Ich habe st.epilepsia.
stepl, Saturday, 11.01.2014, 21:49 (vor 4600 Tagen)
eins stört mich immer, besonders in der Gruppe. Irgendwie denken viele es gibt "Die Epilepsie" Ich weiß aus meiner Kindheit, seit dem interessiere ich mich für die Sprache: Wörter, Ausdrücke, innere Gefühle und das zwischenmenschliche Verhalten. Im Glaube wird vieles verallgemeinert, über einen Kamm gezogen.
Irgendwie stört es mich, dass wenn ich von meiner Epilepsie spreche, dass beachtet, respektiert wird.
Ich kam jetzt mal auf die Idee, wie wenn ich die Symptome, so wie ich sie erlebe, auf ein Papier schreibe und oben nicht Epilepsie, sondern st.epilepsia schreibe. So wie ich sie erlebe, fühle und Empfinde.
Etwa so, wir haben alle Epilepsie, aber jeder hat seine eigene.
wie seht ihr das?
gruß stepl
Ich habe st.epilepsia.
Shmith
, Sunday, 12.01.2014, 09:03 (vor 4599 Tagen) @
stepl
das stimmt, jeder hat seine eigene Epilepsie. Deshalb bekommt man sie so schwer in den Griff. Aufschreiben ist eine sehr gute Idee, aber Du mußt berücksichtigen, dass Dich Deine eigene Wahrnemung täuschen kann. Ich habe woanders geschrieben, dass der Epileptiker nur 30% seiner Anfälle mitbekommt. Deshalb wäre es viel realistischer und ehrlicher, wenn Du Partner oder Freunde über Deinen Anfallablauf befragen würdest und deren Meinung mit einbringen würdest. Dann kommst Du Dem eigentlichen Ablauf Deines Anfalls am nächsten. Outen und Anfallsablauf Erklärung für Bekannte und Freunde ist sehr hilfreich, denn die bekommen nun keine Panik oder unnötige Angst mehr. Das ist meine eigene Erfahrung.
Wie Du jetzt das ganze nennen willst, ist natürlich Dir überlassen. Aber nur Epilepsie zu sagen ist nicht gut, Du mußt schon Deine eigene diagnostizierte Epilepsie sagen.
Liebe Grüße
Shmith
Ich habe st.epilepsia.
podi, Sunday, 12.01.2014, 10:15 (vor 4599 Tagen) @ stepl
Es gibt ja bekannterweise verschiedene Anfallstypen und nicht jeder
reagiert auf die selben Auslöser. In vielen Beiträgen hier, wird von
den eigenen Symptomen gesprochen. Epilepsie umfasst ein breites
Spektrum, aber nicht in jedem Thema geht es speziell um eine Form.
Da geht es eben allgemein um Fragen, Erlebnissen, etc. von Epileptikern,
egal welcher Form. Und wenn du eben ansprechen möchtest, welchen
Typ du hast, ist das ja ok. Es vereinfacht nur die Diskussion enorm,
wenn ich mich einfach allgemein als Epileptiker bezeichne.
Und gehts dann mal um eine bestimmte Form, muss ich mir halt
überlegen, ob ich mich angesprochen fühle oder nicht.
Aber das Grundbedürfniss hier ist doch, das sich Leute mit Anfallskrankheit,
bzw. Angehörige untereinander austauschen.
Ich habe st.epilepsia.
sandytimmy, Sunday, 12.01.2014, 12:25 (vor 4599 Tagen) @ stepl
Was ich daran schwierig find ist dass man doch gar nicht mitbekommt was man für Unsinn während des Anfalls macht.
Wenn man nur das schildert sieht ein kompex-fokaler Anfall so aus.
Druck im Oberbauch, Verlust des bewustseins, wieder zu sich kommen und ein wenig durcheinander und müde sein. Fertig.
Dass da sowas ist wie Spastik in den Händen, umher laufen Quatsch wie Drucker hinter sich her ziehen und und und wird dann gar nicht erwähnt, kriegt man ja nicht mit 
Ich habe st.epilepsia.
stepl, Sunday, 12.01.2014, 12:49 (vor 4599 Tagen) @ stepl
Hallo
"Du musst nicht alles glauben was man dir sagt."
Ich dachte mehr daran, die Merkmale der eigenen Epilepsie in den Blickpunkt rücken. Es kann auch dazu führen, wie weit hängt das Gesagte mit dem zusammen, was andere einem schon gesagt haben.
Es ist auch eine Frage des Ich-Bewusstseins:
Die Merkmale der eigenen Epilepsie in den Blickpunkt rücken.
gruß stepl
Ich habe st.epilepsia.
Green, Sunday, 12.01.2014, 12:52 (vor 4599 Tagen) @ stepl
Hallo
und was heist das auf Deutsch oder im waren leben fuer dich.
Merkmale in Blickpunkt ruecken.
Gruss green
Ich habe st.epilepsia.
podi, Sunday, 12.01.2014, 13:47 (vor 4599 Tagen) @ stepl
ich glaube, das das die Menschen mehr verwirrt, als aufklärt.
Die meisten können was mit dem Begriff "Epilepsie" anfangen.
Wenn ich dann mit irgendeinem Begriff daher komm, den ich
mir möglicherweise ausgedacht habe, wüssten sogar viele
Epileptiker nicht, was gemeint ist. Es ist doch für alle wesentlich
einfacher Verständlich wenn ich sage, das ich Epileptiker bin.
Und da kann ich auch ganz leicht sagen, das es verschiedene Formen
gibt und ich eben diesen Typ von Epi. habe. Da brauch ich nicht
erst anfangen zu erklären was "st.epilepsia" ist. Obs von "Ich Bewusstsein"
zeugt, wenn ich mit irgendwelchen Fremdwörtern komm, die ich
dann sowieso erklären muss? Da werden sogar sicher viele fragen,
warum du nicht einfach sagst, das du Epilepsie hast.
Wenn du einem Epileptiker von deinem "St. Epilepsia" berichtest,
wird auch der fragen, welche Art von Epi das ist, bzw. welche Art
von Anfällen du hast. Epilepsie ist Epilepsie. Ich muss nur einfach
sagen, wie sie sich bei mir auswirkt.
Ich habe st.epilepsia.
stepl, Tuesday, 14.01.2014, 09:14 (vor 4597 Tagen) @ podi
ich glaube, das das die Menschen mehr verwirrt, als aufklärt.
Die meisten können was mit dem Begriff "Epilepsie" anfangen.
Wie weit löst der Begriff "Epilepsie" Vorurteile, sprich feste Vorstellungen aus?
Hör mir doch mal zu!
Wie weit ist der andere bereit, mir richtig und bis zum Ende zu zuhören?
stepl
Danke!
Ich habe st.epilepsia.
podi, Tuesday, 14.01.2014, 11:36 (vor 4597 Tagen) @ stepl
ich glaube, das das die Menschen mehr verwirrt, als aufklärt.
Die meisten können was mit dem Begriff "Epilepsie" anfangen.
Wie weit löst der Begriff "Epilepsie" Vorurteile, sprich feste Vorstellungen aus?
Hör mir doch mal zu!Wie weit ist der andere bereit, mir richtig und bis zum Ende zu zuhören?
steplDanke!
Es kommt immer darauf an wie und mit wem man an das Thema herangeht.
Ich sag irgendwem den ich grad zufällig in einem Cafe getroffen hab,
nicht einfach das ich Epileptiker bin.
Aber wenn ich jemanden dann etwas länger und besser kenn, hab ich
kein Problem damit. Und auch da sag ich nicht, hallo ich hab Anfälle.
In jedem Gespräch kann man langsam auf das Thema Krankheiten steuern.
Und wenn ich sie/ihn einschätzen kann, sag ichs, oder nicht. Aber zu 80% erzähls ich.
Klar gibts welche, die dann drüber lachen. Bei denen weis man dann wenigstens,
das sie falsche Freunde sind. Aber die meisten sind interessiert und man kann
mit ihnen ein ernsthaftes, aufklärendes Gespräch führen. Und das schafft Vertrauen.
