Medikamentenumstellung zwecks Kinderwunsch

Teufelchen, Friday, 21.06.2013, 09:57 (vor 4805 Tagen)

Guten Morgen zusammen,

ich bin ganz neu hier und schreibe hier somit zum ersten Mal.

Ich bin 30 Jahre alt und leide ungefähr seit meinem 7. Lebensjahr an Epilepsie.

Welches Medikament ich zu Anfang, sprich beim Kinderneurologen genommen habe kann ich gar nicht mehr sagen. Später, bei meinem jetzigen Neurologen haben wir aufgrund von wieder häufiger auftretenden Anfällen auf Ergenyl (Morgens 500mg, Abends 750mg) umgestellt. Seit dem ist alles super.
Vor Jahren wurde mal ein Versuch unternommen das Medikament abzusetzen, allerdings trat wieder ein Anfall auf. Seit dem ich wieder regelmäßig die Medis nehme ist wieder alles ok. Ich lebe vollkommen anfallsfrei, kann Auto fahren, feiern gehen (auch in die Disco mit entsprechendem Licht), gelegentlicher Schlafmangel u. Alk.-Konsum in Maßen macht mir auch keine Schwierigkeiten. Somit lebe ich eigentlich ohne Einschränkungen.

Allerdings kommt nun so langsam der Wunsch auf in den nächsten 1-2 Jahren weiter an die Familienplanung zu denken. Im Herbst heiraten mein Mann und ich kirchlich, und dann wäre ja alles perfekt. Bis auf das Valproat mit den Nebenwirkungen.

Sooooo, lange Rede ....

Wie sind eure Erfahrungen mit einer Medikamentenumstellung aufgrund von geplanter Schwangerschaft? Wie lange dauert sowas und muss ich mir große Sorgen um auftretende Anfälle machen? Ich habe starke Bedenken dann evtl. Schwierigkeiten mit dem Autofahren zu bekommen. Allerdings bin ich beruflich darauf angewiesen!

Und wie lange hat es bei euch gedauert bis es tatsächlich zu einer Schwangerschaft kam? Zur Verhütung nehme ich jetzt auch schon seit knapp 14 Jahren Cilest, das wird das ganze sicherlich auch noch verzögern, oder was meint ihr?

Vielen Dank schonmal für euer feedback.
Bin froh diese Seite entdeckt zu haben.

Grüße, Teufelchen

Medikamentenumstellung zwecks Kinderwunsch

Mondenkind, Friday, 21.06.2013, 12:28 (vor 4804 Tagen) @ Teufelchen

Hallo Teufelchen,

ich weiß, dass hier im Forum zwei, drei Mütter sind die Valproat während der Schwangerschaft eingenommen haben - und alles gut gegangen ist, vielleicht melden sie sich ja auch noch.

Wenn du eine Medikamentenumstellung machst, sollte dies sehr langsam gehen (wenn ihr erst in ein, zwei Jahren die Schwangerschaft plant, habt ihr da ja jetzt auch genug Zeit), ob und welches Medikament dir allerdings hilft, kann keiner so genau sagen... Und du solltest bedenken, dass du während und (mindestens) ein viertel Jahr nach der der Umstellung kein Auto fahren darfst, siehe auch hier.

Wie lange du Angst haben musst, ob Anfälle auftreten, das kann dir leider keiner sagen - nicht mal die Ärzte, da man aber, wie gesagt noch ein viertel Jahr nach Beendigung Fahrverbot hat, denke ich mal, dass wenn diese Zeit rum ist, man gute Aussichten hat, dass alles gut gegangen ist.

Wichtig ist, dass du Folsäure einnimmst (am besten ab dem Zeitpunkt, wenn ihr die Schwangerschaft plant). Den gerade in den erste sechs Schwangerschaftswochen ist Folsäure besonders wichtig für das Baby - also oft zu einem Zeitpunkt, wo man von der Schwangerschaft nichts weiß.

