Hallo erstmal - bin neu hier

Marathon, LK Weilheim-Schongau, Sunday, 02.06.2013, 14:38 (vor 4823 Tagen)
bearbeitet von Marathon, Sunday, 02.06.2013, 16:34

Hallo zusammen!

Nachdem ich heute ja schon den einen oder anderen Beitrag geschrieben habe, wirds nun doch einmal Zeit, mich vorzustellen:

Ich bin der Michael, 33, und komme aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, arbeite im Baumarkt. Meine Hobbys sind Motorradfahren und Laufen (wie der Name es schon vermuten lässt :-D )

Meinen ersten Anfall hatte ich Anfang 2011 als ich gerade Auto gefahren bin. Da überkam mich plötzlich auch meine erste Aura, ein Gefühl das ich bis dato noch nicht kannte. Zum Glück hatte ich noch die Möglichkeit in eine Seitenstraße abzubiegen und zu halten. Ich weiß nicht wie lange ich "weg" war, denn als ich wieder aufgewacht bin war es bereits dunkel und ich habe mich hundeelend gefühlt, als hätte mich ein LKW überrollt - ich war völlig wirr im Kopf und habe die Welt nicht mehr verstanden - Was war denn das jetzt eben???

Dann war eine ganze Weile nichts mehr, bis ich wieder diese Aura bekam. Ich entschied mich nach ein paar weiteren dann doch mal zum Hausarzt zu begeben. Standardtests. Blutbild, HNO-Arzt, Kardiologe, Neurologe. Alle bescheinigten mir beste Gesundheit bis hin zur Einbildung des ganzen (ausgerechnet durch den Neurologen!).

Im Herbst 2012 wurde ich mitten in der Nacht plötzlich geweckt: "Herr X, wie geht es Ihnen? Mein Name ist Dr. Vogl, ich bin Notarzt" - Und wieder verstand ich die Welt nicht mehr. "Ihre Freundin hat uns gerufen, Sie hatten einen epileptischen Anfall. Wir bringen Sie nun ins UKM". Nachdem ich von der Intensivstation auf Station verlegt wurde, wurde ein EEG durchgeführt. Klarer Befund: Epilepsie. Noch am ersten Tag begann die Aufdosierung von Lamotrigin. Heute bin ich bei 200-0-200 mg.

Ich war erleichtert! Natürlich war ich von der Diagnose erstaunt, aber ich war froh das die Suche nach dem "Was habe ich nur?" nun endlich vorbei war. Ich habe die Krankheit relativ gefasst angenommen und akzeptiert. Ist ab jetzt halt so.

So, ich denke das sollte vorerst genügen :)
LG
Marathon

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Gittala, Hallstadt, Monday, 03.06.2013, 17:48 (vor 4822 Tagen) @ Marathon

Hallo Michael,

ich finde es ganz toll was du hier schreibst, Krankheit angenommen ist halt so, das macht nicht jeder. Man kann es nicht ändern, ich dachte damals auch so als wir die Diagnose unserer Tochter bekamen. Man darf nur nicht aufgeben und immer wieder versuchen das Beste rauszuholen.

Lieben Gruß

Brigitte

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seba, Dresden, Tuesday, 04.06.2013, 08:45 (vor 4822 Tagen) @ Marathon

Hallo Michael,

wie kommt Deine Freundin damit zurecht? Heisst wie geht sie mit der Angst um, dass es Dich wieder entschärft?
Gruss Sebastian

Hallo erstmal - bin neu hier

Marathon, LK Weilheim-Schongau, Tuesday, 04.06.2013, 10:58 (vor 4822 Tagen) @ seba

Hallo Sebastian,

inzwischen sind wir nicht mehr zusammen, aber das hat andere Gründe (wie das Leben halt so spielt) und nichts mit der Krankheit zu tun.

Sie hatte natürlich Anfangs große Angst, ist Nachts häufig hochgeschreckt, wenn ich mich im Schlaf bewegt habe. Sie hat mich dann immer ne Weile beobachtet, bis sie sicher war das es nur eine ganz normale Schlafbewegung war. Das war Anfangs nicht leicht für sie und sie hat sich mehr Gedanken um mich gemacht, als ich selbst (siehe meine Antwort in deinem Beitrag).

Wenn ich beim Neurologen war, wollte sie danach gleich wissen, was wir besprochen haben und was so seine Meinung war, wie der Lamotriginspiegel aktuell sei usw.

Irgendwann wurde auch das Thema Epilepsie zum Alltag, verlor seinen Schrecken.

LG
Michael

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Dori, Tuesday, 04.06.2013, 16:20 (vor 4821 Tagen) @ Marathon

Hallo! Ich bin auch seit heute neu hier... Während des Auto fahrends ist schon Mist. Musstest du dein Führerschein da abgegeben? Ich hab eine sogenannte Aufwachepilepsie. ich nehm wie du früh und abends 400mg... Zonegran und Lamotrigin... Ich hab auch mit die gravierenste Form davon weil ich es überhaupt nicht mitbekomme wenn ich umfalle...

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Marathon, LK Weilheim-Schongau, Tuesday, 04.06.2013, 22:43 (vor 4821 Tagen) @ Dori
bearbeitet von Marathon, Tuesday, 04.06.2013, 22:49

Hallo Dori,

nein den Führerschein musste ich nicht abgeben (gibts das überhaupt?). Jedoch hat mir die Neurologin noch in der Klinik ein "ärztliches Fahrverbot" (6 Monate) erteilt. Habe mich auch brav daran gehalten, wollte da nichts riskieren. Vor allem weil ich bei den Anfällen bewusstlos werde. Im Straßenverkehr... nein Danke ;-)

Als ich wieder entlassen war, musste ich natürlich auch zum Betriebsarzt: Verbot auf Leitern zu steigen, Stapler zu fahren, E-Ameise bedienen, mich nicht alleine in der Abteilung aufhalten. War allerdings so in der Praxis nur sehr schwer einzuhalten. Wer die dünne Personalbesetzung in Baumärkten kennt, weiß warum ;-)

Eigentlich hätte ich auch die Plattensäge nicht bedienen sollen, da hat er aber nochmal ein Auge zugedrückt wegen den vorhandenen Schutzeinrichtungen an der Säge. Da ich ja einige Sekunden vor nem eventuellen Anfall meine Aura bekomme, kann ich da soweit noch bewusst handeln, das ich den Not-Aus Schalter drücke und ein paar Schritte von der Säge weg gehe.

LG
Marathon

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 05.06.2013, 07:48 (vor 4821 Tagen) @ Marathon

Fuehrerschein musst Du dann abgeben, wenn deine Aerzte einen triftigen Grund haben anzunehmen, dass Du das aerztliche Fahrverbot missachtest und deshalb das Recht haben, ihre Schweigepflicht zu brechen oder ja nach Umstand auch dann, wenn Du einen Anfall hinterm Steuer hast. Solange Du Dich an das Fahrverbot haeltst, kann Dir da aber nicht viel passieren.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil