OP
Musica, Monday, 26.11.2012, 10:05 (vor 5012 Tagen)
Hallo, ich beziehe mich auf die Frage von DaBäda. Hier im Forum habe ich eigentlich immer nur von erfolgreichen OP´s gehört.
Gibt es denn auch mißglückte OP´s? Mit welchen Folgen?
Hatten die Operierten hier nicht furchtbar Angst? LG,Musica
OP
mezeg, München, Monday, 26.11.2012, 11:10 (vor 5012 Tagen) @ Musica
Hallo, ich beziehe mich auf die Frage von DaBäda. Hier im Forum habe ich eigentlich immer nur von erfolgreichen OP´s gehört.
Gibt es denn auch mißglückte OP´s? Mit welchen Folgen?
Hatten die Operierten hier nicht furchtbar Angst? LG,Musica
Hallo Musica,
na, ja, wenn Du unbedingt schlechte Erfahrungen lesen willst, habe ich zwei Beispiele!
Vor einer Weile lief im Fernsehen ein Bericht über die Berliner Charité. Unter anderen wurde der Fall einer nicht ganz jungen Frau vorgestellt. Sie hatte eine bösartige Tumor im Gehirn (wenn ich mich richtig erinnere, sogar die zweite). Diese beim (im?) Sprachzentrum. Für das Öffnen der Schädeldecke wurde sie anesthäsiert aber die weitere OP erlebte sie beim Bewußtsein, weil das Gehirn da nicht schmerzt. Um nicht zu weit zu gehen, wurde ihr dabei Bilder von Gegenstände vorgeführt, die sie wörtlich nennen sollte. Sie wurde vor der OP für diese Technik trainiert.
Die OP lief gut, die ersten Tagen auch, man sah sie auch im Garten mit ihrem Mann. Und dann kamen starke GM-Anfälle und die Ärzte waren entmutigt / enttäuscht. Aber es handelte sich nicht um originale Epilepsie an sich, sondern um die Reaktion auf dieser bösartigen Tumor.
Und im Großhadern kam in mein Zimmer eine Frau ebenfalls mit Meningeom, wenn auch mit anderen Symptomen als Epilepsie: Lähmung des linken Arms. Bei der OP bekam sie einen starken Hämatom am linken Auge, war reizbar bis aggressiv.
Soweit ich es beurteilen kann, handelte sich in beiden Fällen nicht um "mißglückte" OPs sondern eher um Grenzen der Möglichkeiten (bösartige Rezidiv-Tumor) oder nicht immer vermeidbare Probleme, die im zweiten Fall wohl nur Frage etwas Zeit und Geduld waren.
Furchtbare Angst hatte ich die Sprachfähigkeit zu verlieren und in meinem eigenen Kopf eingesperrt zu sein. Andere schlimme Konsequenzen wären sowieso aufgetreten, wenn man nicht operiert hätte. Die Tumor war "raumfordernd und mit Wachstumtendenz". Es wird jedes Jahr kontrolliert, daß sie nicht wieder aktiv wird.
mezeg
OP
Green, Monday, 26.11.2012, 16:34 (vor 5012 Tagen) @ Musica
Hallo Musica
das fragst du ja nun nicht wirklich..das Ops auch schief gehen können. Ja sicher können sie das und meinste die schreiben hier alle bei denen es schief gegangen ist.
...ein bischen gesunder Menschenverstand.
Ich bin schon immer beeindruckt wer mit wie relativ wenig Anfällen meint sich am Kopf rum schnipeln lassen zu müssen.
Gruss Green
OP
Musica, Tuesday, 27.11.2012, 19:35 (vor 5010 Tagen) @ Green
Hoppla Green, was willst Du mir damit sagen," ....ein bißchen gesunden Menschenverstand... und wer sich alles mit wenig Anfällen am Kopf rumschnippseln lässt? ? ? LG, Musica
OP
Green, Tuesday, 27.11.2012, 20:12 (vor 5010 Tagen) @ Musica
Hallo
ich meine was ich sage/schreibe
Der gesunde Menschenverstand muss einem doch sagen das es auch Leute gibt bei denen
eine Op schief gegangen ist oder nichts gebracht hat.
Ja und es gibt Leute die wenige Anfälle habe und dafür Ihr Leben auf das Spiel setzen
und sich am Kopf rum schnipeln lassen.
Gruss Green
OP
Musica, Wednesday, 28.11.2012, 18:55 (vor 5009 Tagen) @ Green
Meine Frage hast Du wohl nicht so richtig verstanden! Macht ja nix.
