"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

vila, Oberbayern, Thursday, 20.12.2012, 14:52 (vor 4988 Tagen)

Hallo an alle,

bin noch ziemlich neu hier. Bei mein Freund Thomas 30J. wurde vor ca 2 Wochen Epilepsie diagnostiziert. Ich war die jenige die von vorn hinein Epilepsie vermutet hat und langsam weiß ich nicht mehr was ich denken soll.

Der Neurologe hat Epilepsie diagnostiziert, bezüglich meiner Schilderung des Anfalls, weil mal vor 12 Jahren schon mal ein CT angeordnet(unterlagen gibt es nicht mehr darüber) wurde, und weil Thomas ab und zu Arm/Bein ausschlägt, EEG hat mann natürlich nichts gesehen.
Allerdings waren wir am Tag vor dem Anfall auf einer Geburtstagsfeier und haben getrunken, haben wir auch dem Arzt gesagt.

Er hat im Schnitt nur alle 2Jahre ein Anfall und das schon seit Kind auf.

Jetzt muss er medis nehmen, Lamotrigin 100mg-0-100mg (natürlich nach 14Wöchiges Aufdosierung), und der Arzt meinte, wir fangen mit Lamotrigin Neuraxpharm 100mg an, und weil er Groß ist 1,95cm 95kg, 100-0-100... also wollte er eigentlich mit weniger anfangen.


Die Nebenwirkungen und die Langzeitfolgen der Medikamente sind doch schlimmer als die Anfälle an sich, vor allem jetzt wo wir wissen was er vermeiden sollte?
Es ist doch nicht verantwortungslos lieber auf die Medis verzichten zu wollen?
Wäre es schlimm die Medis wieder abzusetzen, um zuerst klarheit schaffen und den Körper nicht daran zu gewöhnen falls mann echt darauf verzichten wird?

Nach kurzem Nachdenken vermuten wir das 2 von 4 letzten Anfälle wahrscheinlich durch Alkoholkonsum verutsacht wurden, 1mal ein Horrorfilm der zu Krass war.


Und was ist bezüglich Führerschein? Wenn er keine Medis nehmen würde, hängt es nur von der Anfallsfreiheit ab oder bekommte er probleme weil er sich sozusagen weigert die Medis zu nehmen.

Müssen zu eien Epileptologen, vll kann er ja ein bisschen mehr klarheit schaffen.

Ich hoffe der Text ist nicht zu wirr und es ist auch im jeden Fall individuell und schwer zu sagen, freu mich trotzdem über jegliche Meinung, Antwort.
Danke schon mal und schöne Feiertage.
Liebe Grüße Ila

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

mathilda, Friday, 21.12.2012, 09:44 (vor 4987 Tagen) @ vila

Erstmal kann ihn keiner zwingen, Medikamente zu nehmen. Absetzen darf er die Medikamente allerdings nur schrittweise, sonst kann das auch Anfälle auslösen.
Und der Arzt hat Schweigepflicht, darf also nichts ohne die Einwilligung weitergeben.
Er soll sich auf jeden Fall vom Epileptologen untersuchen lassen, dort kann man besser beraten werden.
Dass Thomas Auto fahren will ist klar, nur finde ich es verantwortungslos. Ein Anfall kann immer, überall kommen, stell dir mal vor, es kommt beim Auto fahren!
Man darf fahren, wenn man zwei Jahre anfallsfrei ist.
LG

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 21.12.2012, 12:53 (vor 4987 Tagen) @ vila

Die Nebenwirkungen und die Langzeitfolgen der Medikamente sind doch schlimmer als die Anfälle an sich, vor allem jetzt wo wir wissen was er vermeiden sollte?

