postop.reha in bethel

narkojet, Thursday, 28.11.2013, 10:20 (vor 4644 Tagen)

Guten morgen!
Wie gestaltet sich die postop.reha in bethel?was macht man da so?hat man auch mal ausgang?
Vielen dank.

postop.reha in bethel

pegasus, Thursday, 28.11.2013, 21:55 (vor 4644 Tagen) @ narkojet

Ist das gleiche wie die medizinische Rehabilitation und ja, du darfst da auch weggehen.

postop.reha in bethel

Michaela, Friday, 29.11.2013, 11:00 (vor 4643 Tagen) @ narkojet

Hallo narkojet,

eine kurze Frage: was versteht man unter diser Bezeichnung

LG
Michaela

postop.reha in bethel

Anton, Friday, 29.11.2013, 15:40 (vor 4643 Tagen) @ narkojet

Hallo Michaela,

wir sprechen hier über die Ausdrucksweisen „präoperativ“ und „postoperativ“, „Prä“ und „post“ kommen aus dem Lateinischen, und zwar bedeuten

„prä“ = „vor“

„post“ = „nach“

Das bedeutet also, „präoperativ“ ist vor der Operation und „postoperativ“ ist nach der Operation.

@narkojet:
Ich war vor 7 Jahren postoperativ in Bethel zur Reha. Habe es in guter Erinnerung, das Angebot an Therapien war hervorragend, die Pflegedienstmitabeiter gaben viele Tipps und beachtenswerte Hinweise für das Leben nach der Operation. Was zu beachten ist und was möglichst vermieden werden sollte. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Wenn nichts anlag, der Vormittag auch.

Bis zur Straßenbahn (Stadtbahn) sind es 10 Minuten, es ist die Linie 1, wenn man schlecht laufen kann, bietet sich der Bus auf dem „Bethelgelände“ an. Du bist in wenigen Minuten in der City von Bielefeld. Wünsche einen schönen 1. Advent.

Ich grüße
Anton

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postop.reha in bethel

narkojet, Friday, 29.11.2013, 20:48 (vor 4643 Tagen) @ Anton

Danke!und war die op schlimm?bei mir wird die amygdala re entfernt.hattest du vollnarkose?

postop.reha in bethel

Anton, Friday, 29.11.2013, 21:46 (vor 4643 Tagen) @ narkojet

Amygdala
http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala

Hallo,

ich gehe davon aus, dass das fMRT gelaufen ist und ein Termin für die OP steht. Die Amygdala wird in Vollnarkose entfernt. Beim Eingriff auf der rechten Seite bestehen gute Chancen, dass Du anfallsfrei wirst. Schmerzen musst Du nicht ertragen, gleich nach dem Eingriff und bei Bedarf werden Schmerzen zentral (Kanüle durch den Hals bis zum Herz) gering gehalten, danach gibt es auf jeden Fall etwas dagegen. Die OP ist also nicht das Problem.

Viel schwieriger sind die Monate und ersten Jahre danach. Wir müssen uns darüber einig sein, dass eine Epilepsie nicht heilbar ist. Mit der OP werden lediglich die Symptome niedrig gehalten oder bei Glück auf Null gestellt. Wer das nicht beachtet, bekommt wieder Anfälle.

Die Medikation muss weiterhin eingehalten werden weil sonst der Spaß in die Hose geht. Wer meint, alles nachholen zu können, was er in den Jahren zuvor versäumt hat, läuft Gefahr ein Rezidiv zu erleiden.

Ausführliche Aufklärung über optimales Verhalten nach der OP vermitteln Ärzte und Pflegedienstmitarbeiter während des gesamten Aufenthalts. Ich wünsche alles Gute!