Ich habe zwar auch eine Medikamentenumstellung zwecks Schwangerschaft hinter mir, doch sah das bei mir etwas anders aus. Meine Epi wurde durch eine Vernarbung am linken Hippocampus ausgelöst und diese habe ich mir weg operieren lassen. Nach einem Jahr fing ich dann an eines meiner Medikamente (Keppra) abzubauen, als dies dann nach einigen Monaten fertig war wandelte ich noch Oxcarbazepin in Carbamazepin um (nach Absprache mit meinem Arzt und einem Arzt aus der Epileptologie Bonn).

Ich habe keine Pille eingenommen (mein Mann hat verhütet), von dem her ist das bei uns etwas anders, aber ich habe im Mai das "ok" von meinem Arzt und meiner Frauenärztin bekommen und Anfang September wusste ich, dass ich schwanger bin. Jetzt ist meine Kleine 13 Monate alt, gesund und so fit und fidel wie andere Kinder in dem Alter nun mal sind :-).
Aber ich weiß, von einer Freundin (weiß allerdings nicht, welche Pille sie nimmt), dass sie direkt nach dem Absetzen der Pille schwanger wurde (beim ersten Kind), beim zweiten hatte es dann fast ein Jahr gedauert.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Medikamentenumstellung zwecks Kinderwunsch

Teufelchen, Friday, 21.06.2013, 12:48 (vor 4804 Tagen) @ Mondenkind

Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung!

Mein nächster Termin beim Neuro steht in zwei Wochen an. Ich werde das Thema dann mal ansprechen und ihn fragen wie wir da vorgehen und ob man damit jetzt schon starten sollte. Eigentlich möchte ich ja gerne noch die Hochzeit abwarten um kein Risiko einzugehen an dem Tag womöglich einen Anfall zu bekommen.
Aber das bespreche ich wohl tatsälich besser mit ihm.

Viele Grüße...

Medikamentenumstellung zwecks Kinderwunsch

jess87, NRW, Friday, 21.06.2013, 13:10 (vor 4804 Tagen) @ Teufelchen

hallöchen
ich habe mich auch erkundigt und wollte wissen, wie es aussehen würde mit Kinderwunsch. Ich wurde von Carbamazpin auf Keppra "umgestellt". Nur ca.21 tage später war ich schwanger, nachdem ich meinen termin beim epileptologen hatte.
jedenfalls ist meine tochter gesund, trotz medi und auch anfälle in der schwangerschaft.
ich habe sie allerdings nicht normal bekommen, sondern war ein geplanter kaiserschnitt.
nach der schwangerschaft gings mir natürlich auch nicht besser inder gesundheit. hatte mich vor 1 jahr deshalb operieren lassen. liebe grüße

Medikamentenumstellung zwecks Kinderwunsch

sandytimmy, Friday, 21.06.2013, 17:07 (vor 4804 Tagen) @ jess87

War es denn eine primäre sectio wegen der Anfälle oder-wie bei mir damals- wegen anderer med. Gynäkologischer Gründe
Bei mir war es eine lage-anormalie- meine beiden lagen in quer und beckenendlage

Medikamentenumstellung zwecks Kinderwunsch

jess87, NRW, Saturday, 22.06.2013, 14:27 (vor 4803 Tagen) @ sandytimmy

War es denn eine primäre sectio wegen der Anfälle oder-wie bei mir damals- wegen anderer med. Gynäkologischer Gründe
Bei mir war es eine lage-anormalie- meine beiden lagen in quer und beckenendlage

so gut kenne ich mich mit der ärtzlichen sprache ja nicht aus :-D hoffe ich habe dich aber so verstanden, wie du auch meinst. also ich habe einen geplanten kaiserschnitt gehabt, den ich schon sehr lange wusste. natürlich hätten die meine tochter auch eher gehlolt, wenn nochmal was gwesen wär. oder wenn sie von sich aus kommen wollte, hätten die da auch wieder anders reagiert. aber lief alles gut, von daher auch das geplante. ich hatte keine wehen, also nicht wirklich... natürlich so ein druck schon, aber fühlte sich an, als wenn FRAU ^^ ihre regeln bekommen, da hat man ja auch so an den eierstöcken manches mal so ein komisches ziehen. natürlich war ich auch 14 tage vor dem KS im krankenhaus, weil mein muttermund schon ein wenig geöffnet war. aber so war alles gut und ich durfte erstmal wieder nach hause ;-)