Das kann man so pauschal keinesfalls sagen. Die Nebenwirkungen hören sich schlimm an, weil so unheimlich viele in den Beipackzetteln sind und hier und sonst wo im Internet so viel darüber geschrieben wird, aber:
1) im Internet schreiben grundsätzlich viele über ihre Probleme, aber nur wenige, dass es Ihnen gut geht. Ich z.B. nehme inzwischen Apydan(Wirkstoff Oxcarbazepin), merke nichts von Nebenwirkungen, meine Leberwerte gingen nur einmal kurzzeitig leicht hoch(aber noch lange nicht in dem Bereich, ab dem man sich darüber Gedanken machen müsste), als ich gleichzeitig ein Antibiotikum nehmen musste, studiere erfolgreich, arbeite nebenbei, bin in einem Verein in der Jugendarbeit aktiv und weit über ein Jahr anfallsfrei.
2) jeder reagiert anders auf die Medikamente und für manchen muss man auch erst einmal etwas länger suchen, bis man das für ihn passende Medikament gefunden hat

der Arzt meinte, wir fangen mit Lamotrigin Neuraxpharm 100mg an, und weil er Groß ist 1,95cm 95kg, 100-0-100... also wollte er eigentlich mit weniger anfangen.

Bei den Medis kommt es am Ende nicht drauf an, wie viel auf der Tablette steht, sondern auf welchen Pegel sich damit der Medikamentenspiegel im Blut einpendelt.

vor allem jetzt wo wir wissen was er vermeiden sollte

Was denkt Ihr denn, was Ihr vermeiden solltet?

Und was ist bezüglich Führerschein? Wenn er keine Medis nehmen würde, hängt es nur von der Anfallsfreiheit ab oder bekommte er probleme weil er sich sozusagen weigert die Medis zu nehmen.

Also rein theoretisch hat ein Arzt grundsätzlich immer dann das Recht, seine ärztliche Schweigepflicht zu brechen, wenn er Anlass zu der Annahme hat, dass ein Patient wider besseren Wissens und gesundheitlicher Verfassung ein KFZ fahrlässig bedient und Anlass zur Sorge besteht, dass diese Handlung dritten Personen schaden kann. Die Frage wurde dieses Jahr einmal mehr im Prozess um den Epileptiker, der trotz nicht gegebener anfallsfreiheit Auto fuhr, einen Anfall bekam und in eine Personengruppe gerauscht war, klar gestellt.
Ansonsten gelten "Gutachterrichtlinien", zu denen ich ein Wort sagen möchte, bevor ich den Link zu denen poste: Gutachter und Richter können auf Grund persönlicher Umstände eines Betroffenen stets zu einem von diesen Richtlinien abweichenden Urteil kommen. Wenn jemand weiß, dass er ca. alle 2 Jahre einen großen Anfall hat und trotzdem Auto fährt, kann das durchaus als fahrlässig bewertet werden, wenn es keinen Grund zur Annahme gab, dass sich die Situation gebessert habe. Außerdem könnten unwillkürliche Arm-/Beinbewegungen(Myoklonien; i.d.R. auch als Anfall zu werten) auch in Frage stellen, ob jemand zum Führen eines KFZ geeignet ist. http://www.mara.de/fileadmin/Krankenhaus_Mara/downloads/Epilepsie_Fuehrerschein_Web.pdf

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

vila, Oberbayern, Friday, 21.12.2012, 14:54 (vor 4987 Tagen) @ huge88

Hallo Huge88, danke für deine Antwort, hab schon darauf gehofft wieder mit Infos von dir gefüttert zu werden :-)

ich glaub ich hab das ganze ein bisschen falsch ausgedrückt,
ich weiß pauschal kann man gar nicht sagen, da es sich ja alles bei jedem anderst auswirkt.

