nach einer temporallappen-op rechts
narkojet, Thursday, 05.12.2013, 07:51 (vor 4637 Tagen)
Hallo!ich habe eine erweiterte laesionektomie im amygdalabereich rechts vo mir.wer hat schonmal eine temporallappen-op gehabt.womit muss man hinterher rechnen?gedaechtnisprobleme?schlimme kopfschmerzen?danke euch
nach einer temporallappen-op rechts
mezeg, München, Thursday, 05.12.2013, 09:12 (vor 4637 Tagen) @ narkojet
Hallo,
meine Temporallappen-OP war links, durch ein walnußgroßes Meningeom unausweichlich. Dürfte räumlich und technisch aufwendiger als Deine gewesen sein (u.a. Schädel weitgehend aufgebohrt und mit drei Titanklammern zusammengeflickt.
Kam aber allein und selbständig nach einer Woche aus dem Krankenhaus. Müde natürlich aber an sich normal.
Kopfschmerzen habe ich - zumindest deswegen - nicht bekommen. Wie vorher eigentlich selten und mit etwas Aspirin gut hinzukriegen.
Keppra mußte ich sechst Monaten nehmen aber nach dem ausschleichenden Absetzen, weiterhin GM-anfällig, wenn auch anders, tagsüber statt nachts, die innere Narbe reizt. Eine gewiße Reizbarkeit und eindeutige höhere Streßanfälligkeit.
Durch Einstellung auf Lamotrigin - ein Bißchen Hin- und Her-Tasten in der Dosierung - bin ich ziemlich beschwerdefrei.
Ausgenommen kurze Sprachblockaden, mich plötzlich nicht mit Worten ausdrücken können, Gestik aber schon. Oder Gehörtes / Gelesenes überhaupt nicht begreifen. In dem Fall nehme ich nur letzten Silben bzw. Buchstaben wahr, was zum Verständnis nicht ausreicht. Da könnte es sein, daß mein Kurzgedächtnis kurzzeitig "klemmt". Bei mir wurde aber in der Nähe des Sprachzentrums geschnipselt und ich wurde vor der OP über mögliche Komplikationen gewarnt. Habe auch gemerkt, daß der Neuro-Chirurg sich bereits in der Aufwachstation informiert hat, ob ich sprechen kann. Hatte selber übrigens kurz nach dem Aufwachen daran gedacht und meine vier Sprachen ausprobiert. Lief schon.
Gedächtnisprobleme? Schon etwas aber nicht systematisch. Und so taufrisch bin ich auch nicht!
. Was mir nicht mehr einfällt, könnte wohl vom Alter und arg gefülltem Gedächtnisspeicher kommen. Was mir "fehlt", kommt oft nach einer gewissen Zeit wieder an die Oberfläche, besonders wenn es sich um Worten handelt. Ich kann den gesuchten Begriff umschreiben, weise Wort-Annäherungen ab, ich weiß genau, es ist nicht, was ich präzis im Kopf suche. Das vom Gehirn oder Anwesenden vorgeschlage Wort, kann ich sofort als "gültig" erkennen.
Was für mich wichtig ist und ich lernen mußte: auf keinem Fall "forcieren", um das Wort mit Gewalt an die Oberfläche zu bringen! Sonst kommen gefährliches Unwohlsein und Übelkeit, die eine Aura ankündigen. Aber bei mir wurde eben links, weiträumig und in der Nähe des Sprachzentrums operiert.
Ansonsten geht es mit etwas Lamotrigin ganz gut. Habe die Lage auch langsam akzeptiert und mich daran gewöhnt. Die Nebenwirkungen wie deutliche Schlafprobleme sind nach Justierung der Dosis spüre ich eigentlich nicht mehr. Lamotrigin nehmen ist nur wie Zähneputzen.
Wünsche Dir gleiches Ergebnis wie bei mir.
mezeg
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narkojet, Thursday, 05.12.2013, 10:04 (vor 4637 Tagen) @ mezeg
Vielen,vielen dank.hattest du demnach eine vollnarkose?ich habe so panik...
nach einer temporallappen-op rechts
mezeg, München, Thursday, 05.12.2013, 12:37 (vor 4637 Tagen) @ narkojet
Vielen,vielen dank.hattest du demnach eine vollnarkose?ich habe so panik...
die OP dauerte fünf Stunden sagte mir ein Student, der sie beigewohnt hat. Natürlich unter Vollnarkose. Sie soll sehr interessant gewesen sein.
Bin zwei Nächte und der Tag dazwischen in der Aufwachstation geblieben. Das Schlimmste: es war keineswegs ruhig und daher schwierig nach Wunsch zu schlafen.
Schmerzen? Null! Nicht einmal die Narbe, dabei ging der Sägeschnitt von einem Ohr fast zum anderen. Bei mir mußte man eben weit schneiden, damit das Hirn wegen des überhöhten Druck nicht durch ein kleines Loch rausgepreßt wird. Aber bestimmt nicht bei "normaleren" OP. Es mußte auch bei mir besonders vorsichtig rausgeschält werden, weil die Tumor sich auf einem wichtigen nicht abklemmbaren Gefäß breit gemacht hatte, also viel Platz zum Spielen nötig.
Nur später Magensäure wegen Kortison. Tabletten wurden mir gegeben, ich glaube aber, daß ein paar Kekse oder ein Stück Brot ausgereicht hätten.
Haare wurden mir nur in einem Streifen rasiert. Zwei Wochen später und mit einem geschickten Schnitt der Friseuse war die Frankenstein-Narbe nicht zu sehen.
mezeg