Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

mezeg, München, Monday, 04.02.2013, 11:11 (vor 4942 Tagen)

Hallo,

ich wollte einen Ausbildungsvertrag für meinen Enkel abschließen. Damit die Zinsen etwas höher fallen und - für mich fast wichtiger - damit die Eltern keine Vollmacht darauf bekommen können und das Geld für gut gemeinte aber sinnlose Zwecke verwenden.

Also den Entwurf eines solchen Vertrags ausstellen lassen. Weil es mit einer Versicherung gekoppelt ist, damit er auf jedem Fall das Geld bekommt, hatte ich natürlich brav und vollständig die Gesundheitsfragen beantwortet. Sprich Epilepsie-Neigung, da sonst alles funktioniert.

Die ganzen Dokumente habe ich nach Hause genommen, weil ich mir sowas grundsätzlich und gründlich durchlesen möchte.

Die Bank-Angestellte rief gerade an und sagte u.a. "Wir werden es versuchen. Wenn die Versicherung den Vertrag wegen des Gesundheitsrisikos ablehnt, dann kann man nichts machen... ja, sie hat mich selber gesehen und meint, daß es kein Problem gäbe aber die Versicherung, nicht wahr..."

Kern der Aussage: Aufgrund der Epilepsie bin ich ein hohes Risiko für die Versicherung!!!

Warum gibt es keine Smileys für Wutanfälle???? Ich bräuchte eine ganze Kollektion davon!!!

Ich habe ihr sofort gesagt, daß es sich um Diskriminierung handelt, besonders wenn man über keine fundierte medizinische Kenntnisse diesbezüglich verfügt.

Meine erste Reaktion wäre alles zu zerreissen. Der Zufall will aber, daß heute Nachmittag ein Aufklärungsvortrag über Epilepsie gehalten wird. Die Frage werde ich stellen, auch wenn ich mich dadurch als Epileptikerin bekannt mache.

mezeg

Kann man irgendwo einen Flammenwerfer kaufen??

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

Green, Monday, 04.02.2013, 11:43 (vor 4942 Tagen) @ mezeg

Hallo

schucke dir einen Sandsack und dann gib es Ihm.........versteh dich ja aber das ist doch alt bekannt das mit den Versicherungen.

Wenn die Versicherung auf deinen Enkel läuft warum hast du das mit der Epi an gegeben.

Gruss Green

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 04.02.2013, 11:53 (vor 4942 Tagen) @ mezeg

ich wollte einen Ausbildungsvertrag für meinen Enkel abschließen

Ich vermute einmal, Du meinst damit eine Ausbildungsversicherung, korrigier mich, wenn ich falsch liege.

damit die Eltern keine Vollmacht darauf bekommen können und das Geld für gut gemeinte aber sinnlose Zwecke verwenden.

Wenn das Deine größte Sorge ist, dann setz doch einfach ein notariell beglaubigtes und entsprechend rechtswirksam beim Nachlassgericht hinterlegtes Testament auf, in dem Du ganz genau den Verwendungszweck des Geldes bestimmst und ggf. noch dazu einen vertrauenswürdigen und neutralen Nachlassverwalter einsetzt.

Kern der Aussage: Aufgrund der Epilepsie bin ich ein hohes Risiko für die Versicherung!!!

Ich habe ihr sofort gesagt, daß es sich um Diskriminierung handelt, besonders wenn man über keine fundierte medizinische Kenntnisse diesbezüglich verfügt.

Sorry, aber wenn es sich um eine Ausbildungsversicherung handelt, ist das keine Diskriminierung, da diese eine besondere Form der Kapitallebensversicherung darstellt. Nach dem Grundprinzip einer Versicherung muss diese ja zusehen, dass sie Verträge so abschließt, dass nur bei einem Teil der Verträge der kostspielige Teil der Leistungspflicht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch eintritt.

