Epilepsie und Pubertät

hannerl, Friday, 19.04.2013, 22:40 (vor 4867 Tagen) @ silebo

Liebe Silke,
als erstes möchte ich Dich beglückwünschen, dass Eure Familie so "normal" mit Deinem Sohn umgeht. Das war bei mir leider nicht der Fall (fokale Anfälle ab dem 5. LJ, die ca. zwischen 3 und 8 Sek. dauern). Ich war von meiner Mutti total überbehütet, durfte keinen Sport treiben, nur im Garten spielen, wo sie mich sehen konnte, usw.
Schlimm bewusst wurde mir das ein paar Jahre später, als ich merkte, dass ich ein richtiger Außenseiter geworden war, das hängt einem ein Leben lang nach.
Ich persönlich hatte - anders als sandytimmy - während der Pubertät meine längste anfallsfreie Zeit, das war so ab dem 11. LG ungefähr und dauerte bis ich 19 war.
Aufregung oder nicht hat dabei keine Rolle gespielt, insofern kann ich Dich beruhigen. Man fetzt sich schon mal, das gehört dazu, na und? Allerdings tue ich mir leichter und bin sicherer geworden, seit ich mir angewöhnt habe, wo ich mich länger/öfter aufhalten muss (z. B. im Büro), gleich kurz auf die Anfälle hinzuweisen und zu sagen, keine Angst Leute, Ihr müsst nur darauf achten, dass ich mir den Kopf nicht stoße, auffangen braucht Ihr mich nicht. An meinem ersten Arbeitsplatz hatte ich das nicht getan, und als nach eineinhalb Jahren plötzlich die Anfälle auftauchten bekam ich Panik, wie die anderen reagieren würden. Nach einem kurzen Gespräch mit Chef und Kollegen war die Sache gegessen, alle wussten Bescheid, und gut wars. Es gibt einem selber mehr Sicherheit, und das Umfeld weiß auch gleich Bescheid, falls was ist. Aber vllt. kommt Dein Sohn selber auf diesen Trichter, er ist ja noch jung! Ich wünsche Euch alles Gute, und Du sei weiterhin so "rücksichtslos" ;-) Deinem Sohnemann gegenüber (nicht böse verstehen!).
LG
Hannerl


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