Wirklich Epilepsie?
Hallo meine Lieben,
ich bin in letzter Zeit etwas verzweifelt und weiß nicht mehr was ich tun kann...
Ich bin 25 Jahre alt und hatte eventuell letztes Jahr im Dezember einen Krampfanfall ..
Mir war die ganze Woche sehr schwindelig und an dem besagten Donnerstag im Dezember bin ich dann früher nach Hause gefahren da es mir schlecht ging...
Nach einer Stunde ausruhen zuhause, bin ich dann in die Dusche und meine Schwägerin hat mich nach 1,5 std fast bewusstlos gefunden (stand völlig neben mir)...
Da ich käseweiß im Gesicht war hat sie mich direkt ins Krankenhaus gefahren... Dort haben sie soweit nichts feststellen können, haben allerdings auch keine Neurologischen Untersuchungen gemacht, also konnte ich am nächsten Tag nach Hause..
Bei meiner Hausärztin wurde dann Blut abgenommen, außer einen viel zu hohen Cholestrin Wert wurde nichts auffälliges gefunden...
Ein Kardiologe hat mein Herz untersucht und ein Langzeit Blutdruck und Langzeit EKG gemacht.. Alles I.O.!
Der Neurologe hat eine EEG gemacht und dieses war wohl sehr Auffällig...
Allerdings muss ich dazu sagen das ich zur Zeit sehr sehr viel Streß habe und 6 Tage die Woche arbeite und Nachts meist nur 4 Stunden Schlaf bekomme...
Nach vier Wochen sollte ich dann wieder zum Neurologen und er hat ein erneutes EEG gemacht das war allerdings in Ordnung.. Er meinte ich sollte jetzt Tabletten nehmen Lamotrigin 25 mg, weil es nur Epilepsie sein kann...
Er hat außer zwei EEG nichts gemacht noch nichtmal ein CT...
Ich fahre jetzt seit fast 4 Monaten kein Auto mehr da er mir das untersagt hat, dadurch bekomme ich große Probleme mit meinem Arbeitnehmer weil ich im Schichtbetrieb arbeite und die Züge nicht so früh fahren 
Was sagt Ihr dazu könnt Ihr mir irgentwelche Tipps geben was ich machen kann??
Liebe Grüße und Danke
Dinchen
Wirklich Epilepsie?
Ich würde auf jeden Fall einen zweiten Neurologen fragen. Selbst wenn es ein Anfall war, würde ich zuerst abwarten ob du einen weiteren bekommst bevor du Medikamente nimmst. Viele bekommen in ihrem leben einen einmaligen Anfall. Danach nie wieder einen. Erst wenn du weitere bekommst würde ich anfangen mit Medikamenten.
Bespreche aber alles vorab mit dem Arzt.
Das auto lass aber für mindestens ein halbes Jahr stehen. Kann viel passieren
Wirklich Epilepsie?
Ich würd mal ein längeres, intensives Gespräch suchen. Wenn mich ein Arzt mit so einer Diagnose
konfrontiert, möcht ich auch ein besseres Hintergrundwissen. Da solls nicht sein wie beim Praktischen
Arzt der sagt, du hast die Grippe, ich verschreib dir was und das nimmst bis wieder vorbei ist. Das ist
ja was, wo mehr Info und Diagnose notwendig ist. Sag im das und bestehe auf mehr Info, was es jetzt
für Therapie Möglichkeiten gibt. Einfach was zu verschreiben, wär mir zu wenig.
Wirklich Epilepsie?
Allerdings muss ich dazu sagen das ich zur Zeit sehr sehr viel Streß habe und 6 Tage die Woche arbeite und Nachts meist nur 4 Stunden Schlaf bekomme...
Nach vier Wochen sollte ich dann wieder zum Neurologen und er hat ein erneutes EEG gemacht das war allerdings in Ordnung.. Er meinte ich sollte jetzt Tabletten nehmen Lamotrigin 25 mg, weil es nur Epilepsie sein kann...
Naja, da würde ich mir an Deiner Stelle mal eine Zweitmeinung einholen und die Ärzte mit Fragen löchern. Bei einem einmaligen Krampfanfall unter solchen Bedingungen (extremer Schlafentzug ist auch für Nichtepileptiker verdammt ungesund und kann bei solchen Krampfanfälle provozieren!!!) würde man in den meisten Fällen von einem einmaligen provozierten Anfall sprechen und erst einmal abwarten und beobachten - und bei Dir weiß man ja noch nicht einmal sicher, ob's überhaupt ein Krampfanfall war.
