Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Monday, 10.12.2012, 00:22 (vor 4998 Tagen)

Hallo an alle,
bin ganz neu hier, hab mich gerade angemeldet, es geht eigentlich nicht um mich sondern um mein Freund Thomas. Es ist bei ihm noch nicht Epilepsie oder anderes diagnostiziert worden. Allerdings kenne ich ihn seit gute 3 Jahre und hab heute sein 2. Anfall (was auch immer das sein mag, wissen wir noch nicht) miterlebt. Bin noch ziemlich von der Rolle da es heute schon ziemlich heftig war, musste den Notarzt rufen. Dachte wenn ich euch den Vorgang beschreibe könnt ihr mir vll sagen ob epilepsie überhaupt zutriffen könnte oder vll nicht.

Wir haben zu Abend gegessen, ein Paar bratwürstchen mit Brot. Danach hab ich ein Tee gemacht. Thomas hat kaum davon getrunnken (2-3 schlücke), seh ich gerade. Irgendwann, wir saßen im Wohnzimmer auf der Couch, Er hat sich plötlich über starke Magenkrämpfe beschwert und auf einmal ging es los. Er hat so starke Laute von sich gegeben und sein Kopf hat sich nach hinten verkrampft. Allerdings ist er immernoch auf der Couch gelgen auf der Seite, er hatte die Augen nach hinten gerollt und er ist immer weißer und weißer geworden, auf einmal hat er den Mund zu gemacht aber er gab immernoch Laute von sich. Dann hat er begonnen wieder Farbe zu bekommen und ich hatte mich schon fast gefreut, allerdings ist er dann immer roter und roter geworden. Ich hab ihm mit Gewalt den Mund aufgerissen (was nicht so einfach gegangen ist) und hab gesehen dass die Zunge am Gaumen ist, hab die auch runtergezogen und mann hat richtig gehört, wie es die Luft reinzieht während sich die Zunge langsam löste, und wieder zum vorschein kam. Dann hat er mir auf den Finger gebissen dass dann ich geschrieen habe, hab ihn aber auch schnell wieder raus bekommen. Er kurz den Arm hochgerissen und ist wieder auf die Couch, aber leicht auf den Rücken gelegen. Hab gehört wie er Spucke im Rachen hat und hab versucht ihn aufzusetzen, was so halb gelugen ist, damit er sich nicht wieder irgendwie verschluckt. Dann war es zum glück fast vorbei, er ist dann weider zu sich gekommen und hatte keine Ahnung was los ist. Ich hab gesagt ich will ihn jetzt ins Krankenhaus fahren. Er hatte sich bepinkelt, und war total orientierungslos und musste kurz durchatmen. Dann wollte er auf die Toilette und konnte sich kaum auf den Beinen halten, musste ihm stützen beim gehen. Er meinte ich sollte lieber den Rettungsdienst rufen er füuhlt sich nicht gut. Er war auf der Toilette und musste groß eher durchfallartig. Ich hab ihn ins Bett gelegt, er war total fertig. Der Notarzt ist gekommen und hat den Blutdruck und Herzschlag gemessen. Sie haben ihn gefragt ob er ins Krankenhaus will oder ob ein Arzt noch vorbei schaun soll. Er meinte das sei schon öfters passier, er will lieben Zuhause bleiben und den Arzt haben. Er war immernoch total ferig und hat kurz gedöst. Die Ärztin ist dann 1Std später gekommen, sie meinte er soll sich durchchecken lassen dass kann mann so nicht sagen. Ob das von Magenschmerzen und Essen kommt oder doch eher Richtung Epilepsie geht.
Gleich Morgen früh gehen wir zum 1. Arzt und ich will Wissen was er hat.
Allerdings "kippt" Thomas schon seitdem er Kind ist öfters um und er war schon ein Paar mal bei Ärzten und sogar eine ganze Wochen im Krankenhaus und niemand hat was gefunden.
Bestimmt hab ich auch einiges Falsch gemacht? Ich weiß nicht, kenn mich leider nicht wirklich gut mit dem Thema aus. Aber dacht vll gibt es ja irgendwelche anzeichen für irgendwas. Ist epilepsie immer Nachweisbar?
Tja bin ratlos und auch total fertig mit den Nerven, hatte echt Angst er stirbt mir in den Armen, war schon echt ein heftiger Abend.
Bedanke mich schon mal und freu mich für jegliche Info und wervollen Tipp.

