Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Hallo Zusammen !
Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben weil es mir gesundheitlich so gut ging...
Ich werde im Sommer 19, und habe eine rechtsseitige Temporallappenepilepsie... Mein letzter Anfall war jetzt vor einem Jahr (JUUUUHUUUU :) ) und ich bin echt ziemlich stolz darauf !
Ich nehme Tegretal retard 900 mg pro Tag was denke ich schon relativ hoch ist.
Ich denke darüber nach mein Medikament nach meinem Abitur im Sommer abzusetzen (natürlich langsam), weil ich glaube, dass ich vielmehr lernen muss, mit den Anfällen umzugehen bzw. sie "psychisch" zu unterdrücken, da sie bei mir meist immer in sehr emotionalen Situationen aufgetreten sind.
Außerdem finde ich mein Medikament, auch wenn es die ANfälle bei der hohen Dosis weitgehen unterdrückt hat, sehr "kompliziert" weil es nicht verträglich mit anderen Medikamenten etc. ist.
Ich wollte Euch jetzt fragen, ob jemand mit dem Absetzen von Medikamenten Erfahrungen hat bzw. insbesondere beim Absetzen von Tegretal...
Natürlich möchte ich das Absetzen langsam angehen, und wahrscheinlich unter ärztlicher Aufsicht aber ich wollte mich einfach einmal bei euch erkundigen...
Und noch eine Frage habe ich... bevor ich Medikamente gegen die Anfälle genommen habe, hatte ich nur Absencen bei denen ich weitgehend (so halb) bei Bewusstsein war...
Erst seit dem ich das Tegratal nehme habe (hatte) ich Grandmal- Anfälle (also richtig extreme wie ihr das sicher auch kennt... und immer nur Nachts...)
Haben sich eure ANfälle auch von der Art her durch eure Medis verändert ?
Bzw. nach dem Absetzen eines Medikaments ?
Wäre euch dankbar für eine Antwort
Liebe Grüße
girli95
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Ich nehme Tegretal retard 900 mg pro Tag was denke ich schon relativ hoch ist.
Die Frage ist da weniger, was Du denkst, sondern was Dein Medikamentenspiegel im Blut sagt und wie gut Dein Körper - z.B. die Leber - damit klar kommt. Da reagiert nämlich jeder Körper komplett anders. Da solltest Du einmal mit Deinem Arzt drüber sprechen und Dir in Ruhe erklären lassen, was alle in Deinem Fall relevanten Blutwerte darüber aussagen.
900mg am Tag erscheint mir persönlich aber nicht als so unglaublich hoch, wenn ich lese, dass im Beipackzettel empfohlen wird, im Normalfall eine Tageshöchstdosis von 1600mg nicht zu überschreiten.
Ich denke darüber nach mein Medikament nach meinem Abitur im Sommer abzusetzen (natürlich langsam), weil ich glaube, dass ich vielmehr lernen muss, mit den Anfällen umzugehen bzw. sie "psychisch" zu unterdrücken, da sie bei mir meist immer in sehr emotionalen Situationen aufgetreten sind.
Was willst Du nach dem Abitur machen? Der Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung ist auch nicht ohne und da können Anfälle einem mitunter einiges erschweren. Normalerweise wartet man ja vor der langsamen Medikamentenreduktion einige Jahre Anfallsfreiheit ab.
Vielleicht solltest Du das ganze ja lieber umgekehrt angehen und Dir erst einmal Techni ken (ich hasse die Blacklist, die grundsätzlich jedes Wort, das n i k e enthält, nicht zulässt) aneignen, um emotionalen Stress für Dich besser verarbeiten zu können und erst dann, wenn Du Dich da besser gewappnet fühlst, an eine Reduktion denken.
Außerdem finde ich mein Medikament, auch wenn es die ANfälle bei der hohen Dosis weitgehen unterdrückt hat, sehr "kompliziert" weil es nicht verträglich mit anderen Medikamenten etc. ist.
