Problem einen guten Arzt zu finden

LuLa, Friday, 04.01.2013, 11:05 (vor 4973 Tagen)

Hallo zusammen!

Hab im Oktober 2012 meinen ersten beobachteten GM gehabt. Mein Mann rief daraufhin den Notarzt, der mich in ein Krankenhaus mit neurologischer Station brachte. Hab da 3 Tage auf der Intensiv gelegen und schnell die Diagnose erhalten (natürlich mit der Bekanntgabe eines einjährigen Fahrverbotes :-( ) Dort war man wirklich sehr nett zu mir und man stellte mich auf Lamotrigin ein mit Empfehlung wie es zu steigern sei. Außerdem erklärten sie meinem Mann was zu tun sei, wenn was passiert. So weit so gut, obwohl ich natürlich erstmal geknickt war.

Jetzt aber mein Problem:
Ich sollte mir einen Neurologen suchen!
Ich holte mir ein paar Empfehlungen von Freunden unserer Nachbarn, die selbst Epilepsie haben. Aber keiner dieser Ärzte war bereit mich als neuen Patienten aufzunehmen. Also ging ich zu einem Anderen. Der sah sich das Schreiben des Krankenhauses an, sagte dass die Steigerung des Medikaments aber sehr langsam wäre und er das schneller machen würde, ich solle selbst entscheiden wie ich es mache. Daraufhin drückte er mir ein Rezept in die Hand, verließ das Zimmer und ich saß da wie der letzte Trottel. (Habs dann so gemacht wie im KH empfohlen)
Die Arzthelferinnen gaben mir einen Termin um ein neues Rezept zu holen, der noch nicht einmal hinhaut für die langsame Steigerung.
Dieser Arzt ist echt bescheuert!!! Aber wie soll ich nur einen anderen finden? Lebe auf dem Land (Kreis Heinsberg) und hier hat man einfach nicht die riesen Auswahl. In 2 Wochen habe ich den nächsten Termin, aber am liebsten würde ich gar nicht hingehen, wenn ich die Tabletten nicht bräuchte! Aber so muss ich dann doch zu diesem Blödi :-( :-(

Hoffe ihr habt es nicht ganz so schwierig.

Einen schönen Tag noch wünscht euch LuLa!

Problem einen guten Arzt zu finden

mathilda, Friday, 04.01.2013, 11:34 (vor 4973 Tagen) @ LuLa

Hi,

du hast recht, der ist echt bescheuert.
Deinen Landkreis und daher die Neurologen kenne ich nicht.
Komisch finde ich ja, dass die anderen dich als Patienten nicht aufnehmen.
Als bei mir die Epilepsie festgestellt wurde und im Epi-Zentrum untersucht und eingestellt wurde, bin ich dort die ambulante Patienten seit 8 Jahren. Und wenn ich ein Rezept brauche, muss ich deswegen nicht hin, sondern brauche nur anrufen und ich bekomme es zugeschickt. Die Untersuchung dort (EEG, Mrt) sind einmal im Jahr, Blutspiegeluntersuchungen kann ich beim Hausarzt machen. So kenne ich das auch bei anderen.
Kannst du ein Rezept beim Hausarzt bekommen? Frag doch einfach mal nach.
Das Lamotrigin soll man nur um 25 mg wöchentlich steigern, weil es sonst zu Hautreaktionen kommen kann.

LG

Problem einen guten Arzt zu finden

Green, Friday, 04.01.2013, 13:52 (vor 4973 Tagen) @ LuLa

Hallo

viele Ärzte nehmen keine neuen Patienten hat nix mit dir zu tun sondern Praxis voll.

Schau vorne auf den Seiten hier nach einer Epilepsieberatungsstelle da kann man anrufen und sich neue Tips holen.Ausserdem eine Liste mit Epiletologen.

Und das nicht in jeder Gegend um die Ecke ein Spezialist für sowas ist ist auch normal.
Da muss man mal ein zwei stunden fahren das ist völlig normal.

Gruss Green

Problem einen guten Arzt zu finden

mezeg, München, Friday, 04.01.2013, 14:10 (vor 4973 Tagen) @ LuLa

Hallo Lula,

habe das unschätzbare Glück in einer Großstadt zu leben. Als die Epilepsie bei mir vermutet wurde, gab mir die Hausärztin 2, 3 Adressen von Neurologen. Der erste, den ich anrief, erwies sich als Glücksfall. Den ersten Termin bekam ich drei Werktage danach, seine Mischung aus Ruhe, Sicherheit und Freundlichkeit gab mir sofort das Gefühl in guten Händen zu sein. Und es ist weiterhin so.
Dazu ist die Praxis nur 3 km von mir entfernt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder zu Fuß gut erreichbar.