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

Phoenix, Magdeburg, Monday, 10.12.2012, 02:24 (vor 4998 Tagen) @ vila

hallo und wilkommen hier im forum,

also ob es sich hierbei um eine epilepsie handelt oder nicht kann ich genauso wenig sagen wie die ärztin. da muss schon ein facharzt ran, in diesem fall ein neurologe oder noch besser epileptologe. aber das geräusche von sich geben, das augenverdrehen, das mund zupressen, danach sehr wackelig auf den beinen...das habe ich bei meinen anfällen auch. allerdings nicht das mit dem rot bzw blasswerden. widerum gibt es soooo viele verschiedene epilepsieformen...
wie lang hat denn der ganze prozess etwa gedauert, bis er wieder bei bewusstsein war??? hatte er irgendwelche zuckungen am körper??? und wie lange ist es her, dass es das letzte mal aufgetreten war???

als tip zur eigenen ersten hilfe kann ich dir zwei sachen empfehlen. das eine nennt sich "Tavor" und ist eine tablette, die man dem betroffenen in die wange steckt, wo sie sich dann von selbst auflöst. sie dient zur schnellen beruhigung.
das zweite nennt sich "diazepam". ich kenne es nur als eine art spritze (nicht so eine mit nadel vorn dran, eher wie eine kuchenspritze), die man dem betroffenen in den po, also in den darm, spritzt und zur sofortigen beruhigung bzw zur unterbrechung des prozesses dient. bin mir nicht sicher ob es das mittlerweile auch in tablettenform gibt.

wünsche euch erstmal gute aufklärung beim arzt.

Liebe Grüße
Tommy

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

mikewi, München, Monday, 10.12.2012, 08:31 (vor 4998 Tagen) @ Phoenix
bearbeitet von mikewi, Monday, 10.12.2012, 08:37

Hallo Tommy,

ob es sich hierbei um Epilepsie handelt ist schwer zu sagen, wenn auch einige Indizien darauf hin deuten.
Wie z. Bsp.
- Augen verdrehen
- Zunge am Gaumen
- Zubeißen
- sich nach dem Anfall verkriechen -in die Toilette verziehen-
- in die Hose pinkeln
- an nichts erinnern
Was du für deinen Freund tun kannst ist folgendes:
Notier dir solche Sachen. Das können mal wichtige Informationen für einen auf Epilepsiefacharzt sein. Notier dir dabei auch wie lange dauert es und ob er, bzw ab wann er wieder ansprechbar ist.
Aber ich bin ja auch kein Arzt, sondern selbst Epileptiker.

Zu deinem Selbstschutz ein paar Tipps:
Halte ihn niemals fest, er wird sich dagegen wehren. Wie jeder Epileptiker im Anfall (Und jeder andere Mensch auch, der gegen seinen Willen festgehalten wird). Passe lediglich auf, dass er sich nicht verletzt und lasse ihn dann aber sofort wieder los. Stecke ihm niemals etwas zwischen die Zähne. Das hat man früher gemacht. (Aber das Erstickungsrisiko dabei ist höher als das es nutzt). Und schon gar nicht deinen eigenen Finger!! in dem du z. Bsp. versuchst ihm etwas aus dem Mund zu holen. Er kann ihn dir abbeißen und kann nichts dafür. Denn im Anfall ist er nicht Herr seiner Sinne.

Gruß
Mikewi
PS.: Einen Notarzt zu rufen kannst du dir in Zukunft sparen. Denn bis der vor Ort ist, ist der Anfall in der Regel vorbei. Und die wenigsten sind auf Epilepsie geschult und verhalten sich selbst falsch. Versuche lieber deinen Freud dazu zu bewegen einen Neurologen aufzusuchen.

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Monday, 10.12.2012, 22:04 (vor 4997 Tagen) @ mikewi

Hallo Tommy,
Hallo Mikewi,

erst mal danke für eure Antworten.
Waren heut bei Thomas Hausärztin die ihn schon von klein auf kennt, zum Glück eine sehr freundliche und angenehme Frau.
Blut abgenommen, Bauch abgetastet (weil er ja kurz vor dem Anfall plötzlich extrem starke Megenschmerzen hatte). Sie hat uns für Morgen Früh bein Neurologischen Notdienst angemeldet mit verdacht auf ein Epileptischen Anfall.
Ende der Woche will sie ihn auch wieder sehen und sie ist zum Glück auch daran interessiert herauszufinden was gennau er hat.
Da er ja schon vor Jahren mal beim Neurologen war, auch nach einem Anfall(oder wie er es nennt, er ist Zusammengeklappt) und nichts wurde gefunden.
Er war auch mal 1 Woche im Krankenhaus, auch nach dem er Zusammengeklappt ist und da wurde auch nichts festgestellt.

