schläfenlappenepilepsie wer weiß mehr darüber

mausi..2007, Saturday, 01.02.2014, 07:07 (vor 4579 Tagen)

Hallo
Bei meinen Sohn wurde schläfenlappenepilepsie festgestellt. Er ist 6 Jahre alt. Im moment ist er anfallsfrei. Er wird gerade auf orfiril und keppra eingestellt und frisium raus dosiert. Ich bin neu hier und würde gerne wissen ob schläfenlappenepilepsie sich verwachsen kann und wie eure Erfahrungen sind?

LG

schläfenlappenepilepsie wer weiß mehr darüber

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 01.02.2014, 10:39 (vor 4579 Tagen) @ mausi..2007

Hallo!

Ich geb Dir erst einmal ein paar nützliche Links an die Hand:
http://www.epilepsie-elternverband.de/
http://www.famoses.de/

Ich bin neu hier und würde gerne wissen ob schläfenlappenepilepsie sich verwachsen kann und wie eure Erfahrungen sind?

Eine Temporallappenepilepsie, auch Schläfenlappenepilepsie genannt, beginnt am häufigsten im Alter zwischen 5 und 10 Jahren.
Eigentlich ist Temporallappenepilepsie selbst ein Oberbegriff unter dem man eine ganze Reihe von Epilepsien zusammenfassen kann, abhängig davon, wo ihr Entstehungsort dort und was die genaue Ursache ist. Man muss aber dazu sagen, dass gerade bei Temporallappenepilepsien es eine großen Anzahl sogenannter "kryptogener" Epilepsien, also welche, bei denen man keine Ursache, sondern nur die Auswirkungen nachweisen kann, gibt.
Auch das Spektrum, zu welcher Form von Anfällen es kommt, kann sich sehr stark bei den Temporallappenepilepsien unterscheiden. Das reicht von fokalen Anfällen, bei denen nur Sinneswahrnehmungen sich verändern(z.B. Wahrnehmung eines Geruchs, der gar nicht da ist), bis hin zu GrandMal-Anfällen(die schweren mit Zuckungen im bewusstlosen Zustand).
Temporallappenepilepsien gehören meines Wissens eigentlich nicht zu den Epilepsien, die sich, wie z.B. einige Formen jugendliche Abscencenepilepsien, auswachsen können.
Dazu, wie gut sich statistisch die Frontallappenepilepsien mit Medikamenten behandeln lassen, gibt es - wie bei allen Epilepsien - sehr stark schwankende Aussagen, die stark abhängig von der Ursache sind. Am Ende kommt es aber eh immer darauf an, ob der Betroffene auf Medikamente anschlägt oder nicht.

Solltet Ihr Probleme haben, eine geeignete Dosierung für Euren Sohn zu finden, empfehle ich Euch, mit ihm einmal in eine Epilepsieambulanz/Epilepsiezentrum zu gehen. Da gibt's eine Reihe, die über ganz Deutschland verstreut sind, teilweise auch extra mit Spezialisierung auf Kinder. Adressen könnt ihr hier finden: http://www.dgfe.info/home/index,id,38.html

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

schläfenlappenepilepsie wer weiß mehr darüber

somari, Friday, 07.02.2014, 10:08 (vor 4573 Tagen) @ huge88

Ich habe seit 45 J. diese Epilepsie. Habe aber eine beidseitige. Wenn nur ein anfallsherd besteht, sind die Möglichkeiten einer OP sehr gut. Spezielles epi-Zentrum ist ganz wichtig! L.G.

schläfenlappenepilepsie wer weiß mehr darüber

sandytimmy, Friday, 07.02.2014, 15:15 (vor 4573 Tagen) @ mausi..2007

Ich habe auch seit 34 Jahren eine temporallappenepilepsie. Hatte Jahre mit vielen Anfällen aber auch Jahre ohne Anfälle und ohne medis. Dieses rauswachsen hängt von der Ursache ab. In der Kindheit habe ich mit den Anfällen gelebt, als wäre es das normalste der Welt. Belastend war nur die Hänselei der anderen und die Tatsache dass man z.b. nicht am Schwimmunterricht oder ahnliches teilnehmen darf. Außerdem die Einschränkungen bei der Berufswahl.

Es ist doch schon ein gutes Zeichen dass er momentan anfallsfrei ist.
Die Tatsache dass es eine temporallappenepilepsie merkte ich erst im Laufe der Jahre ab 30. Da im temporallappenbereich auch das Kurzzeitgedächtnis liegt, habe ich ein extrem schlechtes wort- und Kurzzeitgedächtnis. Auch in der Schule hatte ich Probleme in sprachlichen Fächern, habe aber trotzdem abi geschafft auch wenn nicht vorbildlich gut. Durchschnitt3