Die Nebenwirkungen und die Langzeitfolgen der Medikamente sind doch schlimmer als die Anfälle an sich
Ich meine damit das Abwägen der Epilepsie und den Folgen der Medikamente (langzeitfolgen, nebenwirkungen). Arm-/Beinbewegungen(Myoklonien; i.d.R. auch als Anfall zu werten) die letzten Jahre nicht mehr, mehr in der Kindheit. Noch dazu das ein Paar der letzten Anfälle wahrscheinlich Provoziert wurden durch Alkohol, Horror Film(weil der Film zu Krass war, sagte er) Schlafmangel, unnötiger Stress, viel unterwegs, usw

vor allem jetzt wo wir wissen was er vermeiden sollte
Alkohol, unnötiger Stress, Nächtelang unterwegs, ungeregeltes Leben, zu viel vor dem Bildschirm, usw
Ich denke, ob wir nicht zuerst anderes probieren soll, bsp unser Leben ein bisschen umkrempeln, mehr Zeit für uns, den Kopf frei bekommen, in seinem Fall könnte ich mir auch vorstellen das es psychisch auch ein bisschen bedingt sein könnte, er hatte ein schweres Leben, gestörte Familienverhältnisse, Sachen die er bis jetzt noch nicht verarbeitet hat.
Das ganze natürlich auch mit Absprache verschiedener Ärzte, ich weiß es auch nicht genau, aber ich denk dass mann auf sein Körper hören sollte und wenn er sich meldet, sich damit auserandersetzen und nach der Uhrsache suchen, und falls möglich nicht gleich auf Medikamte zurückgreifen, wenn nicht dringend notwendig, und die jeweilige Methode oder Behandlung finden die für denjenigen geeignet ist, wo er sich wohl fühlt.
Und falls es schlimmer wird oder nichts bring können wir ja immernoch auf die Medikamte zurück greifen. Nur wenn wir gleich mit den Medis anfangen gewöhnt sich der Körper daran und es ist dann schwieriger auf alternative Methoden umzusteigen als es gleich zu versuchen.

der Arzt meinte, wir fangen mit Lamotrigin Neuraxpharm 100mg an, und weil er Groß ist 1,95cm 95kg, 100-0-100... also wollte er eigentlich mit weniger anfangen
Epilepsie hat doch so viel unterschiedliche Forme und manifestiert sich bei jeden anderst, jeder verträgt andere Medikamte und jeder geht damit auf seine Weise um.
Warum verschreibt dann der Arzt trotzdem sofort ganz pauschal die Medikamente? Ohne auf den jeweiligen richtig einzugehen?
Auf die Frage ob mann schon sagen kann was für eine Arte Epilepsie es ist, meinte der Arzt: Wenn die Medikamte wirken ist es nicht wichtig zu wissen, erst wenn es nicht funktioniert sollte mann sich Gedanken darüber machen.
Ist das nicht ein bisschen zu wage ausgedrückt?! Also Experimentier er sozusagen mit Thomas rum bis er rausfindet was los ist?
Er hat bsp auch kein CT gemacht, was ist wenn er was im Hirn hätte? Ziste, Blutgerinsel, irgendwas? Nimmte er dann 2 Jahre pauschal Tabletten damit mann sich dann Gedanken macht ob es richtig war?
Sind da meine Sorgen so falsch? Die Medikamente sind ja auch nicht ohne.

Wenn jemand weiß, dass er ca. alle 2 Jahre einen großen Anfall hat und trotzdem Auto fährt, kann das durchaus als fahrlässig bewertet werden, wenn es keinen Grund zur Annahme gab, dass sich die Situation gebessert habe.
Da gebe ich euch völlig recht, es ist Verantwortungslos zu fahren wenn man weiß dan mann es nicht darf und dazu nicht nur eine Gefahr für sich selbst sondern auch für andere ist. Ich wollte auch nicht damit sagen dass er fahren will, will er auch nicht, er sieht es genauso, und ich will es auch nicht weil ich krank vor Sorge werden würde.
Da er ja bis jetzt alle 2 Jahre ein Anfall bekommt, gelten ja sozusagen nicht die Standardgesetze denke ich mir, und es wird bestimmt länger dauern falls er überhaupt wieder Auto fahren darf.
Und das ist meinermeinung nach, in unseren Fall auch ein nebensächliches Thema, Haupsache ist die Gesundheit. Sorry das ich es angesprochen habe, wollte nicht dass sich die Unterhaltung darum dreht.