Und statt gleich von Diskriminierung zu sprechen - manche Leute fühlen sich dann gleich auf den Schlipps getreten, was das Ganze ja nicht unbedingt erleichtert - hättest Du ja fragen können, ob es die Möglichkeit gibt, dem Antrag im Zweifelsfalle ein medizinisches Gutachten oder so beizulegen.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

Musica, Monday, 04.02.2013, 13:21 (vor 4942 Tagen) @ mezeg

... das hättest Du nicht tun sollen. Chronisch Kranke sind nicht kreditwürdig. Zumindest ein Risiko. Wie soll die Bank ihr Geld zurückfordern wenn der chronisch Kranke zahlungsunfähig wird? Die Bank muß die Daten an ihre Versicherungen weiter leiten. Ich binde es niemand auf die Nase. Ich bin uninteresant. Lg, Musica

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

mezeg, München, Monday, 04.02.2013, 17:22 (vor 4941 Tagen) @ mezeg

Hallo,

danke Euch allen für die Antworten. Ich versuche die Sachlage etwas verständlicher darzustellen.

Ich möchte einfach nur etwas Geld für meinen Enkel sparen, ohne daß seine Eltern darüber verfügen können, sie meinen es wohl, sind aber unvernünftig verschwenderich. Meine erste Idee war einfach ein Sparbuch auf seinen Namen ausstellen zu lassen und selber zu bedienen. Geht nicht, weil seine Eltern eben über die Autorität darüber verfügen.

Dann wollte ich ein Sparbuch, das ich mal angelegt hatte und nur wenig bediente, dafür umfunktionieren. Auf meinem Namen, hatte aber in einer testamentarischen Verfügung bereits festgesetzt, daß dieses Sparbuch ihm direkt gehört - und nicht als Erbschaft seiner Eltern - allerdings erst bei Volljährigkeit. Nicht notariell aber von einem langjährig befreundeten Ehepaar unterschrieben und den Inhalt mehreren Leute als Kopie zugesandt. Ich glaube nicht, daß die Eltern hier opponiert hätten.

So war es für mich O.K. Habe aber erfahren, daß dieses Typ vom Sparbuch nicht mehr existiert und somit nicht bedient werden kann. Da wurde mir eine Ausbildungsversicherung (ja, Huge, Du hast es richtig genannt) angeboten. Wenn ich vor dem Termin sterbe, bekommt er die gesamte Summe am Ende der Laufzeit. Eigentlich nicht so meiner Vorstellung, ich möchte einfach nur regelmässig etwas mit langer Laufzeit sparen, Auflösung nur im Notfall und dann natürlich mit niedrigeren Zinsen. Mir war es sowieso unangenehm zu denken, daß ein Teil des Geldes zur Ausbalancierung der Risiken verloren geht. Scheinbar nicht möglich (?) Ich hätte es im Kauf genommen und hatte die Fragen auf dem Gesundheitsbogen korrekt und ausführlich beantwortet. Die Entwürfe nach Hause genommen, um sie durchzulesen. Dazu gab es auch ein "Generationdepot", ebenfalls mit einer Lebensversicherung gekoppelt, obwohl ich deren Sinn nicht sehe: Wenn ich sterbe, sollen meine Töchter froh sein, daß ich Ersparnisse hinterlasse, warum Zusatz einer Lebensversicherung, besonders wenn ich erst spät sterbe?

Es hat mich schon genervt, daß die Angestellte mich heute zu Hause angerufen hat, obwohl ich morgen vorbei kommen sollte. Sie hatte bereits von Anfang an bei der ersten Besprechung versucht, mich zur schnellen Unterschrift zu bewegen und dies macht mich mißtrauisch.

Dazu diese Bemerkung: "Wir werden es versuchen... vielleicht geht es doch durch" usw. usw. Ich erkenne einer kleinen Bankangstellte nicht das Recht über meinen Gesundheitszustand zu entscheiden! Sie ist doch nicht medizinisch ausgebildet und nimmt sogar der Versicherung das Recht und die Möglichkeit die Angelegenheit selbst zu bewerten, sie werden schon über medizinisch-geschultes Personal verfügen, wenn sie meinen Neurologen fragen würden, wäre es ebenfalls O.K.

Dieser Druck alle mögliche Verträge mit einer hauseigenen Lebensversicherung zu koppeln mißfällt mir. Geht es haupsächlich darum?

