Medikamentenumstellung - "Gründe"
Therese K. Voerman, Castrop-Rauxel, Thursday, 27.06.2013, 23:34 (vor 4798 Tagen)
Hallo liebes Forum,
ich wollte mich bei euch mal so informieren, welche Gründe Ärzte anerkennen um eine Medikamentenumstellung durchzuführen.
Erstmal zu mir:
ich habe Schlaf-Grand-Mals seit 3 Jahren und bin fix anfallsfrei geworden durch Lamotrigin 100-50-. (Ich bin jetzt schon ca. 2 Jahre anfallsfrei)
Als Verhütungsmittel bekam ich just die Drei-Monatsspritze ohne Rücksprache oder sonstiges verschrieben und war auch zunächst zufrieden.
Mittlerweile geht es mir aber gar nicht mehr so gut.
Durch die Spritze bin ich mittlerweile aggressiv geworden, ich hab darüber hinaus auch sexuelle Unlust festgestellt. :( Mein Freund ist natürlich von beiden Sachen betroffen und die Beziehung leidet sehr darunter.
Dazu kommt noch, dass ich seit einem Dreivierteljahr ziemlich übermüdet bin.
Mein Hausarzt hat ein riesiges Blutbild gemacht, was aussagt, ich sei kerngesund.
Er schickte mich also zur Frauenärztin und sie überprüft erst, wenn die Spritze bzw ihr Wirkstoff aus meinem Körper abgebaut ist.
Da es ja bekanntermaßen kaum homonelle Verhütungsmaßnahmen gibt, die mit Lamotrigin einhergehen habe ich über einen Medikamentenwechsel nachgedacht.
Da ja Lamotrigin über die Nieren abgebaut wird, sowie das Östrogen in der Pille, wirken die beiden aufeinander ein. Es gibt aber doch sicherlich andere Medikamente von denen ich auch gelesen habe die beispielsweise über die Leber abgebaut werden (natürlich jene, die auch auf meine Anfallsart abgepasst sind).
Als weitere Verhütungsmethoden gelten leider nur die mechanischen: Kondom oder Kupferspirale.
Auf Kondome allein möchte ich mich nicht verlassen und einen Fremdkörper möchte ich mir auch nicht einsetzen lassen in meinem Alter(21).
Glaubt ihr der Neurologe erkennt die Gründe irgendwie an?
Wird er mir wohl ein Medikament verschreiben, was mit Verhütungsmitteln einhergeht, die mir zusagen?
Ich denke mir er könnte doch auf meine Wünsche eingehen, oder was meint ihr?
Ich bin fix und fertig deshalb. :(
Danke fürs Lesen.
-Therese
Medikamentenumstellung - "Gründe"
Melusine, Friday, 28.06.2013, 10:08 (vor 4798 Tagen) @ Therese K. Voerman
Hallo Therese,
nach meiner Meinung, wird das kein Problem. Es wäre eher nicht verständlich, wenn der Arzt deine Gründe nicht berücksichtigt. Nur Mut, ich denke du brauchts dich dahingehend nicht zu fürchten und solltest den Schritt zum Arzt ruhig machen.
LG
M
Medikamentenumstellung - "Gründe"
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 28.06.2013, 10:34 (vor 4798 Tagen) @ Therese K. Voerman
Hi!
Ich bin zwar als Mann bei dem Thema vielleicht nicht der 100%tig richtige Ansprechpartner, möchte aber ein paar Gedanken mit in den Raum werfen:
Hast Du schon einmal eine östrogenfreie Pille ausprobiert? Da gibt es ja inzwischen für den Fall, dass Frauen keine Östrogen-Gestagen-Kombination einnehmen können, eine Alternative. Die Pille mit dem Wirkstoff Desogestrel hat nach dem, was ich hier gerade hab - sorry, Fachartikel, den ich nur über's Uninetz einsehen kann, weil ich Student bin, musst mal googeln, ob's da was im Netz gibt - einen PearlIndex von 0,1 bis 0,3, wohingegen die Dreimonatsspritze erst bei 0,3 beginnt. Bezieht sich natürlich alles auf die korrekte Anwendung.
Du hast das Glück, ein Medikament gefunden zu haben, unter dem Du anfallsfrei bist - und praktischerweise auch noch eines, das potentiell, wenn Du in der Zukunft irgendwann Kinder haben möchtest, meiner Kenntnis nach bei einer Schwangerschaft unproblematisch ist.
Eine Umstellung hingegen würde mit einem temporären Autofahrverbot einhergehen und dem Risiko, dass Du wieder Anfälle hast - nicht jedes Medi hilft jedem.
So, jetzt überlass ich wieder Euch Frauen das Feld.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Medikamentenumstellung - "Gründe"
Therese K. Voerman, Castrop-Rauxel, Friday, 28.06.2013, 11:05 (vor 4797 Tagen) @ huge88
Hallo,
Ja ueber so eine Pille hab ich auch schon nachgedacht.
Das Problem ist ja der Oestrogenhaushalt hier.
Die Spritze verhindert ja bei den meisten Frauen den Eisprung, der ja im direkten Zusammenhang mit dem Oestrogen steht. In der Spritze und in der Pille ist ja glaub ich derselbe Wirkstoff sogar nur bei der Pille bleibt der Eisprung nicht aus. Naja mein Koerper produziert kein Oestrogen mehr und irgendwann ist halt der Rest aufgebraucht und es wird kein neues produziert, ich glaub an der Stelle befinde ich mich momentan.
Irgendwie hab ich halt Angst, dass wenn ich so eine Pille nehme, dass das wieder so wird wie jetzt...
Naja und die eigentliche Angst lauert vorallem dem Arztbesuch auf, weil sowas peinliches und privates bespreche ich ungern mit einem Arzt. :/
Liebe Gruesse und danke fuer den Beistand.
-Therese
Medikamentenumstellung - "Gründe"
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 28.06.2013, 17:55 (vor 4797 Tagen) @ Therese K. Voerman
Dann such Dir doch eine Ärztin, wenn's eine bei Euch in der Nähe gibt. Und was vielleicht im Bezug auf die Hormone ja auch noch ne Möglichkeit wäre, ist bei einer Endokrinologin nachzufragen, ob die da noch ne Alternatividee hätte. Immerhin sind das die Fachärzte für Hormone. Ein paar verschiedene Meinungen und Blickwinkel einzuholen, kann ja nicht schaden.
--
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Medikamentenumstellung - "Gründe"
sandytimmy, Tuesday, 02.07.2013, 10:01 (vor 4794 Tagen) @ Therese K. Voerman
Eigentlich spricht doch nichts dagegen, die medis umzustellen gegen eins was sich mit der Pille verträgt. Alternativ halt andere Verhütung.
Bei mir war es ahnlich.
Ich habe lange Zeit mit medis rumprobiert die mit der 'cerazette, auch einem reinen Gestagen Präparat kombinierbar sind. Leider habe ich keins gefunden was die Anfälle reduziert.
Konsequenz:
Carbamazepin mit dem Verhütungs Computer 'cyclotest 2plus'
Der hat auch einen pearl-index von 2 ist also sehr sicher. Nachteil:der zeigt mir die 4-5 fruchtbaren Tage an die man pro Monat hat und in der Zeit muss man halt entweder Verzichten oder Gummi

Medikamentenumstellung - "Gründe"
Therese K. Voerman, Castrop-Rauxel, Tuesday, 09.07.2013, 12:19 (vor 4786 Tagen) @ sandytimmy
Hallo,
Das klingt auch interessant. Sollte es nichts werden, informiere ich mich darueber!!
Ich war beim Neurologen und er hat mich gluecklicherweise verstanden und hat mich sogar gefragt ob mir ein Medikament in den Sinn gekommen waere. (Wir hatten uns vorher darueber unterhalten dass ich Chemiestudentin bin und ich mir schon monatelang Gedanken gemacht habe... in dem Zusammenhang fuehrt irgendwie das eine zum andern....)
