Wach-OP im UKE Hamburg

Butterfly68 ⌂, Schleswig, Monday, 08.04.2013, 22:34 (vor 4878 Tagen)

Hallo erstmal,

ich habe am 12.03.2013 im UKE Hamburg eine Wach-OP gehabt, und mein Aufenthalt war nur 7 Tage. Ihr wollt bestimmt wessen ob es erfolgreich war, ja auf ganzer linie. Weil am Sprachzentum operiet wurde haben die Ärzte sich für eine Wach-OP entschieden, wo ich die ganze Zeit über srechen musste. Bis heute bin ich anfallsfrei was nicht so bleiben muss, aber ich bin guter Hoffnung, da der Anfallsherd vollständig entfert wurde. :-)

Ich habe noch eine Wortfindungstörung, damit zusammenhängen kann ich nicht mehr so gut lesen und schreiben vor allem nicht mehr so schnell und Fehlerfrei, aber ich würde es wieder tun den das kommt alles wiede zu mal ich diesmal eine Reha genemmig bekommen habe :-D , was vor 2 Jahren ja nicht so war. Ich hatte schon einmal eine OP am 13.09.2010 da waren die Wortfindungsstörungen erheblich schlimmer. Ich war damals 2,5 Monate anfallsfrei und dann ging es wieder los.

Ich bin z.Zt. in Bad Segebeg, einer der wenigen mit Epilpsie aber das ist auch nicht wichtig ich bekomme hier was ich brauche: Logopädie, Hirnleistungstrainig und Sport täglich.

Wenn ihr Fragen habt, dann Fragt.

Bis dahin beste Grüße
Norbert

Wach-OP im UKE Hamburg

Musica, Tuesday, 09.04.2013, 20:48 (vor 4877 Tagen) @ Butterfly68

Gratuliere Dir:-) Vergehen die Wortfindungsstörungen von selbst oder durch die Logopädie? LG, Musica

Wach-OP im UKE Hamburg

Butterfly68 ⌂, Schleswig, Tuesday, 09.04.2013, 22:59 (vor 4877 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

es ist schon besser geworden mit der Abnahme der Schwellung (hatte einen ganz schönen Eierkopf) den Rest übernimmt der Logopäde und ein bisschen Ergo(Kognitives Konzentrationstraining). Der Anfang ist gemacht mir der Anschlussheilbehandlung.

LG Norbert

Wach-OP im UKE Hamburg

mezeg, München, Wednesday, 10.04.2013, 16:37 (vor 4876 Tagen) @ Butterfly68
bearbeitet von mezeg, Wednesday, 10.04.2013, 16:43

Hallo Norbert,

ich wurde auch in der Nähe des Sprachzentrums operiert und vor der OP informiert, daß ich Sprachschwierigkeiten bekommen könnte.

Ja, Wortfindungsstörung kenne ich auch. Und weil es zu kompletten Sprachblockaden manchmal kommt, hatte ich heute einen Termin beim Neurologen.

Manchmal finde ich ein Wort einfach nicht, oder nur in der "falschen" Sprache. Habe inzwischen gelernt, daß ich auf keinem Fall versuchen darf, es zu "forcieren", dann werden die Drähte heiß und es kann entarten. Im Normalfall greife ich zu meiner Synonymen-Kartei oder verwende eine Periphrase, selten frage ich: "Wie heißt das schon wieder?", weil ich es alleine finden will. Das Wort kommt nochmalerweise irgendwann doch, manchmal auf komischen Umwegen: z.B. Wort mit ähnlichem Klang + Wort ohne logischen Zusammenhang, wenn aber wieder als weiterer Begriff mit einem dritten Wort kombiniert = das gesuchte Wort ist eben dieses "Kombinationswort". Oder eine Ahnung über grammatische Eigenschaften des Wortes, vielleicht ein Bild. Auf jedem Fall gelassen bleiben, inszwischen weiß ich, daß es nur etwas Geduld braucht.

Laut Neurologe normal, besonders wegen der Mehrsprachigkeit und weil es nicht nur in einer der Sprache passiert, sondern in jeder.

Selten aber die komplette Sprachblockade. Ich bleibe auf einem Wort stecken und kann keinen Wortbegriff mehr aussprechen, nicht einmal denken, also wenn überhaupt nur Sinnloses stammeln. Oder Gesprochenes / Gelesenes nur als unformigen unverständlichen Brei wahrnehmen. Kann locker 1 bis 2 Minuten dauern. Oder bleibe ich auf ein Wort stehen, daß ich gerade abgetippt habe und ich weiß nicht, ob die "Form" richtig ist.

Ich bin "bildlich" veranlagt und lese sehr schnell, weil ich ein Wort an dessen Form identifiziere, es aber nicht in seinen Buchstabenelementen auseinandernehme. Ist das Wort unbekannt oder falsch geschrieben, bleibe ich stecken und muß das Wort analysieren. Dies ist nicht neu. Aber eine bekannte "Wortform" nicht lesen zu können, das ist neu.

Diesmal sagt der Neurologe, daß es auf die Epilepsie zurückzuführen ist, "speech arrest" eben. Er hat gefragt, ob ich es mehr als 6 x pro Monat erleben würde. Eindeutig identifizierbar ist es aber nur an die 6 x pro Jahr. Und ich habe inzwischen gelernt, es nicht mehr so tragisch zu nehmen und nicht mehr zu versuchen, es krampfhaft zu kaschieren. O.K., ab und zu rede ich undeutlich oder verstehe nicht, was gesagt wird. Aber ich weiß dabei, wer ich bin, wo ich stehe und eigentlich, was ich machen will, die Kommunikation ist nur kurzfristig gestört. Also sieht er keine Notwendigkeit deswegen die sonst erfolgreiche Medikation zu ändern oder die Dosis zu erhöhen. Ist mir auch recht so.

Du bekommst nun spezielle Hilfe. Sie wissen schon, wie man es anpackt. Es wird jetzt so gezielt angewendet, habe ich es z.B. für meine kleinen Nachbarn miterlebt. Bleib einfach locker und entspannt, glaube einfach dran, es wird schon!

Beste Besserungswünsche

mezeg

P.S. Hatte ihm auch von meiner nagenden Angst gesagt, könnten solche Sprachstörungen auf Alzheimer deuten?? Meine Mutter war eben daran erkrankt... :-( :-(
Er sagte aber, daß Alzheimer nur genetisch bedingt sein kann, wenn der erkrankte Verwandter bereis VOR dem 60. Geburtstag betroffen wurde. Ouf! Und er fügte grinsend hinzu, daß wir das gleiche Risiko tragen... ;-)