Es ist praktisch unmöglich ein Geheimnis daraus zu machen. Also warum die Freunde,
Bekannten nicht aufklären. Da weis wenigstens jeder was los ist und sie können richtig
reagieren, wenn mal in ihrer Gesellschaft, einen Anfall hat.
Es zeigt doch ein gesundes Selbstvertrauen, wenn ich offen drüber reden kann.
Ich habe st.epilepsia.
sandytimmy, Tuesday, 14.01.2014, 13:35 (vor 4597 Tagen) @ stepl
Ich glaub eher dass die Leute denken
" hat die einen Vogel?"
Warum so ein Fantasie Begriff?
Geltungsbedürfnis?
Warum nennt sie nicht einfach das Kind beim Namen und erklärt was dazu um Vorurteile einfach auszuräumen ?
Man müsste doch für jede Krankheit einen eigenen Begriff erfinden da über jedes wehwehchen ein bestimmtes Bild in der Öffentlichkeit herrscht. Logischerweise. Kann ja nicht jede Krankheit bis ins Detail kennen
Ich habe st.epilepsia.
stepl, Tuesday, 14.01.2014, 17:29 (vor 4597 Tagen) @ sandytimmy
Ich glaub eher dass die Leute denken
" hat die einen Vogel?"
Warum so ein Fantasie Begriff?
Geltungsbedürfnis?
Warum nennt sie nicht einfach das Kind beim Namen und erklärt was dazu um Vorurteile einfach auszuräumen ?Man müsste doch für jede Krankheit einen eigenen Begriff erfinden da über jedes wehwehchen ein bestimmtes Bild in der Öffentlichkeit herrscht. Logischerweise. Kann ja nicht jede Krankheit bis ins Detail kennen
Ich glaub eher dass die Leute denken ?
Recht interessant: Der Glaube was andere denken.
Ich weiß seit meiner Kindheit, dass viele Epilepsie gar nicht kennen.
Aber du hast mich auf einen neuen Gedanken gebracht.
"Ich habe st.epilepsia, meine Form von Epilepsie."
gruß stepl, der querdenker
Ich habe st.epilepsia.
podi, Tuesday, 14.01.2014, 18:00 (vor 4597 Tagen) @ stepl
gerade wenn viele keine Ahnung von Epi haben, kannst du
deinem Umfeld beibringen, das es nichts schlimmes, ansteckendes,
oder keine Geisteskrankheit ist. Damit kannst du viele Vorurteile
abbauen und deine Bekannten verstehen dich besser.
Du bist nicht der einzige, der seit seiner Kindheit Epi hat.
Ich habs seit der Geburt. Ich frag mich nur, warum du nicht damit
umgehen kannst. Aber wenn du dich besser fühlst, erfinde halt
irgendwelche Pseudo Krankheiten. Frag mich nur was du sagst,
wenn du plötzlich mit wem redest, der Ahnung davon hat.
Wie willst du deine Fantasiewörter erklären...
Ich habe st.epilepsia.
Lerche, Tuesday, 14.01.2014, 18:43 (vor 4597 Tagen) @ stepl
Überleg mir grad, wie ich es fände, wenn mir jemand z.B. erklären würde, er habe "Heinz-Dermatitis", oder jemand anderes "Kevin-Diabetes", "Mario-Autismus" usw. usf....
Ich habe st.epilepsia.
sandytimmy, Tuesday, 14.01.2014, 20:31 (vor 4597 Tagen) @ Lerche
Den Gedanken hatte ich ja auch und dachte mir nur - Schwachsinn
Das einzige was man im Alltag machen kann ist die Anfälle akzeptieren und Laien einfach und sachlich aufklären. Über einzelne Anfälle nicht groß nachdenken
Ich habe st.epilepsia.
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 14.01.2014, 19:36 (vor 4597 Tagen) @ stepl
Wie weit löst der Begriff "Epilepsie" Vorurteile, sprich feste Vorstellungen aus?
Hör mir doch mal zu!
Wie weit ist der andere bereit, mir richtig und bis zum Ende zu zuhören?
Schon einmal auf die Idee gekommen, dass vielleicht Du das Gefühl hast, jemand wäre nicht bereit, Dir richtig und bis zum Ende zuzuhören, obwohl dem nicht so ist? Ich persönlich hab da bisher durchaus positive Erfahrungen gemacht.
Ich glaube, Du hast da - beziehst Dich ja selbst auch auf Deine eigene Kindheit - noch selbst einige über Jahre ausgebildetete festgefahrene Vorstellung davon, wie sich Personen verhalten, wenn Du Ihnen davon erzählst. Vielleicht solltest Du die einmal hinterfragen. Die Zeiten haben sich geändert - und das für uns durchaus zum Guten.
Oder brauchst Du diesen anderen Begriff auch, weil Du selbst mit Epilepsie etwas verbindest, das Du nicht mit Dir verbinden möchtest?
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Ich habe st.epilepsia.
keki, Sunday, 12.01.2014, 19:13 (vor 4599 Tagen) @ stepl
Wenn ich davon spreche, nenne ich es Epi, nur wenn ich es zum ersten Mal erwähne sage ich Epilepsie. Schränke aber sofort ein, dass es sich um eine leichte Form handelt. Hier zu Hause nenne ich es Brizzelattacken, weil es sich so anfühlt. Aber außerhalb würde ich es nie so nennen, weil es Fremde nichts angeht, wie ich mich dabei fühle.
Ich habe st.epilepsia.
keki, Sunday, 12.01.2014, 19:20 (vor 4599 Tagen) @ keki
Ich hab vergessen zu sagen, dass ich es einerseits als leichte Form bezeichne, weil es so ist, andererseits scheine ich mich noch nicht so ganz identifizieren zu können.
keki
Ich habe st.epilepsia.
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 12.01.2014, 19:21 (vor 4599 Tagen) @ stepl
Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt von Deinem Eintrag, weil ich nicht so recht den Punkt, auf den Deine Frage abziehlt, zu fassen bekomme und auch nicht die Intention Deines Eintrages erkenne. Vor allem
Irgendwie stört es mich, dass wenn ich von meiner Epilepsie spreche, dass beachtet, respektiert wird.
verwirrt mich. In wie fern stört es Dich und was genau verstehst Du darunter, wenn Du sagst, dass jemand es respektiert, wenn Du über Deine Epi sprichst?
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Ich habe st.epilepsia.
Samuel_70, Wednesday, 15.01.2014, 13:30 (vor 4596 Tagen) @ stepl
Stepl, Du meinst damit bestimmt das Du Deiner Epilepsie einen Kosenamen gegeben hast.
Kann ich voll verstehen, denn Du identifizierst Dich damit mit Deiner Epilepsie.
Ist das schlimm?
Wir wissen das wenn wir jemanden erzählen das wir Epi. haben, diese sofort das schlimmste Bild in den Augen (ein schwerer GM) haben und möglicherweise nicht weiter unterfragen. Mit „St.epilesia“ kann Stepl damit die eigene Epi beschreiben.
z.B.
Wenn ich irgendwo erzählen musste das ich Epi habe, musste ich auch sofort erklären, ja gar rechtfertigen das ich ca. 5 Minuten nach meinen Abcencen und leichten fokalen Anfällen wieder voll „da“, belastbar und einsatzfähig bin/war weil Außenstehende erstmal denken das ein Epileptiker nach einem Anfall Stunden, gar Tage ausfällt. Mit der „Verniedlichung“ zum „St. Epilepsia“ würde diese Erklärung vielleicht leichter fallen.
---
Ich habe unbewusst, schleichend meinen Medikamenten einen Kosenamen gegeben. Ich spreche nicht mehr von meinen Medikamenten, sondern es ist „mein Doping“.
Und auch Keki hat ja Ihren Anfällen doch einen Kosenamen gegeben.
---
Und !!
Nicht wenige Autofahrer haben ihrem Auto einen Kosenamen gegeben weil es ihr Auto ist, auch wenn der dann nur im engeren Familien,- bzw. Freundeskreis genannt wird.