An Tommy, ebend danke, falls die Morgen wieder nichts festellen werd ich ihn zum einem epileptologe schleppen.
Wie lang das ganze gedauert hat, kann ich leider nicht genau sagen, aber es hat schon ein Paar minuten gedauert, schätzungsweise 3-4 Minuten, hab aber ebend nicht auf die Uhr gesehen, worauf ich in Zukunft allerdings achten werde.
Zuckungen... Tja eher gröbere, also kein zitternartiges sondern er hatte die Hände verkrampft, den Kopf nach hinten, die Beine angewinkelt. Sein Kopf (vor allem der Kopf) und die Arme haben sich am meisten bewegt, dann hat er den Arm in die Luft gestreckt, hat sich dann leicht aufgesetz und ist wieder runter wo er dann das röcheln angefangen hat weil er mehr auf den Rücken gelegen hatte. Allerding kann es auch sein dass ich nicht daruf geachtet habe, eher auf sein Gesicht wegen der davorigen Farbveränderung. -Zuerst ebend ganz blass also echt schon weiß und dann so extrem Rot das immer dunkeler geworden ist, dann hab ich ihn dem Mund aufgerissen und die Zunge runter, dachte er erstickt gleich, er ist ja auch schon so dunkelrot gewesen dass es schon fast ins bläuliche gegangen ist.-
Das letze mal das er so ein Anfall hatte war vor ca 2 Jahren, auch Zuhause in meiner Anwesenheit, allerdings war das damals nicht so heftig wie dieses mal. Und da ist er auch nicht so rot geworden.
Von dem diazepam hat uns die Arztin die hier war auch erzählt, allerdings stell ich mir das nicht so einfach vor. Dieses mal hatte er eine Jogging Hose an, aber während einen Anfall, mit Jeans bsp. Wenn es die schon in Tablettenform gibt wäre es viel einfacher. Aber Hauptsache es Hilft und wenn es den Prozess sofort stoppt, nehm ich das gern in kauf.

An Mikewi ja werd in Zukunft genauer auf die Zeit achten und mir das ganze Notieren, in ein "Thomas Buch" :-)
Ja wegen der Finger Geschichte bin ich selbst Schuld, wusste das mann kein Finger in den Mund steckt wenn jmd ein Anfall hat, und ehrlich gesagt hab ich auch kurz darüber nachgedacht aber das war mir dann egal, dachte wirklich er erstickt, Finger hab ich ja noch weitere 9.
Ja der Rettungsdienst konnte nicht viel machen und hat auch nicht wirklich die Lage vestanden. Allerdings hab ich ihn auf sein Wunsch gerufen, er fühlte sich anscheinend so schlecht. Die Ärztin die danach gekommen ist, hat gemeint ich sollte in Zukunft sofort den Notruf rufen damit ihn jmd sieht wenn er ein Anfall hat um zu sagen was es sein kann. Allerdings bezweifel ich auch dass die es rechtzeitig schaffen. Da bleib ich liebe bei ihm anstadt durch die Welt zu telefonieren.
Morgen früh zum Neurologen und ich gebe keine Ruhe bis mir jemand sagt was das ist, wenn ich ihn zu 1000enden Ärzten schleppen muss.

Danke für eure Antworten und Tipps die haben mir echt geholfen, wenn ihr wollt halt ich euch auf dem laufenden

Liebe Grüße
Ila

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

Green, Monday, 10.12.2012, 22:12 (vor 4997 Tagen) @ vila

Hallo

es wäre wichtig wenn Ihr zu einem Neurologen geht der auch Epileptologe ist..Adressen vorne auf den Seiten.
Ausserdem dem gibt es Selbsthilfegruppen oder Epilepsieberatungsstellen mit denen man auch telefonieren kann wenn man nicht in der Nähe wohnt.
www-moses-schulung.de kann hilfreich sein.

Niemals wenn das wieder passiert der Anfall .....den Finger in den Hals stecken ......auch nicht beatmen..den ein Anfall.....hört auf wenn kein Sauerstoff mehr im Hirn ist..... wenn es epileptische Anfälle sind.
Da wir ja im Handyzeitalter leben film in doch mal beim Anfall wenn du es kannst so sehen Ärzte dann wie ein Anfall aus sieht......eine Idee nur musst du aber nicht machen.

Alles gute.

Green

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Monday, 10.12.2012, 22:55 (vor 4997 Tagen) @ Green

Hallo Green,

also ist ein: "Kompetenz Neurologie und Seelische Gesundheit", bieten unter anderem Epilepsiesprechstunden an. Ja wenn es wirklich epilepsie ist dann müssen wir uns aktiv mit dem Thema befassen.

Niemals wenn das wieder passiert der Anfall .....den Finger in den Hals stecken ......auch nicht beatmen
Also sozusagen einfach abwarten? Aber was ist wenn er an seiner Zunge erstickt? Wie kann ich das erkennen? Und die extreme Farbe im Gesicht ist dann also sozusage Normal? Dunkelrot das schon fast ins bläuliche geht?
War überzeugt dass er am ersticken war. Dachte es kann eher gefährlich für mein Finger werden, aber nicht dass es ihm schaden könnte. Will ihm währen einem Anfall nicht noch schlimmer machen.

hört auf wenn kein Sauerstoff mehr im Hirn ist.....
ist das nicht schädlich? können davon schäden getragen werden?

Tut mir leid für miene viele Fragen bin aber sozusagen noch neu in dem Gebiet.

Was ich auch ganz vergessen habe zu erwähnen, er hat nach dem Anfall unterhalb der Stirn um die Augenpartie und um/unter den Augenbrauen überall ganz ganz viele rote kleine Punkte bekommen (ähnlich wie bei einer allergie), die Ärztin meinte das kommt von dem Druck, sozusagen geplatze aderchen. Passiert das auch öfters?

