Wut
ich glaube, jeder von uns wünscht sich eine gerade für ihn "richtige" Anteilnahme. Ich würde z.B. eine "echte Umarmung" nur in sehr bestimmten Umständen wünschen. Hat mit Epilepsie nichts zu tun, bin in der Richtung aus früheren Erfahrungen sehr zurückhaltend, wohl die Angst abgelehnt zu werden.
Am Schlimmsten ist in diesem Fall das zudrängliche Reden: "Du mußt dies, Du darfst nicht das!", wie meine ältere Tochter es nach dem 3. GM gemacht hat - übrigens auch in anderen Umständen ihre Richtung...
Die Jüngere, die alles erlebt hat, war ruhiger und als ich vom Krankenhaus zurückkam haben wir einfach unsere gegenseitige Erfahrung ausgetauscht. Ohne Zwang, wie es einfach kam. Später hat sie sogar einzelne Punkte mit Humor abgearbeitet.
Fast musterhaft war die Reaktion eines langjähriges - aber nicht "engen" - Freunds, als ich verzweifelt versuchte, eine plötzliche Sprachblockade zu vertuschen. Ganz gelassen: "Laß Dir Zeit, ich gehe inzwischen zur Toilette", also keinen Zwang "normal" zu sein und die Bemerkung, als er zurückkam: "Es ändert doch nichts!" Also werde ich wie früher mit eigener Persönlichkeit natürlich wie bedingungslos akzeptiert, als wertvollen würdigen Mensch. Einfach nicht mitleidigt sondern gleichwertig und mit die Dosis richtiger Rücksicht, wie es jedem Mensch zusteht.
Was Wut angeht, kann ich kräftig in die Luft gehen. Wer mich gut kennt, springt kurz zur Seite und wartet - nicht lange - bis ich mich beruhige und wieder verhandlungsbereit bin. Ich kann bei Bedarf sehr deutlich werden. Und als bester Beruhigungsmittel auf das Fahrrad springen und eine Runde in schöner Landschaft drehen, an der Geschwindigkeit, die mir gerade gefällt - muß keineswegs rasend sein, ruhig Düfte und Vogelgesang einatmen kann sehr wirksam sein.
Aber azeptiert zu werden, wie ich eben bin und immer war, das ist für mich das Wichtigste.
mezeg
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