismus verändern. Nehmen Sie die Rate und Bemerkungen Ihrer Familie nicht persönnlich an, sondern sehen Sie sie als eine Hilfe. Wir haben alle etwas mitgebracht in dieser Welt, etwas was nichts ist. Sie haben Anfälle, Ihre Frau ist vielleicht von Natur überängstlich oder etwas anderes. Ein ist nicht besser als das andere. Ich betreibe seit mehrere Jahre Genealogie um nachzuforschen was in der Familie passiert ist. Ich endeckte, daß meine Ur-Oma väterlicherseits auch Epilepsie hatte. Epilepsie ist nicht genetisch vererbar aber die Lebenswerte meiner Vorfahren sind es dafür und diese Wert ( Stolz, Ehre...) sind Futter für unsere Anfälle. Sie treiben uns auf versch. Arten unter Druck (bewußt und unbewußt). Folge: Anfälle.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bleibe gern mit Ihnen in Kontakt wenn Sie es möchten.
Ich wünsche Ihnen alles Gut,
Freundlichen Grüße,
Bruno Huet
Ausrede: Epilepsie
kucka, Friday, 09.11.2012, 23:17 (vor 5028 Tagen) @ Shabd
Hasllo Shabd
Bei mir in der Familie ist die EPI häufig vertreten.Ob nur die Veranlagung dazu da ist -wie es ja immer heisst-so muss ich mal sagen: Wenn es in der Familie oft ist dann ist das für mich erblich.Ich hatte hier mal deswegen in Münster nachgefragt ,was mich betraf.Aber egal,in den meisten Fällen führt eine Veranlagung auch zu der Krankheit soooo ich habe gesprochen-Thema für mich erledigt
kucka
Ausrede: Epilepsie
Shabd, Saturday, 10.11.2012, 19:10 (vor 5027 Tagen) @ kucka
Gruß Dich Kucka,
es tut mir Leid wenn ich normal komme mit diesem Punkt Veranlagung und möchte Dir auch weder verletzen noch überfordern aber du hast eine Frage gestellt und gibst selber eine Antwort.Du fragst Dich nicht:''Könnte doch etwas stimmen in der Aussage? Ich habe auch lang gebraucht bis mir manche Sache über mich selber aufgefallen sind und besonders bis ich akzeptieren könnte daß mein Verhalten nicht immer in Ordnung ist. Es ist eigentlich nicht schlimm, wichtig ist, daß man anfängt um seiner Umwelt Willen, eine erste Schritt den anderen entgegen zu machen. Mit der Aussage: Es ist genetisch (obwohl die Ärtzte Heute sagen ganz klar:Epilepsie ist nicht vererbar, es ist etwas angeworben), bis du ganz frei gesprochen. Was dieses Anwerben betrifft, kann ich Dir, wenn du es möchtest schon einiges von mir erzählen.
Mit anderen Worte: Ich kann nichts dafür, es ist in meiner Familie.
Wenn es auch so wäre, EINER muß endlich den Mut haben, auch wenn es schwer zu sein scheint, die kommenden Generationen daraus zu holen. Es kostet viel Kraft aber du hast eine Familie, Freunde, Leute so wie wir die Dir beistehen und Dir helfen möchten. Wir können nicht ein Leben lang Opfer bleiben.
Was ist besser nach dem man ein Ausraster gehabt hat? Seine Familie zu sagen: Es tut mir Leid, ich möchte euch nicht ständig aufs Neue verletzen oder sturr in seiner Überzeugung zu bleiben, das Gefühl nicht verstanden zu sein zu pflegen, meinen daß man das fünfte Rad an der Karre wäre,und ... und... und. Ich kenne diese Mechanismus leider zu gut und weiß nicht ob ich Morgen nicht wieder herein fallen kann. Aber versuchen, immer wieder versuchen, sich ein Ziel für andere Menschen stecken die es noch schlechter haben. Diese Lebensschule ist nicht um sonst wenn man sein Herz für die Lebensaufgaben öffnen will. Jeder Mensch hat eine Lebensaufgabe, laß Dich benützen, Mensch! Du wirst sehen: Es gehen neue Lichter auf.
