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anke206, Thursday, 01.08.2013, 12:16 (vor 4763 Tagen)

Hallo!

Wie geht ihr mit euren Ängsten um?
Ich habe heute den ganzen Tag panische Angst einen Anfall zu bekommen. Ich traue mich in meinem eigenen zu Hause so gut wie gar nichts mehr. Ich benutze nicht mal die Treppe. Ich komme da einfach nicht raus!
Habe schon was zur Beruhigung genommen, aber ohne jeglichen Erfolg.
Bin total verzweifelt, denn die Angst vor Anfällen ist ja eigentlich normal, aber sie schränkt mich gerade so sehr ein, dass ich nicht zur Toilette gehen kann, oder mir was zu essen machen kann.

Ich bin für jeden Tipp dankbar (außer vielleicht einem "stell dich nicht so an,", dass hab ich grad schon kassiert)

Liebe Grüße,

Anke

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 01.08.2013, 15:38 (vor 4763 Tagen) @ anke206

Bin total verzweifelt, denn die Angst vor Anfällen ist ja eigentlich normal, aber sie schränkt mich gerade so sehr ein, dass ich nicht zur Toilette gehen kann, oder mir was zu essen machen kann.

Dann würde ich Dir einen Psychologen und je nachdem, was für Dich besser geeignet ist, eine Psycho- oder Verhaltenstherapie empfehlen, denn ich persönlich empfinde die Angst vor Anfällen - vor allem in dieser Intensität - nicht als normal.

Sprech das am besten gleich nächste Woche, wenn Du in der Epi-Klinik bist, an. Vielleicht können die Dir einen raschen Termin bei einem Therapeuten vermitteln bzw. auch abklären, in wie fern eventuell auch die Angstgefühle zusätzlich durch die Medis, die Du nimmst, verstärkt werden können.

Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, auszuprobieren, womit Du den Kopf freibekommen kannst. Musik hören, Buch lesen, einfach irgendetwas machen, dass Dich einigermaßen ablenkt. (Und zur Not kann man als "Akutbehandlung" für die Seele auch durchaus Nuss-Nougat-Pralinen oder ähnliche Leckereien probieren ;-) )

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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anke206, Thursday, 01.08.2013, 16:12 (vor 4763 Tagen) @ huge88

Hi huge_88!

Das Problem ist, ich weiß, dass es so nicht normal ist. Und genau deswegen steigert sich das dann noch mehr...
Da ich mit der Situation, also die Kombination aus Epilepsie, ständige "große" Anfälle, meine Tochter (sie bekommt die Anfälle unweigerlich mit), Alltag und so weiter und so weiter hoffnungslos überfordert bin, habe ich schon bis zum Umfallen Klinken geputzt, um an einen Psychologen zu kommen. Ich stehe jetzt auf sechs Wartelisten und muss so sechs bis zwölf Monate einplanen, bis ich dort was werde.

Da ich den Großteil des Tages mit meiner Tochter (5) allein zu Hause bin, möchte ich mich auch nicht (wie es mir schon empfohlen wurde!) mit Tavor oder ähnlichem angstfrei machen.

Ich habe auch die Vermutung, dass die Mischung aus Lamotrigin (vertrage ich gaaaaar nicht) und dem Problem, dass ich die Dinge, so wie sie nun mal sind, schwer bis gar nicht akzeptieren kann, obwohl ich viel daran arbeite, diese Ängste so extrem pushen.

Meine Neurologin hat sich geweigert mir ein anderes Medikament zu geben, bis ich in der Epi-Klinik Hamburg war. Und dass obwohl ich vor lauter Nebenwirkungen gar keinen Vorteil in dem Zeug sehe.

Mit meiner Familie darüber reden bringt leider auch nicht sehr viel, da sie natürlich auch überfordert sind ("du glaubst gar nicht, was für ein Stress es ist, sich immer diese Sorgenzu machen"). Deswegen bin ich froh, hier im Forum "quatschen" zu können, denn obwohl meine Lieben natürlich live dabei sind- die Epilepsie hab irgendwie ich...

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Melusine, Thursday, 01.08.2013, 17:04 (vor 4763 Tagen) @ anke206

liebe anke, eine stationäre therapie würde ich für sinnvoll erachten, wenn du so große ängst hast die dich ja sehr einschränken, aber durch deine tochter sehr wahrscheinlich schwer umzusetzen. du schreibst, dass du lamotrigin nimmst und zugleich nicht verträgst? Ich kann mich, wenn ich probleme habe oder angst, auch nur schwer ablenken, mir hilft auch reden. wie ist es mit freunden, pfarrer, gemeinde, telefonseelsorge u.a. hilfsorganisationen? man kann meistens telefonisch, aber auch online kontakt aufnehmen. Süßes o.a., was du sonst eben gerne hast, kann helfen, wie huge schon schrieb. was hast du für anfälle, wenn ich fragen darf?
viele grüße

m

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anke206, Thursday, 01.08.2013, 17:08 (vor 4763 Tagen) @ Melusine

Ich habe Grand mal Anfälle und hatte in den letzten zwei Monaten 2x einen Status epilepticus...

