Epilepsie und Mehrfachbehinderung
Hallo,
mein Neffe (35) hat Epilepsie mit z.T. starken Anfällen, ist Spastiker mit Sprachstörung und einer leichten geistigen Behinderung. Er arbeitet in einer Behindertenwerkstätte, wird dort aber auf Grund seiner Behinderung nicht für voll genommen und deshalb links liegen lassen. Er ist in der Einrichtung seit seiner Schulzeit. Da sich niemand in der Abteilung mit ihm abgeben will, keiner ihm zuhört, spricht er mit niemandem mehr und hört den Gesprächen der Kollegen nicht mehr zu.
Das veranlasste seine Betreuer zu denken, dass er den Gesprächen nicht folgen kann. Mir sagte man, dass man ihn aus der Einrichtung entfernen will. Zuhause spricht er aber und ist auch durchaus fröhlich und witzig. Durch seine Epilepsie kann er nur sehr begrenzt eingesetzt werden. Er sitzt am Telefon und früher arbeitete er am Computer. Seit ein neues Programm eingeführt wurde an dem ihn keiner einarbeitete, hat er keinen wirklichen Arbeitsbereich. Er wird zum Brotzeit holen geschickt für seine Kollegen oder fegt den Boden. Ich kann es durchaus verstehen, dass er ab und an lustlos ist und manchmal aggressiv wird.
Kennt sich jemand aus, welche Aufgaben so eine Einrichtung hat? Ich stelle mir vor, dass die Betreuer schon dafür zu sorgen hätten, dass der junge Mann die neuen Aufgaben erlernt und nicht nur rumsitzt und die Zeit tot schlägt.
Die Einrichtung zu wechseln ist derzeit keine gute Idee, da mein Neffe schon bei dem Gedanken noch schlimmere Anfälle bekommt.
Gruß
ryka
Epilepsie und Mehrfachbehinderung
hallo ryka
kenne mich leider nicht aus damit, finde es aber für eine soziale Einrichtung unter ,, aller Sau,,.
Es gibt einen Träger der Einrichtung,wende dich bw.die Eltern dahin ,damit dein Neffe wieder Ruhe hat.Einen Anwalt(Sozialrecht) wäre dazu zunehmen.
Hast du einen sehr guten Draht zu deinem Neffen dann überzeuge ihn diesen Ort zu wechseln.
Viel Erfolg wünsch ich euch
grüsse kucka
Epilepsie und Mehrfachbehinderung
Hallo Ryka,
das kenne ich auch, da ich es selbst erleben musste. Das einzige was da hilft, da muss mal jemand "ordentlich auf den Tisch hauen"! Bei mir hieß es nämlich auch der kann nichts der Taugt nichts, der kann nicht und ist zu nichts zu gebrauchen. Das einzige was ich machen durfte ist kehren und Brotzeit holen. Das liegt rein an den unfähigen Ausbildern, die müssen hier ersetzt werden. Ich hatte meine Ausbildung damals auch mit einem Schnitt von 5.5 versaut, weil mir von meinem Ausbilder permanent zu verstehen gegeben wurde ich sein ein behinderter Taugenichts.
Als ich meine Ausbildung dann an einem anderen Institut mit besseren Ausbildern wiederholte hatte ich dieses mit Abitur mit einem Notenschnitt von 2.0 verlassen.
Also es muss! jemand von euch Angehörigen aktiv werden, um euren Neffen zu unterstützen. Er alleine wird es nicht schaffen. Nicht solange ihm niemand zeigt, dass er sich auch mal wehren muss, sich nicht alles gefallen lassen muss.
Gruß
Mikewi
Epilepsie und Mehrfachbehinderung
Vielen Dank für die Meldungen. Ja, ich bin auch schon zu der Überzeugung gekommen, dass ich mich da einschalten muss. Als erstes werde ich am Montag mal nach dem Arbeitsbereich meines Neffen fragen. Mal sehen, was dabei raus kommt.
Ich werde berichten was dabei raus kommt.
Epilepsie und Mehrfachbehinderung
Hallo Kucka,
danke für deine Einschätzung. Bevor ich einen Anwalt einschalte, werde ich noch mal mit dem Betreuer sprechen und wenn nötig mit dessen Vorgesetzten. Aber was ich wirklich wissen müsste, ist wie diese Einrichtungen wirklich arbeiten.
Gruß
Ryka