Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Hallo,
ich habe seit ich 14 Jahre alt bin primär-generalisierte Epilepsie. Bin nun 22 Jahre alt und seit ca. 4 Jahren anfallsfrei. Die komplette Anfallsfreiheit gelang nur mit Valproinsäure 500-0-500mg täglich. Zuvor nahm ich Lamotrigin u. Orfiril ein, diese Medikamente führten aber trotzdem zu weiteren Anfällen. Andere Medikamente wurden bei mir noch nicht auf Wirksamkeit getestet, nur diese drei genannten.
Meine Anfälle erschienen immer in den ersten 1-2 Stunden nach dem aufstehen, also eine sog. "Aufwachepilepsie". Jetzt besteht aktuell ein Kinderwunsch bei mir und meinem Partner. Wir waren diesbezüglich schon bei meinem Neurologen in Beratung sowie in der Epilepsieambulanz in Erlangen. Der Neurologe meinte Valpro auf niedrigster effektivster Dosis in mehreren Einzeldosen auf den Tag verteilt einzunehmen oder das Medikament zu wechseln. Der Arzt der Epilepsieambulanz meinte Valpro absetzen und Levetiracetam neu ansetzen.
Meine Ängste sind nun, wenn ich von Valpro auf Levetiracetam umsteige, ob Anfälle wieder gehäuft auftreten oder es gut geht?!?! Die größten Ängste und Fragen treten im Zusammenhang mit der Schwangerschaft und Fehlbildungen, Fehlgeburten und wenn ein Anfall während der Schwangerschaft auftritt ist das nicht schädlich fürs Kind??????????!
Vielleicht hat von euch schon jemand damit Erfahrungen gemacht und kann mir helfen ob Valpro wirklich so schlimm während einer Schwangerschaft ist bezüglich "offener Rücken" oder anderen Missbildungen und wie sieht es mit Levetiracetam diesbezüglich aus? Oder hat jemand Erfahrung mit Levetiracetam oder Valproinsäure während einer Schwangerschaft gemacht? Hat jemand Erfahrungen mit einem herabsetzen der Dosierung von Valproin oder die Umstellung von Levetiracetam vor oder während einer Schwangerschaft???
Für Erfahrungsberichte bzw. Antworten, bin euch sehr dankbar!
Gruß Sabrina
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Hallo Sabrina,
laß dich nicht zu sehr verunsichern.Ich nehme seit über 25 jahren orfiril und ein andres medi (angeblich nicht mehr zeitgemäß)und ich habe eine kerngesunde 30jahre alte tochter.
klar,die müssen darauf hinweisen,doch mach dir keine probleme,ich habe sogar eine tablette 100mg abgesetzt ohne arzt.(sollte man nicht tun,ich weiß,doch die dosis erschien mir zu hoch)es ging alles gut,und ich hatte nie anfälle,auf holz klopf.Nun ist jeder mensch anders.doch mach dich nicht verrückt,geniesse deine schwangerschaft
gehe zu kontrolluntersuchung und gut ist.
Liebe Grüße
Katlyn
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Hallo Sabrina, ich kann mich voll an Katlyn anschließen. Ich habe auch eine putzmuntere, 23- jährige Tochter und finde, sie ist äußerst gut gelungen.
Und Deine Ängste habe ich auch alle durchgemacht. Ich ließ sogar eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen. Das war der größte, überflüssige Blödsinn. Mach Dich nicht verrückt, viel Glück und lg, Musica
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Bedenkt bei der Angabe dass die Wahrscheinlichkeit einer spina BI Ida zwar dreimal so groß ist was das in absoluten zahlen heißt.
Eine spina bifida kommt ohne medis bei einer von 1000 Schwangerschaften vor. Dreimal häufiger hört sich dramatisch an heißt aber auch nur drei von 1000 also auch ziemlich unwahrscheinlich.
Statistiken oder Wahrscheinlichkeiten machen nur Panik und sind nur soviel wert wie der, der die Statistik interpretiert.
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Hallo,
die Ratschläge der Fachärzte und der Beratungsstelle sind schon richtig und wichtig.
Bitte nicht ausser acht lassen. Begleitung und Beratung durch Fachleute ist wichtig.
Selbstnachlesen kannst Du bzw. ihr beide auch hierzu viel. Es gibt viel zu dem Thema.
EURAP, ist das Schwangerschaftsregister bei Epilepsie, hier gibt es für Ärzte und Patientinnen Infos. Schau selbst nach.
Hier ma ein kleiner Tipp:
http://www.dgfe.info/home/index,id,597,selid,4049,type,VAL_MEMO.html
Thomas
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Hallo Sabriina,
vielleicht hilft dir die Internetseite Embryotox.de bei der Entscheidungsfindung weiter. Also mir hat die Seite super geholfen.
Mein Mann, mein Neurologe und ich haben uns wegen meines Kinderwunsches auch zusammengesetzt und uns (wenn es mal soweit ist
) für die weitere Einnahme von Keppra (Levetiracetam) entschieden. Ich bin mit dem Medikament seit 4 Jahren vollkommen Anfallsfrei (keine Auren, keine Absencen usw.) und die Missbildungsgefahr für das Kind ist relativ gering.
Ich muss aber dazu sagen, dass ich am Anfang schlimm mit den Nebenwirkungen zu kämpfen hatte (furchtbare Müdigkeit, Aggressivität usw.). Lamotrigin zum Beispiel wäre zwar für das Baby noch sicherer (da länger auf dem Markt und mehrere Studien), machte mich aber nicht anfallsfrei.
Liebe Grüße
Anja
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Was genau ist während eines Anfalls in der Schwangerschaft eigentlich embryotoxisch, außer ein Sturz.
Und die Wirkung der medis. Oder sind es nur die beiden Punkte
Schwangerschaft mit Valproinsäure o. Levetiracetam
Hallo Sabriina,
Musst auch leider während meiner 2. Schwangerschaft Valproat u Lamotrigin nehmen. Auf rat des Neurologen habe ich von Anfang an sehr hochdosierte Folsäure genommen. Meine Schwangerschaft war traumhaft (ich rauche und trinke nicht), ausser 1 kurzem Anfall von ca. 1 min und dass im Urlaub ! Mein Neurologe u FÄ beide selbst im Urlaub , was tun ? Bevor noch ein Anfall kommt habe ich ab da eine kleinere Menge mehr Valproat genommen. (ich war im 7. Monat). mein Neurologe war froh, dass ich so gehandelt habe, da jeder weitere Anfall mehr eine Gefahr für das Kind gewesen wäre. Es folgte eine wunderschöne Geburt, ohne Kaiserschnitt ! Nach der Geburt folgten leichte Entzugserscheinungen aber kerngesund, die aber unter Beobachtung i. d. Kinderklinik schnell zurückgingen. ich durfte nicht stillen- was nach Meinung des Genetikers ein Fehler war- Kind würde langsamer durch Muttermilch von den Medikamenten weggeführt ! Umso mehr liebe ich jetzt unseren Schatz (7)- weil ich ihm gegenüber immer noch irgendwie Schuldgefühle habe . Mom.- ich bin 37 J. überlegen wir, ob wir trotz der medikamente noch ein Kind bekommen sollten, natürlich nur unter vorheriger Beratung beim Genetiker !