Oxcarbazepin

Melusine, Thursday, 29.08.2013, 07:59 (vor 4736 Tagen)
bearbeitet von Melusine, Thursday, 29.08.2013, 09:33

Ich muss schon wieder etwas fragen, entschuldigt bitte.
Egal wo, überall liest man, dass OCX ein sehr starkes Medikamnent ist usw. Nehmen einige von Euch das wirklich schon viele Jahre ohne gesundheitliche Einschränkungen / Probleme (und auch in höheren Dosierungen)? Haben manche trotzdem Anfälle? Ich nehme es ja erst seit 4 Wochen und bisher ist nur 1x diese Woche ein Med.spiegel abgenommen, aber kein BB, wegen Leberwerten u.a. z. B. Ich mache mir wirklich große Sorgen wegen den Auswirkungen (Leber, Niere etc.). Ich habe bisher "nichts" außer starke Müdigkeit und gelegentlich Kopfschmerzen, aber dennoch die Organe ...
Und wie ist das mit Eurer Müdigkeit, die ist ja wirklich enorm und wirklich furchtbar? Ich bin den ganzen Tag müde, sobald ich mich setze o.ä. Mit der Zeit soll die vergehen oder besser werden, aber nach welcher Zeit und jetzt ist die Med ja nochmal erhöht worden, da wird es ja eher schlimmer ...
Bei der Epilepsievereinigung sagt man, dass es erst Sinn macht ein BB abzunehmen nach ca. 1/4 Jahre der Med.einnahme. Falls Ihr dieses Medikament nehmt sagt mir doch bitte, wie es Euch damit ergeht. Vielen Dank! Ich habe anderen Patienten immer gesagt, dass sie sich keine Sorgen machen sollen, aber wenn man selber betroffen ist ...
Gruß
m

Oxcarbazepin

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 29.08.2013, 09:49 (vor 4735 Tagen) @ Melusine

Egal wo, überall liest man, dass OCX ein sehr starkes Medikamnent ist usw.

Wo überall liest Du das denn überall? "Stark" ist immer sehr relativ. Du wirst im Internet in der Regel mehr negative Aussagen von z.B. Hilfe suchenden über ein Medikament finden, als positive. Denen, denen es von gleich auf jetzt mit etwas wunderbar geht, machen sich eher selten auf die Suche nach einem Forum wie dem hier und schreiben ihr "Juhuu, mir hilft dieses und jenes super.".

Ich nehme es ja erst seit 4 Wochen und bisher ist nur 1x diese Woche ein Med.spiegel abgenommen, aber kein BB, wegen Leberwerten u.a. z. B. Ich mache mir wirklich große Sorgen wegen den Auswirkungen (Leber, Niere etc.).

Jeder reagiert da anders stark darauf, aber einmal zum Vergleich, um den Leberstoffwechsel etwas greifbarer zu machen:
Aus Oxcarbazepin macht der Körper in der Leber den eigentlich wirksamen Stoff und der Weg, auf dem das metabolisiert wird, ist in Teilen mit dem des Alkoholmetabolismus vergleichbar.
- Wenn Du täglich ein 100ml-Glas von einem Wein mit 12 Volumenprozent trinkst, nimmst Du in etwa 9,6 Gramm Alkohol zu Dir. Das sind grob gerundet ungefähr 0,21 Mol Ethanol (ein Mol ist eine Menge an Teilchen und entspricht ungefähr einer 6 mit 23 Nullen hintendran).
- Wenn wir jetzt einmal eine Tagesdosis von Oxcarbezepin von 1200mg hernehmen, entspräche das ungefähr 0,00476 Mol.
=> Das heißt: Bei einem täglichen Glas Wein hätte der Körper gut 44 Mal mehr Teilchen Alkohol in der Leber zu verstoffwechseln, als bei einer 600mg - 0 - 600mg Dosierung von Oxcarbazepin.
Ich glaub sogar, nagel mich darauf aber bitte nicht fest, ich hab da gerade kein passendes Buch zur Hand, dass sowohl Alkohol, als auch Oxcarbazepin, jeweils zu großen Teilen insgesamt zwei Mal in der Leber "angefasst" werden.

Bei einer Überwachung der Leberwerte, um bei Problemen rechtzeitig reagieren zu können, damit die Leber nicht über den Punkt, an den sie sich nicht mehr selbst regenerieren kann, hinauskommt, kann man dem, so wie ich das sehe, wirklich recht gelassen begegnen.

Bei der Epilepsievereinigung sagt man, dass es erst Sinn macht ein BB abzunehmen nach ca 1/4 Jahre der Med.einnahme.