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

Green, Tuesday, 11.12.2012, 07:14 (vor 4997 Tagen) @ vila

Hallo

ich kann Dir deine Fragen nicht beantworten....das müssen Ärzte tun.
Hast du die Ärztin mal gefragt was du dann tun sollst?

Was ich dir schreiben kann sind allgemeine Richtlinien die es gibt.
Wenn in diesem Zentrum was du schreibst die die in der Epilepsiesprechstunde sitzen ahnung haben dann ist ja gut.

auf viele Frageb bekommst du auch wenn du begriffe in die Suchmaschine oben auf der seite ein gibst.oder dich vorne auf den Seiten mal durch liest.

wie sieht deine Freund das den alles den es ist ja letztendlich seine verantwortung für sich?

gruss green

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

BrittMurphysLil'Girl, Monday, 10.12.2012, 22:44 (vor 4997 Tagen) @ mikewi

Oha! In die Hose pinkeln, zubeißen.....?! Da hab ich ja noch Glück im Unglück mit 4 Grandmal in sechs Jahren^^trotzdem wünsche ich vila, dass es nicht Epilepsie ist! Ich drück die Daumen!

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 10.12.2012, 08:39 (vor 4998 Tagen) @ vila

Hört sich zwar in meinen Ohren schon irgendwie nach einem Krampfanfall an, aber Krampfanfall heißt ja nicht gleich Epilepsie. Krampfanfälle können ja durch alles mögliche ausgelöst werden. Das muss wirklich ein/mehrere Fachärzte beurteilen - ggf. die Experten in einem Epilepsiezentrum, wenn anderweitig nichts gefunden wird.

Bestimmt hab ich auch einiges Falsch gemacht?

Also das mit dem Versuch, ihn aufzusetzen, ist i.d.R. nicht so sinnvoll. Da kann er seine eigene Spucke in die Luftröhre bekommen oder, falls ihm Mageninhalt hochkommt, dieser da hinein laufen, was im Gegensatz zu einem Anfall - auch wenn's schlimm aussieht - nicht gleich lebensgefährlich ist. Besser ist da eine halbwegs stabile Seitenlage, so dass ihm der Speichel und ggf. auch anderes einfach zum Mund rauslaufen kann.
Und dann solltest Du als erstes einmal einen Arzt rufen - das kann zumindest nie schaden, solange er keine Diagnose hat und Du Dir im Umgang damit unsicher bist - und auf die Uhr schauen, damit Du im Nachhinein sagen kannst, wie lange der Anfall dauerte.
Jetzt aber noch ein paar Worte zur Beruhigung: Die starken Laute, die Du beschreibst, können einfach von einer Verkrampfung des Zerchfells herrühren, was die Luft aus den Lungen presst. Kann sich wie Schreien anhören, ist aber halb so wild - klar, erschreckt einen, wenn man's das erste Mal mitbekommt, aber wie gesagt, am besten ruhig hinnehmen.
Das mit dem gewaltsamen Mundöffnen ist i.d.R. auch nicht notwendig/üblich. Klar, sieht schlimm aus, aber ein paar Minuten mit verminderter Sauerstoffzufuhr überlebt der Mensch gut und ohne irgendwelche bleibenden Schäden. Bei großen Krampfanfällen wechseln sich Phasen von Anspannung und Entspannung ab und in letzteren bekommt man auch besser Luft.
Das mit dem Einnässen etc. kann bei großen Anfällen vorkommen, wenn sich die komplette Muskulatur entspannt. Und eine Orientierungslosigkeit ist auch nix ungewöhnliches, wenn ich Dich damit vielleicht noch etwas mehr beruhigen kann. Immerhin muss das Hirn erst einmal rebooten.

Ist epilepsie immer Nachweisbar?

Das Problem ist, dass jeder quasi seine eigene Epilepsie hat, die man in gewisse Gruppen unterteilen kann, für die manche Dinge charakteristisch sind(z.B. im EEG). Dazu sei aber gleich auch gesagt, dass ein auffälliges EEG nur den Verdacht auf Epilepsie erhärten kann, während ein unauffälliges keine Epilepsie ausschließen kann. Zählt zwar zur Standartdiagnostik, da einfach und schnell zu machen, ist aber nicht unbedingt Aussagekräftig.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Monday, 10.12.2012, 22:30 (vor 4997 Tagen) @ huge88

Hallo Huge88,

danke für deine Antwort war seht informativ.

Das mit dem gewaltsamen Mundöffnen ist i.d.R. auch nicht notwendig/üblich. Klar, sieht schlimm aus, aber ein paar Minuten mit verminderter Sauerstoffzufuhr überlebt der Mensch gut und ohne irgendwelche bleibenden Schäden. Bei großen Krampfanfällen wechseln sich Phasen von Anspannung und Entspannung ab und in letzteren bekommt man auch besser Luft.

Er hat anfangs einen offenen Mund, dann hat er ihn aber geschlossen und ist langsam immer roter und roter geworden. Also schon echt dunkel, fast ins bläuliche. Dann hab ich den Mund aufgerissent und die Zunge runter, mann hat richtig den unterdruck gespührt.
- Da frag ich mich, war er jetzt wirklich am ersticken oder ist es mir nur so vorgekommen? Wie reagiert der Körper in dem Monment darauf? Warum schaltet er nicht auf Luftzufuhr durch die Nase um? Oder passiert es schon? Wenn man zB wirklich an seiner Zunge erstickt, warum nicht durch die Nase? Ist vll eine blöde Frage aber mir schießen irgendwie grad Tausende und Tausende Fragen durch den Kopf. Muss mich mit dem Thema einfach intensiver befassen.

Danke
Liebe Grüße
Ila

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 11.12.2012, 09:25 (vor 4997 Tagen) @ vila

Mund und Nase sind nur Oeffnungen, durch die Luft stroemen kann. Wenn die Atemmuskulatur verkrampft, helfen die beide nichts. Wenn der Koerper verkrampft, atmet er nur wenig oder nur Phasenweise, in den Krampfphasen vor den Entspannungsphasen teils gar nicht.

Die von Dir beobachtete dunkelrot-blau-Faerbung tritt bei jedem unterschiedlich stark auf - haengt mitunter auch von der Durchblutung der Gefaesse direkt unter der Haut ab - und nennt sich Zyanose. Das setzt relativ schnell ein und ist nix anderes als die Faerbung von sauerstoffaermeren Blut.

Ich geb Dir mal, vielleicht beruhigt Dich das ein wenig, einen Ueberblick ueber den "normalen" Erstickungsverlauf eines anfaenglich bewussten "Durchschnittsmenschens bei vollstaendiger Luftabschneidung, was bei Krampfanfaellen, auch wenn man davon nach aussen hin nicht unbedingt etwas mitbekommt, i.d.R. nicht der Fall ist:
Erst nach ca. 60 bis 90 Sekunden setzt ueberhaupt Bewusstlosigkeit ein, bereits lange vorher ist die Zyanose eingetreten. Dazu kommen allerlei Symptome wie erweiterte Pupillen und andere Stressreaktionen. Dann setzen durch den Sauerstoffmangel bedingte Kraempfe ein. Fruehestens nach drei weiteren Minuten faellt der Blutdruck in den Keller, was mit einer Relaxion der Muskeln und Schnappatmung einhergeht, ergo, wenn Sauerstoff zur Verfuegung steht, wird auch wieder welcher i.d.R. eingeatmet.
Mit bleibenden Hirnschaeden kann man erst ab ca. 3 Minuten vollkommener Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr ans Hirn rechnen - was deutlich laenger ist, wenn man sich nicht gerade aufhaengt oder erdrosselt wird, da ja ueber den Kreislauf staendig noch unverbrauchter Sauerstoff nachgeliefert werden kann und der Koerper ja bei Sauerstoffmangel erst einmal noch auf die Notversorgung ueber Milchsaeure umsteigen kann - ich erspare mir hier die chemischen Details. Ich moechte hier noch anmerken, dass es sich hierbei um die unterste Schwelle einiger ausgewerteter Quellen aus einer Doktorarbeit in der Rechtsmedizin handelt. Die Infos hab ich aus "Tötungen durch Ersticken, Erdrosseln und Erwürgen aus dem Sektionsgut der Rechtsmedizin Münster 1993-1999" von David Brendel an der Rechtsmedizin der Uni Muenster: http://ebookbrowse.com/diss-brendel-pdf-d146546226

/*Edit: Sorry, wenn ich fuer manche gerade ins Gruselkabinett hinabgestiegen bin, aber das war das Beste, was mir dazu eingefallen ist.*/

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

Green, Tuesday, 11.12.2012, 10:13 (vor 4997 Tagen) @ huge88

ach Huge88

du bist schon klasse....respekt ..deine Genauigkeit.
Schöne Feiertage.

Gruss Green

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 11.12.2012, 20:26 (vor 4996 Tagen) @ Green
bearbeitet von huge88, Tuesday, 11.12.2012, 20:30

Ich glaub, ich muss das rot-werd-Smiley für mich beantragen.;-) Bin halt ein Student - da ist man's gewohnt aus einer Flut von potentiellen Quellen schnell einmal irgendwas nützliches zu finden und da auch noch halbwegs schnell ein paar wichtige Punkte zu extrahieren.(Und Grundkenntnisse aus einer Kriminalistikvorlesung sind da auch nicht ganz unhilfreich, auch wenn für den Alltag vollkommen unnütz - zumindest wüsste ich nicht, was es mir je bringen wird zu wissen, dass die Mikrolebewesen und Algenarten in österreichischen Seen so gut dokumentiert sind, dass man feststellen kann, ob eine Leiche auch tatsächlich in dem See, in dem sie gefunden wurde, ertränkt wurde; aber die Dias waren besser als in jeder Horror-Show, um es einmal makaber auszudrücken).