1) im Internet schreiben grundsätzlich viele über ihre Probleme, aber nur wenige, dass es Ihnen gut geht
Ja das stimmt mann findet meist die Leute die um Hilfe und Rat bitten so wie ich gerade, aber mann findet (allg, nicht nur auf Medis bezogen) auch alternativen die Geklappt haben,
http://www.youtube.com/watch?v=HYWr4Piwa1s
klar kann man das nicht vergleichen, aber es gitb auch viele andere Beispiele.
Und vll werd ich ja in einigen Jahren, hoffentlich, auch so eine erfreuliche Geschichte von Thomas erzählen :)

Ist das so unwahrscheinlich? Das ist nicht das ich es nicht wahrhaben will oder so, ich denke vll sind Medikamte nicht immer die einzige/richtige Lösung.
Danke und schöne Feiertage, liebe Grüße
Ila
P.S.: Sorry für mein Roman

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

vila, Oberbayern, Friday, 21.12.2012, 14:56 (vor 4987 Tagen) @ mathilda

Hallo Mathilda,

ja niemand kann ihn zwingen die Medikamente zu nehmen, wir denken über alternative Methoden nach, könnte doch auch klappen. Die Medikamente geben ja auch nicht die Garantie, bzw meine größte Sorge ist dass er sie dann nicht mehr absetzen kann ohne weitere Anfälle und die womöglich bis ans Lebensende nehmen muss.

Als der Arzt sie ihm verschrieben hat haben wir uns auch nicht zu viel darüber gedacht, erst mal über die Epilepsie an sich. In dem Moment denkt mann sich doch, er ist der Arzt, er kennt sich damit aus, er sitz ja nicht grundlos auf sein Stuhl und verdient gutes Geld.
Und so im nachhinein machen wir uns Gedanken darüber.

Ja das mit das schrittweise Dosiren wissen wir auch, er nimmt sie erst seit 1Woche und das nur 25g Abends, also 7 Tage X25g hat noch nicht soviele auswirkungen? Er hat ja auch mit der Dosis angefangen.

Ja das mit dem Epileptologen denk ich mir auch dass er uns sehr weiterhelfen kann, ich würde gern ein Arzt finden der ebend nicht gleich was Verschreibt, sondern sich darüber Gedanken macht. Bin leicht gegen Chemie/Medikamente falls nicht wirklich notwendig.

Man darf fahren, wenn man zwei Jahre anfallsfrei ist.
Aber da er ja ca alle 2 Jahre ein Anfall bekommt dauert es doch bestimmt länger, könnte mir vorstellen dass er 4Jahre Anfallsfrei sein müsste, natürlich erst wenn der Arzt das Ok gibt

Dass Thomas Auto fahren will ist klar, nur finde ich es verantwortungslos. Ein Anfall kann immer, überall kommen, stell dir mal vor, es kommt beim Auto fahren!
Da gebe ich euch völlig recht, es ist Verantwortungslos zu fahren wenn man weiß dan mann es nicht darf und dazu nicht nur eine Gefahr für sich selbst sondern auch für andere ist. Ich wollte auch nicht damit sagen dass er fahren will/wird, will er auch nicht, er sieht es genauso, und ich will es auch nicht weil ich Krank vor Sorge werden würde.
Da er ja bis jetzt alle 2 Jahre ein Anfall bekommt, gelten ja sozusagen nicht die Standardgesetze denke ich mir, und es wird bestimmt länger dauern falls er überhaupt wieder Auto fahren darf.
Und das ist meinermeinung nach, in unseren Fall auch ein nebensächliches Thema, Haupsache ist die Gesundheit. Sorry das ich es angesprochen habe, wollte nicht dass sich die Unterhaltung darum dreht.

Wollt ebend nur wissen ob jemand schon was ausprobiert hat, es gibt so viele Behauptungen.

