Unwissenheit
keki, Saturday, 28.12.2013, 09:32 (vor 4614 Tagen)
Über die Feiertage hat mir meine Mutter vom Tod einer früheren Bekannten erzählt. Vorweg muss ich sagen, dass meine Eltern nichts von meiner Epi wissen, da sie nicht mehr die Jüngsten sind und ich keinen Bock auf die Auseindersetzung mit ihnen hatte. Auf meine Frage nach der Todesursache meinte sie: "Weiß ich auch nicht, aber die hatte ja Epilepsie." Ich bin bald umgefallen und hab nur gesagt: "So ein Blödsinn, davon stirbt man doch nicht!" (Diese Epi hatte sie seit ewigen Zeiten und gestorben ist sie an Darmkrebs, hab ich später erfahren.) Kann das denn sein, dass die Leute so wenig wissen?
keki
Unwissenheit
Green, Saturday, 28.12.2013, 11:27 (vor 4614 Tagen) @ keki
Hallo
Soviel Unwissenheit gibt es...aber nicht mit Absicht
Frühersprach man da gar nicht drueber.......als ich vor ca. 40 Jahren erkrankte...hieß es immer sag es nicht so laut...da sind im Krieg mit den Leuten ganz andere Sachen passiert.
Gruss Green
Unwissenheit
sandytimmy, Saturday, 28.12.2013, 20:25 (vor 4614 Tagen) @ Green
Ja sowas kann ich noch von Erzählungen meiner Mutter. Aus dem serbischen teil von ex-jugoslawien. Da haben Kinder mit epi plötzlich eine schwere Krankheit, werden bei irgendeinem kleinen wehwehchen ins Krankenhaus verwiesen und sterben dort zufällig an dieser Krankheit. Die Eltern bekommen das tote Kind dann auch nicht mehr zu sehen.
U d zu der Zeit, im kommunistischen Staat hat das keiner kritisiert, der Staat hatte immer recht.
Unwissenheit
mezeg, München, Saturday, 28.12.2013, 11:30 (vor 4614 Tagen) @ keki
Hallo Keki,
daß die Unwissenheit das eigentliche Problem ist, glaube ich auch.
Irgendwo irgendwann habe ich gelesen, daß Epileptiker eine kürzere Lebenserwartung hätten. Wie weit es nun noch treffen könnte, habe ich nicht gesehen. Mit den neueren Medikamenten und Behandlungen dürfte sich dieses Prozent um Welten verringert haben. Auch durch Information Nicht-Betroffener!
Beim Italienisch-Kurs hatte ich es lieber erwähnt, weil meine Auras sich meist in Sprachblockaden manifestieren. Die Dozentin fragte sofort: "was soll man dann tun?" Mit meiner Antwort "Nichts, mich bloß nicht in Ruhe lassen!" Ihre Antwort: "Gut, dann weiß ich Bescheid." Und zurück zum Congiuntivo. Weiterhin fröhliche Stimmung in der Gruppe, dabei bin ich mit meinen 66 Jahren das "Baby".
Auch in einer Gastwirtschaft, wo ich eine kleine Feier plante und mit der Sprache stecken blieb - oder etwas unsinniges sagte. Sie hatten einen "echten" GM-Anfall bei einem Gast erlebt, den Notarzt angerufen. Er informierte das Personal über die richtige Verhaltensweise, dies wurde dann vom Personal als "zusätzliche Qualifikation" betrachtet.
Am Heilig-Abend war ich bei der jüngeren Tochter und blieb auf das Wort "Grand-mère" stecken. Sie ging scheinbar natürlich zum Werkeln in ihre Küche und sagte nichts, bis ich sie kurz danach mit etwas "normalen" ansprach. Als ob sie gar nichts gemerkt hätte??? War es so kurz???
Habe sie kurz danach gefragt, ob sie meine Aura gemerkt hatte: "Ja, Du hast plötzlich nicht mehr sprechen können."
Dabei war sie bei meinem 3. und letzten GM-Anfall alleine mit mir und blieb eine ganze Weile noch auf der Hut, es könnte doch wieder etwas kommen; z.B. als ich auf einem lärmigen U-Bahn Gleis auf einem Satz nicht reagierte, weil meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt war. "Bist Du noch da???" Jetzt ist es einfach eine "Nebensache".
Und heute in der Münchner Abend-Zeitung ein Kommentar über den nächsten Tatort am Sonntag, ich zitiere:
"Durch Sarah Brandt Epilepsie hat das Thema ein große Wahrnehmung erfahren. Wurden Sie (Sibel Kekilli) darauf mal angesprochen?"
"Ja, auf der Straße wurde ich von einem Epileptiker angesprochen, der sich dafür bedankt hat, dass ich eine Figur spiele, die auch von dieser Krankhit betroffen ist."
Sarah Brandt wird als Computerexpertin, kein Problem sich mal irgendwo einzukacken. Jung, ehrgeizig, überaus wach und ungeduldig.
Und Tatort bekommt doch immer hohe Einschaltquoten. Hilft vielleicht auch zur Information.
VG
mezeg
Unwissenheit
Hape, Saturday, 28.12.2013, 16:45 (vor 4614 Tagen) @ keki
Hallo viele Menschen haben keine -wenig Ahnung von Epi die meisten meinen Flackerlicht löst Epi aus oder Krampfanfälle das es 50Epiarten gibt glaub ich wissen nur die Betroffenen wer intressiert sich schon als "Gesunder "für solche Erkrakungen
Unwissenheit
pegasus, Saturday, 28.12.2013, 17:24 (vor 4614 Tagen) @ keki
In Bethel bei der MOSES Schulung wurde erzählt es gebe über 120 verschiedene Epilepsien, aber das nur am Rande, vielleicht streiten sich die sich ja auch darüber, wie viele vrschiedene Epilepsien es gibt ;)
Und ja, ich muss hier zustimmen, das meiste ist Unwissenheit. Ich habe viele in meinem Bekanntenkreis gehabt, die mir sagten, sie wären einmal mit einem Epileptiker bzw. einer Epileptikerin zusammen gewesen oder es wäre in der Familie ebenfalls jemand mit Epilepsie und dann kommen so dumme Ratschläge, dass man wegrennen möchte.
Die meisten verbinden Epilepsie tatsächlich nur mit Krampfanfällen und irgendetwas daneben gibt es dann nicht. Daher habe ich für mich nun mehr die Regel aufgestellt, die als Epilepsieexperten zu titulieren und im gleichen Zug dann auch Niederzumachen über deren Wissen bzw. Nicht-Wissen, wenn es überhand nimmt mit deren unnötigen Kommentaren, denn mir persönlich geht das einfach nur noch auf den Senkel.
Unwissenheit
mezeg, München, Sunday, 29.12.2013, 11:46 (vor 4613 Tagen) @ pegasus
was den "Besserwissern" angeht, kann ich Dir nur zustimmen! Auch bei solchen, die es doch wissen sollten! z.B. meine ältere Tochter, Beruf Rettungsdienstassistentin. Von der jüngeren (leider) angerufen, die meinen GM-Anfall erlebte und die Erholungsphase nicht zu deuten wußte. Ihrem Druck von zugerufen Sanka ins KKH gefahren zu werden, war ich zu schlapp zu widerstehen. Als ich schnell das Notwendigste packte und die AE holte, wollte sie es mir verbieten - ich könnte doch in meiner "Verwirrtheit" zu viel davon nehmen - und hinderte mich daran einer größeren Menge mitzunehmen. Seit diesem Tag habe ich immer eine kleine Reserve in einer unscheinbaren Dose (mit Leuchtturmmotiv
) abseits der "offiziellen" Menge versteckt. Später meinen Wohnungsschlüssel zurückverlangt.
Sie wollte mir auch noch das Radfahren "verbieten", ich könnte doch in eine Menge Fußgänger rasen!!! Na ja, sie wird wohl nur noch von Erfahrung am Steuer schwerer Fahrzeuge reden und die relative Geschwindigkeit eines Fahrrads sowie die hohe Anforderung an Gleichgewicht und die "Wucht" des Impakts auf ein Hindernis nicht so gut abschätzen können...
Ich radle weiterhin an die 7.000 km im Jahr, momentan knapp unter 7.300 km. Und bin vorgestern unerwartet in einer scharfen Linkskurve auf Glatteis ins Schlittern gekommen.
Dabei nüchtern die Lage eingeschätzt: niedrige Geschwindigkeit, Helm auf den Kopf, Auto hinter mir von meinem Richtungwechseln informiert. Keine dramatische Gefahr. Blaue Flecken - oder "wissenschaftlich Hämatom"
?
Strategie: Nicht bremsen, das "weiche" Lenkrad nur ohne Hektik halten, in gerader Linie und nicht kurvig den Straßenrand ansteuern, das linke Bein ab von der Pedale und gestreckt, um einen eventuellen Sturz abzumildern und durch kleine Stösse auf dem Boden etwas bremsen.
Manöver gelungen. Besonders als "Epilepsie-fahrraduntaugliche". Dabei nicht einmal den Schatten einer Aura. Nur Genugtum und gar Stolz festzustellen, daß ich weiterhin geübt routiniert radle.
Epilepsie-Besserwisser, Ihr könnt mich... pardon
mezeg