S_70
Ich habe st.epilepsia.
podi, Wednesday, 15.01.2014, 14:38 (vor 4596 Tagen) @ Samuel_70
Stepl, Du meinst damit bestimmt das Du Deiner Epilepsie einen Kosenamen gegeben hast.
Kann ich voll verstehen, denn Du identifizierst Dich damit mit Deiner Epilepsie.
Ist das schlimm?
.
Wir wissen das wenn wir jemanden erzählen das wir Epi. haben, diese sofort das schlimmste Bild in den Augen (ein schwerer GM) haben und möglicherweise nicht weiter unterfragen. Mit „St.epilesia“ kann Stepl damit die eigene Epi beschreiben.
aber was sagt er-sie? wenn jemand Nachfragt? Das es eine selbst erfundene Krankheit ist?
wenn ich mit jemandem das erste Mal darüber rede, sag ich auch nicht, ICH BIN EPILEPTIKER! Ich sag, das
ich manchmal kurze Aussetzer hab. Das das nichts tragisches ist. Und hin und wieder mal stärkere. Aber ich fall nicht
mit der Tür ins Haus.
z.B.
Wenn ich irgendwo erzählen musste das ich Epi habe, musste ich auch sofort erklären, ja gar rechtfertigen das ich ca. 5 Minuten nach meinen Abcencen und leichten fokalen Anfällen wieder voll „da“, belastbar und einsatzfähig bin/war weil Außenstehende erstmal denken das ein Epileptiker nach einem Anfall Stunden, gar Tage ausfällt. Mit der „Verniedlichung“ zum „St. Epilepsia“ würde diese Erklärung vielleicht leichter fallen.
Ob es leichter ist, was erfundenes zu erklären?
Ich habe unbewusst, schleichend meinen Medikamenten einen Kosenamen gegeben. Ich spreche nicht mehr von meinen Medikamenten, sondern es ist „mein Doping“.
Und auch Keki hat ja Ihren Anfällen doch einen Kosenamen gegeben.
---
Und !!
Nicht wenige Autofahrer haben ihrem Auto einen Kosenamen gegeben weil es ihr Auto ist, auch wenn der dann nur im engeren Familien,- bzw. Freundeskreis genannt wird.
und Medikamenten, Anfällen, oder Autos Kosenamen zu geben ist nichts besonderes.
Ich für meinen Teil halte es für sinnvoller über Epi. aufzuklären, als was zu erfinden.
Am Ende hört jeder zu. Und die Ignoranten können mir gestohlen bleiben.
Da geb ich nichts drauf, was die sagen.
Am besten, man entwickelt ein gewisses Selbstvertrauen und steht zu seiner Epi.
Ist ja nichts schlimmes.
Ich habe st.epilepsia.
stepl, Thursday, 16.01.2014, 07:10 (vor 4595 Tagen) @ Samuel_70
Stepl, Du meinst damit bestimmt das Du Deiner Epilepsie einen Kosenamen gegeben hast.
Kann ich voll verstehen, denn Du identifizierst Dich damit mit Deiner Epilepsie.
Ist das schlimm?
Nein.
Du hast den "Nagel auf den Kopf getroffen."
Es geht heute immer mehr um die Frage der eigenen Persönlichkeit.
gruß stepl
Ich habe st.epilepsia.
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 16.01.2014, 07:33 (vor 4595 Tagen) @ stepl
Es geht heute immer mehr um die Frage der eigenen Persönlichkeit.
Was aendert es an Deiner eigenen Persoenlichkeit, wenn Du Deiner Epilepsie einen anderen Namen gibst? Gar nix, denn die Epilepsie ist eine Erkrankung, nicht Teil Deiner Persoenlichkeit. Sie hat zwar sicherlich Deine Persoenlichkeit mitgepraegt, aber dem einen anderen Namen zu geben, macht Dich nicht zu "einem anderen Menschen".
