OP

mezeg, München, Sunday, 03.03.2013, 20:28 (vor 4914 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

im OP-Vorgespräch wird Klartext geredet. Mir hat der Neuro-Chirurg gesagt, daß die Tumor vielleicht nicht vollständig entfernt werden kann, weil sie auf ein Gefäß sitzt, das man nicht abklammern kann. Außerdem könnte das Sprachzentrum beschädigt werden.

In meinem Fall gab es keine Alternative, die Tumor mußte sofort weg.

Und wie ging es dann? Die Tumor wurde vollständig abgeschält, Nachfolger haben sich nicht gemeldet. Operiert am Donnerstag gegen Mittag wurde ich am darauffolgenden Donnerstag entlassen und fuhr alleine mit der U-Bahn nach Hause. Habe mich alleine selber versorgt. Klar, ich war müde und legte mich tagsüber nach Bedarf aufs Bett. Bin einen Monat danach alleine mit dem Nachtzug nach Frankreich gefahren. Und sechs Wochen danach, als ich zum Neurologe ging, mußte er die Narbe beim Tasten suchen, so unauffällig war sie. Habe bei der Gelegenheit gefragt, ob ich wieder radfahren kann und weil ich als erstes nur meine Waldrunde angehen wollte, stimmte er uneingeschränkt zu. Ich ging zu Fuß nach Hause zurück (3 km), nahm das Rad ohne mir die Zeit nehmen, es aufzupumpen, fuhr 24 km im Wald und war selig.

Vielleicht hat das Sprachzentrum doch etwas abgekriegt, man sieht außerdem bereits am EEG, daß ich operiert wurde, weil an der Stelle das Gehirn langsamer arbeitet. Manchmal kann ich mich plötzlich nicht mit Worten ausdrücken oder begreife Gesprochenes / Gelesenes nur als unförmiges Brei. Aber es dauert max. 1 / 2 Minuten und dann läuft alles wieder normal. In solchen Fällen weiß ich immer, wo ich bin und was ich machen will, ich finde bloß die Worte kurzfristig nicht. Schade, daß ich Dir das Geräusch meiner Tastatur nicht schicken kann, die Geschwindigkeit - und daß auch noch in einer Fremdsprache - kann sich sehen, pardon, hören lassen. Also, falls es mit der OP und nicht mit den AE zu tun hat, ist das Problem so gering, daß die OP es auf jedem Fall wert war.

Und denke bitte dran, daß man bei einer walnuß-großen Tumor entscheidend mehr schnipseln muß, als bei einer kleinen "defekten" Stelle.

Also, wenn der Arzt eine OP befürwortet, würde ich persönlich nicht zögern!

LG

mezeg

P.S. und wie der Kollege sagt, irgendwas kann immer irgendwo passieren. Sicher ist wohl nur das Bett... Aber wenn ein Hubschrauber doch auf das Dach fällt??? Lieber im Keller bleiben? Und es kommt eine Überflutung???

Wie mein Hausärztin zutreffend sagt: "Das Leben ist lebensgefährlich"


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