Das Problem hat man bei eigentlich allen Antiepileptika, nur unterscheiden sich die Medikamente, mit denen es Wechselwirkungen geben kann.
Ich wollte Euch jetzt fragen, ob jemand mit dem Absetzen von Medikamenten Erfahrungen hat bzw. insbesondere beim Absetzen von Tegretal... Natürlich möchte ich das Absetzen langsam angehen, und wahrscheinlich unter ärztlicher Aufsicht aber ich wollte mich einfach einmal bei euch erkundigen...
Also ich hab nur Erfahrungen mit dem Absetzen von Medikamenten aus Umstellungen - und bei meiner letzten erfolgreichen hat die komplette Umstellung sehr lange gedauert und war von einem Epi-Zentrum durchgeplant mit vielen Pausen zwischen den Reduktionen/Aufdosierungen, um zu beobachten, ob was passiert oder nicht.
Und noch eine Frage habe ich... bevor ich Medikamente gegen die Anfälle genommen habe, hatte ich nur Absencen bei denen ich weitgehend (so halb) bei Bewusstsein war... Erst seit dem ich das Tegratal nehme habe (hatte) ich Grandmal- Anfälle (also richtig extreme wie ihr das sicher auch kennt... und immer nur Nachts...)
Was für eine Epilepsieform hast Du nochmal genau? Epilepsien sind nix zwingend statisches und ihr Erscheinungsbild kann sich auch im Laufe der Zeit verändern. Jeder Anfall kann etwas vom körpereigenen Schutzwall gegen Anfälle einreisen und es braucht viel Zeit, bis der Körper den wieder repariert hat. Drum denkt man im Normalfall auch erst nach vielen Jahren Anfallsfreiheit daran, die Medis evtl. langsam versuchsweise zu reduzieren.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Hallo Girli,
erst einmal: Medikamente bitte NIE NIE NIE eigenständig absetzen, sondern IMMER mit Rücksprache des Arztes.
Ich nehme Tegretal retard 900 mg pro Tag was denke ich schon relativ hoch ist.
Ich nehme auch Carbamazepin ein, meine Tagesdosis sind 800 mg, die Tageshöchstdosis liegt bei 1.600 mg.
Ich weiß, dass ich mein Medikament mein Leben lang einnehmen muss. Ich habe / hatte eine Vernarbung am linken Hippocampus. Vor 4,5 Jahren habe ich mir diesen operativ entfernen lassen. Seitdem bin ich anfallsfrei. Aber sie konnten bei der OP nicht alles entfernen (das Sehzentrum hätte sonst getroffen werden können), so dass ein winziger Schnipsel vom Hippocampus noch da ist. Aus diesem Grund muss / sollte ich jetzt weiterhin Medikamente einnehmen und das voraussichtlich (nach heutigem medizinischen Wissensstand) auch bis an mein Lebensende.
Überlege dir das Absetzen gut und vor allem tue nichts, ohne mit deinem Arzt Rücksprache zu halten. Und wenn er dir davon abrät oder sagt "warten Sie besser noch ein Jahr", rate ich dir, auf ihn zu hören.
Lieben Gruß
Mondenkind
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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Ich kann Dich sehr gut verstehen. Als meine Epi anfing hab ich auch erst gedacht, bei mir wäre das was ganz anderes als bei anderen Epileptikern. Schließlich fall ich nicht um und ich zucke nicht, also ist das auch keine "richtige" Epilepsie und die Medis brauche ich nur, bis der Quatsch aufhört.
Dachte ich.
Stimmt aber nicht!
Dass ich Epilepsie habe,auch wenn ich IM MOMENT keine Anfälle hab, ist eine Tatsache. So wie ein Diabetiker ja auch zuckerkrank ist wenn seine Werte gut sind. Setzt er seine Medis ab und futtert Kuchen geht es ihm bald wieder schlecht.