Er hat außer zwei EEG nichts gemacht noch nichtmal ein CT...
Naja, also ein CT vom Schädel wird ja vermutlich schon im Krankenhaus gemacht worden sein, um Blutungen im Hirn auszuschließen, oder? Bei Verdacht auf Epilepsie würde man dann eher ein MRT machen, um zu sehen, ob irgendwo Narbengewebe, ein Tumor oder andere Strukturen vorhanden sind, die physiologische Ursache von Epilepsien sein können.
Ich fahre jetzt seit fast 4 Monaten kein Auto mehr da er mir das untersagt hat, dadurch bekomme ich große Probleme mit meinem Arbeitnehmer weil ich im Schichtbetrieb arbeite und die Züge nicht so früh fahren
Naja, das ärztliche Fahrverbot wirst Du wohl oder übel erst einmal für die in den Gutachterleitlinien festgelegte Zeit hinnehmen müssen. Es gibt aber für solche Fälle teilweise Unterstützungen. Damit kennen sich aber andere hier besser aus als ich. Evtl. kannst Du ja auch, ich weiß ja nicht, was Du arbeitest und wie bei Euch das Verhältis zwischen Arbeitgeber und Belegschaft ist, mit Deinem Arbeitgeber sprechen, dass Du für die übrige Zeit anders bei der Schichtplanung eingeteilt wirst.
Was sagt Ihr dazu könnt Ihr mir irgentwelche Tipps geben was ich machen kann??
Sorg erst einmal dafür, dass Du wieder regelmäßig ausreichend Schlaf bekommst. Vier Stunden sind auf jeden Fall zu wenig.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Wirklich Epilepsie?
Bei mir hat es auch so angefangen, ich bin damals auch einfach zum Hausarzt und dann zum Neurologen gegangen, der Neurologe hat mir auch erstmal ein Antiepileptika aufgeschrieben ohne überhaupt eine Untersuchung zu machen, das kam mir komisch vor und ich hab mir einen Termin bei einem anderen geholt und bis dahin brav das Medikament (Carbamazepin 400 mg Retard 1-0-1) genommenen.
bei dem andere Neurologen hab ich Ihn gesagt was bis jetzt gemacht wurde und welches Medikament ich nehme, er hat gesagt das soll ich nicht mehr nehmen und wir machen erstmal ein paar Untersuchungen...
So war es bei mir, also ich empfehle dir auch das du dir eine Zweite Meinung einholst...
Mir hat es geholfen auch wenn ich immer noch Anfälle habe, was aber auch mit daran liegen kann das ich keine Medis zur Zeit nehme..
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.. ich will verstehen. Und wenn andere Menschen verstehen - im selben Sinne, wie ich verstanden habe - dann gibt mir das eine Befriedigung wie ein Heimatgefühl.
Wirklich Epilepsie?
Hallo,
danke für die vielen Antworten...
Seit dem Vorfall habe ich meine Lebensweise drastisch geändert, Nebenjob gekündigt und
achte darauf das ich genügend Schlaf bekomme...
Unbedingt besser geht es mir aber nicht, es kann vielleicht auch an den Tabletten liegen ??
Ich nehme sie seit vier Wochen und muss die Dosierung alle 1 bzw. 2 Woche erhöhen, lt. meines Arztes...Durchschlafen kann ich seit dem nicht mehr ich Wache immer wieder in der Nacht auf, das schlaucht mich ziemlich...
Ein MRT oder CT wurde im Krankenhaus nicht gemacht, der Verdacht auf einen Krampfanfall kam erst vom Kardiologen da mit meinem Herz alles in Ordnung ist...
Im Krankenhaus wurde sozusagen nichts festgestellt außer ein paar Prellungen, einer Schnittwunde und blauer Flecken...
Das Problem bei dem ganzen ist ja auch das es kein Mensch gesehen hat wie ich gefallen bin bzw. was passiert ist... Es kann ja auch ein Schwächeanfall gewesen sein...
Aber dennoch war das EEG 2 Wochen nach dem Vorfall auffällig...
Am 28.03. gehe ich zu einem anderen Neurologen, um mir eine Zweitmeinung zu holen..
Ich fühle mich von meinem Arzt irgendwie allein gelassen, da ich über Epilepsie so wenig weiß und er mir nur sagt nimm mal die Tabletten und ja Autofahren sollst du nicht mehr...
Danke für Eure Antworten
Viele Liebe Grüße
Dinchen
Wirklich Epilepsie?
