Woher weis man das man "geheilt" ist ???

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 14.11.2012, 08:43 (vor 5024 Tagen) @ Cassandra1988
bearbeitet von huge88, Wednesday, 14.11.2012, 08:46

Was meines Wissens nach als statistisch gesichert gilt ist, dass das Risiko eines erneuten Anfalls mit zunehmender Anfallsfreiheit abnimmt und bei einigen dadurch auch die Medikamente nach sehr langer Zeit ausgeschlichen werden können, ohne dass erneut Anfälle auftreten. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass manche selbst zu einer langen Anfallsfreiheit beitragen können, je nachdem, worauf diese sensibel reagieren, ergo diese Personen durch das Einhalten gewisser Grundsätze über eine medikamentöse Therapie hinaus weiterhin aktiv Anfällen vorbeugen können - dies zum Teil auch unbewusst aus der Gewohnheit der vorangegangenen Jahre heraus tun.

Generell gibt es aber keine wissenschaftlich fundierte Möglichkeit auszuschließen, dass nicht doch irgendwann wieder einmal ein Anfall auftritt - umgekehrt kann man auch nicht bei Personen mit sehr seltenen Anfällen beurteilen, wie gut und ob ihnen ein Medikament tatsächlich hilft.

Es gibt ein paar Epilepsieformen, z.B. bei der Absencenepilepsie des Kindesalters, bei der davon gesprochen wird, dass häufig eine völlige Ausheilung erreicht wird, was in diesem Fall so viel bedeutet, wie dass ein statistisch signifikanter Anteil der Betroffenen nach dem 12. Lebensjahr keine Anfälle mehr hat, während es aber immer noch einige gibt, die weiterhin Probleme haben oder bei denen es zunächst ausgeheilt scheint und im späteren Verlauf wieder eine Epilepsie auftritt.

Ich denk die Frage ist am Ende einfach, ob man sich irgendwann selbst als geheilt fühlt und damit so umgehen kann, dass man trotzdem nicht gerade etwas unternimmt, was förmlich nach einem neuen Anfall schreit, oder nicht. Immerhin bedeutet sich geheilt zu fühlen auch, dass man, sollte doch wieder irgendwann ein Anfall auftreten, ein ganzen Stück tiefer fällt, als wenn man sich nicht geheilt fühlt.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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