was soll ich jetzt tun?

sonne1581, Friday, 18.10.2013, 09:11 (vor 4685 Tagen)

Hallo! bin neu hier und habe einige offene fragen. hoffe es kann mir vielleicht der eine oder andere weiterhelfen. ich erzähl euch erst mal meine geschichte....
2006 hatte ich am tag nach meiner hochzeit meinen bisösache.
das letzte jahr war sehr stressig für mich. arbeite in der gastronomie, keine geregelten arbeitszeiten. ständiger wechsel von spät/nachtschicht auf frühschicht und oft 5-6 tage-woche. mit 2 kindern und nem haus, das instand gehalten werden möchte, keine leichte stressfreie aufgabe. vor allem kein geregeltes schlafverhalten. und vor allem enormer psychodruck weil es auch keiner versteht, dass ich mal öfters frei gebraucht hätte oder geregeltere zeiten für meine familie. ich muss auch dazu sagen, dass ich mit weniger stundenleistung eingestellt wurde, es sich aber halt nicht anders lösen ließe wegen personalmangel...
die letzten wochen ging es mir immer schlechter. ständig kopfschmerzen (einseitig, linke seite) schwindel, abgeschlagenheit, leichtes benommenheitsgefühl auf dem linknen auge, auch mal paar tage so ein aufsteigendes gefühl aus der magengegend.
nachdem ich vor drei tagen einen größeren schwindelanfall hatte, bin ich zum Hausarzt. der hat mich sofort zum neurlogen geschickt. da war ich gestern.
diagnose: epilepsie... EEG sehr auffällig und eindeutig, fahrverbot, medikamente...erst mal krank für 6 wochen. ich bin noch etwas geschockt, ich hatte ja keinen generalisierten anfall.
allerdings habe ich jetzt von den fokalen anfällen gelesen, die mir in den letzten monaten häufiger passiert sind wenn ich jetzt genau drüber nachdenke. also starrer blick mit kurzer abwesenheit, leichtes muskelzucken...und auch die sogenannten absencen.
jetzt war ich gestern gleich auf arbeit um bescheid zu geben. und traf auf totales unverständnis. kam mir vor als hätte ich ne erkältung und wurde sofort wieder unter druck gesetzt. ich solle mir soofort gedanken machen wie es weiter geht. und soll doch mal schauen ob man an der krankenmeldung noch was deichseln kann. der arzt wird doch wohl seine gründe haben warum er mich so lange krankschreibt.? allerdings konnten sie mir außer stundenverringerung nichts weiter anbieten. also nicht mal der versuch, die arbeitszeit etwas geregelter zu gestalten. absolut kein verständnis. auch nicht wegen dem fahrverbot. ich bin jetzt soweit, dass ich da auf keinen fall mehr hin möchte. aber was mach ich nach den 6 wochen? urlaubb habe ich noch genug für heuer und überstunden auch...
ich bin etwas überfordert, da ich mit so einer diagnose nicht gerechnet habe. ich möchte mich auch bei denjenigen entschuldigen, die häufige anfälle haben für diesen text, weil es im vergleich zu euch wohl schlimmeres als meine geschichte gibt. aber vielleicht kann mir ja jemand was dazu sagen. vielen dank schon mal an alle!

was soll ich jetzt tun?

Günti, Friday, 18.10.2013, 09:54 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

Evt.bekommst Du einen Schwerbeh.Ausweis und geniesst so einen gewissen Schutz.
Dazu muss der Arzt ein entsr. Formular ausfüllen,das Du dann beim Zentr. Familie und Soziales (so wars bei mir)einreichen musst.
Das verschafft Dir eine gewisse Sicherheit vor Willkür.
Danach gehts weiter mit neuer/anderer/besserer Lebensplanung die Du am besten mit Freunde,Verwandten,Arzt und ggfs. Arbeitgeber absprichst.
Nimm Dir Zeit.
Bisschen weit weg von Deinem Anliegen - hoffe aber ein bisschen geholfen zu haben.
Günter;-)

was soll ich jetzt tun?

pegasus, Friday, 18.10.2013, 10:21 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

Was du tun sollst, so realistischer betrachtet:

Finde dich damit ab, dass die Krankmeldung noch länger halten wird, denn die Einstellung von Medikamenten geht in den wenigsten Fällen innerhalb von 6 Wochen, sondern dauert länger (außer man macht es Stationär in einer Epilepsieklinik und unter der Voraussetzung, dass man das sehr schnelle hochdosieren auch verträgt).

Und ansonsten würde ich ebenfalls dazu raten, dass du einen Antrag auf Schwerbehinderung stellst, denn dann hast du den Vorteil, wenn dein Chef damit nicht zurechtkommt oder will, dieser dich nicht mehr so leicht kündigen kann, denn mit der Schwerbehinderung bekommst du einen besonderen Kündigungsschutz.

Was die Fahrerlaubnis angeht, so stelle dich darauf ein, dass es lange dauern kann, bis du diesen wieder benutzen darfst, kommt allerdings auch darauf an, was für Anfälle du hast.