LG, Musica
OP
sandytimmy, Wednesday, 28.11.2012, 08:20 (vor 5010 Tagen) @ Musica
beruhigt euch
damit ist doch nur gemeint dass man halt weiß dass bei der kleinsten op was passieren kann, also bei großen eingriffen erstrecht.
da muss man der medizin aber vertrauen, panik machen bringt nichts.
ich war ja schon im mai zur pächirurgischen diagnostik in bonn und habe mir das ok dafür da geholt.
gründe warum man sich bei wenig anfällen operieren lässt, (habe 2-3 anfälle pro monat):
hauptgrund bei mir, war dass ich einfach keine stelle gefunden habe, bis vor kurzem.
jetzt wo ich doch vor der op eine stelle bekam, ist das thema op erstmal verschoben, falls ich dieprobezeit überlebe.
OP
Musica, Wednesday, 28.11.2012, 19:00 (vor 5009 Tagen) @ sandytimmy
Danke Dir. Bei dieser Gelegenheit kann ich Dich ja einmal fragen, wie es Dir im Job nun geht. Bist Du nicht Optikerin? Liebe Grüße,Musica
OP
bananamama, Wednesday, 28.11.2012, 20:31 (vor 5009 Tagen) @ Musica
hallo Musica , schau mal
ich bin mittlerweile 8 Mal
operiert worden und lebe
immer noch , bin noch keine
50 aber EU Rentnerin . LG Moni
PS: Aber das hat andere Gründe
OP
Musica, Wednesday, 28.11.2012, 21:04 (vor 5009 Tagen) @ bananamama
Hallo Moni, danke Dir. Jetzt bin ich natürlich neugierig. Du bist 8 mal wegen Epi operiert worden? Aber der Grund für Deine Berentung ist nicht die Epi-OP? Liebeb Gruß,Musica
OP
bananamama, Wednesday, 28.11.2012, 21:26 (vor 5009 Tagen) @ Musica
ja,ja die Neugier
ich bin erst beim 8ten Mal wegen der Epi
operiert worden , was aber unnütz war
weil meine Epi aufgrund vorangeganener
OP`S und Narbengewebe erst entstanden
ist , ich nehme einen Haufen Tabletten
bin aber im eigentlichem Sinn austherapiert
Lamo 350-0-350 + Apydan 600-0-600
hab aber das Problem mit der Psychischen
Belastung von außen-dann bumm LG Moni
OP
bananamama, Wednesday, 28.11.2012, 21:28 (vor 5009 Tagen) @ Musica
PS : Nein der Hintergrund ist ein anderer
OP
sandytimmy, Thursday, 29.11.2012, 07:54 (vor 5009 Tagen) @ Musica
mir geht es recht gut. ich bin augenoptikerin, allerdings 7 jahre aus dem beruf.
den alten kram an wissen wieder zu erlernen fällt mir recht schwer. das kostet viel kraft, die konzentration dafür kostet auch viel energie. der chef wusste das und die anfälle schon vorher, hat momentan zumindest noch verständnis. in zwei wochen geh ich zu einem seminar in ulm, muss also in der zeit in einem hotel, weg von der familie.(wohne nahe dortmund)
freu mich in der regel aber auf alles neue, geht mir also gut
OP
Roen, Monday, 03.12.2012, 14:48 (vor 5005 Tagen) @ Musica
Hallo Musica.
Gott sei Dank kann ich dir nicht von einer mißglückten OP erzählen.
Aber ich kann dir von einigen Dingen erzählen, die man bei der Abwägung einer OP
mit betrachten sollte.
Natürlich habe auch ich, obwohl es meine 28ste OP mit Vollnarkose war, am Abend vor der OP,
die im April 2011 durchgeführt wurde, ziemliches Muffensausen gehabt.
Weniger vor der OP an sich, eher vor dem, was passieren konnte. Würde ich nachher noch wissen wer die anderen sind,
wer ich bin oder überhaupt wieder so wach werden das ich irgendetwas mitbekomme.
Dabei hatte ich nicht soviel Angst zu sterben, sondern davor, bis zum Ende meiner Tage ein Pflegefall oder Schwerstpflegefall zu werden.
Aber bis auf ein kleines Problem mit der Blutgerinnung und einer allergischen Reaktion auf das Blutplasma, welches übertragen wurde,
lief die OP gut.
Als ich wieder wach war, etwa 1,5 Tage post OP, ging es mir auch gleich sehr gut. Keine Schmerzen o.ä. und Ausfälle gab es auch keine.
Nach 4 Tagen wurde ich nach hause entlassen.
Doch da war etwas, ein kleiner Gesichtsfeldausfall war entstanden, der mich aber nicht wirklich störte. Im oberen linken Quadranten konnte ich nichts mehr sehen.
6,5 Wochen post OP ging ich dann auch wieder arbeiten. Ich bin Konstrukteur in der Automobilinudtrie und arbeite viel mit 3D Programmen.
Mit der Wiedereingliederung im Rahmen des Hamburger Models schaffte ich es innerhalb von 2 Monaten wieder vollzeit arbeiten zu gehen.
Wie vor der OP wurde ich auch nach der OP mit dem Taxi zur Arbeit und wieder nach hause gefahren.
Mit dem Wunsch wieder Auto zu fahren musste ich noch Geduld haben. 1 Jahr Anfallsfreiheit würde ja nun noch bis April 2012 dauern.
Größere und etwas unangenehmere Probleme hatte ich mit der Halswirbelsäule und der Muskulatur rund um meinen Kopf.
Mein Kiefer stand nicht mehr so wie vor der OP und ich hatte ständig Kopfschmerzen weil die Muskulatur sich stark verspannte.
Zudem ließ mich meine HWS und Schädelmuskulatur kaum schlafen. Selbst ein neues, wirklich fluffiges Kopfkissen gab keine Besserung.
Anfälle hingegen blieben aus.
Im September fuhren meine Frau, unsere schwerbehinderte Tochter und ich 4 Wochen zur REHA ins Erzgebirge.
Hier wurde mir dann am 13.Oktober von der Augenärztin die Hiobsbodschafft verkündet:
"Sie wissen doch, dass sie mit diesem Gesichtsfeldausfall kein Auto fahren dürfen, oder?"
"Ähhh, nein, wusste ich nicht," es hatte mir auch niemand vorher gesagt. Mir wurde das Risiko eines derartigen Ausfalls mitgeteilt, aber nicht die Auswirkungen.
Auch nach der OP, als beim Test der Ausfall diagnostiziert wurde sprach niemand von der Bedeutung.
Schließlich war die Wiedererlangung der Fahrtauglichkeit ein großer Mutivator für die OP gewesen.
Auch von den Problemen die an der HWS und der Muskulatur rund um den Kopf entstanden sind und die Kieferproblematik hatte niemand gesprochen.
Nun heute, am 3ten Dezember 2012 darf ich wieder Autofahren, nach langem, langem Kampf mit Augenärzten und Beamten. Anfälle hatte ich keine mehr,
aber die Problematik der HWS und des Kiefers sowie der Muskulatur besteht immer noch. 2 x 2 Stunden Therapie in der Woche halten die Probleme in einem
erträglich Rahmen. Mein Kurzzeitgedächnis hat deutlich nachgelassen und die Fähigkeit Information aufzunehmen ist eingeschränkt. Ich vergleiche es mit einem
Tunnel, der vor der OP aus 2 Röhren bestand durch die die Informationen hindurch konnten. Nun ist es nur noch eine Röhre und so stauen sich die Informationen
öfter Mal vor dieser Röhre, was bei hohem Aufkommen schon Mal zu Schwindel führen kann. Dieses gleiche ich dann damit aus, dass ich mir einiges in einem
Notizbuch aufschreibe. Zudem habe ich alle in meinem Umfeld immer über den aktuellen Stand informiert, auch meine Arbeitskollegen. So weise ich sie darauf hin,
wenn es für mich zu schnell geht oder zu viel an Informationen auf mich einprasseln. Daher läuft alles relativ normal weiter.
Du siehst also, es gibt viele Aspekte die eine solche OP zu einem Erfolg oder Misserfolg werden lassen können.
Bei mir spielt immer noch eine fortgeschrittene Auto Immunerkrankung eine wichtige Rolle.
Ich muss also immer auf zwei Hochzeiten tanzen und nichts aus dem Blick lassen.
Aber die meisten können sich ja auf die Epilepsie konzentrieren und somit alle Energie in das Projekt OP legen.
Nach etwa 33 Jahren Epilepsie mit fokalen und komplex fokalen Anfällen bin ich nun 18 Monate Anfallsfrei. Dieses bedarf auch einer langen Zeit der Gewöhnung.
Bei jeder noch so kleinen Veränderung ist man gleich beunruhigt und hat Angst die Anfälle könnten wieder kommrn.
Die Dosierung eines der beiden Medikamente konnte ich bereits um die Hälfte reduzieren.
Wie du einen Erfolg oder Misserfolg definierst kannst ja nur du beschreiben.
Also es geht oft gut, aber nicht immer zu 100%.
Liebe Grüße,
Roen