Es laesst hoechstens Vermutungen ueber Deine Persoenlichkeit zu und ich bin mir nicht sicher, ob das gerade bei anderen unbedingt positive Annahmen hervorruft. Gerade bei denen, die evtl. Vorurteile oder eine vage Vorstellung von Epilepsie haben. Die werden sich naemlich vielleicht nicht nur denken "Warum sagt der nicht einfach, dass er Epilepsie hat?", sondern, wie sandytimmy ja schon andeutete, werden die sich in Vorurteilen bzgl. des Geisteszustandes von Epileptikern bestaerkt fuehlen.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Ich habe st.epilepsia.
podi, Thursday, 16.01.2014, 09:58 (vor 4595 Tagen) @ stepl
am Ende ist es mir eigentlich egal, wie du mit deiner Epilepsie umgehst.
Doch ich halte es da wie huge88, man hat sie halt, doch ich kann immer
noch sagen, wie sie sich bei einem auswirkt. Wens nicht interessiert,
der ist selbst schuld. Aber irgendwelche Wörter erfinden, führt am Ende
irgendwann zu einem Erklärungs Notstand. Und da möchte ich dann nicht
mit dir tauschen.
Ich habe st.epilepsia.
Lens, Thursday, 16.01.2014, 18:42 (vor 4595 Tagen) @ Samuel_70
Hallo Samuel,
ich sehe das ähnlich. Irgendwie hat jeder seine Art und Weise sich mit seiner "Krankheit" zu identifizieren. Ich nehme das ganze mit etwas Humor gar Ironie und wenn es zur Sprache kommt, ist mein Spruch "Epileppy aber Happy".
Nicht meine Krankheit bestimmt das Leben, sondern mein Leben bestimmt(beeinflußt) meine Krankheit. Ja und da ich noch leben möchte und mich noch nicht auf dem irgendeinem Abstellgleis sehe, muß ich manchmal auch Konsequenzen in kauf nehmen(im Rahmen der Grenzen die ich mir selbst stecke).
Meiner Meinung nach, darf ich mich im Rahmen meiner Grenzen soweit bewegen, solang ich niemand anderen damit ungefragt/ungewollt irgendwie eingrenze.
Gruß Lens
Ich habe st.epilepsia.
mezeg, München, Thursday, 16.01.2014, 18:01 (vor 4595 Tagen) @ stepl
Hallo stepl,
die Epilepsie unter einen anderen Namen zu "verstecken", könnte sich als kontraproduktiv erweisen. Eine solche Erfahrung habe ich in einem an sich anderen Bereich erlebt.
Eine Bekannte leidet an krankhafte Angstgefühlen, was sie sich auch nicht eingestehen will. Dann spricht sie mich mit einer "apokalyptischen" Stimme an und ich weiß sofort, daß sie etwas will / braucht, aber was??? Sie dreht und dreht und dreht und kommt nicht zum Ziel und Zweck. Diese Wort-Spirale ist für mich wie das Summen einer Mücke, die mich irgendwo irgendwann das Blut anzapfen wird. Bei mir ist das Sprachzentrum etwas gestört und leicht Auslöser einer Aura. Und dann kommt der Moment, wo ich sie abrupt unterbreche und verlange, daß sie endlich zur Sache kommt. Was sie natürlich mächtig durchschüttelt.
Könnte eine ähnliche Reaktion bei den Leuten erfolgen, die mit Deiner Bezeichnung nicht klar kommen und wer weiß was dann daraus vermuten? Und vielleicht auch schroff abreagieren, was für Dich gewiß negativ wäre?
Als anderer Aspekt der anhaltende Impakt eines ersten Eindrucks. Wenn jemand noch keinen persönlichen Kontakt mit einer / einem Epileptiker(in) hatte, wird die erste erlebte Erfahrung dadurch eine hohe Wirkung bekommen. Bei mir erfolgte es - lange bevor ich selber betroffen wurde - in einer Weihnachtsfeier einer RK-Helfergruppe. Ein Teilnehmer fiel plötzlich zum Boden und krampfte. Kollegen knieten um ihn, berührten und hielten ihn aber nicht. Keine Hektik, keine Panik, keine Schreie auch nicht seitens der Anwesenden. Und als er "erwachte", weiterhin ruhig-freundlich. Die "Lektion" habe ich nie vergessen: ruhig bleiben, nicht festhalten, danach nur sanft ansprechen.