Und ansonsten würde ich dir generell empfehlen, versuche eine MOSES Schulung zu besuchen. Dort erfährst du wirklich alles und kannst alle möglichen Fragen zur Epilepsie stellen

http://www.moses-schulung.de/

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keki, Friday, 18.10.2013, 11:12 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

Hallo, Sonne!
Dein Chef ist doof. Du musst ihm überhaupt nicht sagen, warum du krank geschrieben bist. Er darf dich, streng genommen, noch nicht mal danach fragen. Zu fragen, ob du da nicht dran drehen kannst, verstößt auf jeden Fall gegen das Arbeitsrecht. Du solltest, wie die Anderen schon geschrieben haben, so schnell wie möglich einen GdB (Schwerbehinderung) beantragen, denn der Schutz gilt ab dem Datum der Antragstellung rückwirkend. Natürlich nur wenns bewilligt wird. Dazu solltest du dich, am besten in Absprache mit dem Arzt, ans zuständige Versorgungsamt wenden. Antragsformulare kann man auch im Netz runterladen. Auch das Integrationsamt kann dir beratend zur Seite stehen. Gibt es einen Betriebsrat oder eine Schwerbehindertenvertretung? Ist in der Gastronomie selten...
Lass dich vom Chef nicht unter Druck setzen! Du hast mehr Rechte, als er denkt!!!
keki

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mikewi, München, Friday, 18.10.2013, 12:25 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

Hallo Sonne,

bevor du hier in Panik versetzt wirst mit Schwerbehindertenausweis oder Fahrverbot oder Arbeitslosigkeit oder oder .... mach mal langsam. Denn auch der beste Neurologe kann nach einer Sitzung nicht die Diagnose Epilepsie stellen. Das bedarf länger. Hätte mein Neurologe das gemacht hätte ich mir sofort einen anderen gesucht. Oder lässt du dir einen Fuß abnehmen weil ein ein Arzt nach der ersten Sitzung sagt der muss ab? Wahrscheinlich nicht. Du holst du eine zweite Meinung ein. Oder?

So wie du es geschildert kann es bei dir ja auch eine Stressreaktion sein und was du echt brauchst ist Urlaub und Erholung. Nutze die Kranschreibung auch dazu. Denn Stress kann epilepsieähnliche Reaktionen auslösen.

Da würde ich dir empfehlen.

Sollte sich die Diagnose tatsächlich bestätigten, dass es Epilepsie ist. Auch mit Epilepsie lässt es sich gut leben und man ist deswegen kein schlechterer Mensch.

Gruß
Mikewi

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sonne1581, Friday, 18.10.2013, 13:40 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

vielen vielen dank für die schnellen antworten!
das mit dem urlaub und erholung stimmt auf jeden fall! habe jetzt einen termin für mittwoch fürs MRT bekommen. mal abwarten was dabei raus kommt. an meiner krankenmeldung werde ich jedenfalls nix "deichseln" auch glaube ich, für die zeit nach den 6 wochen mir was anderes zu suchen. ich werde dort immer unter druck stehen. istn kleiner familienbetrieb... alles sehr persönlich.
mein arzt meinte auch, ich solle zu einer epilepsie-beratungsstelle.alles erst mal viel auf einmal.
aber vielen dank für eure antworten, habt mir schon mal ein stück weiter geholfen.
LG sonne

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sonne1581, Friday, 18.10.2013, 14:02 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

habe gerade gemerkt, dass in meinem ersten text ein stück text fehlt. nach meiner hochzeit hatte ich meinen einzigen bisherigen GM! seitdem nix mehr. deshalb bin ich ja so ratlos und verstehe das ganze nicht....das wollte ich noch erwähnen ;-)
LG

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Hape, Friday, 18.10.2013, 17:58 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

Hallo Sonne1581 versuch dich etwas zu schonen vielleicht Entspannungsübungen,Spazier-gänge gönn dir etwas Ruhe damit sich deine Nerven wieder beruhigen können,plan dir Freizeiten ein.Was für ein Medikament hast du den bekommen?die Anfangsphase mit dem
Medikament kann schon etwas anstrengend sein alles Gute Hape

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mikewi, München, Friday, 18.10.2013, 18:25 (vor 4685 Tagen) @ sonne1581

Noch eine kleine Anmerkung zu deiner Beruhigung.
Es kann auch durchaus bei diesem einem Anfall bleiben. Das gibt es öfter Mal, dass ein Mensch einen einzigen epileptischen Anfall im Leben hat.;-) :-)

hatte ich meinen einzigen bisherigen GM! seitdem nix mehr.
LG

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sonne1581, Tuesday, 22.10.2013, 10:49 (vor 4681 Tagen) @ sonne1581

vielen dank!
ja ich werde auf meinen körper hören und für entspannung sorgen! habe in diesem jahr wohl noch nie so gut geschlafen als die letzten tage.... finde das sagt ja schon eine menge aus.
@hape: mein medikament heißt levetiracetam 250mg... steigerung bis auf 2x3 tabl. am tag. bis jetzt komme ich ganz gut zurecht. außer etwas mehr schwindel...
habe in 3 wochen nen termin beim arbeitsamt. habe ja im sommer schon versucht eine umscchulung zu bekommen. wegen starken rückenschmerzen. aber wurde abgelehnt.... weil ich zu gesund bin :-| mal sehen ob sie jetzt vielleicht anderer meinung sind oder andere möglichkeiten für mich auf lager haben. hAt jemand von euch da erfahrungen mit umschulungen???
@mikewi: gut zu wissen. nachdem ich den ersten schock verdaut habe, kann ich da entspannter drüber nachdenken. und nachdem ich jetzt einiges gelesen habe, weiß ich auch, dass ich viele kleinere anfälle hatte, die aber in andere schubladen steckte... absencen z.B. habe ich sehr häufig. und muskelzuckungen auch.
kann es denn in der einstellungszeit der medikamente zu verstärkten anfällen kommen? also in meinem fall jetzt erst recht zu einem GM? davor habe ich nämlich etwas angst. vor allem wegen meiner kids....
danke schonmal fürs lesen.
LG sonne