beruhigender Albtraum
Hallo,
Albträume bekommen wir alle und mein "Lieblings-Albtraum" ist es, verzweifelt pünktlich ankommen zu wollen und trotz allen Versuchen mich vom Ziel immer mehr zu entfernen. Unangenehm aber "bekannt".
Heute nacht 4:00 eine ganz andere "Gattung" - Ich sollte einen Film o.ä. einem kleinen wohl bekannten Publikum vorführen und konnte aus einem schwarzen "Loch" nicht raus. Als ich mich nur durch diese Linse ausdrücken könnte. Immer verzweifelte Versuche das Objektiv zu öffnen, nur hier und da eine dünne vertikale - und nicht runde - Öffnung zu erreichen.
Habe mich mit unheimlicher Kraft und Mühe selber geweckt (ich habe es einfach so empfunden) und hatte Angst wieder einzuschlafen, wie ich eigentlich wollte. Habe mir Tee ans Bett gebracht und ohne Lust ein Buch weiter gelesen. Hat schon Zeit gebraucht, bis ich BEREIT war, wieder zu schlafen. Mit Musik durch die Kopfhörern und den Kater auf den Füßen konnte ich dann abkippen und ohne weiteren Albtraum erwachen.
Was mich sehr beunruhigt, ist dieser dunkler bodenloser Schlaf von dem ich mich nur so qualvoll befreien konnte. So einen hatte ich vor zwei Jahren erlebt, als ich noch nicht von der Tumor wußte und meine nächtlichen - naßen - Anfälle nicht zuordnen konnte. Bei jenem Anfall schlief ich in einem Gästezimmer und machte als einzige Ausnahme das Bett nicht naß.
War es heute nacht die Ankündigung zu erwartenden nächtlichen Anfällen? Dabei war ich gestern bei MRT und von einer neuen Tumor gibt es keine Spur.
Oder "einfach" die Verarbeitung meiner grunsätzlichen Angst mich nicht mehr nach Außen ausdrücken zu können? Die Angst habe ich seit der OP, als ich mich mehrfach plötzlich nicht artikulieren konnte oder Gelesenes / Gesprochenes nur als "unformiges Brei" aufnehmen konnte. Habe es aber doch nun nur als lästig empfunden, weil es max. ein paar Minuten dauert, und ich dabei vollkommen normal "denken" kann und mich deswegen nicht mehr schäme.
Vielleicht wegen des Tods meiner Mutter vor zwei Wochen. Sie hatte Alzheimer und war seit Monaten "weg" und doch hier und da kurz "aufflackend". Als ich sie im August nach mehreren Monaten besuchte, sagte sie, als ich ankam: "ça par exemple!" also freudiges Erkennen einer angenehmen Person, ich traue es mir nicht präzisierer zu deuten. Einmal stammelte sie auch meinen Vornamen.
War die sehr kurze Öffnung der Linse damit ausgedrückt? Habe natürlich auch Angst an Alzheimer zu erkranken.
Durchdrehen und gleich zum Neurologen zu laufen, will ich noch nicht. Aber wenn der Albtraum sich allzu sehr wiederholt, muß ich was dagegen tun.
Vielleicht nur Blödsinn so viel dabei zu denken, hoffe aber, daß es befreiend ist, es auszudrücken. Und hier kann ich es tun!
mezeg