Noch einmal, sei mir bitte nicht böse, aber es gibt Fälle wo wir keine Streicheleinheiten anehmen und geben dürfen wenn wir heil werden wollen und dieses Thema ''Ausrede'' ist nach 50 Jahre Epilepsie zu wichtig, da einer Schlüßel zur Besserung darin steckt.
Ich wünsche Dir und Deine Familie alles Gut. Ich bin jederzeit bereit mit Dir weiter zu reden.
Herzliche Grüße,
Shabd / Bruno
Ausrede: Epilepsie
Green, Saturday, 10.11.2012, 20:48 (vor 5027 Tagen) @ Shabd
Hallo Shabd
Aber Fakt ist nun mal das die Ärzte sagen es ist nicht vererbbar ....schon vor 4o Jahren haben Sie das auch gesagt... sondern nur die Veranlagung dazu und es muss immer ein Äusserereinfluss dazu kommen damit es los geht.
Und das ist nun mal was anderes als vererben.
Das Einzige was ich tun kann ...selbst bestimmen ...wie ich damit ....dann umgehe..vielleicht eben anders als die vorher gehende Generationen. Nur damit werde ich meine Veranlagung dazu nicht los und gebe sie gebenenfalls an die nächste Generation weiter.
Gruss Green
Ausrede: Epilepsie
kucka, Saturday, 10.11.2012, 23:33 (vor 5027 Tagen) @ Shabd
Bruno:
Gruß Dich Kucka, ,, Ich habe auch lang gebraucht bis mir manche Sache über mich selber aufgefallen sind und besonders bis ich akzeptieren könnte daß mein Verhalten nicht immer in Ordnung ist. Es ist eigentlich nicht schlimm, wichtig ist, daß man anfängt um seiner Umwelt Willen, eine erste Schritt den anderen entgegen zu machen. Mit der Aussage: Es ist genetisch (obwohl die Ärtzte Heute sagen ganz klar:Epilepsie ist nicht vererbar, es ist etwas angeworben), bis du ganz frei gesprochen. Was dieses Anwerben betrifft, kann ich Dir, wenn du es möchtest schon einiges von mir erzählen.
kuckas Antwort:
wieso glaubst du ich leide unter meiner EPI bzw. kann damit nicht umgehen? Du kannst mir glauben ,auch i c h kann dir darüber viel sagen ich habs nicht erst seit gestern!
Bruno :
Mit anderen Worten: Ich kann nichts dafür, es ist in meiner Familie.
Wenn es auch so wäre, EINER muß endlich den Mut haben, auch wenn es schwer zu sein scheint, die kommenden Generationen daraus zu holen. Es kostet viel Kraft aber du hast eine Familie, Freunde, Leute so wie wir die Dir beistehen und Dir helfen möchten. Wir können nicht ein Leben lang Opfer bleiben.
kuckas Antwort:
Ich kanns nicht lassen,ich muss es sagen: Willst du mich bekehren? Ich fühle mich nicht als Opfer,ich lebe ein ganz normales Leben mit allem was dazugehört. Ich vermisse nichts!
Bruno:
Was ist besser nach dem man ein Ausraster gehabt hat? Seine Familie zu sagen: Es tut mir Leid, ich möchte euch nicht ständig aufs Neue verletzen oder sturr in seiner Überzeugung zu bleiben, das Gefühl nicht verstanden zu sein zu pflegen, meinen daß man das fünfte Rad an der Karre wäre,und ... und... und. Ich kenne diese Mechanismus leider zu gut und weiß nicht ob ich Morgen nicht wieder herein fallen kann. laß Dich benützen, Mensch! Du wirst sehen: Es gehen neue Lichter auf.
Noch einmal, sei mir bitte nicht böse, aber es gibt Fälle wo wir keine Streicheleinheiten anehmen und geben dürfen wenn wir heil werden wollen und dieses Thema ''Ausrede'' ist nach 50 Jahre Epilepsie zu wichtig, da einer Schlüßel zur Besserung darin steckt.
kuckas Antwort:
Es tut mir leid das du so Ausraster hast und dich als fünftes Rad in deiner Familie siehst. Aber wir hier im Forum beschützen dich aber.
.Du wirst sehen ,es wird auch für dich die Sonne wieder schein en,-ok? Nur Mut ,du musst nur fest dran glauben!
grüsse kucka