Dabei hatte ich vor kurzem einen Depotvertrag bei einer Versicherung - die ich wohl nicht nennen muß ;-) - abgeschlossen. Im Falle eines Ablebens vor dem Vertragende, wird die Endsumme entsprechend dem Testament sofort ausgezahlt. Also auch mit Lebensversicherung gekoppelt. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob es einen so ausführlichen Gesundheitsbogen dabei war, den selbständigen Versicherungsvertreter hatte ich aber vollständig informiert, was zu einem sehr netten Gespräch führte. Diese Versicherung hat problem- und fragenlos diesen Vertrag akzeptiert.

Ich will nicht in voller Demut eine Bank darum bitten, meine Ersparnisse zu verwalten! Sollen sie es doch lassen, einen Kredit brauche ich nicht!

Green hat mich aber auf eine Idee gebracht: Eine Lebensversicherung auf meinen Enkel abzuschließen - mit vier Jahren ist sein Todesrisiko äußerst gering :-) :-) :-) - und selber bedienen. Sollte er sterben, würde das Geld weder mich noch seine Eltern mehr interessieren.

Aber auf keinen Fall mit dieser Bank!! :-D :-D :-D

Danke für die Informationen, stehe inzwischen auf kühlerem Boden...

mezeg

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

Mondenkind, Monday, 04.02.2013, 17:56 (vor 4941 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

meine Eltern haben für meine Tochter ein Konto errichtet, auf dass sie jeden Monat einen kleinen Betrag einzahlen. Es ist ein Langzeitkonto und sie wird das Sparbuch zu ihrem 18. Geburtstag geschenkt bekommen.

Da mussten keine Gesundheitsfragen beantwortet werden...

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

mezeg, München, Monday, 04.02.2013, 20:03 (vor 4941 Tagen) @ Mondenkind

Hallo mezeg,

meine Eltern haben für meine Tochter ein Konto errichtet, auf dass sie jeden Monat einen kleinen Betrag einzahlen. Es ist ein Langzeitkonto und sie wird das Sparbuch zu ihrem 18. Geburtstag geschenkt bekommen.

Da mussten keine Gesundheitsfragen beantwortet werden...

Lieben Gruß
Mondenkind

Hallo Mondenkind,

ist eigentlich gerade was ich mir vorstelle! Es muß nur sicher sein, daß die Eltern es nicht verwalten können. Und mir wäre es lieber, wenn er das Geld erst mit 20 bekommen würde, wenn der erste "Volljährigkeitsrausch" verflogen ist...

Habe nun den Vertreter der "anderen Versicherung" angerufen. Hat mir gesagt, daß Sparverträge sehr gerne mit Lebensversicherungen gekoppelt sind, weil es ein zweifaches Geschäft darstellt. Und noch interessanter: Ausbildungsversicherungen sind für den Familienernährer geschustert, nicht für die Großeltern!

Er grübelt über eine Lösung, die meinen Wünschen entsprechen würde: Langzeitkonto, wie Du sagst, kein Zugriff vor dem 20. Lebensjahr. Letzteres kann ich vielleicht testamentarisch regeln. Ich möchte halt nicht, daß er mit 18 ein Schrottauto sofort kauft, um sich damit an den nächsten Baum zu fahren!

(als Nicht-Führerschein-Besitzerin stehe ich Autofahren sehr skeptisch gegenüber.. ;-) ;-) )

Liebe Grüße

mezeg

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

Musica, Tuesday, 05.02.2013, 18:26 (vor 4940 Tagen) @ mezeg

Kannst Du Dir von den Eltern nicht eine Einverständniserklärung geben lassen? Sie sind Inhaber der elterlichen Sorge. Da gehört auch die Verwaltung des Vermögens des Kindes. Und wenn´s nur ein paar Euro sind! LG, Musica

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

mezeg, München, Tuesday, 05.02.2013, 21:51 (vor 4940 Tagen) @ Musica

Kannst Du Dir von den Eltern nicht eine Einverständniserklärung geben lassen? Sie sind Inhaber der elterlichen Sorge. Da gehört auch die Verwaltung des Vermögens des Kindes. Und wenn´s nur ein paar Euro sind! LG, Musica

Hallo Musica,

daß den Eltern die Verwaltung des "Vermögens" (soweit ist er lange nicht!) des Kindes zusteht, ist klar. Und eben das Problem. Sie meinen es gut, aber kaufen sofort viel zu viel Unnutz anstatt an die Zukunft zu denken.

