Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

mezeg, München, Thursday, 31.10.2013, 19:59 (vor 4672 Tagen)

Hallo,

habe mich heute in zweifacher Hinsicht und doch beide epilepsie-bezogen mit der Hausärztin gründlich angelegt.

Einerseits geht es um einen frischen Kreatinin-Wert für die MRT nächsten Montag. Hatte vor mindestens drei Wochen gefragt, wann ich zur Blutabnahme kommen soll, um den Wert sicher rechtzeitig zu bekommen. Und bei der Gelegenheit den Lamotrigin-Spiegel überprüfen. Termin bekam ich für letzten Dienstag.

Ich legte dazu ein Formular zur Unterschrift: Ärztliches Attest für die Betreuung von Kindern. Hatte auf die Anzeige einer Wohltätigkeitsgruppe reagiert und gestern ein ausführliches sehr positives Gespräch mit der Zuständigen gehabt. Dabei natürlich über mein "Behinderung" und deren guten Einstellung berichtet. Sie sagte, ich sollte es bei den Familien nicht erwähnen, sie hatte aber keine Einwände dagegen, das Attest ging viel mehr darum, ob ich ein Kind tragen kann, usw.

Heute morgen waren die Befunde aber nicht da. Ich wurde schon unruhig und auf dem Nachmittag vertröstet. Habe sogar zu Hause die vom Internist festgestellten jährlichen Routinen-Werte für Kreatinin gesucht. Zwar immer im März aber über mehrere Jahren, immer stabil und gut.


Hatte aber eine böse Vorahnung. Die Ärztin will das Attest nicht unterschreiben, sie wisse doch nicht, was läuft, man würde sie zur Verantwortung ziehen.

Dabei bringe ich ihr immer Befunde aller Art, damit sie informiert bleibt. Daß ich seit mehr als zwei Jahren anfallsfrei bin und das AE gut vertrage, weiß sie auch.

Und als ich nach dem Kreatinin-Befund fragte - Lamotrigin nicht dringend - , wurde mir gesagt, er sei noch nicht da! Ach ja, sie ärgere sich auch über das Labor. Ich bin ausgerastet! Hatte doch ausdrücklich gesagt, daß ich es für die MRT am Montag brauche und um einen entsprechenden sicheren Termin gebeten hatte. Wenn es bekannt war, daß das Labor nicht zuverlässig ist, warum nicht einen früheren Termin?? Weil ich nicht locker gelassen habe und sehr deutlich war, wurde endlich im Labor angerufen und um die Durchgabe per Fax gebeten. Alles ganz leger von der Ärztin betrachtet, daß die MRT wegen mangelndes Kreatinin-Befunds womöglich nicht durchgeführt werden könnte, war doch egal, oder?

Ganz locker wurde mir endlich der Kreatinin-Befund übergeben.

Eigentlich müßte ich das Attest dem Neurologen vorlegen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, daß er die Unterschrift verweigert, aber... ich fürchte das vertrauenvolle entspannte Verhältnis dadurch zu gefährden.

Ich frage mich auch, ob ich wirklich um ein Attest betteln sollte?? Ich kämpfe jetzt gegen den Drang aufzugeben und sofort alle Ehrenämter auf der Stelle zu kündigen, wofür ich Zeit, Arbeit und manchmal auch Geld seit langem investiere. Sollen es doch Gesunden übernehmen, ich ziehe mich in die Behinderten-Ecke zurück und spare viel Zeit und Arbeit.

Gut, daß es sich um ein langes Wochenende handelt, läßt mir für die Entscheidung etwas Zeit. Eine kurze Unmöglichkeit, den von mir gerade geschriebenen Text zu begreifen, war eine deutliche Störung.

mezeg

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

Melusine, Friday, 01.11.2013, 06:28 (vor 4671 Tagen) @ mezeg

deine raktion ist verständlich, aber ist nicht tatsächlich der neurologe (facharzt) für diese unterschrift der richtige ansprechpartner?
und wenn du sicher bist, dass er unterschreiben würde, warum nicht? warum sollte euer gutes verhältnis dadurch gefährdet sein?
alles gute

m

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 01.11.2013, 10:42 (vor 4671 Tagen) @ mezeg

Ich legte dazu ein Formular zur Unterschrift: Ärztliches Attest für die Betreuung von Kindern.

Wofür brauchst Du das denn genau? Also ich arbeite bei mir im Verein gemeinsam mit anderen auch ehrenamtlich mit Kindern und alle, einschließlich Eltern, Vorstand und Kids wissen Bescheid(Vorstand bekam die Info natürlich schriftlich und hat mir gegengezeichnet) und das langt denen.

Hatte aber eine böse Vorahnung. Die Ärztin will das Attest nicht unterschreiben, sie wisse doch nicht, was läuft, man würde sie zur Verantwortung ziehen. Dabei bringe ich ihr immer Befunde aller Art, damit sie informiert bleibt. Daß ich seit mehr als zwei Jahren anfallsfrei bin und das AE gut vertrage, weiß sie auch.

Ist ja auch irgendwo verständlich. Die Hausärzte sind ja selbst dazu angehalten, möglichst den Fachärzten die Beurteilung von Krankheiten wie Epilepsie zu überlassen.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

mezeg, München, Friday, 01.11.2013, 18:02 (vor 4671 Tagen) @ huge88

Wofür brauchst Du das denn genau? Also ich arbeite bei mir im Verein gemeinsam mit anderen auch ehrenamtlich mit Kindern und alle, einschließlich Eltern, Vorstand und Kids wissen Bescheid(Vorstand bekam die Info natürlich schriftlich und hat mir gegengezeichnet) und das langt denen.

habe eben bei diesem renommierten Verein ein Mädchen aus schwierigen Familienverhältnissen zwei Jahre lang betreut und der Zuständigen regelmässig Bericht und Fotos geschickt. Hatte sie auch vorher "informiert". Bekam dafür immer Zustimmung und Anerkennung, auch von ihrer Vorgesetzten. Habe natürlich diese Referenz angegeben.

Vielleicht wird das Attest hier verlangt, weil dieses Service von den Eltern bezahlt wird. Natürlich sehr geringfügig, wohlnur um Ausnützung zu vermeiden. Mir geht es sowieso nicht drum, habe einfach Lust mit Kindern zu spielen und zu lachen.

Ist ja auch irgendwo verständlich. Die Hausärzte sind ja selbst dazu angehalten, möglichst den Fachärzten die Beurteilung von Krankheiten wie Epilepsie zu überlassen.

Was die Attest-Angelegenheit hoch getrieben hat, ist eigentlich die Kreatinin-Angelegenheit. Ich hatte doch sehr ausdrücklich gesagt, daß ich den Wert für die MRT am 4.11. brauche, wann soll ich also zur Blutabnahme kommen, damit es gewährt wird. Dies vor drei Wochen, also reichlich früh.

Es wurde mir den Termin diesen Dienstag gegeben und ich fragte noch, wann die Befunde dann vorliegen. "Am Tag danach!" - also Mittwoch (?)

Bin absichtlich erst Donnerstag Spätvormittag gegangen. Man ließ mich warten, um mir dann zu sagen, der Befund sei nicht da, ich soll nachmittags wieder kommen. Ich weiß aber, daß die Blutproben gegen 10:00 abgeholt und somit die Befunde gebracht werden. Wie könnte er dann am Nachtmittag vorliegen?

Die Zeit dazwischen war unheimlich belastend. Was passiert, wenn der Befund doch nicht kommt - womit ich zu rechnen hatte? Wird die MRT abgesetzt, ich vielleicht auch noch zum Schadenersatz verpflichtet? Verzweifelnd nach den jährlichen Erbenissen vom Internist wühlen, in der Hoffnung, daß sie akzeptiert werden.

Dann gehe ich wieder hin und Befunde werden mir nicht ausgehändigt, ich soll zur Ärztin gehen. Sie gibt mir die Kopie vom ersten Bericht des Neurologen, worum ich bei Gelegenheit gebeten hatte. Dann kommt das Attest zu Gespräch aber kein Wort über die Kreatinin-Werte, eben was jetzt sofort zu regeln war. Ich mußte regelrecht Radau machen, damit es zur Sprache kommt. Und dann eben die Ausrede, sie ärgert sich doch auch immer wieder über das Labor, am Vormittag sei angerufen und den Befund per Fax angefordert woden aber er kam eben nicht. Alles ganz locker, nicht den Tatsachen entsprechend: Es gibt hier effektiv ein Problem.

Ich habe einfach das Gefühl, daß zuerst diese Kopie und dann das Attest bewußt vorgeschoben wurden, um mich von dem leidigen Punkt Kreatinin fernzuhalten. Den Grundfehler machte die Assistentin, die mir einen so knappen Termin gab, obwohl ich über die Wichtigkeit des Datums ausdrücklich informierte und sie wohl über die Unzuverlässigkeit des Labors Bescheid wußte. Wenn wenigstens gesagt wurde, "es ist uns leider ein Fehler untergangen, wir regeln aber das Problem für Sie". Nein, Schuld war nur das Labor und wie ich aus der Schlamasse komme, interessiert sie daher nicht. Wenn ich nicht getobt hätte, wäre das Labor wohl nicht angerufen und den Fax verlangt worden.

Der Endbefund für die Untersuchung ist übrigens mit 31.10.2013 16:43 datiert. Hätte ich nicht insistiert, wäre wohl nichts passiert.

Durch diese Umstände war ich emotional nicht mehr in der Lage sachlich über das Attest zu diskutieren.

Habe nun entschieden zuerst und vor allem auf die Ergebnisse der MRT zu warten. Erst wenn sie dem Neurologen schriftlich vorliegen, überlegen, ob ich ihn um das Attest bitte oder die Angelegenheit und sonstige Ehrenämter niederlege. Enkel, Großneffen und -nichten gibt es und dazu Freundes- und Nachbarskinder. Viel einfacher.

Danke für Deine Antwort!

mezeg

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

Musica, Saturday, 02.11.2013, 18:55 (vor 4670 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg, Du holst immer sehr weit aus, ich hoffe, ich treffe wirklich nur den Kern vom Problem. So wie ich es weiß, sollten von Epilepsie betroffene Menschen nicht mit Schutzbefohlenen arbeiten, wenn diese dadurch gefährdet sein können. LG,Musica

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

mezeg, München, Sunday, 03.11.2013, 12:03 (vor 4669 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

den Kern eines Problems kann ich sehr wohl distillieren. Allerdings für eine möglichst exakte Analyse integriere ich die Umstände dazu.

Wie z.B. heute:
Es regnet, das Fahrrad muß in der Garage bleiben :-( :-( :-(
Gleichzeitig möchte ich den Kuschelelefant für meinen nun einjährigen Großneffen fertig stricken... :-) :-) :-) , schnurrender, seidenweicher Kater auf dem Schoß :-) :-) :-) :-) :-)
Kern ist hier der Regen: negativ für das Radfahren, gleichwohl emotional-positiv für Familienbände.

In der hier dargestellten Angelegenheit gab es eigentlich zwei Kerne: das Attest unabdingbar für die Kinderbetreuung aber zeitlich nicht unter Zeitdruck und den Kreatinin-Wert unabdingbar für die MRT morgen und daher dringendst erforderlich.

Beide zusammn ergeben eine explosive Mischung...

LG

mezeg

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

Mondenkind, Saturday, 02.11.2013, 00:37 (vor 4671 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst, denn ich habe mal was ganz ähnliches erlebt. Vielleicht kennst du die Geschichte auch, ich habe sie hier schon zwei, drei mal mehr oder weniger ausführlich erzählt...

Aber hier noch einmal das Ganze:

Ich betreute seit Anfang der 90er Kinder und Jugendliche in Freizeiten und Zeltlager der katholischen Kirche. Als 1996 die Anfälle auftraten, gab es deshalb aber nie Probleme. Wir waren uns alle sicher, dass wir es schaffen und keiner hatte Angst vor meinen Anfällen oder so.

Während meines Studiums sah ich dann an der Stellenangebote-Tafel einen Aushang für Freizeitbetreuung in der Nähe. Es klang interessant und ich meldete ich dort an. Von meiner Epilepsie erzählte ich erst mal nichts, ich war seit fast einem Jahr anfallsfrei.

Im nächsten Jahr traten plötzlich wieder Anfälle (1 - 2 im Vierteljahr) auf. Und so wie ich es bisher immer gemacht hatte, war ich ehrlich und sagte der Leitung dort, dass ich Epilepsie habe. Ihr Kommentar daraufhin war jedoch "Na, Mondenkind, dann müssen wir mal schauen, ob du dann überhaupt noch mitfahren darfst". Ihre Aussage traf mich wie eine Faust in der Magengegend... Was sollte denn das jetzt heißen??

Es gab noch einige Gespräche. Sie wussten, dass Stress Anfälle auslösen kann... was wäre also, wenn ich einem Kind ein Pflaster kleben muss oder es sich gar schwer verletzt hätte?? Dann wäre ich ja im Stress und ich könnte einen Anfall bekommen. Dass ich (damals noch nicht) wusste, was bei mir die Anfälle auslöst, ich aber sagen konnte, dass sie eher in Ruhephasen auftreten, dass war ihnen egal. Oder (noch besser): Ich könnte einen Anfall haben, ein Kind würde sich so erschrecken, dass es auf die Straße (die direkt an unserem Haus war) vor ein Auto laufen. Wie sollte man dass denn dann den Eltern erklären??

Im Endeffekt einigten wir uns darauf, dass ich sozusagen als "Minderjährige" mitfahre und die Kinder nicht alleine betreuen darf - Voraussetzung: Die anderen Betreuer stimmen zu. Diese hörten sich die Geschichte an und entschieden sich dann 3:1 gegen mich (wovon 3 von ihnen im Vorjahr schon mit mir eine Freizeit betreut hatten).

Seitdem bin ich vorsichtiger geworden, wem ich was von meiner Epilepsie erzähle und wem eher nicht. Meinem letzten Arbeitgeber z.B. habe ich es erst erzählt, als die Anfälle tagsüber auftraten und ich plötzlich kein Auto mehr fahren durfte.

So, ist nun doch ein bisschen mehr geworden - habe die Story nochmal ausführlich erzählt ;-)

Ich hoffe, dass es bei dir anders ausgeht - dein Neurologe wird die Sache schon richten. :-)

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

mezeg, München, Sunday, 03.11.2013, 11:51 (vor 4669 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondenkind,

vielen Dank für Deinen Bericht, beruhigend und tröstend (für mich, nicht für Dich!) zu lesen daß Du es so empfunden hast wie ich.

Die Ablehnung kam für mich auch nicht zum ersten Mal. Zuerst vom Vorsitzenden im Fahrradclub als Tourenleiterin "grobe Fahrlässigkeit mit bedingtem Vorsatz" - er ist Anwalt, auf einer Tour habe ich ihn aber nie gesehen. Dann vom Besuchdienst im Krankenhaus - von einer neuen Teilnehmerin, die sich an die Gruppenverantwortlichen wendete - ich konnte nicht einmal Stellung dazu nehmen.

Und lange vor der Epilepsie vom Blutspenderdienst. Ich war wegen interessanter Blutgruppe "begehrt" und kam auf Bestellung. Damals reagierte ich auf Stress mit Herzrhythmus-Störungen anstatt jetzt mit Aphasie - und am Tag davor war ich mit den Töchtern auf der "Piratenschaukel"... ;-) ;-) ;-) Also definitiv gesperrt.
Selber schuld, ich behalte mein kostbares Blut für mich, na!! :-D :-D

Habe mich jetzt gründlich ausgeheult und stehe nun in der "rationalen Phase".

Nächster Schritt: die MRT morgen, weswegen ich so verzweifelt und unnachgiebig um die Herausgabe - oder gar endlich Feststellung??? - des unabdingbaren Kreatinin-Werts kämpfen mußte. Kostete eine Unmenge Energie und Konzentration, zu wenig Restkapazitäten, um dann über das Attest zu diskutieren. Dazu der wahrscheinlich begründete Verdacht meinerseits, daß dadurch Zeit gewonnen werden sollte, weil der Wert im Labor noch nicht vorlag. Was die Ärztin wohl wußte.

Dann Durchführung der MRT und wie jedes Mal anschließende mündliche Bewertung seitens des Radiologen. Ich gehe nicht davon aus, daß eine Verschlechterung eingetreten sein soll, hoffe aber trotz allem, daß das Ödem vielleicht doch eine Kleinigkeit kleiner geworden ist. Wäre schön.

Eine Kopie des Berichts bekomme ich ein paar Tage später, der Neurologe wohl auch am gleichen Tag. Dann weiß ich, wann ich ihn ansprechen kann. Natürlich nur, wenn keine Verschlechterung vorliegt.

Noch eine kleine Überlegung. Schicke ich ihm gleich die eingescannten Werte vom Lamotrigin-Spiegels - unverändert - oder erst synchron mit dem MRT-Bericht, damit er alles frisch parat hat?

Habe also ein paar Tage Zeit, um mich auf ein mögliches Refus seitens des Neurologen vorzubereiten. Oder zu entscheiden, das Projekt von mir aus abzusagen.

Meine Kontaktperson weiß Bescheid und hat kein Problem damit. Es gibt allerdings die Eventualität, daß ihre Vorgesetzen sich wundern, weil das Attest nicht vom Hausarzt sondern vom Neurologen kommt... dann wäre es wohl "retour à la case départ" wie wir sagen, also alles wieder vom Anfang an.

Mal schauen. Ab dem Moment, wo ich anfange, die Elementen eines Problems abzuwägen, komme ich immer aus dem Loch raus.

Danke für die Unterstützung und liebe Grüße

mezeg

P.S. Eine kleine Rache laß ich mir bereits auf der Zunge zergehen. Die Hausärztin bekommt keinen Bericht vom Radiologen. Ich hatte ihr aber immer von mir aus den an mich gesendeten, welchen sie immer kopieren ließ. Diesmal behalte ich den Bericht für mich. Wenn sie ihn will, muß sie beim Neurologen anfragen, na! :-D :-D

P.P.S Ich gehe nicht davon aus, daß sie überhaupt daran denkt, aber mir tut es trotzdem gut!

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

Mondenkind, Tuesday, 05.11.2013, 11:04 (vor 4667 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

bei mir ist es aber bestimmt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber ;-). Wir (die Familie meines Mannes und ich) sind im übrigen der Überzeugung, dass so wie es damals gelaufen ist, sie mal mit irgendwem der Epilepsie hat, schlechte Erfahrung gemacht hat (kann von Familie bis weiterer Bekanntenkreis alles sein). Sie hat sich damals nichts richtig erklären lassen, ihre Meinungen (z.B. Stress löst Epilepsie aus) galt, dass es bei mir ganz anders ist / war galt nicht.

Lieben Gruß
Mondenkind

PS: Manchmal ist man ja dann auch gemein und wünscht so einer Person dann mal den direkten Kontakt mit Epilepsie (Mann, Kinder oder sie selber), damit sie dann sieht, wie es wirklich ist.

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

mezeg, München, Monday, 11.11.2013, 19:07 (vor 4661 Tagen) @ mezeg

Hallo,

MRT ist nun durchgeführt, keine Verbesserung an der Narbe möglich aber keine negative Änderung, somit alles O.K.

Bin also heute zum Neurologen gegangen, um seine Unterschrift unter dem Attest zu bitten. Die Arzthelferin bat mich ins Wartezimmer.

Als er mit dem vorherigen Patient fertig war, hat er mich in sein Zimmer gebeten. Er würde es schon machen aber der Text ist kompromisslos, keine Nuancen! Es kann nur 0 oder 1 sein, und ich stehe auf 0,1! Unterschreiben wird niemand.

Er schlug mir vor, mir ein Attest auszustellen: seit zwei Jahren anfallsfrei, leichte Medikation, man kann davon ausgehen, daß es nur zu geringen Störungen kommen könnte. Wenn die Organisation so ein Attest akzeptiert, soll ich wieder vorbei kommen, er stellt es aus.

Kaum zu Hause zurück habe ich gesehen, daß die für die Kinderbetreuung Verantwortliche angerufen hatte. Habe also zurückgerufen und ihr vom Gespräch berichtet. Sie hatte mich bereits fest eingeplant und meinte, man könnte einfach den Eltern reinen Wein schenken und versuchen, das Attest an die Obrigen zu schicken und hoffen, daß es akzeptiert wird.

Ich glaube einfach nicht mehr dran und möchte nicht den Arzt um ein Attest bitten, daß höchstwahrscheinlich nicht akzeptiert wird.
Dazu kommt die Erinnerung an einem Urteil in einer ganz anderen Angelegenheit: Eine Radlerin wurde von einem rechtsbiegenden Autofahrer regelwidrig umgeschmissen und verletzte sie am Kopf. Weil sie aber keinen Helm trug, blieb sie auf die Kosten für die Kopfverletzung sitzen. Der Autofahrer war eindeutig schuldig und es besteht keine Helmpflicht aber die Schuld für die Verletzung wurde ihr zugeschoben. Ad Absurdum gedacht, könnte ich für verantwortlich gehalten werden, sollte ein Autofahrer bei voller Geschwindigkeit von hinten auf dem Gehsteig fahren, wo ich gerade mit einem Kind stehen würde. Wenn ich nicht epileptisch belastet wäre, hätte ich doch die Gefahr ahnen können, oder??

Zugegeben übertrieben gedacht.

Ich passe.

Sie hat mich aber auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, bei Mütter- oder Spielzentren mitzumachen. Da wäre ich sowieso nie alleine mit den Kindern. Und es gibt auch eine Schule, die ein "Generations-Projekt" entwickelt: Ateliers mit Senioren und Kindern, wo beide Seiten von einander Freude und Vorteile bekommen würden. Das wäre eine schöne Möglichkeit. Ich sehe mich jetzt um.

Sehr wohltuend war auch, daß der Neurologe mir seine Ablehnung nicht bequem über die Arzthelferin zukommen ließ, sondern mich sogar gleich in sein Zimmer zur Besprechung holte. Das für mich äußerst wichtige Vertrauenverhältnis hat keinen Schaden genommen.

mezeg

Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

Butterblume, Thursday, 07.09.2017, 09:55 (vor 3265 Tagen) @ mezeg

Hallo
Ich selbst hatte auch Probleme mit meinem Arbeitgeber, ich arbeite schon seit Jahren in der Betreuung von Grundschülern aber ich habe auch immer noch gm Anfälle. Um die Versicherungstechnischen Bedingungen für den Arbeitgeber zu klären wollten sie eine schriftliche Bestätigung für meine Arbeitsfähigkeit. Ich habe das ganze über die Epilepsie Ambulanz in Marburg geregelt, denn es gibt genaue gesetzliche Regelungen.
Dabei gibt es unterschiedliche Bedingungen für krabbelkinder/ Kindergarten Kinder und Schulkinder.
Bis zum Schulalter muss immer jemand bei dir sein, ab Schulalter reicht es wenn jemand in den selben räumen für die Kinder erreichbar ist.
Für krabbelkinder gilt nochmal was anderes, weiß ich nicht mehr. Das ist wahrscheinlich auch alles noch mal anders wenn du anfallsfrei bist.:-)
Du kannst dich an die Beratung in Marburg wenden bzw. Wahrscheinlich auch an alle anderen epilepsie Ambulanzen. Versuchs mal dass ist viel einfacher als Hausarzt denn die sind da nicht gut informiert.
Wünsch dir viel Erfolg.