Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

Bettina, Tuesday, 07.01.2014, 10:33 (vor 4604 Tagen)

Hallo, ich heiße Bettina, bin 31 Jahre alt und Mutter von zwei Kinder (4 und 9 Jahre). Ich hatte am Freitagnachmittag plötzlich beim Kaffeetrinken bei einer Freundin einen Krampfanfall. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Nachdem jettzt stationär ein CT, MRT und EEG gemacht wurden bekam ich heute morgen die Diagnose Epilepsie. Die Ärzte wollen mich mit Topamax 25mg einstellen. Zusätzlich bekam ich ein Fahrverbot von 12 Monaten ausgesprochen. WAS JETZT? Wie verhalte ich mich gegenüber meines Arbeitgebers? Bin auf mein Auto angewiesen. Ich fahre in verschiede Haushalte um zu putzen. Beschäftigt bin ich seit 02/13.

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

JackyMusik, Tuesday, 07.01.2014, 11:43 (vor 4604 Tagen) @ Bettina

Hallo Liebe Bettina,
Willkommen hier im Forum auch wenn der Grund der Anmeldung kein schöner ist.
Erst einmal ruhig bleiben, das ist jetzt erstmal das beste. Nimm dir die Zeit dich mit der Situation abzufinden und regel das alles erstmal mit dir selbst. Mit den Medimamenten musst du selber sehen wie du mit klar kommst. Jeder Körper reagiert anders auf die Medikamente. Das mit dem Fahrverbot ist leider eine normale Sache und da gibt es auch keinen Diskusionsbedarf. Das ist so. Rede am besten mit deinem Arbeitgeben offen über die Situation und mach keine Fehler. Du bekommst deinen Führerschein nicht abgenommen, aber lass es mit dem Fahren. Stell dir vor es passiert was während der Fahrt und du baust einen Unfall. Rede am besten auch offen darüber mit deinem Umfeld. Erkläre ihnen die neue Situation. Es wird jeder verstehen. Was wurde den für eine Epilepsie diagnostiziert? Haben sie einen Auslöser gefunden. Etwa eine Verhärtung, eine Zyste oder ähnliches im Gehirn. Lass es genau Untersuchen. Vielleicht bleibt das ja auch der erste und einzigste Anfall in deinem Leben.
Jetzt für den Moment ist Ehrlichkeit und Offenheit die beste Medizin für dich selber. Das ganze zu verheimlichen bringt garnichts und du tust dir damit selber auch nur weh.
Viel Erfolg
Jacky

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 07.01.2014, 12:43 (vor 4604 Tagen) @ Bettina

Hallo!

Erst einmal ein paar Fragen, um Deine Situation noch etwas besser verstehen zu können:
- Haben die Ärzte nur von Epilepsie oder einer bestimmten Form gesprochen?
- Worauf basiert denn die Diagnose? Irgendetwas müssen die ja gefunden haben, da bei einem einmaligen Anfall normalerweise von einem einmaligen Krampfanfall und noch nicht Epilepsie gesprochen wird.

Mal eine allgemeine Info zu den Medikamenten: Wenn Du den Beipackzettel liest, wirst Du Dich erst einmal von einer Welle von möglichen Nebenwirkungen überrollt fühlen. Das sieht aber schlimmer aus, als es tatsächlich ist. Viele Dinge, z.B. Müdigkeit am Anfang, geben sich bei vielen rasch mit der Gewöhnung an ein Medikament. Und immer drandenken: Es sind mögliche Nebenwirkungen. Manche bekommen auch gar nichts davon ab, einige andere wenige, die ein Medikament nicht vertragen treiben dann aber auch schnell die Nebenwirkungsstatistik nach oben.

Was das Autofahren angeht: Halte Dich unbedingt an das ärztliche Fahrverbot. Abgesehen davon, dass Du vielleicht Dein Lebtag nicht mehr glücklich werden würdest, wenn dabei was passieren würde, könnten Dich die Versicherungen, wenn was passiert, in Regress nehmen und das kann einen in den Ruin treiben. Ganz zu Schweigen natürlich von möglichen strafrechtlichen Konsequenzen in diesem Fall.

Wenn das Autofahren für Deinen Job unerlässlich ist, wird Dir schwer etwas anderes übrig bleiben, als es Deinem Arbeitgeber mitzuteilen. Ich vermute aber, dass Du zumindest für die nächsten zwei, drei Wochen krank geschrieben sein wirst und Zeit hast, Dich dahingehend auch bei einigen gemeinnützigen Einrichtungen, die sich auf solche Fälle spezialisiert haben, schlau zu machen. Es gibt ja für solche Fälle eine ganze Reihe von z.B. staatlichen Hilfen, die Dein Arbeitgeber beantragen könnte - sofern man ihm erst einmal von deren Existenz erzählt.
Die bloße Erkrankung ist aber - falls Du dahingehend sorgen haben solltest - kein Kündigungsgrund. Als erstes muss der Arbeitgeber erst einmal einen Arbeitsplatz/möglichkeit bereitstellen, der Du trotz Fahrverbot & Epilepsie nachgehen kannst.

