Epilepsie (bei der Bundeswehr erkrankt)

Diescherik, Friday, 30.11.2012, 14:05 (vor 5008 Tagen)

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage und hoffe eine Antwort zu bekommen. Zunächst muss ich die Situation schildern; ich bin seit 4 Jahren im öffentlichen Dienst beschäftigt und habe seit 2008 keinen Schwerbehindertenausweis mehr, den muss ich wieder beantragen da ich Ende 2007 zusätzlich an Narkolepsie erkrankt bin. Ich bin zwei Mal am Arbeitsplatz eingeschlafen und habe nun Angst um meinen sicher Job. Mittlerweile habe ich mich meinem Vorgesetzen anvertraut und die Situation erklärt auch deshalb weil ich durch meine Krankheit in den Minusstunden bereich gerutscht bin.

Nun zu der Frage:
Ich habe vor drei Tagen über einen Sozialverband nun den Antrag für den Ausweis gestellt so weit so gut; in dem Gespräch hat mein Ansprechpartner heraus bekommen das ich während meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr (Wehrdienst) an Epilepsie (Celebrales Anfallsleiden) erkrankt bin und dadurch meinen urspr. Beruf des Dachdecker an den Nagel hängen musste. Vor Eintritt in die Bundeswehr war ich zu 100% fit und nun bin ich ein Wrack. Es geht nicht mehr ohne Medikamente etc., ich bin zwar seit fast 11 Jahren Anfallsfrei aber keiner würde mir im Leben eine Bescheinigung ausstellen das ich wieder als Dachdecker arbeiten darf. Meine Lebensqualität durch die Narkolepsie ist so stark beeinträchtigt das ich, sobald ich irgendwie bequemer liege, einschlafe. Das ist mir auch schon auf der Arbeit passiert.

Nun zum eigetlichen, mein Sachbearbeiter will nun einen Antrag auf Wehrbeschädigung stellen da ich nachweislich durch Bundeswehr Arbeitsunfähig auf Lebenszeit geworden bin (lt. Berufsgenossenschaft für alle gewerblichen Berufe). Ausserdem sagte der gute Mann beim sozialen Dienst das ich vor Eintritt in die BW mehrere Jahre zuvor im Arbeitsleben stand.

Kann mir vielleicht jemand eine Einschätzung geben? Darüber hinaus würde mich natürlich interessieren wie hoch der GdB bei Narkolepsie ist. Zur Zeit nehme ich das Medikament Vigil 100 Modafinil, die Nebenwirkungen sind teilweise unerträglich.

Gruß
Stefan

Epilepsie (bei der Bundeswehr erkrankt)

Green, Friday, 30.11.2012, 15:47 (vor 5008 Tagen) @ Diescherik

Hallo ich kenne jemanden der ist bei der Bundeswehr auch erkrankt....zeckenbiss hirnhautentzündung vorrüber gehende lähmung links und dann Epilepsie.
Haben den Bund verklagt hat nix genützt ......ist aber schon 35 Jahre her..und seine Arbeit konnte er auch weiter machen....aber nie aufsteigen und früh schon halbe rente bekommen.
Gruss Green

Epilepsie (bei der Bundeswehr erkrankt)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 30.11.2012, 17:10 (vor 5007 Tagen) @ Diescherik

mein Sachbearbeiter will nun einen Antrag auf Wehrbeschädigung stellen da ich nachweislich durch Bundeswehr Arbeitsunfähig auf Lebenszeit geworden bin (lt. Berufsgenossenschaft für alle gewerblichen Berufe)

Dürfte in meinen Augen schwer werden, mit dem Antrag durchzukommen, da für eine Wehrbeschädigung vermutlich ein nachweisbarer kausaler Zusammenhang zwischen Epilepsie und der Wehrtätigkeit als solches hergestellt werden muss - zumindest ist bei allem, was ich bzgl. Schadensersatzleistungen etc. kenne, der Nachweis der sogenannten Kausalität notwendig.
Also wäre es wichtig, dass Du alle medizinischen Unterlagen aus der Zeit hervorkramst, z.B. ob Du dort einmal auf Grund eines Unfalls eine Kopfverletzung erlitten hast.

Außerdem halte ich die Aussage des bei der Berufsgenossenschaft für Dich zuständigen, wenn er/sie das wirklich so gesagt hat - entschuldige, wenn ich das Ganze so krass ausdrücke - für unqualifiziert und grundsätzlich falsch. Berufsunfähig bzgl. des Dachdeckers, ja, arbeitsunfähig bzgl. aller gewerblichen Berufe, sicherlich nicht. Muss halt was sein, bei dem Du weder Dich, noch andere über ein normales Maß hinaus durch einen Anfall gefährdest.

und nun bin ich ein Wrack. Es geht nicht mehr ohne Medikamente etc.

Könntes Du das mit dem Wrack vielleicht näher erläutern? Von der Art, wie Du schreibst und von Deiner Arbeit erzählst, die Du ja behalten willst, hörst Du Dich in meinen Ohren nicht gerade danach an.

Was die Narkolepsie angeht: Es gibt, wie es auch Epilepsiezentren gibt, auch Narkolepsiezentren. Ich kenne jemanden, der selbst damit zu kämpfen hatte und sich in einem solchen hat Medikamentös einstellen lassen und damit gut klar kommt. Bei Dir muss halt die Einstellung zwecks eventueller Wechselwirkungen mit einem anderen Facharzt noch abgesprochen werden.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil