Provozierter Anfall
Wie ich hier schon öfter gelesen habe, darf man nach 2 Jahren Anfallsfreiheit wieder autofahren.Hätte ich in der Epilepiseambulanz nicht einen provozierten Anfall gehabt, wäre für mich am 24.April 2014 die Frist um. Ist schon noch eine Weile. Ich vermisse die mit dem Auto verbundene Freiheit so sehr. Bitte um Erfahrungen oder Meinungen. Broschüren kann ich mir ja selbst einholen. LG,Musica
Provozierter Anfall
Also ich muss sagen, dass mir das Nicht-Auto-Fahren, auch wenn ich inzwischen jenseits der normalen Frist wäre, eigentlich inzwischen ganz gut bekommt, nachdem ich es geschafft hatte, mich erst einmal gedanklich für längere Zeit vom Lenkrad zu verabschieden. Fahre deutlich mehr mit dem Rad, als ich es sonst tun würde. Bin damit zwar teilweise doppelt so lang unterwegs, aber das hält richtig fit.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Provozierter Anfall
Fahre deutlich mehr mit dem Rad, als ich es sonst tun würde. Bin damit zwar teilweise doppelt so lang unterwegs, aber das hält richtig fit.
kann ich nur zustimmen! Internist-Kardiologe fragt nie, wie es mir geht, sondern wieviel KM ich geradelt bin. Als Diagnose völlig ausreichend. Und immer als Medikation: "Nicht aufregen und Rad fahren!"
Als ich noch berufstätig war und der Chef-Lektor mich nach einer zusätzlichen Anwendung fragte, passierte schon manchmal, daß ich dafür keine Möglichkeit sah. Dann lachte er nur: "Auf dem Fahrrad wird Ihnen schon etwas einfallen!" Hatte fast immer recht.
Radfahren an der frischen Luft und idealerweise in schöner Landschaft hält doch nicht nur körperlich sondern auch geistig fit.
mezeg
P.S. Bin gestern und Donnerstag ziemlich viel und weit gefahren, es wird heute ruhiger. Aber bevor ich mich auf dem sonnigen Blumen-Balkon an die Stricknadeln für einen Pulli für den jüngsten Großneffen setze, werde ich meine schöne Runde im Wald genießen.

Provozierter Anfall
Hallo huge und mezeg, ihr habt mich nicht verstanden. Wo ich sonst noch hinfahren möchte,kann man nicht mit dem Rad fahren!! Und auch nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Abgesehen vom Preis und der Zuverlässigkeit.
Hallo huge, wie lange bist Du schon über die Frist hinweg?
LG,Musica, von einer Radltour übrigens gerade ziemlich k.o
Provozierter Anfall
Ich fahre echt gerne Rad, aber 20 km durch 2 Ruhrgebiets-Innenstädte und das morgens und abends im Berufsverkehr geht nicht. Ich habe eine Zeitlang versucht, U-Bahn und Fahrrad zu kombinieren, aber Rolltreppen und Aufzüge sind ständig kaputt. Ich kann mein Fahrrad nicht 54 Stufen hochtragen! Wenn ich Bus und Bahn kombinieren würde, brauche ich pro Strecke ca. 2 Stunden. Indiskutabel. Da ich bei meinen Anfällen (Deja-vue-Anfälle) nie das Bewusstsein oder meine Handlungsfähigkeit verloren habe und es immer vorher gemerkt habe und seit einigen Monaten anfallsfrei bin, fahre ich Auto. Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, aber gilt diese 2-Jahres-Regel für alle Epilepsieformen?
keki
Provozierter Anfall
Hallo huge, wie lange bist Du schon über die Frist hinweg?
Gut 1 Jahr, wenn ich nach den Begutachtungsleitlinien gehe. Nach denen sind's übrigens nur ein Jahr Anfallsfreiheit unter Behandlung:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/.../epilepsie_und_fuehrerschein.pdf
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Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Provozierter Anfall
Hey! Ich vermisse das Autofahren auch so sehr und der Führerscheinverlust macht auch die möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt schlecht! Ich hatte meinen letzten anfall auch provoziert im klinikum aber laut der ärzte zählt der letzte nicht provozierte also dieses jahr ostern! Auch ich habe anfälle und ich merke es vorher, ich habe das letzte mal viel diskutiert von wegen wie lange weil ich merke es ja vorher... aber keine Chance 2 jahre! Ich mein man kann ja auto fahren aber wenn was passiert hat man halt keinen Versicherungsschutz und wenn personen verletzt werden gibt es noch ne anzeige wegen Körperverletzung oben drauf! Mein vater lässt mich auch mal das auto ausparken oder auch mal 200 m bis zum getränkemarkt fahren aber mehr auch nicht und bevor ich hinterher pleite hinter gittern sitze lasse ich es auch! Es fällt schwer aber was will man machen..
Provozierter Anfall
Hallo Keki, gerade habe ich bei der Dt. Gesellschaft für Epileptologie gelesen, dass man schon nach 1 jahr Anfallsfreiheit fahren darf. Ich kenn mich überhaupt nicht mehr aus, jeder sagt etwas andres,überall steht etwas andres. Wenn ich mit dieser neuen Info zum Arzt gehe, wird er bestimmt was finden, dass ich lieber doch nicht fahren soll. Fürchte ich jedenfalls. Er will ja auch nicht schuld sein.Ich verstehe Dich übrigens. Aber wenn was passiert stehen wir wirklch schlimm da! Liebe Grüße,Musica
Provozierter Anfall
Hallo
immer wieder taucht der Begriff - " ausschließlich schlafgebundene Anfälle " auf. Frist : 3 Jahre statt 1 Jahr
Was genau darf man den exakt hierunter verstehen ?
nur Anfälle im Schlaf ? Aufwachepilepsie ?
wenn jemand eine Aufwachepi hat und irgentwann auch mal tagsüber einen Anfall,sei es auch nur einen Myoklonischen oder eine Absence, dann trifft dieses "ausschliesslich"
ja nicht mehr zu, und man wäre wieder bei der Frist von 1 Jahr statt wie hier bei 3 Jahren.
Da steht man sich ja besser da, wenn man zusätzlich noch weitere Anfälle hätte.
Ich glaube, irgentwas stimmt hier nicht.
Provozierter Anfall
also, ich fahre auch nur fahrrad und "schon immer". ich habe mir vor einiger zeit ein richtiges "super-fahrrad" gekauft für 1500 €, damit genieße ich das tgl. fahren sehr. und wo ich nicht mit dem fahrrad hinkomme, gibt es zug, flug, bus u viele, viele andere möglichkeiten.
aber, wenn ich dich fragen darf, wo möchtest du hin, wo man nicht hinkommen würde?
gruß
m
Provozierter Anfall
Hallo Melusine, ich möchte viel sehen und eigenständig entscheiden. Mir unbekannte Gegenden erkunden.Und sei es "nur" in Deutschland. Die sog.vielen anderen Möglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Man kommt leichter in eine Weltstadt als zu irgendeinem persönlichen Ziel, welches kein allgemein touristisches Ziel ist. Und dann steht man allein in der Pampa und wartet auf den Bus, der 1 x täglich kommt, oder auf die nächste Verbindung usw. Abgesehen davon, dass die öffentlichen Verkehrsmittel zu teuer und unzuverlässig sind und gerne an jeder Milchkanne halten. Lg, Musica
Provozierter Anfall
Hallo Musica,
vor dreißig Jahren fuhr ich nicht so viel wie heute. Fast nur zur Schmalznudel und zurück, war damals sogar näher zum Wald, also etwa 16 km.
Wichtig ist natürlich Dein Rad. Tourenrad, für Asphalt und vernünftigen Schotter, gute Gangschaltung, bequemen Sattel, gute Wartung (Bremsen!), ab und zu etwas Öl auf der Kette, gut aufgepumpt. Gepäckträger, um Brotzeit und Liegedecke mitzunehmen. Vielleicht ein fröhliches Quietsch-Tier als Zusatzklingel, um Kinder zum Lachen zu bringen. Ein Kilometer-Zähler motiviert unheimlich...
Auch auf dem Rad kannst Du allerlei verlassene Ziele erreichen. Durch meine Provinz bin ich in Urlaub so kreuz und quer geradelt, daß ich meiner Familie vor Ort - alle mit Autos - erkläre, was sie alles verpasst hatten und doch leicht erreichen. Es gibt bei uns z.B. jede Menge "entgleiste" Bahntraßen oder Treidelpfade, wo Auto nicht fahren können aber Fahrräder. Man glaubt sich in der Landschaftwildnis, im Zauberwald, im kahlen verlassenen faszinierenden Hügelgebiet... und der Bäcker ist nur 5 km entfernt.
Es gab einen Tag, wo ich den ganzen Tag ein Pärchen wieder getroffen habe: Sie fuhren mit dem Auto, ich mit dem Rad am / im Zauberwald von Brocéliande. Bei jedem Punkt Grab von Merlin, Jugendbrunnen, Feen-Spiegel, Tal ohne Wiederkehr usw. mußten sie einen Parkplatz suchen und in den Wald marschieren. Ich radelte zu dem Punkt und zurück. Auf der Straße überholten sie mich irgendwann dann und beim nächsten Punkt das gleiche Spiel. Wir hatten die gleichen Sehenswürdigkeiten gesehen, ich hatte dazu Vogelgesang, kitzelnde Luft auf der Haut, Lichtspiele, Duft der blühenden Ginster, den alten Brotofen, so versunken, daß man ihn vom Auto aus nicht sehen konnte...
Meine Strecken habe ich immer selber ausgedacht, nur die Übernachtungen fest fixiert und zwischen jeder nur eine kurze gerade Strecke, weil ich je nach Lust, Wetter, Möglichkeit hin und her auf Basis dieser Linie fahre. Es ist MEINE Reise, niemand hat sie mir vorgeschrieben, den entsprechenden Höhenrausch kann man schwer beschreiben.
Es gibt auch in Deutschland jede Menge schöne Radwege und -strecken, gut dokumentiert, mit Bewirtung und Techniker bei Bedarf.
Um unbekannten Gebieten zu erkunden, kann man eben nicht auf volle Erschließung rechnen. Wenn ich zu dem Fischerhafen fahren will, wo mein Vater ein Haus hatte, muß ich den Nachtzug, im Paris die U-Bahn, dann der TGV, dann einen Bus, dann einen anderen Bus nehmen. Und die Fahrzeit genau rechnen, die Busse fahren nicht mehr abends. Es ist mir aber wert.
Eine Freundin hat kein Auto, wenig Finanzen und kurvt unheimlich gerne in England, Schottland, Irland. Sie plant gründlich, was sie sehen / erleben will und kommt immer mit vielen Fotos und Erlebnissen zurück. Durch die eigene Planung bekommt ihre Reise einen noch höheren Wert.
Zu Fuß oder mit dem Fahrrad geht es entschieden langsamer als im Auto aber man erlebt es viel tiefer.
mezeg
P.S. Überlege gerade, ob ich nicht irgendwann im Isar-Tal kurven möchte. Von Wolfratshausen bis Ismaning kenne ich, aber davor und danach...