Und ansonsten Kopf hoch. Epilepsie ist zwar nicht unbedingt schön, aber kein Weltuntergang.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 07.01.2014, 13:14 (vor 4604 Tagen) @ huge88

Und bevor ich's vergess, hier noch zwei nützliche Links zu Infomaterialien - die auf dieser Seite spare ich mir, da ich davon ausgehe, dass Du die schon gefunden haben wirst:
http://www.dgfe.info/home/index,id,18.html
http://www.dgfe.info/home/index,id,32.html

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

Racking, Wednesday, 08.01.2014, 19:47 (vor 4603 Tagen) @ Bettina

Hallo Bettina!

Deine Geschichte liest sich wie meine... :-( Ich bin 35, habe auch 2 Kinder, 6 und 11, und bekam auch gestern die Diagnose Epilepsie im Krankenhaus. Ich bin auch einfach umgekippt, mitten im Klassenzimmer meiner Jüngsten, als ich sie Montag früh in die Schule gebracht habe. Hab (laut einer anderen Mutti) gekrampft, habe auch keinerlei Erinnerung daran, schwach erste Erinnerungen im Krankenwagen, dann wieder weg, später dann im KH Erinnerungen.

Hatte vor nun fast genau 2 Jahren (20.01.12) so was schon mal, damals auf der Arbeit, im Einzelhandel, Erinnerung hab ich wieder keine, aber der Kunde kam später nochmal, um nach mir zu schauen, und erzählte, ich wäre ganz normal gewesen, hätte dann plötzlich die Augen verdreht und wäre schon dagelegen. Er sagte, so schnell hätte er noch nie jemanden umfallen sehen.
Bei diesem Sturz hab ich mir damals mehr weh getan, hatte doppelten Schädelbasisbruch, meine Erinnerung setzt auch erst 3 Tage nach dem Sturz so langsam wieder ein.

Damals hat aber niemand von Epilepsie gesprochen, nach 2 Monaten war ich soweit auch wieder fit, hab gleich noch ne Mutter-Kind-Kur gemacht und bin dann im April wieder arbeiten gegangen, war alles ok.

Nur die Frage nach dem Warum hat mich schon immer innerlich beschäftigt.

Nun hab ich da ja scheinbar wenigstens eine Antwort drauf.

Ich wurde, als ich 18 war von einem Auto angefahren, war Fußgänger, die Ärzte sagen, das wird es wohl gewesen sein, also der Auslöser.

Tabletten nehme ich auch die wie du seit gestern abend, eine, soll dann in 14 Tagen auch noch frühs eine nehmen und dann so weiter... (von 25 auf 2 x 100)

Mein Auto haben wir heute abgemeldet... :-(

Ich soll jetzt, bzw. so in 3 Monaten zum Neurologen und da noch ein EEG machen lassen, zur Kontrolle.

Ansonsten konnte mir meine Ärztin nicht viel sagen, bin klar auch erstmal krank geschrieben, hab ja durch den Sturz auch noch paar "Nebenwirkungen"...

Ich gebe zu, ich habe mich mit dem Thema noch nie befasst, und hoffe einfach, so viele Infos wie möglich zu bekommen, oder auch Tipps, was man machen sollte, was gar nicht, vielleicht auch ob man noch zu einem zweiten Arzt sollte, oder muss ich das jetzt einfach mal so hinnehmen? Ich gebe zu, damit tu ich mich doch sehr schwer...

MRT, EEG, EKG wurde im KH gemacht, Blut entnommen, hab wohl noch Probleme mit der Schilddrüse.

Vielleicht können wir beide uns auch berichten, wie sich unsere Diagnose so in den Alltag einspielt, was es für Probleme gibt, oder vielleicht ja auch Gutes...

Ich bin grad echt noch ganz schön verzweifelt...

LG Racking

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

sandytimmy, Sunday, 19.01.2014, 20:54 (vor 4592 Tagen) @ Racking

Was weiß man als Laie, bzw Anfänger eigentlich über die Krankheit. Was für ein Bild hattet ihr bis zu dem Zeitpunkt der Diagnose.

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

lordcosmic, Sunday, 19.01.2014, 15:40 (vor 4592 Tagen) @ Bettina

Hallo,
auch ich bekam heute Morgen die Diagnose Epilepsie :( hatte im November einen Grand Mal Anfall, daraufhin wurden 3 EEGs abgeleitet und ein MRT gemacht. Alles ohne Befund. Sollte in nächster Zeit gut auf mich achten und mir Ruheugönnen, ws ich auch tat. Bis letzte Woche sprach der Neurologe noch von einem Gelegenheitsanfall. War sehr zuversichtlich! Leider kam heute Morgen ein zweiter Anfall hinzu, war ambulant an der Uni und muss ab heute Kepprea nehmen :( kann gut verstehen wie du dich fühlst da es mir gerade auch ziemlich schlecht geht. Ist erstmal ein Schlag vor den Kopf! Wünsche Dir alles Gute, vielleicht können wir uns ja mal in einer PN unterhalten. Kann mir hier vielleicht noch jemand etwas zu Keppra sagen? Gute Wirkung/ Verträglichkeit/ Nebenwirkungen/ Anfalsswiederkehr? LG und vielen Dank

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 19.01.2014, 16:54 (vor 4592 Tagen) @ lordcosmic

Hallo!