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Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Friday, 14.12.2012, 03:38 (vor 4994 Tagen) @ huge88

Hallo Huge88 und alle anderen,

also, erstmal wollt ich mich wirklich herzlichst bei euch allen bedanken, für die Infos, die Tipps, die Erfahrungen, für die Antworten, einfach für alles.
Das schreiben hier im Forum hat mir richtig geholfen, wie ein Ventil um ein Paar Gedanken freien Lauf zu lassen, und auch um das ein bisschen zu verarbeiten und zu verstehen.
Das hat mir wirklich sehr geholfen, IHR habt mir alle wirklich sehr geholfen, DANKE!

Waren Dienstag gleich beim Neurologen und leider steht es fest wie vermutet, Thomas hat Epilepsie. Und das schon seit Kind auf (diese Jahr ist er 30 geworden), es wurde immer auf irgendwas anderes geschoben. Jetzt wissen wir es zumindest.
Bis jetzt hatte er alle Paar Jahre ein Anfall (im Schnitt alle 2 Jahre), adererseits meinte der Neurologe dass wir deswegen Geduld haben müssen. Da ja sozusagen mind 2 Jahre vergehen müssen um zu sehen wie sich das ganze entwickelt.
Thomas nimmt das gut hin, er will es auf sich zukommen lassen, glaub auch dass er auch irgendwie "erleichtert" (wenn mann das so sagen kann, hab lang über ein Wort nachgedacht aber klingt alles irgendwie komisch) ist, jetzt wo er endlich eine Diagnose hat.

Die Arbeit, Thomas ist Kachelofenbauer, dh er darf ja nicht mehr aufs Dach und sowieso nicht Auto fahren. Sein Chef meinte er hatte vor vielen Jahren, mit ein guten Bekannten der auch Epilepsie hatte ein Geschäft gegründet, er meinte es sei nicht weiter problematisch mann müsste sich nur darauf einstellen und Rücksicht nehmen.

Jetzt weiß ich auch wie ich mich in Zukunft falls nötig verhalten soll, genau wie ihr gesagt habt. Ruhig bleiben, Zeit notiern, aufpassen dass er sich nicht verletzt, falls nötig Platz machen und falls notwendig in eine stabile Seitenlage bringen. Notarzt ist in der Regel nur nötig wenn die reinen Verkrampfungen länger als 5 Min andauern.
Und falls möglich werd ich versuchen ein Video zu machen, würde dem Neurologen helfen.

Zugegeben hätte ich mir die Infos (bestimmt für euch Standard Fragen) selbst im Internet suchen können, aber ich glaub das wäre zu viel auf einmal gewesen und ich hätte mich noch verrückter gemacht.

Huge88, deine explizite Erklärung über das Ersticken/Erdrosseln hat mich wirklich beruhigt.

Also danke nochmal an euch Alle

PS.= Hab euch drei das gleiche geschrieben, kenn mich mit der Seite noch nicht so aus...

Liebe Grüße
Ila

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Friday, 14.12.2012, 03:38 (vor 4994 Tagen) @ Green

Hallo Green und alle anderen,

also, erstmal wollt ich mich wirklich herzlichst bei euch allen bedanken, für die Infos, die Tipps, die Erfahrungen, für die Antworten, einfach für alles.
Das schreiben hier im Forum hat mir richtig geholfen, wie ein Ventil um ein Paar Gedanken freien Lauf zu lassen, und auch um das ein bisschen zu verarbeiten und zu verstehen.
Das hat mir wirklich sehr geholfen, IHR habt mir alle wirklich sehr geholfen, DANKE!

Waren Dienstag gleich beim Neurologen und leider steht es fest wie vermutet, Thomas hat Epilepsie. Und das schon seit Kind auf (diese Jahr ist er 30 geworden), es wurde immer auf irgendwas anderes geschoben. Jetzt wissen wir es zumindest.
Bis jetzt hatte er alle Paar Jahre ein Anfall (im Schnitt alle 2 Jahre), adererseits meinte der Neurologe dass wir deswegen Geduld haben müssen. Da ja sozusagen mind 2 Jahre vergehen müssen um zu sehen wie sich das ganze entwickelt.
Thomas nimmt das gut hin, er will es auf sich zukommen lassen, glaub auch dass er auch irgendwie "erleichtert" (wenn mann das so sagen kann, hab lang über ein Wort nachgedacht aber klingt alles irgendwie komisch) ist, jetzt wo er endlich eine Diagnose hat.

Die Arbeit, Thomas ist Kachelofenbauer, dh er darf ja nicht mehr aufs Dach und sowieso nicht Auto fahren. Sein Chef meinte er hatte vor vielen Jahren, mit ein guten Bekannten der auch Epilepsie hatte ein Geschäft gegründet, er meinte es sei nicht weiter problematisch mann müsste sich nur darauf einstellen und Rücksicht nehmen.

Jetzt weiß ich auch wie ich mich in Zukunft falls nötig verhalten soll, genau wie ihr gesagt habt. Ruhig bleiben, Zeit notiern, aufpassen dass er sich nicht verletzt, falls nötig Platz machen und falls notwendig in eine stabile Seitenlage bringen. Notarzt ist in der Regel nur nötig wenn die reinen Verkrampfungen länger als 5 Min andauern.
Und falls möglich werd ich versuchen ein Video zu machen, würde dem Neurologen helfen.