Unbedingt besser geht es mir aber nicht, es kann vielleicht auch an den Tabletten liegen ?? Ich nehme sie seit vier Wochen und muss die Dosierung alle 1 bzw. 2 Woche erhöhen, lt. meines Arztes...Durchschlafen kann ich seit dem nicht mehr ich Wache immer wieder in der Nacht auf, das schlaucht mich ziemlich...
Das mit den Durchschlafproblemen ist eine bekannte Nebenwirkung von Lamotrigin. Wenn es Dir Auftritt und Dir Probleme bereitet, unbedingt beim Arzt ansprechen. In solchen Fällen muss dann ggf. ein Alternativplan (d.h. Absetzen/Umstellen auf etwas anderes) mit den Ärzten entwickelt werden.
Aber dennoch war das EEG 2 Wochen nach dem Vorfall auffällig...
Mal ein Wort zum EEG. Das ist zwar ein gutes und bewährtes diagnostisches Hilfsmittel, aber Auffälligkeiten alleine sagen mitunter recht wenig aus. Gibt auch eine ganze Reihe Nichtepileptiker mit auffälligem EEG und Epileptiker mit Unauffälligem EEG. Und wenn man einen Nichtepileptiker nur stark genug mit Schlafentzug und anderen Methoden provoziert wird das auch bei dem Auffällig.
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Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Wirklich Epilepsie?
Hallo Dinchen,
genau die Frage "wirklich Epilepsie" habe ich mir damals auch gestellt.
Ich bin 41 und bekam die Diagnose vor 11/2 Jahren.
Ich hatte einen einmaligen Grand Mal Anfall!
Ohne Zeugen ....und mir fehlt auch eine komplette Stunde.
Ich ging nicht mal gleich zum Arzt (erst 3 Tage später),
hab das ganze wieder nervlich komplett runter gespielt!
Ich habe allerdings seit gut 25 Jahren (Pubertät) immer wieder so ein
"komisches Gefühl" gehabt. Anfangs einmal im Monat,
die letzten 4-5 Jahre dann auch bis zu 4-5 x im Jahr und auch auf einmal Nachts.
Ich hielt es für Unterzucker, zu wenig getrunken, Kreislaufprobleme....keine Ahnung was.
War halt so! Und ich nahm es auch ehrlich gesagt nicht ernst.
Tja, und dann war ich bei meiner Hausärztin nach dem komischen "Aussetzer" und erklärte ihr alles.
Für sie war alles sofort klar! Sie redete von Aura, Absence und Grand Mal....ich hatte keinen Plan
von was sie redet!
Der Neuro war gleicher Meinung...überhaupt keine Bedenken! MRT hat ganz kleine Narbe gezeigt,
aber ob die Probleme macht ist unklar!!!!
EEG war glaube ich unauffällig !
Trotz aller "Beweise" glaubte ich meinem Arzt nicht! Ich wollte einen RICHTIGEN Beweis.
Ich konnte das so nicht akzeptieren. Dann bekam ich nach 9 Tagen den "Krampfwert " im Blut gemessen
(ich glaube der nannte sich CK-Wert)! Der war nach über einer Woche Krampfanfall noch abartig hoch!
Das war also mein Beweis! SHIT
Ich brauchte sehr lange es zu akzeptieren! Es vergeht auch heute noch kein Tag an dem ich nicht dran denke.
Ist einfach so! Ich hatte seither nie mehr einen Grand Mal nur noch ab und zu Auras trotz Medis!
Die erste hatte ich nicht vertragen (Levetiracetam), gerade nehme ich Valproat aber am Montag beginne ich
mit Umstellung auf Topiramat!
Man...jetzt hab ich ja nen ganzen Roman geschrieben.
Ich wollte dir eigentlich damit nur sagen...das ich mit Sicherheit auch noch zu einem 2. Arzt gegangen wäre
wenn es nicht für alle so offensichtlich gewesen wäre und ich nicht schon seit Jahren diese komischen
Raketen gehabt hätte...der CK-Wert hat mich trotzdem zum Schluss überzeugt!
Wunsch dir alles Gute
Sanne
Wirklich Epilepsie?
Ich konnte das so nicht akzeptieren. Dann bekam ich nach 9 Tagen den "Krampfwert " im Blut gemessen (ich glaube der nannte sich CK-Wert)! Der war nach über einer Woche Krampfanfall noch abartig hoch!
Creatin-Kinase als Krampfwert? *Stöhn* Das hört man immer wieder, aber wirklich eine Aussage treffen, ob man einen Anfall hatte oder nicht, kann man damit nicht. (Ich möchte der Korrektheit wegen mal wieder darauf hinweisen, dass ich medizinischer Laie bin.) Ein erhöhter CK-Wert sagt i.d.R. aus, dass Muskelzellen geschädigt wurden/werden.
