Kombi von Medizin Valproat & Levetiracetam
EHRLICHE SEELE 1983, Großraum Ruhrgebiet, Wednesday, 14.08.2013, 00:55 (vor 4751 Tagen)
Hallo an alle,
ich habe schon seit 1984 Epilepsie und diese ist seit 1989/90 schon gut eingestellt aber die Kombination von Valpraot mit Levetiracetam erfolgte erst ca vor 2 Jahren.
Vorher war es nur auf auf Orfiril eingestellt und bis zu meinem 6 Lebensjahr wurden sogar mehrere Sachen kombiniert...
Ich finde Levetiracetam ist weniger Konzentrationsmindern aber hat auch so 'ne Auspuschende Wirkung die einen schlechter Schlafen lässt...aber eine wirkliche Verbesserung wurde dadurch nicht erzielt. Es tritt trotzdem alle Jahre mal wieder auf...
Orfiril dagegen lässt einen besser einschlafen aber wirkt auch mehr konzentrationsmindernd. Aber durch die Kombi von Orfiril Long + 500mg Levetiracetam Morgens und Abends muss ich noch ne Stunde mehr schlafen und das einschlafen fällt schwerer im Gegensatz zu vorher als ich nur Orfiril 300mg Long 2-0-3 eingenommen habe.
Wie sind eure Erfahrung mit Kombi von Medizin?
Gibt es noch was stärkeres als Levetiracetam ???
lg Ehrliche Seele 1983
Kombi von Medizin Valproat & Levetiracetam
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 14.08.2013, 13:15 (vor 4750 Tagen) @ EHRLICHE SEELE 1983
Gibt es noch was stärkeres als Levetiracetam ???
Stark ist relativ. Es ist bei den Antiepileptika i.d.R. ja nicht so, dass man sagen kann, A hilft garantiert besser als B. Stark ist das, was einem am besten hilft. Bei mir persönlich ist nach allem bisherigen Erfahrungen Oxcarbazepin das stärkste und ich merk davon keine Nebenwirkungen, was anderen wiederum gar nicht bekommt.
Auch kommt es mit drauf an, wie das Medikament wirkt und ob der Wirkungsmechanismus geeignet ist, eine bestimmte Epilepsie zu behandeln - und angesichts der hohen Rate von Epilepsien mit unbekannter Ursache ist das manchmal auch ein entsprechendes Herumprobieren, um das passende für einen zu finden.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Kombi von Medizin Valproat & Levetiracetam
EHRLICHE SEELE 1983, Großraum Ruhrgebiet, Saturday, 17.08.2013, 13:14 (vor 4747 Tagen) @ huge88
Hallo Huge 88 : Bei mir handelt sich um eine Grand-Mal Epilepsie mit fokalen Beginn welcher oft in Verbindung mit einer Aura steht.
Welche Art von Epilepsie haben Sie ?
Kennen Sie gute Klinken / Professoren durch Ihren Lebensweg ?
MFG EHRLICHE SEELE 1983
Kombi von Medizin Valproat & Levetiracetam
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 17.08.2013, 15:35 (vor 4747 Tagen) @ EHRLICHE SEELE 1983
Welche Art von Epilepsie haben Sie ?
Die Ursache meiner Epilepsie ist nicht zu 100% sicher geklärt und äußert sich durch Grand Mal Anfälle mit fokalem Beginn in der linken Hirnhälfte. Das vermutete auslösende Zentrum liegt nahe an der "Hauptverbindung" zwischen den Hirnhälften. Die Generalisierung eines Anfalls spielt sich bei mir im Sekundenbereich ab. Auch wenn ich mich im Nachhinein nicht mehr an den Anfang erinnern kann, so kann bei mir angenommen werden, dass ich anfänglich irgendetwas wie eine ganz kurze Aura oder eine andere Phase, in der ich den Anfall irgendwie beginnen spüre, habe, weil es zwei Anfälle gab, in denen ich vollkommen unbeobachtet einen Anfall hatte und ich es irgendwie geschafft habe, ohne einen Kratzer oder blauen Fleck auf einem richtig harten Boden zu landen - mich also wahrscheinlich irgendwie halbwegs kontrolliert hingelegt haben muss.