Es geht mir gut, WEIL ich die Medis nehme und mich an bestimmte Regeln (meistens) halte. Setz deine Medis nicht ab ohne Arzt!
keki
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
> Haben sich eure Anfälle auch von der Art her durch eure Medis verändert ?
Also bei der Kombination Lamotrigin und Levetiraceptan haben sich bei mir die Grand Mals verschärft und kamen auf einmal nachts im Bett.Hatte ich vorher nie.
Momentan nur Levetiraceptan und bis jetzt ( 10 Monate ) von Blackouts verschont.
Als du die Grand Mals bekommen hast hast du da die gleiche Dosis genommen wie jetzt ?
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Ich war mit Tegretal schon 4 Jahre anfallsfrei - die Dosis war nicht mehr so hoch wie bei der Einstellung, ich konnte wieder Auto fahren und alles war so weit ok. Aufgrund von einem Umzug nach München habe ich einen neuen Neurologen benötigt, der mir das Rezept ausgestellt. Und dieser Neurologe hatte die Idee, dass ich Tegretal doch absetzen soll, weil ich schon so lange anfallsfrei bin. Obwohl ich die Dosis sehr viel langsamer reduziert habe, als es der Arzt empfohlen hat, waren die Anfälle nach 3 Monaten wieder da. Und ich bin nach erneutem einführen von Tegretal selbst mit sehr viel höherer Dosis nicht mehr anfallsfrei geworden. Das ist jetzt 18 Jahre her. Ich persönlich würde nie wieder ein Medikament absetzen, mit dem ich anfallsfrei geworden bin.
Die Anfallsform hat sich bei mir mit einem anderen Medikament verändert. Mit Tegretal hatte ich Absencen und Grand-mall-Anfälle, mit Ergenyl habe ich meistens komplex-fokale Anfälle.
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Danke für die Antwort !
@ Descartes : ja ich habe die gleiche Dosis genommen und jetzt kommen die Anfälle viel seltener aber wenn dann richtig heftig...
Danke für die vielen Antworten!
Ja das Absetzen würde ich sowieso nur unter ärztlicher Aufsicht machen...
Meine Blutwerte sind super nur habe ich eben durch das Medikament ein paar nicht schlimme aber doch spürbare Nebenwirkungen...
Das blöde ist einfach, dass jeder Arzt etwas anderes sagt (kennt ihr ja sicher auch)
Der eine hat mir gesagt, dass er an meiner Stelle mit 19 nochmal ausprobieren würde (eben nach der Pubertät) obs auch ohne Medikament geht...
Der andere meinte ich werde niemals ohne Medikamente auskommen...
Ist eben immer die Frage auf wen man am besten hört, erst recht wenn das Gebiet Epilepsie a) noch nicht genug erforscht ist und b) selbst die Fachärzte unterschiedliche Herangehensweisen haben...
Nimmt jemand von euch zufällig den Nachfolger von Tegretal retard ? Ich hab vergessen wie er heißt aber das wurde mir auch (wieder von einem anderen Arzt)empfohlen...
Ach ich weiss auch nicht... ich möchte einfach nicht mein ganzes Leben lang Medikamente nehmen...
Lg girli95
Absetzen von Tegreatal (generell Medikamente)
Carbamazepin - Tegretal hatte ich nach Meningeom OP in 1999 mit 3 nachfolgenden Grand-mals, 7 Jahre regelmäßig genommen, war dadurch anfallsfrei, unterlies aber regelmäßige Blutkontrollen, was bei mir zu einer zu einer gefährlichen Hyponatriämie führte.
War nach den 3 Grand-mals immer anfallsfrei und hatte nach 7 Jahren das Carbamazepin langsam reduziert und später ohne Probleme ganz abgesetzt.
Bin also seit 2000 bis heute anfallsfrei.
Bitte nicht vergessen: immer regelmäßige Blutkontrolle.
LG
Indiaberty