Danke und schöne Feiertage,
liebe Grüße,
Ila

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

beatmeup, Friday, 21.12.2012, 21:15 (vor 4986 Tagen) @ vila

ich bin auch so ein fall wie dein thomas. alle 2 jahre, wenn überhaupt, anfall etc
ich nehme meine medikamente, weil ich keine nebenwirkungen habe und auch alle blutwerte gut sind. hätte ich allerdings nw würd ich erst andere präparate ausprobieren und erst dann mir überlegen ob die einnahme von tabletten sinnig ist. im zweifelsfall gibt die einnahme einem bisschen mehr sicherheit, dass man ein wenig besser vor einem anfall geschützt ist. das ist auch was wert.


ps. autofahren ist immer ein schwierig zu besprechendes thema, dass zu leicht individualisiert/personalisiert wird.

apopro in einer nachbarstadt hat eine person, hier ein rentner, mit dem auto eine kurve nicht mehr gekriegt und flog ne böschung hinunter. liesst man fast tag täglich, dass sowas passiert,ich weiss, aber der hatte ein holzbein, dass sich verkeilt hatte. er darf weiterhin fahren, weil ja schliesslich keiner zu schaden kam :D

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

beatmeup, Friday, 21.12.2012, 22:25 (vor 4986 Tagen) @ vila

"...Also Experimentier er sozusagen mit Thomas rum bis er rausfindet was los ist? "
epilepsie ist keine krankheit, die man grundsätzlich dingfest machen kann. sie wird als stoffwechsel störung angesehn, aber woher diese störung kommt/kam läßt sich nicht genau oder ohne weiteres sagen. allerdings weiss man, dass einige ionenkanäle und neurotransmitter diese potentiale unterstützen. genau darauf zielen auch die medikamente ab. das ist einfach trial and error bei der medikation.

bei einem anfall pro 2 jahre würd ich nicht mal im entferntesten an eine ketogene diät denken. imho ist das schlimmer als jede vorstellbare nw, physisch wie psychisch. nie wieder obst, nie wieder brot, unvorstellbar.

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

vila, Oberbayern, Saturday, 22.12.2012, 01:23 (vor 4986 Tagen) @ vila

Er hat bsp auch kein CT gemacht, was ist wenn er was im Hirn hätte? Ziste, Blutgerinsel, irgendwas?
sorry hab mich verschrieben, meinte
Er hat bsp auch kein MRT gemacht

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

mikewi, München, Saturday, 22.12.2012, 09:52 (vor 4986 Tagen) @ vila

Hallo Vila,

ich habe mir hier alles mal so überflogen und auch ich wollte dir mal sagen.
Lass dich von den Nebenwirkungen nicht verrückt machen. Die Hersteller sind nun mal verpichtet alles was auftreten kann, Betonung auf kann, aufzulisten. Das heißt aber nicht, dass überhaupt einen einzige eintreten muss.
Ich nehmen ein Medikament das mein Arzt als den Elefanten unter den Antiepileptika bezeichnet, Topimarat, -warum auch immer?-. Bei mir konnten bis heute keine Nebenwirkungen festgestellt werden.

Anstatt auf die Medikamente sollte dein Freund auf den Alkohol verzichten. Feiern kann auch ohne sehr viel Spaß machen. Wenn du es auch machst, sollte dieser Schritt für euch beide nicht schwer zu meistern sein.:-)

Gruß
Mike

"Leichte Epilepsie" trotzdem Medis?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 22.12.2012, 10:36 (vor 4986 Tagen) @ vila

hab schon darauf gehofft wieder mit Infos von dir gefüttert zu werden

lol - ich glaub, da gebe ich nach Deiner ausführlichen Antwort gleich noch eine Extraportion drauf.;-)

Also das mit dem geregelteren Leben ist auf jeden Fall nicht unförderlich. Aber es kann durchaus auch mit Epi möglich sein, hin und wieder eine Nacht durchzufeiern, wenn man darauf achtet, davor und danach ausreichend Schlaf zu bekommen und sich entsprechende Ruhe gönnt. Das muss man halt ausprobieren.

in seinem Fall könnte ich mir auch vorstellen das es psychisch auch ein bisschen bedingt sein könnte, er hatte ein schweres Leben, gestörte Familienverhältnisse, Sachen die er bis jetzt noch nicht verarbeitet hat.

Epilepsien sind keine Erkrankungen psychischen Ursprungs, sondern haben physische Ursachen, auch wenn man nicht immer eine findet. Anfälle können aber natürlich durch eine psychische Belastung ausgelöst werden(quasi der zündende Funke). Was es aber auch gibt und ähnlich wie epileptische Anfälle aussieht und bisweilen auch für Experten schwer zu unterscheiden sind, sind psychogene Anfälle. Da würde den Ärzten ein Video von einem Anfall helfen. Aber bei so einer Diagnose würde ich persönlich nur Epileptologen vertrauen.

Warum verschreibt dann der Arzt trotzdem sofort ganz pauschal die Medikamente? Ohne auf den jeweiligen richtig einzugehen?

Medikamente sind nicht nur die Standarttherapie bei Epilepsie, sondern i.d.R. gibt es dazu nicht wirklich eine vollständige Alternative. Unterstützend kann man natürlich zusätzlich auch Dinge wie Entspannungsübungen etc. versuchen, aber da muss man schon wieder aufpassen, weil das bei manchen auch die Anfallssituation verschlimmern kann. Alternativmedizin aus z.B. der Ecke der traditionellen chinesischen Medizin - da muss ich als jemand, der die Dinge bisweilen sehr skeptisch betrachtet ja sogar zugeben, dass die für eine ganze Reihe von Problemen wirklich gute, wissenschaftlich untersuchte und erklärbare Mixturen kennt - gibt es nicht wirklich.

... meinte der Arzt: Wenn die Medikamte wirken ist es nicht wichtig zu wissen, erst wenn es nicht funktioniert sollte mann sich Gedanken darüber machen.
Er hat bsp auch kein CT gemacht, was ist wenn er was im Hirn hätte? Ziste, Blutgerinsel, irgendwas?

Naja, soviel zur Sozialkompetenz mancher Ärzte. Grundsätzlich sagt er, was man im Normalfall bei idiopathischen Epilepsien macht, da es nicht unbedingt einen Unterschied macht, den Namen des Kindes zu kennen und bei einem Anfall alle zwei Jahre, selbst wenn es eine operable Epilepsie wäre, die Nutzen-Risiko-Abwertung so ausfiele, dass man wohl eher von einer OP abraten würde.
Dass er kein MRT veranlasst hat, finde ich trotzdem nicht gut. Sowas gehört standartmäßig zumindest einmal abgeklärt, auch wenn ich das als Laie in dem Fall - auf Grund der langen, konstant verlaufenden Vorgeschichte - auch nicht für so dringend halte, dass es gleich morgen gemacht werden müsste, aber es sollte gemacht werden. CT bringt da i.d.R. nicht viel. Das ist eher eine typische Krankenhausprozedur, um dort das schlimmste auszuschließen(Schlaganfall, Blutungen im Hirn). Und was diese Befürchtung mit dem Blutgerinsel angeht: Streich die. Blutgerinsel hieße kritische Störung der Blutversorgung in einem Hirnareal(Schlaganfall), ergo eine dauerhafte Schädigung mit entsprechend langwierigen neurologischen Ausfallserscheinungen - und so wie ich Dich verstehe, geht's ihm ja sonst gut.

Ich an Eurer Stelle würde auf ein MRT bestehen, oder noch besser, lasst das Ganze gleich in einem Epilepsiezentrum abklären, die haben dort nicht nur dafür besser geeignete Geräte, sondern auch aus Erfahrung einen anderen Blick auf die Bilder, als die normalen Radiologen. Dort kann man Euch dann auch besser bezüglich eventuell geeigneter Alternativen beraten, wenn Ihr das wollt.

P.S.: Sorry für mein Roman

Nur nicht dafür entschuldigen. Die Details sind förderlich, um Dich besser zu verstehen.

Ich hoffe die Pizza Epileptica Speciale hat geschmeckt ;-)

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil