OP

Musica, Sunday, 03.03.2013, 16:59 (vor 4914 Tagen)

Kennt Ihr Fälle, wo eine OP schief gegangen ist oder anderen Schaden angerichtet hat? Erfährt man im Vorgespräch über mögliche Schwierigkeiten? Geben die Ärzte eine Empfehlung und eine Prognose für oder gegen eine OP? Wie lange dauert es, bis man nach einer OP wieder fit ist, bzw. arbeiten kann?Viele Fragen,sorry! LG, Musica

OP

mikewi, München, Sunday, 03.03.2013, 19:23 (vor 4914 Tagen) @ Musica

Mensch Musica,

denke nicht immer darüber nach was alles schief gehen kann. Ich wurde auch operiert und bei mir ist nichts schief gegangen. Denn ich leben noch und alles im Kopf funktioniert noch.
Schief gegen kann auch was wenn du nur dein Haus verlässt und ein Autofahrer genau in diesem Moment einen Herzinfarkt erleidet, sein Steuer verreißt uns dich deswegen überfährt.

Denke lieber mal nach was dir die OP für Vorteile bringen kann. Anstatt immer alles ins Negative zu ziehen. Vor der OP wir man dir auch alles ausgiebig erklären und mit dir durchsprechen. Oder du könntest auch mal deinen behandelnden Arzt auch deine Ängste und Befürchtungen ansprechen und um Antworten bitten.

Kennt Ihr Fälle, wo eine OP schief gegangen ist oder anderen Schaden angerichtet hat? Erfährt man im Vorgespräch über mögliche Schwierigkeiten? Geben die Ärzte eine Empfehlung und eine Prognose für oder gegen eine OP? Wie lange dauert es, bis man nach einer OP wieder fit ist, bzw. arbeiten kann?Viele Fragen,sorry! LG, Musica

OP

mezeg, München, Sunday, 03.03.2013, 20:28 (vor 4914 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

im OP-Vorgespräch wird Klartext geredet. Mir hat der Neuro-Chirurg gesagt, daß die Tumor vielleicht nicht vollständig entfernt werden kann, weil sie auf ein Gefäß sitzt, das man nicht abklammern kann. Außerdem könnte das Sprachzentrum beschädigt werden.

In meinem Fall gab es keine Alternative, die Tumor mußte sofort weg.

Und wie ging es dann? Die Tumor wurde vollständig abgeschält, Nachfolger haben sich nicht gemeldet. Operiert am Donnerstag gegen Mittag wurde ich am darauffolgenden Donnerstag entlassen und fuhr alleine mit der U-Bahn nach Hause. Habe mich alleine selber versorgt. Klar, ich war müde und legte mich tagsüber nach Bedarf aufs Bett. Bin einen Monat danach alleine mit dem Nachtzug nach Frankreich gefahren. Und sechs Wochen danach, als ich zum Neurologe ging, mußte er die Narbe beim Tasten suchen, so unauffällig war sie. Habe bei der Gelegenheit gefragt, ob ich wieder radfahren kann und weil ich als erstes nur meine Waldrunde angehen wollte, stimmte er uneingeschränkt zu. Ich ging zu Fuß nach Hause zurück (3 km), nahm das Rad ohne mir die Zeit nehmen, es aufzupumpen, fuhr 24 km im Wald und war selig.

Vielleicht hat das Sprachzentrum doch etwas abgekriegt, man sieht außerdem bereits am EEG, daß ich operiert wurde, weil an der Stelle das Gehirn langsamer arbeitet. Manchmal kann ich mich plötzlich nicht mit Worten ausdrücken oder begreife Gesprochenes / Gelesenes nur als unförmiges Brei. Aber es dauert max. 1 / 2 Minuten und dann läuft alles wieder normal. In solchen Fällen weiß ich immer, wo ich bin und was ich machen will, ich finde bloß die Worte kurzfristig nicht. Schade, daß ich Dir das Geräusch meiner Tastatur nicht schicken kann, die Geschwindigkeit - und daß auch noch in einer Fremdsprache - kann sich sehen, pardon, hören lassen. Also, falls es mit der OP und nicht mit den AE zu tun hat, ist das Problem so gering, daß die OP es auf jedem Fall wert war.

Und denke bitte dran, daß man bei einer walnuß-großen Tumor entscheidend mehr schnipseln muß, als bei einer kleinen "defekten" Stelle.

Also, wenn der Arzt eine OP befürwortet, würde ich persönlich nicht zögern!

LG

mezeg

P.S. und wie der Kollege sagt, irgendwas kann immer irgendwo passieren. Sicher ist wohl nur das Bett... Aber wenn ein Hubschrauber doch auf das Dach fällt??? Lieber im Keller bleiben? Und es kommt eine Überflutung???

Wie mein Hausärztin zutreffend sagt: "Das Leben ist lebensgefährlich"

OP

bananamama, Sunday, 03.03.2013, 20:46 (vor 4914 Tagen) @ Musica

hallo Musica
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen
das es ca 10 Tage K-H Aufenthalt sind
da Du noch arbeitest ca 3 Wochen AHB ,
dann liegt es an Dir und Deinem Befinden .
In der AHB würde ich mich an den Sozialdienst
wenden und der gibt Dir dann Tipps wie es
Weitergeht auch mit dem Schwerb.Ausweis
ganz liebe Grüße und toi toi toi Moni;-)

OP

sandytimmy, Sunday, 03.03.2013, 20:59 (vor 4914 Tagen) @ Musica

Bei mir wurde auch alles genau erklärt. Was gemacht wird, welche Funktionsbereiche des Gehirns dort sonst noch liegen, was passieren kann wenn die geschädigt werden. Was anschließend nach der op passiert.
Man geht in Deutschland außer in Notfällen niemals blind in eine op! Ich habe mich zwar gegen eine op entschlossen, und zwar weil-in meinem Fall - fast der komplette Hippocampus entfernt werden würde. Das hätte die Konsequenz dass das Kurzzeitgedächtnis fast gleich null sein wurde.
So was hängt aber immer davon ab, was wo entfernt wird.