Wortfindungsstörung nach Anfall

dannie89 ⌂, Bayern, Friday, 15.03.2013, 10:42 (vor 4903 Tagen)

Hey,
Ich hatte am Mittwoch einen epileptischen Anfall, was bei mir ja sehr selten auftritt.Ich habe ja ziemlich oft die psychogenen Anfälle. Jetzt zu meiner eigendlichen Frage seit dem Anfall fallen mir immer wieder Wörter nicht ein. Die Ärzte sagen das nennt man Wortfindungsstörung und kann sein das man das hat und gibt sich wieder, aber wie lange dauert es. Mich nervt es gewaltig das mir die leichtesten Dinge nicht einfallen.
lg
Daniela

--
Carpe Diem-Nutze den Tag,

Wortfindungsstörung nach Anfall

Noooh, Friday, 15.03.2013, 10:54 (vor 4903 Tagen) @ dannie89

hallo dannie

das legt sich nach einigen wochen wieder,zumindest war das bei mir so...
ich wusste mal drei tage fast überhaupt nichts mehr,weder wo ich bin,wie ich heiße,usw.
aber das kommt alles wieder,mache dir keine sorgen.es ist ätzend, ich weiß, aber mach dir nicht zu viele sorgen,dann kommt es vielleicht schon schneller als du denkst ;-)

Wortfindungsstörung nach Anfall

dannie89 ⌂, Bayern, Friday, 15.03.2013, 11:49 (vor 4903 Tagen) @ Noooh

hey,
Danke schön, ich hoffe das es ziemlich schnell geht, besonders schlimm ist es bei Telefonnummern.Am Anfang wusste ich nicht mal wie mein Neurologe heißt, echt schlimm.

--
Carpe Diem-Nutze den Tag,

Wortfindungsstörung nach Anfall

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 15.03.2013, 12:41 (vor 4903 Tagen) @ dannie89

Bei mir dauert das zwar nicht ganz so lange, bis sich das bei mir dann gegeben hat, aber so die ersten Stunden nach einem Anfall hab ich damit auch immer wieder so meine Probleme. Das Gehirn braucht da erst einmal viel Ruhe und Zeit, sich zu erholen und das ist bei jedem unterschiedlich viel.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Wortfindungsstörung nach Anfall

mezeg, München, Friday, 15.03.2013, 14:41 (vor 4902 Tagen) @ dannie89

Hallo Daniela,

die Störung kenne ich auch, wenn aber in einer anderen Form: nicht zeitlich so dicht zueinander aber wenn dann intensiver. Ich kann dann etwa 1 / 2 Minuten keinen Satz aussprechen, nicht einmal denken. Im besten Fall nur stammeln und stottern. Oder nehme ich Gesprochenes / Gelesenes nur als unförmiges Brei auf. Man hatte eben in der Nähe des Sprachzentrums geschnipselt. Ich "fühle" den Inhalt, finde aber keine Wortform, um es einzugießen und dadurch auszusprechen / zu denken. Allerdings weiß ich - ohne Wörter - oder besser fühle ich, wo ich bin, was ich machen will. Niemand könnte mich in dieser Zeit dazubringen, einen Scheck zu unterschreiben. Ist es die Unfähigkeit zu sprechen / zu denken, weiß ich nachher, was ich sagen wollte, es ist nicht weg. Nur bei Gesprochenes / Gelesenes ist es definitiv weg, vielleicht funktioniert das Kurzgedächtnis in dem Fall nicht.

Früher war es sehr anstrengend, weil ich verzweifelt suchte, das Problem zu kaschieren und das Wort zu "forcieren", es machte mich unheimlich müde.

Inzwischen stehe ich dazu, finde manchmal einen Synonym oder beschreibe das Wort. Mit Gestik kann ich mich auch ausdrücken. Ich nehme es einfach lockerer, beobachte manchmal interessiert, wie lange es diesmal dauert, ob ich die letzten Silben / Buchstaben doch aufnehme usw.

Versuche auf keinem Fall das fehlende Wort zu "forcieren", es strengt unheimlich an und bringt es nicht schneller zum Vorschein. Laß dem Wort Zeit, es kommt schon - für mich nun viel leichter und schneller, seit ich nicht mehr verzweifelt darum kämpfe. Habe auch das Gefühl, daß das Problem nun langsam seltener wird. Vielleicht baut sich nach der OP-Schädigung das Hirn Ausweichrouten. ;-) ;-)

Manchmal meldet sich das Wort über unerwartete Umwege. Für ein gesuchtes Wort in meiner eigenen Sprache kamen hintereinander zwei Wörter, die definitiv nichts damit zu tun haben. Aber das erste Wort näherte sie dem Klang, mit dem zweiten ließ sie eine Wortkombination herstellen, deren anderes Halb-Teil die Lösung ergab.