Also bei mir wurden während der erfolgreichen Umstellung durch das Epilepsiezentrum der Uniklinik Erlangen auch regelmäßig Blutbilder gemacht, besonders mit Augenmerk auf z.B. die Natriumwerte, da diese ja durch's Oxcarbazepin beeinflusst werden können.
Und auch wenn man nicht gleich zu 100% sagen kann, wo sich der Spiegel langfristig einpendeln wird, kann man, denke ich, schon damit abschätzen, ob man von der Dosierung her schon ungefähr im therapeutischen Bereich angekommen ist oder nicht.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Oxcarbazepin

Melusine, Thursday, 29.08.2013, 10:11 (vor 4735 Tagen) @ huge88

ja, danke. natürlich reagiert jeder anders. aber oxc ist einfach ein starkes medikament, wie andere antikonvulsiva auch. und es hat ja gravierende nebenwirkungen. meine nachbarain hat es wegen ultra rapid cycling mal probiert, es aber nicht vertragen. bei mir wurde bisher noch kein bb gemacht, weil die helferin es am di nicht geschafft hat genügend blut abzunehmen, aber ich möchte es eben doch wissen. du hast doch berichtet, dass du das mit der müdigkeit auch kennst. ich finde das extrem, kaum setze ich mich irgendwohinn könnte ich sofort schlafen und wenn ich jetzt noch mehr nehmen soll, wird es ja schlimmer ... gibt es alternativ etwas dafür / dagegen? ich bin radfahrerin und tgl unterwegs, aber ...
ich habe halt bis vor 4 wochen keine medikamete genommen, wenn ich mal etwas nehmen musste, dann nur von wala o. ä. (weleda), eben natürlich, aber jetzt so ein teufelzeug .. dass macht mich wirklich verrückt. vielen dank
gruß

m

Oxcarbazepin

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 29.08.2013, 14:37 (vor 4735 Tagen) @ Melusine

meine nachbarain hat es wegen ultra rapid cycling mal probiert

Was ist "ultra rapid cycling"? Hört sich für mich irgendwie nach einer Sportart an, auch wenn's in dem Kontext sicherlich keine ist.

du hast doch berichtet, dass du das mit der müdigkeit auch kennst. ich finde das extrem, kaum setze ich mich irgendwohinn könnte ich sofort schlafen und wenn ich jetzt noch mehr nehmen soll, wird es ja schlimmer ... gibt es alternativ etwas dafür / dagegen? ich bin radfahrerin und tgl unterwegs

Die Müdigkeit hat sich bei mir mit der Gewöhnung gegeben, was aber auch seine Zeit damals bei der Ersteinstellung gebraucht hat. Wie lange genau, kann ich Dir nicht sagen. Ich weiß noch, dass ich innerhalb von einem Monat auf die 300 - 0 - 300 kam, die bei mir damals ausgereicht hatten und dass ich mich damals von einer größeren Feier einen Monat danach kurz nach Beginn hab heimbringen lassen, weil ich so unglaublich müde war, obwohl ich mir damals am Nachmittag noch eine Extrarunde Schlaf gegönnt hatte.
Ob und was dagegen hilft, kann ich Dir aber nicht sagen. Während der Schule und bis die Hausaufgaben gemacht waren, war ich immer fit. Dementsprechend hab ich da nie was ausprobiert und ja auch keinen Bedarf mehr, mit irgendetwas herumzuexperimentieren.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Oxcarbazepin

Melusine, Thursday, 29.08.2013, 19:57 (vor 4735 Tagen) @ huge88
bearbeitet von Melusine, Thursday, 29.08.2013, 20:01

eine "extrem form" von mansich-depressiv.willentlich nicht kontrollierbare und extreme zweipolig entgegengesetzte (bipolare) Auslenkung des Antriebs, der aktivität und der stimmung, weit über dem normalniveau hinaus.ultra rapid cycling bedeutet schneller wechsel der episoden. bei ihr wechselnde diese zustände von einem auf den anderen tag. heute gut, morgen schlecht. was sie auch sagt "morgen kann ich nicht, da komme ich nicht aus dem bett, kann nicht ans telefon, nicht an die tür gehen etc., , habe suizid gedanken." den tag darauf geht es ihr wieder gut, immer im wechsel. so lebt sie auch und sagt halt: " da kann ich nicht, das ist wieder mein schlechter tag" oder eben andersherum.
an den "guten tagen" ist sie nur unterwegs, aktiv und angetrieben (kauft z. B. wenn sie geld hat (bekommt ja nur eine kleine rente) von ihrer rente, briefmarken für das ganze jahr o. ä. ...).

also, es wird bei depressiver verstimmung auch gegeben, was ich selber auch merke. ich lache viel mehr, als vorher (was ja nicht so schlimm ist, aber eben auch nicht "normal" ..) naja, mit der zeit wird es hoffentlich werden.