Ich sollte dazu vielleicht sagen, dass meine Anfälle im großen und ganzen bisher Entspannungsgetriggert nach großem Stress waren und bis auf Ausnahmen immer im Sitzen oder Liegen, aber nicht mit Schlaf assoziiert, auftraten. Spreche hier bewusst in der Vergangenheit, weil ich seit meiner letzten Medikamentenumstellung vor gut zwei Jahren wieder anfallsfrei bin. Hatte zwischenzeitlich, als die aut-Idem-Regelung geändert wurden und die Generika im großen Stil aufkamen, ein paar Jahre Probleme, weil ich mich selbst noch nicht wirklich mit meiner Erkrankung auseinander gesetzt hatte. Bis dahin war ich nämlich dank Medis schon einmal jahrelang anfallsfrei gewesen.
Kennen Sie gute Klinken / Professoren durch Ihren Lebensweg ?
Das Epizentrum in Erlangen kann ich wärmstens aus eigener Erfahrung empfehlen. Für die war es verständlich, dass ich nach meinen mehrfachen erfolglosen Umstellungen wieder zurück auf mein erstes Medi, das lange so gut geholfen hatte, zurückwollte, als ich erklärte, dass ich damals im Prinzip von Rezept zu Rezept ein anderes Generikum von meinem Medi bekam. Seitdem ich wieder auf ein Präparat mit Oxcarbazepin eingestellt bin und nur das bekomme, geht's mir wie gesagt wieder blendend. Außerdem gibt's jetzt wenigstens für mich eine mögliche Ursache. Bringt zwar nix, ist für mich als Wissenschaftsfetischisten - ich glaub so kann man mich bisweilen wirklich zu Recht bezeichnen - wesentlich befriedigender als Ungewissheit.
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Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Kombi von Medizin Valproat & Levetiracetam
EHRLICHE SEELE 1983, Großraum Ruhrgebiet, Saturday, 17.08.2013, 21:47 (vor 4747 Tagen) @ huge88
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Das Epi-Zentrum aus Erlangen ist mir noch nicht bekannt gewesen.
Ich war schon mal in Bonn, aber so richtig zu 100% konnte man es trotz 3 Tesla MRT auch nicht klären.
Aber ich finde es interessiert was Sie zu Ihrem Epilepsie-Verlauf geschrieben haben.
Bei mir ist es so ähnlich. Die Ärzte sind sich zwar nicht nicht sicher ob es aus der rechten oder linken Gehirnhälfe kommt da diese keinen "Herd" bis heute finden konnten.
Aber ich bin relativ sicher das es bei mir auch aus der linken Gehirnhälfe kommt.
Bei mir äussert es sich unterschiedlich schnell und es tritt auch hauptsächlich nach starkem Streß in Entspannungsphasen auf, oder bei Überlastung des Körpers z.b zuviel Arbeit und zu wenig Schlaf. Aber das EEG ist immer unauffällig, auch wenn ganz selten in einigen EEG's mal minimale Tetrawellenschwankungen auftraten.
Ich bin durch die Medizin zwar gut eingestellt aber es tritt schon alle Jahre mal wieder vereinzelnt auf. z.b 2 Jahre nicht und dann 1-2 mal wieder. Ich war sogar schon mal 10 Jahre anfallsfrei zwischen dem 8 und 18 Lebensjahr....aber dann kam es wieder...z.b 1 mal und dann wieder 2 Jahre nicht, oder z.b mal 4 x innerhalb von 2 Jahren und dann wieder 1,5 Jahre nicht.....Bei nächsten Arztbesuch werde ich mal meinen Arzt nach Oxcarbazepin ansprechen und was er von einer Behandlung damit hält...
Meine Symtome sind vor einem Anfall oft Körperliches Unwohlbefinden, schlechtes Magengefühl mit Kreislaufschwankungen 1-2 Tage vorher aber diese Beschwerden gehen auch manchmal wieder weg. Aber wenn die Symtome stärker werden...z.b wie ein akutes piepen im rechten Ohr dann ist das schon relativ knapp davor. Geht dieses dann nicht zurück.....dieses hatte ich schon mal bis zu 3 Minuten... Letzes Warnsignal ist bei mir immer das die linke Hand anfängt zu zittern wenn die Rechte Gehirnhälfe die Aufgaben der linken zu übernehmen weil diese schon überlastet ist durch den "Kurzschluss" der sich weiter ausbreitet..das piepen im Ohr tritt aber nicht immer auf...aber das starke Zittern der linken Hand ist ein verlässliches Zeichen...seitdem letzen Anfall habe ich auch durch einen Dr. in einem Krankenhaus von einer sofort sich selbstauflösenden Notfallmedizin erfahren die dann durch die schleimhäute direkt im Blut ist. Diese nennt sich Tavor Expidet 1,0 mg und das habe ich mir verschreiben lassen, auch wenn ich hoffe es nicht mehr künftig ausprobieren zu müssen.