Also bitte nicht durchdrehen, "Dir Zeit lassen" wie ein Freund mir bei einer solchen Gelegenheit gelassen gesagt hatte. Es wird schon, nur ein Bißchen Geduld!

Alles Gute

mezeg

Wortfindungsstörung nach Anfall

Musica, Friday, 15.03.2013, 16:50 (vor 4902 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,
vor der OP hattest Du das Problem nicht? Man hat Dir in der Nähe des Sprachzentrum geschnipselt. In der Nähe von einem Ohr?
Hättest Du Dich eigentlich auch operieren lassen, wenn Du eine "normale" Epilepsie gehabt hättest? Du hattest, wie Du schon öfter geschrieben hast, wegen dem Tumor keine andere Wahl. Du sprichst auch mehrere Sprachen. Bringst Du sie ab und zu durcheinander? Ich denke dabei an diese Momente, wo Du die Worte nicht findest.
Bist Du auch berufstätig? Sorry für die vielen Fragen!LG,Musica

Wortfindungsstörung nach Anfall

mezeg, München, Friday, 15.03.2013, 17:24 (vor 4902 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

ich versuche Deine Fragen in der richtigen Reihe zu beantworten.

Vor der OP hatte ich nur die meines Alters normale kleine Erinnerungslücke, meist Namen. Wie für einen Sänger zur Zeit meiner Eltern: Ich "sah" sein Gesicht, hörte seine Lieder, wußte den Namen seiner Freundin, wo er geboren wurde... aber den Namen??? Flashte spontan etwa zwei Wochen später, als ich in ganz anderen Gedanken war. Nichts lebenwichtiges, wohl im Außenspeicher.

Manchmal auch das gewünschte Wort nicht in der gewünschten Sprache gefunden, fand z.B. ein Wort in englisch, dann deutsch aber nicht sofort in französisch. In italienisch kannte ich es sowieso nicht. Es kann im Gespräch zwischen deutsch und französisch auch passieren, daß ich nicht immer merke, welche Sprache ich gerade verwende, nur wenn der Gegenüber plötzlich komisch schaut... Mit Bekannten passiert es nicht, weil deren Sprachen-Code wohl festgebrannt ist. Das betrachte ich auch als normal.

Die komische Sprachblockaden, oft mit Wellen, hatte ich auch eine gewiße Zeit vor der OP. Wie lange aber das Mistvieh sich bereits auf meinem Gehirn gemütlich gemacht hatte, läßt sich nachträglich aber nicht mehr abschätzen. Zeitlich würde es gut passen.

Bei einer "normalen Epilepsie" hätte ich mich von den Ärzten gründlich und präzis informieren lassen. Dann Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen und danach gehandelt. Aber nicht um nachher zu grübeln: "Ich hätte es anders machen sollen!" Nützt nichts und wenn ich mir die Mühe gemacht habe, die Entscheidung nüchtern-logisch zu treffen, warum jammern? Umkehren kann man es nicht mehr.

Die Worte nicht zu finden - besser gesagt Sprachblockade - hat mit der Mehrsprachigkeit nichts zu tun. Ich denke nicht: "Wie ist doch die Nuance, die ich brauche? Paßt dies ersatzweise?" u.ä. , ich denke überhaupt nicht in Worten, alles ist formlos. Wenn ich es aussprechen wollte, finde ich sie nach der Blockade. Ging es um Gesprochenes oder Gelesenes ist es weg, keine Ahnung, was gesagt wurde, was ich gerade gelesen habe. Seit ich es nun hinnehme und warte, bis es wieder funktioniert - und es funktioniert IMMER wieder - nehme ich es gelassener. Ich schiebe es allerdings viel lieber auf die OP als auf den Verdacht wie meine Mutter an Alzheimer erkrankt zu sein!

Ich bin im Rentenalter wenn aber mit vielen Hobbys, Kontakten und Ehrenämtern beschäftigt. Arbeite gerade an einem Vortrag über die Maler der Bretagne, Schwerpunkt die "Schule von Pont-Aven"...

mezeg

Wortfindungsstörung nach Anfall

kucka, Friday, 15.03.2013, 21:11 (vor 4902 Tagen) @ mezeg

Arbeite gerade an einem Vortrag über die Maler der Bretagne, Schwerpunkt die "Schule von Pont-Aven"...

hallo mezeg
meinst du Gauguin? Farbaufträge und Co?