Und wenn ich freiwillig etwas für ihn auf die Seite lege, habe ich das Recht mitzubestimmen. Bin heute auf eine Möglichkeit gestoßen. Einen vollständigen Betrag sofort und auf längere Zeit investieren. In der Zwischenzeit ist es nicht einmal von mir kündbar.

Wenn der Vertrag auf den Namen des Kindes läuft, müssen die Eltern zustimmen - obwohl sie es nie verwalten können /dürfen. Wenn sie die Zustimmung verweigern, läuft der Vertrag auf meinen Namen. Sollte ich vor Ablauf der Sperrzeit sterben, kommt das Ergebnis in die "Erbmasse"... Also nicht nur für seine Mutter anstatt für ihn aber auch für seine Tante - habe doch zwei Töchter.... Das ist ein gutes Argument, um ihre Zustimmung zu bekommen. Und sein Vorteil.

Mal schauen wie sie reagieren...

Auf jedem Fall läuft es ohne Versicherung und ich muss nicht mehr darum betteln :-D :-D :-D

mezeg

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

pegasus, Tuesday, 19.02.2013, 11:52 (vor 4927 Tagen) @ mezeg

Warum versuchst du es nicht mit einem Banksparplan (bringt zwar wenig Rendige, dafür ist es aber egal, ob jemand eine Erkrankung hat oder nicht), anstatt mit einem solch komplizierten Konstrukt, welches nur dazu dient, dass die Bankangestellten mehr Provision erhalten?

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

mezeg, München, Tuesday, 19.02.2013, 13:16 (vor 4927 Tagen) @ pegasus

Hallo Pegasus,

danke für Deinen Vorschlag. Hatte mich auch in der Zwischenzeit etwas informiert und eine Lösung gefunden, die wohl meiner Vorstellungen entspricht. Ich wollte sowieso gerne etwas ökologisch / sozial investieren und hatte mich an Greenpeace gewendet. Sie machen selber solche Verträge nicht, haben mir aber mehrere Adressen vermittelt. Mit einer Anlageform wurde ich fündig, ich muß nur den Betrag auf einmal einzahlen, kann dann die Dauer bestimmen. So ist die Rendite etwas besser als ein normales Sparbuch und ich kann eine feste Zeit bestimmen. Die Eltern haben mir sogar nur deren Einwilligung gegeben, damit das Konto auf seinem Namen läuft. Ich muß nur warten, bis das anvisierte Geld auf mein Konto gekommen ist. Mit Greenpeace glaube ich nicht auf unsicheren Boden zu treten. Um "Millionen" handelt es sich außerdem nicht...

Ist mir ein besonderes Vergnügen, die Bank Schachmatt geschlagen zu haben...

mezeg

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 19.02.2013, 16:33 (vor 4926 Tagen) @ mezeg

Wie nennt sich denn diese Anlageform? Das Konzept, einen großen Betrag auf einmal zu zahlen, gibt es ja bei einer Menge Finanzprodukte, wie z.B. bei privaten Rentenversicherungen.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Diskriminierung bei Bank & Versicherung!!!

mezeg, München, Tuesday, 19.02.2013, 17:04 (vor 4926 Tagen) @ huge88

Wie nennt sich denn diese Anlageform? Das Konzept, einen großen Betrag auf einmal zu zahlen, gibt es ja bei einer Menge Finanzprodukte, wie z.B. bei privaten Rentenversicherungen.

Hallo,

es handelt sich um einen Umweltsparbrief der Umweltbank (wie bereits geschrieben über Greenpeace bekannt). Je länger die Anlage, desto höher der Zins. Und in dieser Zeit nicht kündbar.

Ich gebe zu, daß ich mich in dem Gebiet wenig auskenne und bei privaten Rentenversicherungen sowieso nicht. Daß Greenpeace sich verzettelt, halte ich nicht so sehr für denkbar.

mezeg

P.S. Der Betrag ist auch nicht so hoch, daß ich bei Verlust nur noch Brotrinde zu essen hätte.. :-D