lamotrigin

mezeg, München, Wednesday, 05.12.2012, 18:28 (vor 5002 Tagen) @ rennmaus1

Hallo,

Lamotrigin nehme ich seit 1 1/2 Jahren. War eine Weile auf der Hälfte der verschriebenen Dosis geblieben, weil ich partout nicht akzeptieren wollte, trotz erfolgreicher OP noch epileptische Anfälle zu bekommen. Neurologe informiert. Nach 2 GM-Anfällen habe ich die volle Dosis (100 - 0 - 100 mgr) akzeptiert.

Beim Start und jeder 25 mgr mehr hatte ich große Ein-/Durchschlafschwierigkeiten. Trockenen brennenden Mund. Anfang dieses Jahres bekam ich eine Welle starken Auras: Reizbarkeit, Durchdrehen, Angstzustände, Übelkeit. Daraufhin wurde die Dosis auf 125 - 0 - 125 erhöht. Die Schlafprobleme sind akut geworden, jede zweite Stunde mit brennendem Mund aufwachen und nur schwer wieder einschlafen. Es kam soweit, daß ich in der U-Bahn wohl kurz einschlief und völlig verwirrt aus dem Wagen sprang - wenn auch am Ziel. Es wurde eine Weile als Absence bewertet, was dem Neurologe als "nicht logisch" verstand.

Durch den akuten Schlafmangel entschied ich, es muß umgestellt werden und nahm an dem Abend nur 100 mgr anstatt 125, wo man doch immer 25 mgr-mässig rauf- und runterfährt. Da es in der gleichen Nacht besser ging, blieb ich dabei, um zu sehen, ob es sich bewährt.

So ging es auch. Ich schlafe jetzt wieder normal :-) - bis auf kleine - normale - Probleme. Ich drehe nicht wieder durch in der Vorstellung eine Situation würde sich dramatisch entwickeln, notfall meldet sich in so einem Fall das "Rationale": "Was soll der Quatsch? Warte, bis wirklich etwas passiert, erst dann darüber grübeln und handeln!" :-)

Die Sprachprobleme (nicht reden, Gelesenes oder Gesprochenes nur als unformiges Brei aufnehmen, dies mehrere Minuten lang) haben sich auch um etliches beruhigt. Es gibt wohl hier und da einen Informations-Stau im Gehirn, mir kommt es aber so vor, als ob sich langsam Umleitungswege durchsetzen würden.

Was von den Problemen Lamotrigin oder der Epilepsie zuzuschieben ist, kann ich nicht definieren. Bis auf die Schlafprobleme definitiv wegen Lamotrigin - einmal irrtümlicherweise die doppelte Menge genommen... war nicht witzig!:-( :-(

Angst und Reizbarkeit wahrscheinlich auch, beide sind nun wieder normal - hindert mich zwar nicht daran, einen Wutanfall zu bekommen, wenn ich mich ungerecht behantelt fühle, aber dies würde ich als "genetisch" betrachten...:-D :-D

Also, Nebenwirkungen für mich - soweit ich sie von epileptischen Reaktionen unterscheiden kann - waren primär die sehr deutlichen Schlafprobleme, deutlich erhöhte Flüssigkeitsbedarf, dazu überhöhte Streßanfälligkeit. Ob Übelkeit dazu zählt, weiß ich nicht, Temporalepilepsie (meine) meldet sich über den Magen.

Auf jedem Fall hat sich nun alles sehr deutlich beruhigt, ich akzeptiere auch emotional die Epilepsie, diese fremde Macht in meinem Kopf und stehe dazu. Es hat sich gelohnt, bei Lamotrigin durchzuhalten.

mezeg

P.S. Punkto Schlafprobleme: Der Zufall wollte, daß ich die eine Reduzierung abends gemacht habe (also 100 anstatt 125, in der Früh aber 125). Mir wurde von einem anderen Neurologen gesagt, daß es so für den Schlaf besser war, Lamotrigin "aktiviert", kann aber "assymetrisch" genommen werden. Frag aber lieber Deinen Neurologen anstatt zu experimentieren...


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