Bei der Creatin-Phosphokinase - eigentlich müsste man hier im Plural sprechen, weil es dabei um mehrere Isoenzyme geht - handelt es sich um Enzyme, die den eigentlichen Energieträger für die meisten Prozesse in unserem Körper - ATP - regenerieren. Es kommt in großen Mengen in den Muskel- und Hirnzellen vor, wo große, schnell verfügbare Energiemengen in kurzer Zeit gebraucht werden. Geht eine Zelle kaputt, gelangen die enthaltenen Enzyme in die Blutlaufbahn und lassen sich aus dem Plasma oder Serum nachweisen.
Der Wert kann schon alleine nach oben gehen, wenn man es beim Sport etwas übertreibt (wenn man nach dem CK von Spitzensportlern geht, hätten die meines Wissens nach mitunter mehrfach einen Herzinfarkt am Vortag haben müssen). Oder wenn man stürzt, hart aufprallt und sich eine Reihe von blauen Flecken zuzieht, allgemein durch irgendwelche Verletzungen, geht der Wert schon nach oben.
Längerfristige Erhöhungen des Spiegels können deshalb auch Indikatoren für Muskelerkrankungen(z.B. Herz) sein.
Dass bei epileptischen Anfällen der Wert hochgeht, beruht primär darauf, dass bei großen Anfällen man in den Sauren bereich kommt und dabei eben auch Muskelzellen geschädigt werden, wie beim Sport.
Hier noch ein wenig zum Nachlesen:
http://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/kreatinkinase
http://www.aerztezeitung.de/.../permanent-erhoehte-creatinkinase-werte-abzuklaeren.html
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Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Wirklich Epilepsie?
Hab grade mit deinem Wissen, dass ich als meins ausgegeben habe, einen Mitarbeiter einer Intensivstation beeindruckt! Ich hab dann aber gestanden, dass ich es nur abgelesen hab.
Die Links sind klasse, Danke dafür!
Wirklich Epilepsie?
Hi Huge88,
Und ich dachte wirklich der CK-Wert wäre der endgültige Beweis...war wohl nichts!
Wo bekomme ich dann bitte eine 100% Diagnose/Beweise her...?
Wie gesagt ich habe seit zich Jahren diese Raketen die ein Arzt auf einmal
Auren nennt, einen Komplettaussetzer von einer Stunde ohne Zeugen mit blauem Knie wo
ich mich wohl gestoßen habe und brutalem Muskelkater!
EEG war meistens unauffällig, aber das soll ja auch nicht außergewöhnlich sein...!!!!!
Also...wie bitte kann mir ein Arzt dann sagen ich habe Epilepsie und muss zukünftig
Tabletten nehmen und darf nicht mehr Auto fahren???
Diese Raketen sind seit Dezember weg bzw. die letzten konnte ich unterdrücken!
Mir ist das gerade alles ein Rätsel... Es wird immer wieder betont das ein einmaliger großer Anfall
noch keine Epilepsie ausmacht...aber wenn ich die 25 Jahre Raketen dazu rechne dann schon?
Weiß gerade echt nicht was ich denken soll!!!???!!!??!!!
Gruß
Sanne
Wirklich Epilepsie?
Mir ist das gerade alles ein Rätsel... Es wird immer wieder betont das ein einmaliger großer Anfall noch keine Epilepsie ausmacht...aber wenn ich die 25 Jahre Raketen dazu rechne dann schon?
Es ist zwar richtig, dass ein großer Anfall alleine keine Epilepsie macht, aber Epilepsie hat nix mit großen Anfällen zu tun. Grand Mal-Anfälle sind genauso nur eine Erscheinungsform von Epilepsie, wie es Auren(zählen auch zu epileptischen Anfällen) auch sind.
Diese Raketen sind seit Dezember weg bzw. die letzten konnte ich unterdrücken!
Ich sag's ja nicht gerne, aber das letztere hört sich durchaus nach Auren an
Gibt ja Dinge wie Biofeedbacktraining, in denen manche z.B. mit Hilfe von speziellen Atemtechni-ken, autogenem Training etc. lernen können, Anfälle schon länger im Voraus zu bemerken bzw. diese auch abzufedern, was wohl gut bei Auren funktionieren muss. Würde nicht anzweifeln, dass man sowas auch unterbewusst für sich selbst entwickeln kann. Dumm ist unser Körper ja nicht.
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