Stationäre Therapie kommt wegen meiner Tochter in der Tat nicht in frage. Es wird schon kompliziert, wenn ich in die Epi-Klinik gehe

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Melusine, Thursday, 01.08.2013, 19:34 (vor 4763 Tagen) @ anke206

ja, schade. würde dir denn telefonseelsorge o.ä. helfen können? schau doch mal hier nach, vielleicht ist da etwas für dich dabei:
http://www.psychotipps.com/Aengste.html

oder hier:

http://www.panikattacken-selbsthilfe.de
grüße

m

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 02.08.2013, 10:09 (vor 4762 Tagen) @ anke206

Dann sprich doch einmal in der Epilepsieklinik an, ob es die Möglichkeit einer Mutter-Kind-Kur für Dich gäbe, in deren Rahmen Du als "erste Hilfe" psychologisch betreut werden kannst.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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anke206, Friday, 02.08.2013, 10:14 (vor 4762 Tagen) @ huge88

Das ist ne gute Idee!

Ich habe 2009 schon mal eine gemacht, aber aus anderen Gründen. Es ist nicht leicht, alles durchzuboxen (meistens werden die Kuren erstmal pauschal abgelehnt), aber es geht, mal schauen, ob es dafür auch einen "notfallplan" gibt

Hilfe

sandytimmy, Thursday, 01.08.2013, 23:28 (vor 4763 Tagen) @ anke206

Denk mal darüber nach was passieren kann und wie groß die Wahrscheinlichkeit ist. Wie oft bekommst du denn Anfälle.
Eigentlich passiert nicht viel, oder?
Wenn man ganz sachlich, realistisch nachdenkt, keine Märchen über epi uberinterpretiert.

Hilfe

anke206, Friday, 02.08.2013, 07:09 (vor 4763 Tagen) @ sandytimmy

Hallo!

Im Moment bekomme ich sehr sehr oft Anfälle (Grand mal) und hatte in den letzten zwei Monaten schon zwei mal einen Status epilepticus.
Ich weiß, dass ich normaler nach einer Stunde wieder bei mir bin und es mir dann drei Tage schlecht geht.
Aber ich bin halt zwei mal (jeweils nach dem Status) im Krankenhaus aufgewacht, an ein Beatmungsgerät angeschlossen, umringt von Monitoren und ich wusste nicht, was los ist. Das waren für mich keine besonders schönen Erfahrungen... Ich war die letzten zwei Monate sieben mal im Krankenhaus, weil ich auf der Straße einen Anfall bekommen hab und wusste nicht, wie ich da hin gekommen bin. Zweimal wusste ich nicht mal, wo mein Kind ist und ob es ihr gut geht.
Naja, das führt so grob gefasst bei mir zu den Ängsten

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Kukesi, Wednesday, 07.08.2013, 01:51 (vor 4758 Tagen) @ anke206

Ich rate dir Expertenhilfe zu finden, denn die Angst an solch grossem Niveau zu haben ist nicht normal :-|

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Frank, Thursday, 08.08.2013, 21:24 (vor 4756 Tagen) @ anke206

Hallo Anke,

die Frage ist schwer zu beantworten ohne zu wissen was für Anfälle du hast. Soll heißen. Ich habe "nur" petite mal Anfälle, die nur mittelbar gefährlich sind (davon allerdings durchschnittlich 100 Stück im Monat). Sie sind hypermotorisch und die kann man leicht kontrollieren. Ich versuche, so wenig wie möglich alleine zu sein. Wäre ich nicht verheiratet, würde ich in eine WG oder in eine Art betreutes Wohnen ziehen, aber das führt hier zu weit.

Hast du das Beruhigungmittel geprüft? Als meine Epilepsie mich fertig machte, wollte mein Therapeut mir ein Anti-Depressiva verschreiben, aber das konnte er nicht, weil diese in die Gehirnchemie eingreifen und daher Wechselwirkungen mit den Anti-Epileptika hervorrufen könnte. Vielleicht ist das bei Beruhigungsmitteln auch so. Ggfs. solltest du deinen Arzt fragen.

Ansonsten hat meine Frau mir eingetrichtert, die Denkweise zu ändern und jeden Tag, an dem ich keinen Anfall habe, im Gedächtnis zu behalten. Es ist schwer und scheint im ersten Moment sinnlos, aber auf die Art wirst du feststellen, dass die Anfälle dein Leben nicht im Griff haben sondern du!

Überdies gehe ich offensiv mit meiner Krankheit um, denn wenige erkennen einen Anfall, wenn sie nicht bescheid wissen. Wenn man aber selbst weiß, dass die Mitmenschen wissen, wie sie sich verhalten müssen wenn du einen Anfall hast, ist man selbst auch beruhigt.

Darüber hinaus kann das Leben selbst Geschenke bereit halten. Ich hatte mal einen Anfall in einer Bahn und die Menschen, die mit mir in dem Vierer-Abteil saßen, haben sich wunderbar um mich gekümmert. Das hat mir gezeigt, dass die Menschen nicht so teilnahmslos sind, wie ich lange dachte.

Das hat bei mir geholfen. Ob es bei dir wirken würde, weiß ich nicht. Dazu weiß ich zu wenig über dich.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück. Halt den Kopf hoch und lass dich nicht unterkriegen.