Liebe Grüße
Anton

Dr. Ebner pp.: Epilepsie-Chirurgie
http://www.thieme.de/specials/ebner/pdf/gesamt.pdf

_________________________________________________

Der Status eines epilepsiechirurgischen Eingriffs

Vor epilepsiechirurgischen Eingriffen wird fast abschreckend auf bestehende Risiken hingewiesen, weil sie mit den Schönheitsoperationen, wie dem Lifting, dem Fett absaugen oder der Brustvergrößerung auf einer Stufe steht. Es ist keine Notoperation, wie beim entzündeten Blinddarm, der entfernt werden muss. Oder wie beim Beinbruch, der unbedingt durch eine Schienung (konservativ) oder operativ therapiert werden muss. Bei der Blinddarmentzündung ist der Arzt gesetzlich verpflichtet, den Patienten bestmöglich zu versorgen, weil ihm sonst Strafe droht wegen unterlassener Hilfeleistung.

Anders ist es bei der Epilepsiechirurgie. Ärzte sind nicht zur Behandlung verpflichtet. Aus dem Grunde begeben sie sich hinsichtlich späterer Regressansprüche seitens des Patienten auf dünnes Eis und könnten bei operationsbedingten neurologischen Defiziten verklagt werden, weil sie präoperativ für Aufklärung nicht ausreichend gesorgt haben. Um weiterhin zu operieren zu können und nicht ständig vor Gericht zu stehen, erfolgt vorher ausführliche Aufklärung des Patienten. Die Erklärungen sind alles andere als einladend, die sind mehr abschreckend, damit der Überlegungsprozess beim Patienten in Gang gesetzt wird. Das soll den Arzt im Schadensfall vor Forderungen schützen.

Das Krankenhaus Mara in Bielefeld-Bethel, eine Klinik des Epilepsie-Zentrums Bethel, hat in der Einverständniserklärung, die es sich von Patienten oder deren Vertreter präoperativ unterschreiben lässt, Folgendes stehen:

„Bei der Epilepsie-Chirurgie handelt es sich um einen (nicht lebensnotwendigen) Wahleingriff, der auch Risiken beinhaltet. Allgemeine Komplikationen können nach jeder Operation auftreten: Narkoserisiko, Infektionen, Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Beinvenenthrombosen, Lungenembolie und Lungenentzündung.

Darüber hinaus können in diesem Operationsbereich spezielle Komplikationen auftreten wie: Knochendeckelinfektion mit nachfolgendem Knochenersatz, Hirnhaut- oder Hirnoberflächenentzündung, Eiteransammlung im Hirn mit evtl. operativer Entfernung und ein Hirninfarkt.

Dadurch können bleibende Schäden bei den operierten Patienten auftreten. Die Rate schwerer Komplikationen bis hin zum Wachkoma und Tod ist in unserer Klinik mit <0,25 % ermittelt worden. Hingegen sind Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Sehstörungen (Gesichtsfelddefekt), Gedächtnisverschlechterungen, vermehrte Anfälle und evtl. Hirnwasserzirkulationsstörungen (Ventilimplantation) mit bis zu 3 % möglich.

Neben diesen Risiken muss die mögliche Chance durch die Operation berücksichtigt werden. Die Wahrscheinlichkeit für Anfallsfreiheit nach der Operation beträgt ca. 70 bis 80 %.“

--
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postop.reha in bethel

narkojet, Saturday, 30.11.2013, 23:37 (vor 4642 Tagen) @ Anton

Vielen dank fuer die super antwort.ein fmrt kommt noch anfang januar.oje...ich bin so klaustrophobisch.
Aber du machst mir mut.kommt man am tag vor der op schon rueber ins gilead1?
Gute nacht
Caro

postop.reha in bethel

Anton, Sunday, 01.12.2013, 12:32 (vor 4641 Tagen) @ narkojet

Hallo Narkojet,

ich kann leider nicht antworten, weil der Generator wieder ein Wort nicht annimmt, von dem ich gar nicht weiß, wo es sich im Text befindet. Ich helfe gerne, um aber umsonst zu schreiben, ist mir die Zeit zu schade. Wünsche viel Glück

Liebe Grüße
Anton

Hinweis:
Fehler!
• nicht akzeptiertes Wort: (rückwärts geschrieben "ekin")

--
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postop.reha in bethel

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 01.12.2013, 14:10 (vor 4641 Tagen) @ Anton

ich kann leider nicht antworten, weil der Generator wieder ein Wort nicht annimmt, von dem ich gar nicht weiß, wo es sich im Text befindet. ... nicht akzeptiertes Wort: (rückwärts geschrieben "ekin")

Wird eine Anti-Spam-Maßnahme sein und auf einer Blacklist stehen. Mit dem Wort hatten wir in letzter Zeit eine Menge Spam.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

postop.reha in bethel

Anton, Sunday, 01.12.2013, 16:39 (vor 4641 Tagen) @ narkojet

Hallo Caro,

wenn Du das fMRT (Funktionelles MRT), auch „Strukturelles MRT“ genannt, noch vor dir hast, ist alles offen. Eine Fallkonferenz entscheidet später, ob Du operiert werden kannst oder nicht. Dabei stellt sich die große Frage, ob durch den Eingriff eine Verbesserung erzielt werden kann.

Für dich könnte es ein Problem beim fMRT geben. Und zwar dauert es zwischen ein und zwei Stunden. Meines Wissens nach hat Bethel mittlerweile Geräte, die mit Spiegeln an den Innenwänden des Geräts ausgestattet sind, Du kannst also ständig nach draußen schauen.

Ich bin noch vor dem Umbau von Mara operiert worden. Damals befand sich der OP im Gilead 1, ob das heute noch ist. weiß ich nicht. Im Gilead bin ich in den letzten Jahren auch wegen anderer Sachen mehrere Mal operiert worden, die OP sind groß, die Chirurgen klasse, und es werden nicht noch weitere 10 Patienten gleichzeitig operiert, wie man es sonst in anderen Krankenhäusern erlebt. Du erhältst in Mara morgens früh eine Beruhigungstalblette, so dass Du die Fahrt ins Gilead kaum mitbekommst. Es besteht die Möglichkeit, vor jedem MRT eine Pille zu erhalten.

Wünsche viel Erfolg
Anton
___________________________________________________

Sonntags abends in Bielefeld angekommen

Vorbereitungstage:
29.05. Mo 11.00 Uhr Eigenblutspende im Gilead
29.05. Mo nachmittags Neuropsychologie
30.05. Di 08.00 Uhr Blutentnahme
30.05. Di 10.30 Uhr Narkoseaufklärung im Gilead
30.05. Di auf Abruf Neurochirurgische Aufklärung
31.05. Mi abends Abführmaßnahmen, Körperpflege, Nagellack
entfernen, Duschen; Schmuck, Uhr, etc.
ablegen; Wertgegenstände einschließen,

31.05. Mi ab 22.00 Uhr nüchtern bleiben

Operationstag:
01.06. Do 07.00 Uhr Morgenmedizin
Blutdruck, Puls- und Temperaturkontrolle,
OP-Hemd, Antithrombosestrümpfe anziehen
07.30 Uhr Transport in den OP – Mara
Nach dem Eingriff bis zum anderen Morgen auf
die Wachstation

Erster postoperativer Tag:
02.06. Frei vormittags Rücktransport auf Station 1 A,
Ggf. Röntgen und MRT,
Puls-, Blutdruck- und Temperaturkontrolle,
Entfernung von Wunddrainagen,
Kost- und Mobilitätsaufbau

Zweiter postoperativer Tag:
03.06. Sa 08.00 Uhr Blutentnahme,
Pflege am Waschbecken,
Steigerung der Mobilität

Aufenthalt in der Epilepsie-Klinik Mara: Vom 29.05. Mo bis 12.06. Mo
(2 Wochen und 1 Tag)
Am 10. Tag nach der OP Entfernung der Wundklammern.
Entlassung bzw. Verlegung in die Reha am: 12.06. Mo
Aufenthalt in der Reha in Bethel: Vom 13.06. Di bis 10.07. Mo ( 4 Wo)


Hinweis:
Fehler gefunden, er lag in (von hinten gelesen) „kinilk“

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postop.reha in bethel

narkojet, Sunday, 01.12.2013, 18:34 (vor 4641 Tagen) @ Anton

Super antwort.vielen dank.bei mir ist die op-moeglichkeit klar,da es ein scharf begrenzter amygdala-tumor ist.fmrt nur noch zur sicherung der sprachdominanz.
Einen schoen advent wuensche ich dir!

postop.reha in bethel

Anton, Sunday, 01.12.2013, 21:19 (vor 4641 Tagen) @ narkojet

fMRT = Hirnkartierung (engl. Brain Mapping)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnkartierung

Es handelt sich dabei um eine Vermessung (Kartierung) des Gehirns; die Daten werden für die „Sterotaktische OP“ (computergesteuert) benötigt. Bei Bedarf geht es auch während der OP in die Röhre. In der Praxis läuft es wie folgt:

„Bei der Epilepsie-Chirurgie geht es um einen Eingriff am offenen Gehirn, eine stereotaktisch, computergesteuerte Operation. Erst wird der Kopf geschoren. Dann die Kopfhaut in Größe der geplanten Öffnung geschält, so dass die Wurzeln des Haares unbeschädigt bleiben, das Ganze wird umgeklappt, so dass eine Verbindung zur Kopfhaut bestehen bleibt. Ungefähr so wie beim Apfelschälen, bei dem man aufhört und die Schale herüberbiegt. Damit ist sichergestellt, dass Haarwurzeln unbeschadet bleiben und später wieder wachsen.

In die präoperativ markierte Stelle wird ein Loch gebohrt, mit einer Stichsäge der Knochen herausgesägt. Ungefähr eigroß. An der Öffnung zum Kopfinnern wird der Apparat für das Messer befestigt. Das Messer, das wie eine Stichsäge aussieht, bewegt sich ganz schnell, so dass es nicht zu sehen ist. Wenn das störende Gewebe aus dem Gehirn, häufig aus dem Temporallappen, herausgeschitten ist, wird das Stück Knochen wieder eingesetzt und befestigt mit Keilstücken, anschließend die Haut darübergelegt und geklammert. Es dauert ca. zwei bis sechs Stunden. Zum Schluss wird geklammert, Du erhältst einen Turban und fertig ist die Sache.“

OP bei 11-jähriger Tochter
http://www.epilepsie-online.de/?docid=1801

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Musica, Sunday, 01.12.2013, 15:50 (vor 4641 Tagen) @ Anton

Na danke, auch wenn diese abschreckenden Folgen zur Absicherung der Ärzte dienen sollten,- es könnte doch durchaus eintreffen. Haben das alle Operierten hier jemals gelesen und sich dennoch zur OP entschieden? Mutig. Oder war der Leidensdruck so hoch, dass man solche Risiken akzeptiert hat?
Anton, ich glaube zwar, dass ich Dich schon mal gefragt habe, woher Du all dieses medizinische Wissen hast, habe es aber vergessen:-D. Es hört sich alles ziemlich professionell und somit verbindlich an! LG,Musica

postop.reha in bethel

Anton, Monday, 02.12.2013, 19:18 (vor 4640 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

noch kurz zu Deiner Frage. Es geht um die Gefahren des epilepsiechirurgischen Eingriffs.

In den letzten Jahren sind die Risiken auf ein Minimum reduziert worden. Operiert werden nur Patienten, die aus Sicht der zuständigen Fallkonferenz nicht mit Defiziten rechnen müssen. Passieren kann immer was, auch bei Zahnziehen etc.

Wer Kühlschrank, Küche, Computer oder Auto kauft, informiert sich wochenlang. Da sollte, wenn es um das zukünftige Leben, um die Gesundheit geht, doch mindestens eben so viel Zeit und Mühe investiert werden. Das Internet macht es uns leicht, an Informationen zu kommen.

Aus Erfahrung weiß ich, dass ausschließlich ein gut informierter Patient gesund werden kann, "Krankenhausaufenthalt" heißt heute nicht mehr „heilen“, es hat sich entwickelt zu einem Geschäft, in dem es um Millionen geht. Wer nicht aufpasst, wird an Stellen operiert, ohne dass es erforderlich ist, so dass die wirtschaftlichen Interessen der Klinik über denen der Gesundheit des Patienten stehen.

Ich bin Patient ohne medizinische Fachkenntnisse und schreibe aus eigenem Erleben, wobei auch eigene Erfahrung eingeflossen ist.

Viele Grüße
Anton

--
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