Zugegeben hätte ich mir die Infos (bestimmt für euch Standard Fragen) selbst im Internet suchen können, aber ich glaub das wäre zu viel auf einmal gewesen und ich hätte mich noch verrückter gemacht.


Also danke nochmal an euch Alle

PS.= Hab euch drei das gleiche geschrieben, kenn mich mit der Seite noch nicht so aus...

Liebe Grüße
Ila

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

mezeg, München, Tuesday, 11.12.2012, 10:52 (vor 4997 Tagen) @ vila

Hallo Ila,

habe eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, es wurde von den Kollegen schon soviel erklärt, Huge als besondere Referenz.

Einen Anfall hatte ich als noch nicht selber betroffen war, vor Jahren miterlebt. Passierte während eines Weihnachtsfeiers. Er fiel zum Boden und krampfte. Wurde sofort von Freunden umrahmt, die allerdings nichts machten sondern ihn "lediglich" nur beobachteten. Bis der Anfall fertig war. Alles in Ruhe. Es handelte sich um eine Gruppe Rettungshelfer... Wenn die nicht wissen, wie man sich da benehmen soll, wer dann?

Bei den nächtlichen GM-Anfällen war ich immer alleine, bei den zwei ersten tagsüber nach der OP auch. Ging "bewußtlos" aber wohl zielsicher und schadensfrei trotz Hindernissen auf dem Weg ins Bett und wachte ausgeruht aber verblüfft wieder auf. Ich schaffte es sogar einmal in der bewußtlosen Zeit auf die Toilette ordnungsgemäß zu gehen.

Nur beim dritten war eine Tochter dabei. Sie merkte, daß ich "abdriftete", obwohl ich noch sprach, wenn aber vollkommen unlogisch. Versuchte mich am Zungenbiß zu hindern, indem sie mir zwei Finger in den Mund steckte. Späteres Kommentar: "Um einen Epileptiker mitzuschleppen, ihm zwei Finger in den Mund stecken und festziehen!" Die Finger taten ihr noch zwei Wochen später noch weh.

Nachdem sie mit viel Mühe ihre Finger frei bekommen hatte, versuchte sie es mit einem dünnen Stab. Ergebnis: Lippe und Wange waren ein paar Tagen schmerzhaft und ich signalisierte irgendwie wortlos dabei, daß es mich störte. Von den herbei gerufenen Rettungssanitätern wurde ich später "als naßer Kartoffelsack" ins Wohnzimmer getragen. Signalisierte auch dabei, daß das Licht mich störte. Die ganze Zeit mit leeren ausdruckslosen Augen.

Dem Neurologen war es sehr günstig, daß ein Zeuge dabei war. Er klimperte alle möglichen Details ins Computer und stellte weitere Fragen wie "Einnässen?"

Habe vor kurzem einen jungen (14 Jahre) gelegentlichen Gast lieber darüber informiert. Er fragte sofort: "Wie soll er sich dann verhalten? Wie lange dauert der Anfall? Wann soll er mich wecken?" Habe ihn dann aufgeklärt: sollte es mir wieder passiert (bis jetzt nicht mehr!), dann eventuelle Hindernisse aus dem Weg räumen, in Ruhe lassen und beobachten. Ich würde sagen, die wichtigsten Punkte für einen Zeugen sind: Gefahren möglichst fernhalten, ruhig bleiben, nach Ende des Anfalls nur leise und sanft ansprechen - ich brauche danach viel Ruhe - und alles beobachten und möglich schnell danach möglichst genau aufschreiben. Wird für den Neurologe äußerst kostbar sein.

Und nicht verzweifeln! Habe mit der AE bei der Einstellung schon Schwierigkeit gehabt, Tasteln nach der richtigen Dosierung, Nebenwirkungen. Inzwischen verblaßen die "Rest-Auras" immer mehr und die Nebenwirkungen werden schwächer. An anderen Problemen wie persönlicher wie sozialer Akzeptanz arbeite ich zwar immer noch aber mit positiven Konsequenzen.

Ich glaube, unheimlich wichtig für ihn ist, zu wissen, daß Du ihm in aller Ruhe und Sachlichkeit liebevoll beisteht.

Alles Gute

mezeg

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

vila, Oberbayern, Friday, 14.12.2012, 03:38 (vor 4994 Tagen) @ mezeg

Hallo Mezeg und alle anderen,

also, erstmal wollt ich mich wirklich herzlichst bei euch allen bedanken, für die Infos, die Tipps, die Erfahrungen, für die Antworten, einfach für alles.
Das schreiben hier im Forum hat mir richtig geholfen, wie ein Ventil um ein Paar Gedanken freien Lauf zu lassen, und auch um das ein bisschen zu verarbeiten und zu verstehen.
Das hat mir wirklich sehr geholfen, IHR habt mir alle wirklich sehr geholfen, DANKE!