Wortfindungsstörung nach Anfall

mezeg, München, Saturday, 16.03.2013, 12:17 (vor 4902 Tagen) @ kucka

Arbeite gerade an einem Vortrag über die Maler der Bretagne, Schwerpunkt die "Schule von Pont-Aven"...

hallo mezeg
meinst du Gauguin? Farbaufträge und Co?

Hallo Kucka,

zuerst - schnell - die amerikanische Malerkolonie mit Robert Wylie, dann Gauguin (sein Kontakt mit Van Gogh inbegriffen), Emile Bernard, Paul Sérusier, Charles Laval.

Hinweise auf Jakob Meyer de Haan, Charles Filiger, Maxime Maufra... Es gäbe viele andere aber ich weiß nicht, wie ich sie zeitlich integrieren könnte... :-D :-D

Auch kurzer Ausflug nach Le Pouldu mit der Auberge de Marie Henry...

Tahiti und die Marquises werde ich nur erwähnen, um das Leben von Gauguin abzuschließen. Mit einem da gemalten Bild "Schnee auf Pont-Aven"...

Reicht das?? ;-) ;-)

kenavo ar wec'h all

mezeg

Wortfindungsstörung nach Anfall

kucka, Saturday, 16.03.2013, 20:30 (vor 4901 Tagen) @ mezeg

hallo mezeg
danke für die ausführliche Antwort,viel viel Erfolg bei deinem Vortrag. Find ich prima was du so alles machst.
grüsse kucka

Wortfindungsstörung nach Anfall

mezeg, München, Sunday, 17.03.2013, 11:29 (vor 4901 Tagen) @ kucka

und Danke für die - noch nicht verdienten - Blumen. Ich kann einfach nicht den ganzen Tag untätig bleiben. Ich schlage immer eine Liste von möglichen Themen vor und es wird eines gewählt. Bin wirklich keine Kunstexpertin aber interessiert und... schlaue Bücher habe ich dafür vorhanden. Gute Gelegenheit um mich in die Angelegenheit zu vertiefen, habe dadurch viel gelernt.

Ich habe ein - kleines - Stammpublikum, das mich immer fröhlich begrüßt, macht die Sache noch einfacher.

LG

mezeg

Wortfindungsstörung nach Anfall

kucka, Friday, 15.03.2013, 21:21 (vor 4902 Tagen) @ dannie89

hallo dannie89
so um die 10 Minuten bin ich bewusstlos dann brauch ich ca. eine Woche bis ich wieder klar bin. Muss dann ja auch wieder arbeiten,weiss ja keiner.
Alles Gute .......kucka

Wortfindungsstörung nach Anfall

dannie89 ⌂, Bayern, Saturday, 16.03.2013, 12:39 (vor 4902 Tagen) @ kucka

Hey kucka,
danke schön, és wird von Tag zu Tag immer besser, bloß mit den Telefonnummern ist noch etwas schwirig, aber sonnst geht es wieder.
lg Dani

--
Carpe Diem-Nutze den Tag,

Wortfindungsstörung nach Anfall

mantra1982, Wednesday, 20.03.2013, 11:49 (vor 4898 Tagen) @ dannie89

Hi dannie89,

ich will ja hier niemanden Angst machen, aber mir geht es auch jetzt noch so (letzter Anfall Januar 2012) das ich Wörter nicht finde. Meine Freunde haben sich daran gewöhnt, warten geduldig oder helfen mir weiter wenn ich ums vere**en nicht drauf komme. Es ist aber wesentlich besser geworden und ich warte immer noch bis es vollkommen verschwindet. Lg... Kerstin...

Wortfindungsstörung nach Anfall

dannie89 ⌂, Bayern, Wednesday, 20.03.2013, 16:57 (vor 4897 Tagen) @ mantra1982

Hey mantra1982,
ich hoffe das es dir bald besser geht und wünsche dir alles gute. Mir geht es zum Glück wieder gut, ich war halt total verunsichert weil ich es noch nie bzw so lange hatte. Klar gleich nach dem Anfall ist es ja normal aber nicht Tage lang
liebe grüße
Daniela

--
Carpe Diem-Nutze den Tag,