Gleicher Wirkstoff, unterschiedliche Hersteller

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 22.06.2013, 10:20 (vor 4804 Tagen) @ unbekannt

Nocebo kann zwar inzwischen auch mit reinspielen, nachdem gerade in der Anfangszeit der aktuellen aut-idem-Regelung, sehr viele Ärzte von heute auf morgen ihren Patienten einfach das Generika verschrieben und dementsprechend manche wieder Anfälle bekamen, wovon man ja reichlich liest, aber das liefert nicht die volle Erklärung.

Ein Teil des Problems ist, dass die Generika nicht 100% identisch, sondern bioäquivalent sind, d.h. Wirkstoff und Menge gleich, kombination der Zusatzstoffe und deren Menge unterschiedlich und die Aufnahmegeschwindigkeit der Generika in den Körper muss zu einem gewissen Prozentsatz der des Originalpräparats entsprechen.

Bei einem plötzlichen Wechsel kann es dadurch z.B. zu Schwankungen im Medikamentenspiegel kommen, was bei uns im Vergleich zu vielen anderen Erkrankungen und den dort verwendeten Medikamenten problematisch sein kann. Auch kann sich dadurch z.B. der Zeitpunkt, zu dem der maximale Medikamentenspiegel im Serum erreicht wird, verschieben.
Darum gibt es ja auch durchaus Fälle, in denen den einen das Generikum besser hilft, als das Original und umgekehrt, nur ein Beispiel, weshalb man aktuell ja auch forscht, ob und wie man die Wirkungen von Medikamenten verbessern kann, indem man ihre Verabreichung an die innere Uhr von Patienten koppelt.

Allgemein sollte aber ein einmal erfolgreich eingestelltes Medikament nicht durch ein bioäquivalentes Präparat ersetzt werden. Ausnahmen können in manchen Fällen Wechsel vom Originalpräparat auf die lediglich günstiger vertriebene Version des Originalherstellers nach Ablauf des Patentschutzes sein.
Wenn man da nachdrücklich genug ist, dass der Arzt das aut-idem-Kreuz setzt und mit den einschlägigen Studien von Dr. Krämer & Co zu dem Thema argumentiert, geben da die meisten auch nach, was ich so gehört habe.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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