Wenn es sich bei Deinem Medikament um Lamotrigin handelt, sollte - laut meinem Neurologen - die Aufdosierung nur 25 mgr jede zweite Woche erfolgen. Und ich kann es nur bestätigen! Hatte mich einmal vertan, 2 x 100 mgr anstatt 2 x 50 genommen und hätte jeden Feuerdrachen zu Asche pusten können! Schlafschwierigkeit, Unruhe bis (leichte) Aggressivität sind dabei, es legt sich aber langsam mit der Zeit. Hautprobleme habe ich nicht bekommen aber das Problem besteht bei zu schneller Aufdosierung.

Habe die Aufdosierung "emotional" nicht gut akzeptiert und um eine "Pause" auf halber Dosis gebeten. Der Neurologe war nicht begeistert - und hatte doch recht... - betonte aber, er verstand seine Rolle als "Berater", die Entscheidung treffe ich. Sowas fördert bei mir auch das Vertrauen ihm gegenüber. Verlange von Deinem Neurologen ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe, bereite Deine Fragen und nimm Deinen Mann mit.

Wenn ich - eigentlich nur - ein Rezept brauche, wird es zwar von den Arzthelferinnen ausgestellt, allerdings immer vom Neurologen überreicht, der bei der Gelegenheit fragt, wie es mir geht. Freundliches Lächeln inbegriffen.

Nach der OP war ich unter Keppra für 6 Monate. Als ich das erste Rezept nach der OP die Hausärztin fragte, stellte sie mir das Rezept, wie ich es darstellte. Natürlich weißt sie, daß ich keinen Quatsch erzähle. Sie hat mich dabei untersuchen und fragen wollen, obwohl ich nur um das Rezept bat. Und sie fragt, wenn ich ein anderes harmloses Rezept in ihrem Bereich frage, wie es neurologisch geht und nimmt sich ab und zu Zeit für ein richtiges Gespräch darüber, sie hält sich am Laufenden und unterstützt somit die reguläre Behandlung vom Neurologen. Hast Du so einen Hausarzt, der einen guten Teil der Versorgung übernehmen könnte?

Der Neurologe schickte mich übrigens diesen Sommer zu einem Kollegen - und Epileptologe - zur Mitbehandlung, weil ich mit "Absences" auf die Aufdosierung reagiert hatte. Dieser zweite war medizinisch-technisch bestimmt sehr gut, irgendwie kam ich aber mit ihm nicht zurecht. Nicht weil er auf Keppra umstellen würde oder unfreundlich war, ich hatte das Gefühl, daß er um mich "tanzt" und nicht ganz wußte, wie er mich einordnen kann. Bib also beim ersten und Lamotrigin geblieben.

Viel Glück bei der Suche

mezeg

P.S. Die "Absences" erwiesen sich nachträglich als "Sekundenschlaf" wegen Lamotrigin verursachtes akutes Schlafdefizits. Ist nun o.k.

Problem einen guten Arzt zu finden

knuddel, Sunday, 06.01.2013, 17:43 (vor 4970 Tagen) @ LuLa

Hallo,
spreche mit deinem Hausarzt über diese Situation. Bitte ihn darum einen Termin für dich bei einem Neurologen auszumachen. Wenn Ärzte Termine für ihre Patienten ausmachen und dies auch noch begründen, geht das wesentlich reibungsloser. Falls der Hausarzt dieses, auf dein Bitten hin unterlässt, hast du auch noch die Möglichkeit dich an deine Krankenkasse zu wenden. Schließlich geht es um deine Gesundheit und die Behandlung deiner Erkrankung.
Alles Gute
LG :-)

Problem einen guten Arzt zu finden

LuLa, Monday, 07.01.2013, 11:54 (vor 4970 Tagen) @ knuddel

Hallo!

Erstmal danke für die schnellen Antworten. Echt klasse!
Und es ist gut zu hören, dass Blödheit nicht zum Berufsbild eines Neurologen gehört :-)

Also, das Epiezentrum in dem ich war hatte mir nur das erste Rezept ausgestellt. Ich wusste nicht das man dort in Behandlung bleiben kann. (Hat mir aber auch keiner gesagt)

Obwohl ich auf dem Land lebe gibt es hier einen Haufen von Neurologen (wer weiß vielleicht haben wir hier ja allen nen kleinen Hirnschaden ;-) )und es ist mir auch klar: wenn die Praxis voll ist, dann ist sie eben voll.

Klar könnte die Hausärztin mir mal ein Rezept ausstellen, aber um die Rezepte geht es mir ja gar nicht. Ich hatte eigentlich gehofft der Neurologe würde mir mal was über Epilepsie erzählen. Hier hab ich zum Beispiel zum ersten Mal gelesen, wie sich kleinere Anfälle äußern können (Hatte nämlich gedacht, dass solche Anfälle wie ein GM sind nur kürzer dauern) oder dass anscheinend regelmäßige Untersuchungen stattfinden. Und ich bin mir nicht sicher, ob die Hausärztin so genau darüber bescheid weiß.

Na ja, hab ja in zwei Wochen einen Termin, vielleicht hat der Mann ja dann einen guten Tag und erklärt mir was. Es kann ja nur besser werden!
Werde dann auf jeden Fall davon berichten.

Einen schönen Tag euch allen!

LuLa