Kann mir hier vielleicht noch jemand etwas zu Keppra sagen? Gute Wirkung/ Verträglichkeit/ Nebenwirkungen/ Anfalsswiederkehr?

Epilepsien sind sehr individuell, das macht es schwer, eine generelle Aussage darüber zu treffen, wie gut ein Medi für einen ist. Was für den einen ein Wundermittel ist, hilft manchem anderen kaum.
Manchmal braucht's deshalb zwei oder drei Versuche, bis man das richtige Medi gefunden hat.

Ein allgemeiner Rat: Lass Dich nur nicht von den Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel nersch machen. Die Liste sieht bei den Antiepileptika allgemein schlimmer und abschreckender aus, als sie tatsächlich sind. Viele der Nebenwirkungen, wie z.B. Müdigkeit, verschwinden, so man überhaupt von ihnen betroffen ist, recht rasch mit der Gewöhnung.
Im Endeffekt werden die Nebenwirkungslisten auf Grund statistischer Effekte so lang. Z.B. gibt's immer ein paar wenige, die ein Medi nicht gut vertragen und dann halt einen Großteil der Nebenwirkungen abbekommen und dadurch stärker ins Gewicht fallen, als einer, der gar nix merkt.

Ich persönlich hatte auch schon Levetiracetam. Ich hatte damit keine Probleme, aber auch keinen Therapieerfolg. Dafür bin ich jetzt mit meinem aktuellen Medi seit mehreren Jahren anfallfrei ohne Nebenwirkungen zu spüren. Gibt aber genug, denen es wunderbar hilft.

Vielleicht noch gleich ein Hinweis zum Thema Antiepileptika und Generika: Du wirst vermutlich feststellen, dass Dir die Neurologen meist nicht Keppra selbst, sondern einfach nur Levetiracetam verschreiben werden, Du also dann am Ende ein Generikum in der Apotheke bekommst. Die sind zwar wirkstoffidentisch, aber die sogenannte Bioäuqivalenz, worunter auch die Geschwindigkeit, mit der das Medi in den Körper aufgenommen wird, fällt, kann sich unterscheiden. Das kann zu Schwankungen des Medikamentenspiegels führen, worauf manche etwas empfindlich reagieren. Sprich deshalb mit Deinem Neurologen rechtzeitig darüber, dass er Dir ein bioäquivalentes Generikum mit "aut idem"-Kreuz verschreibt, damit Du immer das selbe bekommst. Wenn ich noch up-to-date bin, ist das firmeneigene "Levetiracetamgenerikum" von UCB(Hersteller von Keppra) identisch, kann sich aber inzwischen auch geändert haben.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

Green, Sunday, 19.01.2014, 22:48 (vor 4592 Tagen) @ lordcosmic

Hallo

Suchfunktion nutzen bitte..... Keppra Nebenwirkungen... und es gibt viel zulesen.
Alles Gute

Gruss Green

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

mezeg, München, Monday, 20.01.2014, 09:19 (vor 4591 Tagen) @ lordcosmic

bei mir waren es zuerst deutliche Müdigkeit - war aber auch frisch operiert - und eine gewiße Reizbarkeit, fühlte mich unberechtigt zu schnell angegriffen. Aber vielleicht auch durch die vollkommen neue Situation mitverursacht.

Bin nach 6 Monaten auf Lamotrigin umgestellt, nicht weil ich Keppra grundsätzlich nicht vertrug, sondern auch weil nach vorsichtigem Absetzen klar wurde, daß ich auf ein AE leider nicht verzichten kann. Und der Neurologe meinte, Lamo sei gut verträglich. Nach Eingewöhnungszeit für mich zutreffend.

mezeg

Ich bekam heute morgen im Krankenhaus die Diagnose Epilepsie

sigi1955, Saturday, 15.02.2014, 22:32 (vor 4565 Tagen) @ Bettina

Hallo!
Ich war damals auch geschockt nach meinem ersten Anfall 1994! Mitlerweile bin ich seit fast 4 Jahre Anfallsfrei. Ich habe gelesen das du Topamax 25mg bekommen hast. Ich bin damals sehr agressiv und unruhig geworden. Ich nehme Lamotrigin 200mg+ Zonegran 100mg, macht mich immer auch noch nach 4 J. sehr müde. Ich nehme es zur Nacht, und das andere am Tage. gruß sigi1955