Waren Dienstag gleich beim Neurologen und leider steht es fest wie vermutet, Thomas hat Epilepsie. Und das schon seit Kind auf (diese Jahr ist er 30 geworden), es wurde immer auf irgendwas anderes geschoben. Jetzt wissen wir es zumindest.
Bis jetzt hatte er alle Paar Jahre ein Anfall (im Schnitt alle 2 Jahre), adererseits meinte der Neurologe dass wir deswegen Geduld haben müssen. Da ja sozusagen mind 2 Jahre vergehen müssen um zu sehen wie sich das ganze entwickelt.
Thomas nimmt das gut hin, er will es auf sich zukommen lassen, glaub auch dass er auch irgendwie "erleichtert" (wenn mann das so sagen kann, hab lang über ein Wort nachgedacht aber klingt alles irgendwie komisch) ist, jetzt wo er endlich eine Diagnose hat.

Die Arbeit, Thomas ist Kachelofenbauer, dh er darf ja nicht mehr aufs Dach und sowieso nicht Auto fahren. Sein Chef meinte er hatte vor vielen Jahren, mit ein guten Bekannten der auch Epilepsie hatte ein Geschäft gegründet, er meinte es sei nicht weiter problematisch mann müsste sich nur darauf einstellen und Rücksicht nehmen.

Jetzt weiß ich auch wie ich mich in Zukunft falls nötig verhalten soll, genau wie ihr gesagt habt. Ruhig bleiben, Zeit notiern, aufpassen dass er sich nicht verletzt, falls nötig Platz machen und falls notwendig in eine stabile Seitenlage bringen. Notarzt ist in der Regel nur nötig wenn die reinen Verkrampfungen länger als 5 Min andauern.
Und falls möglich werd ich versuchen ein Video zu machen, würde dem Neurologen helfen.

Zugegeben hätte ich mir die Infos (bestimmt für euch Standard Fragen) selbst im Internet suchen können, aber ich glaub das wäre zu viel auf einmal gewesen und ich hätte mich noch verrückter gemacht.


Also danke nochmal an euch Alle

PS.= Hab euch drei das gleiche geschrieben, kenn mich mit der Seite noch nicht so aus...

Liebe Grüße
Ila

Ist das Epilepsie? Bitte hilft mir

mezeg, München, Friday, 14.12.2012, 18:06 (vor 4993 Tagen) @ vila

Hallo Ila,

wir freuen uns alle, wenn Dir irgendwie helfen könnten. Im Forum bin ich auch nicht seit langem, habe aber sehr viel davon profitiert, eben Tipps, Ratschläge, Erfahrungen und nichtdestoweniger die Möglichkeit, sich einmal auszuweinen, ohne ausgelacht zu werden. Das erhellt sofort die Stimmung, wir sind doch nicht alleine!

Daß Dein Mann sich erleichtert fühlt, kann ich sehr wohl nachvollziehen. Ich wollte zuerst nicht akzeptieren, daß ich trotz erfolgreicher OP doch anderswie epileptisch bleibe. Mich geistig-emotional dagegen gewehrt, mich sozusagen ständig gegen die Wänden gestemmt.

Durch die vollkommen gelassene Reaktion eines Freundes bei einer kompletten Sprachblockade und sein Kommentar "Es ändert doch nichts!" habe ich angefangen zu reagieren, die Sachlage zu akzeptieren und versucht mich "einzurichten": unnötigen Störungen aus dem Weg zu gehen, noch wichtiger, zu dem Problem zu stehen, nicht mehr verzweifelt kaschieren. Zum Status gekommen: "Ich habe Epilepsie, na, und?" Ich genieße wieder das Leben, die echten Freunden, bin wieder unternehmungslustig. Ich fühle mich einfach leichter.

Und die "Krönung" kam vor kurzem. Die vom Neurologen verschriebene Aufdosierung hatte ich wegen starker Schlafproblemen auf die Hälfte wieder reduzieren müssen. Nun war ich bereit auf die höhere Dosis zu gehen und ein Paar Wochen mit dem Schlaf zu kämpfen.

Und was sagt er: "Sie hatten seit einem Jahr keinen Anfall? Sie fühlen sich wohl? Es bleibt alles so wie es ist!"

Ist wohl eine Spirale: Je mehr ich mich deswegen aufrege, desto größer die Gefahr eines anderen Anfalls, je gelassener ich es nehme, desto kleiner die Gefahr und dazu höhere Lebensqualität.

Wenn Dein Mann sich also "erleichtert" fühlt, und spürt, daß Du ihm mit Ruhe, Verständnis und Fähigkeit beistehst, ist es unheimlich wertvoll. Schon Tiere fühlen, wenn Herrchen / Frauchen anders "ticken". Als ich nächtliche Anfälle noch bekam, schliefen die Katzen auf einmal nicht mehr auf meinem Bett. Ich hätte darüber grübeln sollen... ;-)

Liebe Grüße

mezeg