Naja ich antwortete dass ich ueber Keppra nachgedacht habe und er hat gesagt dass er direkt auch das in Betracht ziehen wuerde. Sein Vorgaenger, von dem er die Praxis uebernommen hatte war Epileptologe und hat viel mit Keppra bzw Levetiracetam geforscht.
Naja jetzt machen wir das ueberlappend, ich nehm Lamotrigin 100-50 weiter und Keppra die ersten zwei Wochen 250mg abends, danach zwei Wochen 250-250, zwei Wochen spaeter 250-500 und danach 500-500. In 6 Wochen hab ich einen Termin und dann ueberprueft er alle Werte inklusive EEG und dann sprechen wir wahrscheinlich ueber das Abdosieren von Lamo.
Bin grad noch in der ersten Woche mit Keppra und hab n schlimmes Diarhoe und Fieber. Ich nehm Kohletabletten, perenterol, ibu... :( Gibts hier jemanden der das auch hatte und mir sagen kann wann das vorbeigeht? Und wenns laenger dauert, was man zwischenzeitlich dagegen nehmen kann um die Wohnung mal zu verlassen? :/
Ich bin ueber jeden Tipp dankbar!
Gruss,
Therese K. Voerman
Medikamentenumstellung - "Gründe"
sandytimmy, Tuesday, 09.07.2013, 20:00 (vor 4786 Tagen) @ Therese K. Voerman
Das hort sich wie eine klassische magen-darm-grippe an. Also nur an den Symptomen rumdoktern und sich schonen. Dann nur noch abwarten bais das Immunsystem die Lage wieder im griff hat.
Von keppra kommt das bestimmt nicht, davon ist die Dosis noch viel zu gering. Ist das über haupt schon im therapeutischen Bereich?ich nehme 1500-0-1500
Medikamentenumstellung - "Gründe"
Therese K. Voerman, Castrop-Rauxel, Tuesday, 09.07.2013, 22:38 (vor 4786 Tagen) @ sandytimmy
Bei mir steht auf dem Zettel ich geh erstmal auf 1000mg.
Also hattest du die Nebenwirkungen schonmal aber auf hoeherer Dosis?
Klingt jetzt doof aber ich wuesste nicht wo ich das auf einmal her haben soll, weil ich die letzte Woche nicht auswaerts war, wegen der Pruefungsphase an der Uni... :/
...die deshalb uebrigens auch unterbrochen wird.
Komisch ich nahm Kohletabletten, die man ja eig nich nehmen soll wenns ne Grippe ist. Bis jez haben sie in sofern geholfen dass ich nicht direkt aufs klo rennen muss sobald ich esse/trinke.
Ab wann treten diese NW denn normalerweise auf?
Lg
Medikamentenumstellung - "Gründe"
Therese K. Voerman, Castrop-Rauxel, Tuesday, 09.07.2013, 22:41 (vor 4786 Tagen) @ Therese K. Voerman
Achja und was Stress angeht... ich steh schon seit Wochen unter Druck wegen den Pruefungen... h
Glab nich dass das ploetzlich daher kommt ...
Medikamentenumstellung - "Gründe"
sandytimmy, Tuesday, 09.07.2013, 23:10 (vor 4786 Tagen) @ Therese K. Voerman
Die einzige Nebenwirkung von keppra ist bei mir eine ziemliche reizbarkeit , habe manchmal das Bedürfnis andere anzumaulen oder mit schimpfworten zu be schmeißen nur wegen lapalien. Zum Glück siegt meistens die Vernunft und ich halt dann die Klappe
zudem bin ich extrem vergesslich, das liegt aber nicht am keppra sondern an der Sklerose im Hippocampus, was ja auch die Anfälle verursacht.
Ich bin so vergesslich- kann mich an meine ein. Vergangenheit/Kindheit so gut wie gar nicht erinnern und im Alltag muss man mir Dinge oft erklären bis ich sie mir merke oder ich verlegte ständig irgendwas und, und, und,....
Ich lebe sozusagen nur im hier und jetzt, ohne Vergangenheit und mit nur einem gewissem maß an Zukunft.