Wenn man aber als erster Kontakt einen Epileptiker erlebt, der verzweifelt versucht, es zu kaschieren - wie ich es eine Weile getan habe -, ist das Risiko hoch, daß eben schlimmes dahinter vermutet und es so auch weiter verbreitet wird.
Macht man "Klarschiff", bleibt doch viel mehr die Erkenntnis, Epileptiker müssen gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen und gewisse Regeln einhalten aber sonst sind sie doch normale Leute. Blinden sehen auch nicht und benötigen einen Stock aber normal sind sie doch!
Außerdem werden diese Leute auch irgendwan über diese Erfahrung mit anderen Reden. War der erste Eindruck sachlich positiv, wird es auch so weitergeleitet.
Weil ich meist mit Sprachblockaden reagiere, habe ich es lieber in der italienischen Gruppe erklärt, da brauche ich eben die Sprache besonders. Sachliche Reaktion der Dozentin: "Wie soll man sich in so einem Fall verhalten? In Ruhe lassen? Gut, ich weiß Bescheid." Keine Ausgrenzung seitens der Gruppe. Habe diese Woche einen Dreikönigskuchen gebracht und die dazugehörigen "Riten" erklärt, die mit begeisterter Heiterkeit nachgemacht wurden. Die Sprachgruppe ist für mich eine schöne Oase, ich muß nicht mehr befürchten, in einem Satz stecken zu bleiben und mich zu blamieren. Und weil ich es eben nicht mehr befürchte, sinkt das Risiko um so mehr!
mezeg
P.S. für das AE habe ich zwar keinen Kosenamen ausgewählt, verwahre es aber in einer schönen kleinen Dose, die ich gerne anschaue....
Ich habe st.epilepsia.
stepl, Friday, 17.01.2014, 10:39 (vor 4594 Tagen) @ mezeg
Weil ich meist mit Sprachblockaden reagiere, habe ich es lieber in der italienischen Gruppe erklärt, da brauche ich eben die Sprache besonders.mezeg
Das mit den Sprachblockaden kann ich dir nachvollziehen.
Als wir in Schreiben lernen über Dingwörter redeten machte ich mir Gedanken über das Sprechen, sprechen lernen.
Als erstes lernt das Kind, wie die Dinge und Gegenstände heißen.
Ich sagte darauf "Alles was ich sehen und anfassen kann ist ein Dingwort" um sie von den anderen zu trennen, die nur auf dem Papier stehen und eine Erklärung brauchen.
Es ist so, ich wandle die Gefühle und Empfindungen in Worte um. Ich kann zwischen verschieden Möglichkeiten wie ich mich ausdrücke, wählen. Besonders in der Kindheit ist die Möglichkeit sich auszudrücken gering.
Mit dem Erwachsen werden ist es etwa so: Was willst du damit sagen? Du hast nichts zu sagen?
Damit stagniert die Möglichkeiten Wege zu finden, wie du dich äußerst. Deine Gefühle und Empfindungen sind an das Wort gebunden.
Bloß mich, der sich von der Kindheit mit der Sprache, den Gefühlen und Empfindungen und dem zwischenmenschlichen Verhalten beschäftigt, kann man nicht so einfach zwingen, sich ständig zu wiederholen, immer nur das selbe zu sagen.
"Warum rege ich mich so auf, wenn der Fehler etwas normal menschliches ist. Ich muss mich ändern, verbessern, um mich weniger aufzuregen, damit ich mich mehr und besser konzentrieren kann."
Ein Prozess von innen, neue Wege zu gehen, um mich besser zu konzentrieren. Auch hier, mit dem Gewinnen neue Kenntnisse und Erfahrungen, keine Möglichkeiten zu haben mich neu zu äußern.
Die Gefühle und Empfindungen sind an das Wort gebunden.
Jetzt habe ich den Glauben, etwa so muss es sein, überwunden.
Ich nehme mich selbst und die Umwelt wieder Bewusst wahr.
"Ich mache wieder Fehler, meinen Gedanken sind keine Grenzen gesetzt."
falsch: Das Experiment ist gescheitert. richtig: Freude, jetzt hat das Experiment geklappt.
