Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

jingison, Monday, 30.12.2013, 15:35 (vor 4612 Tagen)

Hallo zusammen!
Bei meinem Vater wurde vor kurzem Epilepsie diagnostiziert.
Er wird momentan noch auf die Medikamente eingestellt. Wie lange das jedoch dauert, bis er anfallsfrei ist, weiß natürlich keiner. Durch die Anfälle fällt mein Vater meist ohne Vorwarnung um (manchmal ist ihm kurz vorher etwas übel) und ist dann ganz neben sich. Außerdem kommt es vor, dass er einfach weg läuft, das aber nicht mitbekommt. Er ist schon in einen 8km entfernten Ort gelaufen, bis er wieder zu sich gekommen ist. Aktuell kann er so natürlich nicht alleine gelassen werden. Meine Mutter und wir Kinder sind alle berufstätig. Momentan ist meine Mutter krank geschrieben. Aber was ist, wenn meine Mutter wieder gesund ist und arbeiten gehen kann?

Wisst ihr, ob es Möglichkeiten gibt eine Betreuung zu bekommen so lange meine Mutter auf Arbeit ist? Und falls ja, wo kann diese beantragt werden? Es müsste eben eine 8-Stunden-Betreuung sein. Mein Vater ist zwar körperlich nicht eingeschränkt, aber es ist eben gefährlich, wenn er umkippt und blöd fällt oder wenn er weg läuft.
Für uns ist die Situation noch neu. Über Tipps und Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.

Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

pegasus, Monday, 30.12.2013, 21:27 (vor 4612 Tagen) @ jingison

Wenn das so extrem ist, dann wäre eine Einstellung in einem Epilepsiezentrum doch sinnvoller als eine Ambulante.

Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

jingison, Monday, 30.12.2013, 21:46 (vor 4612 Tagen) @ pegasus

Danke für die Antwort.
Er war ja 3 Monate in einem Epilepsiezentrum. Die Ärzte dort sagen, dass es eben dauert, bis er eingestellt ist. Sie wissen, dass es so extrem ist. Er hat ja immer wieder Kontroll-/Besprechungstermine dort.

Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

pegasus, Monday, 30.12.2013, 22:34 (vor 4612 Tagen) @ jingison

Dann würde ich es an deiner Stelle mal beim nächsten Termin ansprechen, denn es gibt auch die Möglichkeit, soweit ich mich erinnere, die Einstellung der Medikamente komplett stationär zu machen (war zum Beispiel bei einer Mitpatientin im Alsterdorf so, dass die komplett dort eingestellt worden war).

Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

Mondenkind, Monday, 30.12.2013, 22:41 (vor 4612 Tagen) @ jingison

Hallo,

da deine Mutter noch arbeitet, schätze ich mal, dein Vater ist 50 - 60, vielleicht auch bis 70 Jahre alt??

Es gibt bestimmt die Möglichkeit, eine 8-Std-Betreuung zu bekommen, die Frage ist nur, was es kostet bzw. wer er zahlt (z.B. Zuschuss von Krankenkasse o.ä.). Die Frage ist auch, was würde dein Vater mitmachen bzw. was sagt er dazu??

Es gibt ja die Möglichkeit zu einer Tagesbetreuung z.B. in einem Seniorenheim. Oder aber dass eine Frau (aus den Osteuropa) bei euch wohnt und sich um deinen Vater kümmert (hatten wir bei meiner Oma und es ist sehr gut gelaufen). Aber das sind eben alles Dinge, die kosten bzw. ist es eben auch die Frage, ob dein Vater / deine Eltern so etwas wollen.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

jingison, Monday, 30.12.2013, 23:26 (vor 4612 Tagen) @ Mondenkind

Mein Vater ist 63 und hat bis vor kurzem noch gearbeitet. Mit dem Behinderungsgrad, den er zugesprochen bekam, kann er jetzt auf jeden Fall in Rente.
In ein Seniorenheim würde er sicherlich nicht gehen.
Es ist echt eine blöde Situation. Körperlich und geistig ist er ja noch absolut fit. Wir bräuchten eigentlich nur eine Betreuung für den Fall der Fälle. Ist natürlich irgendwie blöd, wenn wir irgendeine Hilfe 8 Stunden hier zu Hause sitzen haben, wenn er vielleicht am Tag effektiv gerade mal ne halbe Stunde jemanden braucht.

Anspruch Tagesbetreuung für Epileptiker?

Mondenkind, Tuesday, 31.12.2013, 00:08 (vor 4612 Tagen) @ jingison

Hallo Jingison,

In ein Seniorenheim würde er sicherlich nicht gehen.

Ja, das dachte ich mir, ob das meine (Schwieger-)Eltern (60 - 65 Jahre) machen würden, halte ich auch für sehr fragwürdig.

Es ist echt eine blöde Situation. Körperlich und geistig ist er ja noch absolut fit. Wir bräuchten eigentlich nur eine Betreuung für den Fall der Fälle. Ist natürlich irgendwie blöd, wenn wir irgendeine Hilfe 8 Stunden hier zu Hause sitzen haben, wenn er vielleicht am Tag effektiv gerade mal ne halbe Stunde jemanden braucht.

Ja, blöde Situation. Gerade wenn er während eines Anfalls ggf. auch die Wohnung verlässt. Aber wenn er noch nicht mal irgendeine Pflegestufe hat, ist es natürlich noch schwieriger da (finanzielle) Unterstützung zu bekommen.

Gibt es nicht vielleicht in der Nachbarschaft deiner Eltern jemanden, der sich ein kleines Taschengeld dazuverdienen möchte??

Lieben Gruß
Mondenkind

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