Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
knuddel, Monday, 11.02.2013, 15:05 (vor 4935 Tagen)
Wenn ihr einen oder mehrere Krampfanfälle vor den Kollegen oder Mitschülern hattet, wie ist da die Reaktion darauf?
Es gibt etliche Mitschüler/Umschüler, die jetzt Angst vor mir oder eher vor der Situation einen Anfall sehen zu müssen, haben. Dadurch habe ich einige vorherige eigentlich gute Bekannte ( Freunde will ich sie nicht mehr nennen ) verloren.
LG
Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
dannie89
, Bayern, Monday, 11.02.2013, 15:20 (vor 4935 Tagen) @
knuddel
hey,
ich bin seit Ende Januar 2009 Arbeitsunfähig. Ich hatte in der Anfangszeit viele Anfälle bis man herausgefunden hat was für Anfälle es sind. Leider war es für viele Freundschaften zu spät, da ich die Anfälle sehr oft am Wochenende bekam und jedes mal im KH gelandet bin. Das haben sie ein paar mal mitgemacht und dann ist der Kontakt eingeschlafen bzw hieß es immer wir haben keine Zeit. Aber sie haben es bedohnt das es nicht an der Krankheit liegt, das glaube ich bis heute nicht.
Ich habe jetzt , von damals , noch 3 Freunde mit denen ich sehr selten mal weg gehe.
liebe grüße
Dani
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Carpe Diem-Nutze den Tag,
Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
sandytimmy, Monday, 11.02.2013, 16:41 (vor 4934 Tagen) @ knuddel
Ich wurde als Kind gehänselt mit Spitznamen wie Anfall usw. Oder es wurden Fratzen nach gemacht. Die meisten haben es einfach nur hin genommen.
Jetzt auf der Arbeit sind alle unsicher, fragen viel bei bedarf, damit sie sich im Fall eines Anfalls richtig handeln.
Der chef ist inzwischen auch entspannter. Die Anfälle an sich stören nicht, nur meine schlechte Konzentration und Merkfähigkeit. Ich frag halt zig mal nach.
Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
Noooh, Tuesday, 12.02.2013, 15:37 (vor 4933 Tagen) @ sandytimmy
hallo...
bei mir ist es soweit das ich nur noch sehr wenige menschen habe,die ich überhaupt noch freunde nenne.
seit ich meine anfälle habe,will fast niemand mehr was von mir wissen, ausser meine besten ich sag mal fünf freunde,die mir trotz allem zur seite stehen.
und ich sage mir lieber diese fünf richtigen ,als ein haufen idioten,die dich so nun nicht mehr akzeptieren.
eigentlich haben die anfälle auch einige guten seiten!!!!das ist zum beispiel eine:man sieht wer die wahren freunde sind....
Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
hannerl, Monday, 18.02.2013, 17:41 (vor 4927 Tagen) @ Noooh
...man sieht wer die wahren freunde sind....
Hallo zusammen,
mir ging es so ähnlich wie Noooh, war als Kind auch überall ausgeschlossen, weil ich ja nichts mitmachen durfte, und bin so zum Außenseiter (Schulzeit) geworden. Seit ich berufstätig bin, habe ich mit Kollegen/Kolleginnen NULL Probleme wegen meiner Anfälle. Alle, die einen Anfall mitkriegen, fragen mich, wie sie sich am besten verhalten sollen und tun das dann auch, und meine Vorgesetzten (alle bisher) sagen immer, sie sind froh, DASS ich überhaupt da bin. Ich kann nach den Anfällen weitermachen wo ich vorher zu arbeiten aufgehört habe, also ist das für niemanden (außer mir selber) eine Beeinträchtigung.
Um die sog. "Freunde", die einen hängenlassen, wenn man erkrankt, ist es nicht schade, finde ich! Habe meine ehemals "Beste Freundin" auch auf die Weise richtig kennengelernt und mich von ihr distanziert.
LG
Hannerl
Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
silebo, Thursday, 21.02.2013, 12:38 (vor 4925 Tagen) @ hannerl
meine Güte, wenn ich das so lese, hab ich Schiss vor der Zukunft meines Sohnes....- ich hoffe, er bekommt irgendwann einen Ausbildungs-Arbeitsplatz, bei dem er auf Verständnis stösst.
Freunde hat er viele, die auch um seine Epilepsie wissen- er geht zur Rudolf Steiner Schule (Waldorf), dort herrscht eine grosse Akzeptanz und niemand, der in irgendeiner Weise "anders" ist, wird gehänselt, sonder gestützt.
Gruss
Silke
Allerdings merke ich schon, dass er Angst hat vor Ausgrenzung oder davor, anders behandelt zu werden. Er geht seit 4 Wochen zum Basketballverein, und er hat bisher niemanden (auch dem Trainer nicht) erzählt, dass er Epileptiker ist. Leon ist 15 und ich überlasse ihm die Entscheidung, wenn ich es auch als gewagt empfinde. Muss aber dazu sagen, dass Leon noch nie einen grossen Anfall hatte, immer "nur" Absencen.
Reaktion von Arbeitskollegen / Mitschülern
kernerin
, Stuttgart, Thursday, 21.02.2013, 12:53 (vor 4925 Tagen) @
knuddel
Hallo Knuddel,
ich habe die Anfälle ja schon seit meinen 2. Lebensmonat. Ich hatte und habe kaum Freunde. Im Kindergarten und im Grundschulalter noch ca. 5-10 Freunde/innen. Aber als sich bei mir die Epilepsie verschlimmerte und ich Absancen hatte. Dadurch bekamen sehr viele Angst vor mir und ich verlor sehr viele Freunde. Als ich dann auf die Hauptschule kam, war ich alleine. Dort fand ich schnell eine neue Freundin, aber nachdem die einen Anfall von mir sah, war aus. Dann hatte ich nur über meiner Klasse eine Freundin der es so ähnlich ging. Sie wurde gehänselt, weil ein Bein kürzer war und sie deswegen vom Sport befreit war. Ich bin in vielen Vereinen drin und aktiv. Aber als Freunde kann ich es auch nicht bezeichnen.
Heute habe ich eigentlich nur 3 feste Freundinnen. Aber diese sind alle selber Schwerbehindert (Epiepsie, Gehbehindert, Rollstuhl).
Ich denke immer nur, lieber habe ich wenig Freunde. Hauptsach es sind ware und richtige Freunde, als Freunde/innen die einen im Stich lassen. Auch wenn ich mit meinen Freunde/innen nicht alles zusammen unternehmen kann. Aber Geburtstäge feiern wir immer gemeinsam. Bei einem gemeinsamen Ausflug müssen wir halt schauen, bekommen wir es zusammen hin.