Früher als Kind lief es bei mir auch Sekundenbereich ab, so wie bei Ihnen, aber durch die vielen Jahre habe ich erkannt mehr akute Syntome warzunehmen.
Was erleben Sie denn zwischen dem Anfall? Wie empfinden Sie es?
Wenn ich aufwache habe ich erstmal eine Umdämmerungsphase und wenn diese vorbei ist kommen diese Bilder wieder die mich wissen lassen dass ich einen Anfall hatte und 24-36 h später erinnere ich mich auch an die komplette Zeit vor dem Anfall zurück.
Aber sehr oft habe jedesmal 3 sekunden vor Anfallsbeginn der sich vielleicht noch durch Schwindel bemerkbar macht, dass Gefühl als sehe aus einer anderen Perspektive meinen Körper...es wirkt so als wie:"man steht neben seinem eigenen Körper"
Man will z.b dem Menschen der einem gegenüber sitzt, noch was sagen und man weiß auch noch was aber es geht nicht mehr, weil indem Moment wie man "seinen Körper verlässt" funktioniert das Sprechen schon nicht mehr weil der Anfall schon längst losging. Es es jedesmal ein paradoxes Erlebniss.Also wenn die Sprache aussetzt dann ist vorbei...
Und wenn man auffwacht knüpft man durchs Unterbewusstsein an seinen letzten Gedanken an und sagt dadurch z.b zum Notarzt "lassen Sie mich doch Schach spielen"
Ich hoffe dass Sie auch in Zukunft weiter anfallsfrei bleiben und wünsche Ihnen eine gute Genesung.
MFG Ehrliche Seele 1983
Kombi von Medizin Valproat & Levetiracetam
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 18.08.2013, 10:50 (vor 4746 Tagen) @ EHRLICHE SEELE 1983
Bei nächsten Arztbesuch werde ich mal meinen Arzt nach Oxcarbazepin ansprechen und was er von einer Behandlung damit hält...
Bitte versteh, dass ich geschrieben habe, dass es mir mit Oxcarbazepin gut geht, jetzt bloß nicht als Empfehlung dafür und überleg Dir genau, ob die Risiken einer Umstellung in Deiner Situation wirklich sinnvoll wären, in Kauf zu nehmen. Ich kenne genauso Personen, denen es damit hundsmiserabel ging oder denen es gar nix gebracht hat. Was zu jemanden passt, ist immer sehr individuell.
Aber wenn die Symtome stärker werden...z.b wie ein akutes piepen im rechten Ohr dann ist das schon relativ knapp davor.
Früher als Kind lief es bei mir auch Sekundenbereich ab, so wie bei Ihnen, aber durch die vielen Jahre habe ich erkannt mehr akute Syntome warzunehmen.
Ne, also so eine Art größere Aura hab ich nicht - ich hatte mal sowas in der Art unter Lamotrigin, aber ich denk, das waren eher die extremen Kreislaufprobleme, die ich da hatte. Ich hab nebenbei mit progressiver Muskelrelaxion angefangen, damit sich auch zwischendurch einmal Stress abbauen kann und dann nicht der große Abfall auf einmal kommt - Anfälle in Entspannungsphasen sind übrigens statistisch gesehen nix ungewöhnliches. Ob die Entspannungsübungen aber etwas zu meiner Anfallsfreiheit beitragen oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber immerhin tragen sie zum Wohlbefinden bei.
Was erleben Sie denn zwischen dem Anfall? Wie empfinden Sie es?
Vom Anfall selbst bekomm ich gar nix mit. Ich komm dann halt in leichtem Dämmerzustand und recht orientierungslos und mit dem Gefühl, dass mir die Luft fehlt, nach ein paar Minuten(meine GMs dauerten bis auf den allerersten maximal 2 Minuten, da braucht's auch kein Notfallmedi) wieder zu mir und brauch dann noch so zehn Minuten, bis ich wieder klar aussprechen kann, wer ich bin und meine Arme und Beine koordinieren kann. Und dann bin ich so hundsmüde, dass ich den Rest des Tages nur noch schlafe. Meist kann ich mich dann zunächst nicht an die Minuten vor dem Anfall erinnern und die Erinnerungen daran kehren dann mit der Zeit stücklesweise wieder zurück.
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