Der Fehler ist das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.
Richtig und Falsch sind zwei Eigenschaftswörter, Adjektive, Aber auch zwei Gefühle und Empfindungen.
Mit dem, dass man mir vorschreibt, was ist richtig und was ist falsch, hat man mir zwei Gefühle zerstört.
Wie mir das Gefühl zu geben, ständig zu versagen. Ich habe mein Gefühl, mich zu freuen, etwas richtig gemacht zu haben.
gruß stepl
Sprachblockaden
mezeg, München, Saturday, 18.01.2014, 18:00 (vor 4593 Tagen) @ stepl
Ich kann zwischen verschieden Möglichkeiten wie ich mich ausdrücke, wählen.
"Warum rege ich mich so auf, wenn der Fehler etwas normal menschliches ist. Ich muss mich ändern, verbessern, um mich weniger aufzuregen, damit ich mich mehr und besser konzentrieren kann."
Ein Prozess von innen, neue Wege zu gehen, um mich besser zu konzentrieren.
Hallo Stepl,
nein, bei mir läuft es nicht so. Das Sprachzentrum schaltet sich einfach ab. Ich bleibe plötzlich stecken und kann Wörter nicht mehr ausdrücken, sie nicht einmal "denken". So wie ein weißes Blatt, worauf nichts steht. Kann bis etwa 2 Mn dauern. Wenn es passiert, dann in der Relaxe-Phase nach einen starken emotionalen Stress, wenn gleich ohne logische Verbindung. Bewußtsein, Motorik, Gleichgewicht, Gestik, alles o.k. aber wie der Neurologe schreibt: "kurzeitige Unfähigkeit zur Kommunikation."
Es fällt den Anwesenden auf.
Nachher weiß ich auf welchem Wort ich stehen geblieben bin und was ich eigentlich sagen wollte und kann es auch ausdrücken.
Dagegen kann ich nicht ankämpfen. Ist halt ein Anfall, wenn auch schwach. Aber nicht forcieren, nur kurz warten, bis sich das Sprachzentrum wieder einklickt. Dann spare ich mir eine anschließende Müdigkeit.
VG
mezeg
Sprachblockaden
Green, Saturday, 18.01.2014, 23:32 (vor 4593 Tagen) @ mezeg
Hallo
wenn mir das Passiert mit den aussetzern im sprechen.....kann ich oft was anderes sagen ....wie geht jetzt nicht....ich red später weiter.......irgenwie halt.
Gruss Green
Sprachblockaden
stepl, Sunday, 19.01.2014, 07:44 (vor 4592 Tagen) @ mezeg
Entschuldigung, dann habe ich mich geirrt.
Ich finde es trotzdem recht interessant was du schreibst.
gruß stepl
Ich habe st.epilepsia.
sandytimmy, Thursday, 16.01.2014, 18:51 (vor 4595 Tagen) @ stepl
Ist am Ende ja egal wie eine Krankheit heißt.
Wichtig ist nur
Lebt MIT der Krankheit nicht FÜR sie oder noch schlimmer die Krankheit IST man.
Ich hoffe ihr wisst was ich meine 
Ich habe st.epilepsia.
stepl, Friday, 17.01.2014, 10:58 (vor 4594 Tagen) @ sandytimmy
Ist am Ende ja egal wie eine Krankheit heißt.
Wichtig ist nur
Lebt MIT der Krankheit nicht FÜR sie oder noch schlimmer die Krankheit IST man.![]()
Ich hoffe ihr wisst was ich meine
Eigentlich kommst du meinem Gedanken am nächsten.
Es geht nicht um mich.
Ich dachte mehr, den Austausch der eigenen persönlichen Erfahrungen im Umgang mir der eigenen Krankheit.
Es trägt mit zum Selbstbewusstsein und zur Selbstsicherheit bei, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen.
Wenn einer Bein amputiert ist und mit Krücken läuft, bekommt es jeder mit.
Wie viel bekommen andere von der eigenen persönlichen Krankheit mit.
gruß stepl