Neuer Anfall

Henry, Wednesday, 19.02.2014, 12:33 (vor 4561 Tagen)

Gestern Abend hatte ich nach 19 Monaten das erste Mal wieder einen Anfall.
Einfach so aus heiterem Himmel.
KLar, bei mir gibts keine bekannten Auslöser aber trotzdem. Ich leb genauso wie die
letzten 19 Monaten auch, an meiner Situation, weder beruflich noch privat hat sich nichts geändert. Und trotzdem ertappe ich mich gestern abend dabei, wie ich völlig verwirrt auf meinem Handy rumtippe, gar nihct weiß was ich da eigentlich machen will.
Wollte glaub nur das Licht ausmachen, was mit dem Handy ja eher kompliziert ist.

Zum Glück war der Anfall im Bett. Ausser dem leichten Zungenbiss, Muskelkater in den Beinen und ein paar kleineren blauen Flecken ist nichts passiert, da hab ich schon anderes erlebt.

Ich trau mich gar nicht meiner Familie davon zu erzählen, die macht sich immer sofort
Sorgen.

Ich regt das so auf, endlich hatte ich ein normales Leben, durfte wieder Auto fahren und war unabhängiger.

Wenn ich zu meinem Neurologen gehe, will er mich auf ein anderes Medikament einstellen, das weiß ich genau. Problem ist einfach das man bei mir nie weiß ob es wirkt, weil ich anfangs auch ohne Medis sehr lange anfallsfreie Zeiten hatte.

Ja, so ist das. Ich weiß ihr könnt mir nicht helfen, aber ich musste das einfach los werden, mit jemandem darüber reden.
Bin nach den Anfällen immer extrem deprimiert und könnte nur heulen.


Liebe Grüße vom schönen Bodensee,
Henry

Neuer Anfall

stepl, Thursday, 20.02.2014, 06:06 (vor 4560 Tagen) @ Henry

Hallo Henry

Vorgestern habe ich meinem Psychologen gesagt: "Am besten ich hacke mir die Hand ab."
Auf sein erstauntes warum sagte ich "In der Vollkommenheit denkt der Mensch, es ist nur eine Frage des Wollens. Ich habe schon früh als Kind mitbekommen, dass ich nicht so kann wie ich will. Das nicht alles nur eine Frage des Wollens ist, sondern auch des Könnens."

Auch sprach ich darauf an, bei körperlichen Behinderungen, sind die Menschen schneller bereit, zu erkennen, dass es nicht nur eine Frage des Wollens ist.
Auch sprach ich an, wenn ein Kind mit einer Behinderung aufgewachsen ist, ist es selbst mehr bereit es zu akzeptieren und damit zu leben, als wenn ein Erwachsener sich die Behinderung durch eine Unfall oder was anderes die Behinderung zugezogen hat.


Du musst sehen, dass du erst mal dir Bewusst machen, dass du nicht so kannst, wie du willst.
Dass nicht alles nur eine Frage des Wollens ist.


tschau